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Energie und Entropie, Physik im Alltag und Naturphänomene, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Schönheit aus energetischer Sicht

Die beiden Steine sinken mit dem auf- und ablaufendem Wasser am Strand immer etwas tiefer in den Sand. Das geht langsam, die Natur hat Zeit. Infolge des immer wieder anströmenden Wassers wird der Stein unterspült und findet sich schließlich in einer kleinen Vertiefung wieder. Dieser Vertiefung strebt das im Sand gespeicherte Wasser zu. Aber es tut dies mit System. Nicht jede Wasserportion wählt ihren eigenen Weg, sondern den bereits von anderen gebahnten, wodurch ein kleines Rinnsal entsteht. Und dieses Rinnsal fließt in ein größeres und das größere Rinnsal in ein noch größeres. Warum so umständlich? Nur um dem Menschen einen naturschönen Anblick zu bieten? Das Wasser strebt auch hier wieder der tiefsten Stelle zu, weil dadurch Energie an die Umgebung abgegeben werden kann. Die bereits vorhandenen Rinnsale sind lokal gesehen die tiefsten Stellen.
Interessanterweise wird die Energie nicht irgendwie, sondern auf – ich möchte sagen – „ökonomische“ Weise abgegeben, indem pro Zeiteinheit so wenig Energie wie möglich an die Umgebung übergeht.
Das Ergebnis sind Strukturen, die in den meisten Fällen von den Menschen als geordnet oder ästhetisch ansprechend empfunden werden.

Eine physikalische Vertiefung dieser Überlegungen findet man hier.

Diskussionen

23 Gedanken zu “Schönheit aus energetischer Sicht

  1. Dies sieht einfach wunderschön aus. Das kann kein Zufall sein und nicht nur physikalisch zu erklären, meine ich.
    Es sind ja „Urformen der Kunst“ und überall in der Natur wiederzufinden.
    Warum aus diesem einfachen Gesetz der Schwerkraft so Schönes entsteht, erschließt sich mir vorläufig noch nicht.

    Verfasst von Gisela Benseler | 20. April 2022, 00:10
  2. Ich habe diesen Beitrag einmal bei mir sichtbar gemacht.

    Verfasst von Gisela Benseler | 20. April 2022, 00:13
  3. Steine mit Geweih 🙂

    Energie muss also abgeschüttelt werden wie ein lästiger Juckreiz. Auch da gilt: Moderates Kratzen ist besser 🙂

    Verfasst von kopfundgestalt | 20. April 2022, 01:02
  4. Die Mini-Flusslandschaft als Zeichen für die Gestaltungskraft der Natur.
    Solche fraktalen Gebilde gehören für mich zum Allerschönsten. An den Darstellungen der Mandelbrotmenge, aber auch diesem Romanesco-Blumenkohl kann ich mich gar nicht sattsehen.

    Verfasst von Ule Rolff | 20. April 2022, 09:13
  5. Wunderschön! Ich dachte zunächst, die Rinnsale wären Abdrücke von Pflanzen …

    Verfasst von tinderness | 20. April 2022, 09:30
  6. Es ist schön, deinen Erklärungen zu diesen kleinen Kunstwerken zu folgen. Mich erinnern diese Formen auch an Algen.

    Verfasst von Alban Fenle | 9. Juni 2022, 21:16

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