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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur

Die fliegende Bank

Die Idee, ein Fluggerät zu entwickeln, das komplett aus Textilien besteht, ist noch nicht so alt. In der Patentschrift vom  NASAIngenieur Francis Rogallo aus dem Jahre 1948 ist bereits das Prinzip beschrieben, wie der Auftrieb des Geräts erzeugt werden soll. Demnach sind „nach vorne offene Stoffröhren parallel nebeneinander angeordnet“, die „durch den Fahrtwind aufgeblasen eine Tragfläche“ bilden. Diese geniale Idee ist in den nächsten Jahrzehnten praktisch umgesetzt worden und hat schließlich vor allem dank immer stabilerer Kunstfasermaterialien zu immer leichteren Realisierungen des Gleitschirms geführt bis hin zu den Formen wie wir sie in den letzten Jahrzehnten vor allem an beliebten Stränden kennengelernt haben.
Dabei beeindruckt mich vor allem, wie schnell der zunächst als anspruchsvolles Sportgerät zum Fliegen benutzte Schirm schließlich zur gemütlichen „Bank“ wurde, in der Oma und Opa nebeneinander sitzend, von einem Boot gezogen über der Meeresbucht schweben, so als wäre es des Selbstverständlichste der Welt (siehe Foto).

Diskussionen

15 Gedanken zu “Die fliegende Bank

  1. Man könnte in der Luft auch noch ganz andere Dinge machen als auf der Bank zu sitzen…
    Geschäftsidee:
    Lesung
    Boxkampf (10 Runden)
    Ein Dinner
    Weinverkostung

    Verfasst von kopfundgestalt | 8. November 2021, 00:21
  2. Wer sucht es nicht, dieses Getragen-werden-Gefühl. Manche nennen es „wie-in-Gottes-Hand sein“ „aufgefahren in den Himmel“, gehen dafür in ein „großes Konzert“ in einen dafür mit unglaublichen Mitteln erbauten, riesigen Konzertsaal, ausgestattet mit den letzten Raffinessen der Akustikmeister um sich von einem „getragenen AdigioAndante“ mittargen zu lassen, andere fahren in einem Sportwagen mit unglaublichen Geschwindigkeiten und fühlen sich „leicht-getragen-im-siebten-Himmel“ in dem sie dann auf „die-Liebenden“ treffen oder fliegen zum Mond um dort die „Schwere-los-zu-werden“ nennen es -ganz Erwachsen- „Er-Forschung äußerster Lebenslagen“. Wiederum andere setzen sich vor eine Flasche guten Rotweins oder nutzen dazu eine Pralienensorte ihrer Wahl und nehmen zur Krönung noch ein Gutes Buch in ihre Hände. Alles „Hochämter“ um „des-schwebens-willen“ um endlich diese verdammte-zehrende Gravitation loszuwerden. Ja, wo dass nur herkommt?

    Verfasst von paulpeterheinz | 8. November 2021, 04:01
    • Als letzte Fessel empfindet man die Gravitation und vergisst, dass sie für menschliches Leben eine condition sine qua non ist. Selbst in der Raumstation muss man sich einige Raffinessen ausdenken, um die verminderte Gravitation anderweitig zu kompensieren.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 8. November 2021, 09:00
      • Ich hätte zu verdammte-zehrende auch das bindende ergänzen sollen. Wir wollen eben nicht das angebundene „Tier“ sein uns aller Fesseln befreien..Na klar und dann übersehen wir die human-condition sine qua non „Da muss es doch noch etwas geben…“

        Verfasst von paulpeterheinz | 8. November 2021, 09:37
      • Genau, wir sind eher so etwas wie ein Fesselballon.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 8. November 2021, 12:06
      • So eben lese ich vom größten „Schwebeschiff“: Getragen im Komfort – ein zweites „Hobby“ der Menschen.
        Das laut der US-Reederei Royal Caribbean größte Kreuzfahrtschiff der Welt hat die Werft im französischen St. Nazaire am 6. November verlassen. Das Schiff mit dem Namen „Wonder of the Seas“ – „Wunder der Meere“ – ist 362 Meter lang, hat 18 Decks und bietet nach eigenen Angaben Platz für mehr als 5.700 Passagiere und etwa 2.300 Beschäftigte.

        Das steigende Wasser kann kommen. Wir gehen auf die Schiffe!!

        Verfasst von paulpeterheinz | 8. November 2021, 09:54
      • Dazu empfehle ich dir „Schiffbruch mit Zuschauer. Paradigma einer Daseinsmetapher“ von Hans Blumenberg.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 8. November 2021, 12:04
      • Vous êtes embarqué
        Danke für die Empfehlung.

        Verfasst von paulpeterheinz | 8. November 2021, 13:05
      • Ja, in die Pensées wollte ich schon seit längerem mal wieder hineinschauen…. 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 8. November 2021, 16:39
      • “ Das ist kein Schiff.
        Das ist mein Lieblingsort vor meinem Traumziel.“
        (Soeben als Werbeanzeige für AIDA Kreufahrten gefunden.)

        So könnte man Blumenbergs Titel fortschreiben:
        Nicht „Schiffbruch mit Zuschauer. Paradigma einer Daseinsmetapher“
        sondern
        Schiffszauber für kleine Erwachsene. Paradigma einer Schwebemetapher.

        Verfasst von paulpeterheinz | 8. November 2021, 16:39
      • ok, obwohl die Erwachsenen, die auf der Bank saßen, schon ganz schön ausgewaschsen aussahen.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 8. November 2021, 17:15
      • Das Tor für „lockende Worte“, liegt ja nicht in körperlicher Größe oder vor vielen Altersringen, sondern vor der kindlichen Empfänglichkeit. :-))

        Verfasst von paulpeterheinz | 8. November 2021, 17:25
    • Wenn sich alle erhöhen, gäbe es einen Ring um die Erde. Oder mehrere.

      Verfasst von kopfundgestalt | 8. November 2021, 11:22

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