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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Farben fließenden Wassers

Wasser ist transparent. Jedenfalls, wenn man kleine Mengen betrachtet: ein Glas Wasser, einen Eimer Wasser, Tropfen… Aber schon bei einer gefüllten Badewanne deutet sich eine meist grünliche Eigenfarbe des Wassers an. Dennoch können auch dünne Wasserschichten mit Farben durchwirkt sein, wie das Foto zeigt. Aber es sind von der Umwelt geliehene Farben. So erscheint die glatte Fläche in der Mitte des Fotos blau, weil hier die Wasseroberfläche so orientiert ist, dass der blaue Himmel spiegelnd in die Augen reflektiert wird. An anderen Stellen blickt man auf den mit grünen Pflanzen marmorierten Grund. Die Farben werden zudem durch das Fließen und der dadurch bedingten endlichen Zeitauflösung bei der Wahrnehmung bzw. Fotoaufnahme modifiziert. Bei günstigen Lichtverhältnissen ist fließendes Wasser auch immer ein Kaleidoskop von Farben.
Die Eigenfarbe reinen Wassers ist übrigens blau, was man allerdings erst bei sehr großen Wasserschichten wahrnehmen kann.

Diskussionen

11 Gedanken zu “Farben fließenden Wassers

  1. Wunderschön!

    Verfasst von Gisela Benseler | 15. Juli 2022, 00:54
  2. Das Berückende daran ist für mich, dass man in dem fliessenden oder sprudelnden Wasser kaum Farben wahrnimmt, aber Fotos die Spiegelkunst dieses Mediums erst enthüllen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 15. Juli 2022, 09:37
    • Das Foto zwingt uns ja, einen bestimmten Ausschnitt aus der Wirklichkeit wahrzunehmen, den man bei flüchtigem Blick gar nicht im Visier hat. Ich blicke manchmal bei der Auswahl eines fotowürdigen Ausschnitts durch meine zu Rechteck geformten Finger.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 15. Juli 2022, 10:37
  3. Habe vor ein paar Tagen „Unser grüner Planet“ – Wasser (Teil 2 der Serie) gesehen und die dort gezeigten Bilder waren spektakulär schön.

    Verfasst von Sybille Lengauer | 15. Juli 2022, 11:28
  4. Das ist der deutlichste Beweis für Wert und Unwert der Abbildungen: sie verdeutlichen etwas, aber natürlich nur einen Ausschnitt, der für sich stehend und für’s Ganze genommen dann nicht mehr den gültigen Wahrheitswert oder Wahrnehmbarkeitswert hat. Was man immer bedenken sollte – dann können sie nützlich sein, die Bilder. Und sie können uns, recht besehen, immer auch aufzeigen, dass wir sowieso mit unserem Wahrnehmungsapparat immer nur Ausschnitte bemerken.

    Ist Wasser nicht auch die Substanz, da Gläser in der Natur nicht so häufig sind oder waren, die das Licht aufspalten kann, uns ein ganzes Spektrum zeigen kann? Einzelheiten, reine Farben statt ihrer Gesamtheit.

    Verfasst von gerlintpetrazamonesh | 15. Juli 2022, 12:20
    • Ja, so ist es. Jedes Foto wie auch letztlich jeder bewusste Blick schneiden nur subjektiv gewählte Ausschnitte aus der Welt aus.
      Wasser kann (über die hier gezeigten Reflexionen) in seinen verschiedenen Zuständen als Flüssigkeit oder Eis das weiße Licht in Farben zerlegen und zu vielen farbenprächtigen Naturerscheinungen wie Regenbogen, Halos, Glorien, Koronen und vieles mehr führen. Was wären wir auch in dieser Hinsicht ohne Wasser?!

      Verfasst von Joachim Schlichting | 15. Juli 2022, 15:33

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