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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Abprallendes Licht

Die Situation liegt schon lange zurück. Aber angesichts dieser morgendlichen Erscheinung (siehe Foto), wurde ich wieder einmal an sie erinnert. Ich ging seinerzeit mit meinem damals kleinen Sohn im Wald spazieren und wir sahen ein ähnliches Phänomen. Mein Sohn sagte dem Sinne nach: Das Licht prallt am Baum ab wie wenn man mit einem Wasserschlauch gegen einen Gegenstand spritzt. Ich war deshalb etwas verwirrt, weil ohne den Baum im Wege ein ähnlicher Anblick zu beobachten war. Allerdings mied man diesen Anblick, weil einem die Sonne unangenehm blendete. Und Unangenehmes blendet man gerne aus, sodass es oft als nichtexistent angesehen wird.

Eine einfache Erklärung für die sogenannten Lichtstrahlen findet man z.B. hier.

Diskussionen

25 Gedanken zu “Abprallendes Licht

  1. Ist dein Sohn etwa auch Physiker geworden? „Das Licht prallt ab….“, so was!

    Verfasst von gkazakou | 30. Oktober 2021, 00:28
    • Er ist Physiklehrer geworden. „Abprallen“ ist natürlich eine fragwürdige Sprechweise, zumal es hier in Anlehnung an einen Wasserstrahl gedacht war, mit dem gegen einen Baum u.Ä. gespritzt wurde. Andererseits zeigt es, dass Kinder oft an Stellen Ähnlichkeiten sehen, die uns durch die Ausbildung wegsozialisiert wurden.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 10:00
  2. Wang Wei, HIRSCHGEVIERT (Tang-Dynastie, vor ca. 1300 Jahren): Menschenleerer Berg, Menschenlaute bloss. Licht prallt ab im Wald, faellt wieder auf Moos.
    Uebersetzt von MW, 29.Oktober 2021

    王维《鹿寨》空山不见人,但闻人语响,返景入深林,复照青苔上。

    (Es gibt sehr viele Uebersetzungen in vielen Sprachen)

    Verfasst von 中国大好き | 30. Oktober 2021, 07:55
    • Aha, hab ich richtig getippt! Er hat als Physiklehrer sicher die Fähigkeit, Kindern schwierige Sachverhalte nahezubringen. Hier erhellt sich der Tag grad angenehm! Ich wünsche ein schönes Wochenende!

      Verfasst von gkazakou | 30. Oktober 2021, 10:07
      • Genieße den Tag. Ich habe gestern an dich gedacht, als die Wetterkarte ein bilderbuchartigen Tiefdruckwirbel über Griechenland zeigte. Das scheint sich dann ja inzwischen verflüchtigt zu haben. Auch dir eine schönes Wochenende!

        Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 10:12
    • Meine Antwort scheint irgendwie verloren gegangen zu sein. Hier noch mal: Die Phänomene, die wir heute naturwissenschaftlich beschreiben gab es natürlich schon immer und die Menschen haben es mehr oder weniger anschaulich in Worte gefasst. Das Abprallen im Zusammenhang mit Reflexion ist da gar nicht so abwegig.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 11:42
  3. Hier meine frühmorgendliche Assoziation nachdem ich soeben etwas über „Das Unbehagen in der Natur“ gelesen habe. So dachte ich (natürlich direkt): Es scheint, als „schütze“ der Baum das menschliche Auge davor, direkt ins „Augen-Unerträgliche“ zu schauen. Eine einfache nützliche Kooperation zwischen „Natur-Natur“ und „Mensch-Natur“.

    In dem Aufsatz ging es um die 2500 Jahre lange Vergesslichkeit der Philosophie über „die Geburtlichkeit“, die -so die Spekulation des psychoanalytischen Autors- etwas mit unserem Natalitätsdrama zu tun haben könnte. Das strahlt auch so stark und nicht nur Freudig auf unser Leben, dass wir es hinter dem Baum unserer Erinnerung „schweigend verbergen“. Ich zitiere: „„Natalität“, Geborensein, Individuum sein also, ist womöglich weniger ein Geschenk, denn ein aufgezwungenes Elend: ein verdammtes Leiden an der „Zerstückelung zum Individuum“, wie Nietzsche es nannte: ein Leiden an Enge und Schwere des natürlichen Körpers, an seiner Versehrbarkeit, seiner wesenhaft frühgeburtlichen Bedürftigkeit und Schwäche, an der unheimlichen Sterblichkeitsgewissheit und zugleich am lebenslang – weil lebensverursacht – unstillbaren Sehnen nach einer Rückkehr zum Ursprung, in dem eben alles „Ganz“ war.“

    Dorthin zu schauen und es nicht mehr erreichen zu können, das sticht so stark ins Gemüt wie die Sonne ins Auge.

    Verfasst von paulpeterheinz | 30. Oktober 2021, 10:12
    • Das erinnert zunächst an Freuds „Unbehagen in der Kultur“. Was dein Zitat betrifft, so mag die negative Konnotation der Geburt ja für manche Menschen zutreffen, für andere aber auch nicht. Selbst Gretchens Ausspruch „ach wär ich nie geboren“, hat m.E. nichts mit der Geburt an sich zu tun.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 10:27
      • Gretchen hat das ja auch „abgeschrieben“: Schon der Lehrer des Dionysos, der Satyr Silenos, empfahl dem König Midas: dass es das Beste für ihn wäre, nicht geboren zu sein und das Zweitbeste, alsbald zu sterben.

        Ja, Freuds Unbehagen in der Kultur ist ja auch ein Zusammenhang von „Psyche“ und „Kultur“. Zwei Aspekte die zusammgehören die nicht zwingend „passen“. So ist „das Leben“ bei Freud begleitet von einem latenten oder offenem Gefühl von Unbehagen. Der offene Protest ist nicht nur einer gegen Fakten, sondern auch getragen vom inneren Unbehagen. Auch kann sich das eigene innere Unbehagen über Objekte äußern, denen man eigentlich keine
        Schuld zuweisen kann. Die „blinde“ Zerstörungswut kann einer Wut gegen sich selber entspringen in die man nicht freiwillig schauen möchte.

        PS: Natalität mein mehr als nur den Vorgang der Geburt. Sie geht je nach Autor von der Zeugung, der Nidation, der Schwangerschaft über die Geburt und die ersten 12 Monate, bis ins hohe Alter. Wir bleiben Geburtliche, können im alter noch kindlich sein. Für mich bedeutet das eine umfassendere Einsicht und auch Nachsicht ins menschliche Schwanken: von himmelhoch seufzent bis zu Tode betrübt, von Wohlsein und Freude zu Niedergeschlagenheit- an schlechten Tagen im Stundenrythmus.
        Wenn ich „unverständlich“ Melancholisch werde, das Sonntagsnachmittagsloch aufgeht..dann „tröste“ ich mich mit Gedanken an meine „Natalität“, koche mir eine Tasse Kakao und esse ein Stück Kuchen :-)))
        oder schaue durch Bäume in die Sonne.
        Liebe Grüße

        Verfasst von paulpeterheinz | 30. Oktober 2021, 11:02
      • So kann man es sehen. Nur, wenn sich Natalität auf das ganze Leben bezieht, läuft es Gefahr kein trennscharfer Begriff mehr zu sein. Dann müsste man für das, was man normalerweise unter Geburt versteht, einen anderen Begriff benutzen, vielleicht: Das Licht der Welt erblicken. 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 15:46
      • So betrachtet z.B. Hans Saner ( in „Geburt und Phantasie“ ) die „Natalität“ als entscheidendes Potenzial des Menschen, das nicht durch Ordnungssysteme domestizierbar ist.

        Verfasst von paulpeterheinz | 30. Oktober 2021, 11:08
      • Vielen Dank! steht jetzt auf meiner Bücherliste.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 15:47
      • Sorry wenn ich nochmals nachlege: Gemeint sind lebenslang mögliche „Natalitätsaffekte“ wie sie aus der psychoanalytischen Praxis geschildert werden: Ich fühle mich „verloren“, spüre eine Leere, fühle mich Elend, leide unter einer Kränkung, spüre eine ohnmächtige Schwäche, vernichtende Abhängigkeit, innere Kälte..
        Theoretisch auch nachlesbar bei TA (Transaktionsanalyse) Autoren, die solche Affekte mit dem Kind-Ich erfassen ebenso mit dem Erwachsenen-Ich und dem Eltern- Ich als psychische Bestandteile umschreiben. Dabei gibt es neben dem negativen auch die positiven Kind-Ich Aspekte: fröhlich, pfiffig, kreativ, neugierig, träumend…
        Agiert z.B. nur das „Kind-Ich“, dann kann es zu „wilden, kreativen, neugierigen Spielen kommen, oder zu einer verzweifelten Hilflosigkeit, Traurigkeit oder Aggressivität. In der Traurigkeit kann es sich wünschen „nie geboren worden zu sein“.
        Aber: lebenslang mögliche Affekte müssen nicht zwangsläufig auftreten. Sie sind jedoch durch die Geburtlichkeit, der Natalität, möglich. Daher „Lebenslang“
        Ein Schutz davor ist die anfänglich gute Begleitung durch „reiche“ Eltern. Reich im Sinne von psychisch/mental Reich. Dann wird das Kind „Erwachsen“ und kann Rational, Abwägend, Aufgeklärt agieren, aber ebenso ins fürsorgliche oder strafende Eltern-Ich wechseln.
        Mit der „vergessen/verdrängten“ Natalität agiert der Mensch dann im Rahmen seiner Sozialisation und wirkt „Erwachsen“– aber doch immer wieder zwischen den drei Aspekten schwankend.
        Niemand ist nur kindlich, nur Erwachsen, agiert nur im Eltern Ich. Die innere Kommunikation läuft jedoch immer wieder durch alle drei Stationen.

        Verfasst von paulpeterheinz | 30. Oktober 2021, 18:38
      • Dass es für manche Menschen zutreffen mag, muss ich wohl akzeptieren, zumal ich kein Experte auf diesem Gebiet bin. Mich stört nur die Allgemeinheit, mit der das behauptet wird. Für mich persönlich scheinen die Gedanken weit entfernt und erscheinen mir sehr spekulativ… 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 30. Oktober 2021, 20:52
  4. Die Kommentare gehen grade technisch etwas kreuz und quer, wie s scheint…tauchen beim falschen Artikel auf oder beim falschen Fragesteller 🙂

    Verfasst von kopfundgestalt | 30. Oktober 2021, 10:42
  5. Auch wir haben das Thema Licht gehabt – da passt dein Bild hervorragend dazu!

    ..grüßt Syntaxia

    Verfasst von bohlmeise | 30. Oktober 2021, 20:38
  6. Eine passende Aufnahmeposition, um Sensor und Auge beim Fotografieren direkt in die Sonne zu schützen. So kann man diese tollen Lichtnebel im Wald gut aufnehmen.

    Verfasst von Ule Rolff | 31. Oktober 2021, 09:20

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