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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Löwenzahnglatze

Nachdem ich vorgestern die Schönheit der Silberhaare einer Löwenzahnblüte thematisiert habe, möchte ich noch nachtragen, was bleibt, wenn die Haare hoffentlich ein ruhiges Plätzchen als Ausgangspunkt für die nächste Generation von Löwenzahnpflanzen gefunden haben: ein Glatzköpfchen, das selbst eine naturschöne Struktur aufweist. Denn die spiralige Anordnung der Vertiefungen, in denen je eines der Samenkörner verankert war, zeigt, dass die Natur offenbar den Goldenen Winkel selbst dort (annähernd) realisiert, wo man es nicht erwartet.*


* Peter H. Richter, Hans-Joachim Scholz. Der Goldene Schnitt in der Natur. In: Bernd-Olaf Küppers (Hrsg.) Ordnung aus dem Chaos. München 1987, S. 175ff

Diskussionen

16 Gedanken zu “Löwenzahnglatze

  1. Oh, was für ein Wunderding. Eventuell Designgrundlage für japanische Papierleuchten?

    Verfasst von wildgans | 26. Mai 2022, 00:11
  2. Etwas ähnliches sage ich auch Passanten, quasi als vorwärtsverteidigung meiner fotografiererei:
    Natur ist nicht sparsam. Selbst im kleinen und allerkleinsten wird auf Schönheit gebaut.
    „Schönheit endet nie“.

    Verfasst von kopfundgestalt | 26. Mai 2022, 00:23
  3. Sehr eindrucksvoll, habe ich merkwürdigerweise noch nie gesehen. Ich werde aufpassen.

    Verfasst von gkazakou | 26. Mai 2022, 01:00
  4. Schön, auch das, was bleibt und den Halt gab! „Goldener Winkel“? (Der „goldene Schnitt“ ist mir bekannt).

    Verfasst von Gisela Benseler | 26. Mai 2022, 01:33
    • Der Goldene Schnitt wird ja durch ein bestimmtes Verhältnis von Längen bestimmt. Das Entsprechende Verhältnis in Winkel nennt man daher „Goldener Winkel“, den man bei vielen Pflanzen feststellen kann.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 26. Mai 2022, 09:37
      • Ist es nicht die kusszahl, die hier sichtbar wird? Es reihen sich jeweils 6 Öffnungen um eine jeweils zentrale Öffnung.

        Verfasst von kopfundgestalt | 26. Mai 2022, 10:39
      • An einigen Stellen findet man tatsächlich 6 nächste Nachbarn, aber es entsteht kein durchgängig hexagonales „Gitter“. Dabei spielt auch eine Rolle, dass wir es hier nicht mit einer Ebene zu tun haben. Wenn ich mal etwas mehr Zeit habe, werde ich das Muster von Sonnenblumenkernen etwas genauer beschreiben, da spielen nämlich auch die Goldenen Winkel eine Rolle.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. Mai 2022, 10:53
      • Dem müßte man/frau einmal zeichnerisch nachspüren. Danin käme man dem Geheimnis der Schönheit in der Natur ein wenig näher.
        Ich versuchte es früher oft, z. B. bei der Sonnenblume, beim Tannenzapfen, aber auch ganz allgemein beim Pflanzenwachstum.

        Verfasst von Gisela Benseler | 26. Mai 2022, 14:44
      • Das wäre natürlich schön, vermutlich hat sich die eine oder andere auch schon damit beschäftigt… 🙂

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. Mai 2022, 18:13
      • Ja, es lohnt sich, das einmal zu probieren.😊

        Verfasst von Gisela Benseler | 26. Mai 2022, 18:44
  5. Aus dem Zentrum bewegen sich spiralige Bögen, die einander benachbart verlaufen. Wer hätte gedacht, dass Glatzen so schön sein können! Jedoch muss ich gestehen, dass sie mir bei Menschen weniger löcherig besser gefallen.

    Verfasst von Ule Rolff | 26. Mai 2022, 20:44

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