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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Vom lockeren Sand zum festen Gestein

Die beiden Fotos sind keine 200 m voneinander entfernt aufgenommen worden und doch trennen sie geologische Zeiträume. Das linke Foto ist gerade mal ein oder zwei Tage alt, nachdem die Struktur durch einen Sandsturm aus dunklem und hellem Sand geschaffen wurde. Das rechte Foto deutet auf eine ganz ähnliche Entstehungsgeschichte hin, aber es ist kein lockerer Sand mehr sondern festes Gestein, das hier als Element eines Gehweges mit Mörtel verfugt wurde. Vermutlich ist es in einem nahe gelegenen Steinbruch gefördert worden, nachdem durch welche erdgeschichtlichen Vorgänge auch immer eine Versteinerung der ehemaligen Dünenlandschaft stattgefunden hat, die der heutigen sehr ähnlich gewesen sein muss.
Für mich ist es ein merkwürdiges Gefühl, diese beiden Strukturen, die sich offenbar nur in der Festigkeit unterscheiden, hier in trauter Gemeinsamkeit vorzufinden, als wäre es das Natürlichste von der Welt: Alles ist nach wie vor da, nur die Zeit ist weg.

Diskussionen

14 Gedanken zu “Vom lockeren Sand zum festen Gestein

  1. Erstaunliche Ähnlichkeit. Und Schönheit.

    Verfasst von gkazakou | 4. Mai 2022, 00:16
  2. Ein Satz von atemberaubender Erkenntnis und schlichter Form: dein letzter. Muss sich erst mal setzen. Ich mich auch.

    Verfasst von Ule Rolff | 4. Mai 2022, 09:22
  3. Das gleiche Bewegungsmuster wiederholt sich, als gäbe es keine Zeit dazwischen.

    Verfasst von Gisela Benseler | 4. Mai 2022, 09:56
  4. Wie sagt doch Gurnemanz zu Parzival: Du siehst mein Sohn, zum Raum wird hier die Zeit…

    Verfasst von derdilettant | 4. Mai 2022, 20:50
    • Er sagt es, nachdem sich Parsifal von den lockeren Sandmustern auf den steinernen Pfad mit ähnlichem Muster begab, und sagte: „Ich schreite kaum, doch wähn‘ ich mich schon weit“… millionen Jahre weit 😉

      Verfasst von Joachim Schlichting | 4. Mai 2022, 22:29
  5. Ja, das ist eine tolle Formulierung: die Zeit ist weg und alles nach wie vor da. Wie sich wohl so gebrechliche Strukturen im Prozess der Versteinerung erhalten?

    Verfasst von Alban Fenle | 9. Juni 2022, 21:28

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