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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physikalisches Spielzeug & Freihandversuche

Ein Glas Wasser im Licht der Sonne

Ein vergessenes Glas Wasser. Die Sonne ist weiter vorgerückt, der Schatten einer Wand rückt auf das Glas vor und macht einige Lichtphänomene sichtbar, die im prallen Sonnenlicht untergehen.
Das Glas und das heißt vor allem das in Glasform gebrachte Wasser wirft trotz seiner Transparenz einen Schatten, weil das auftreffende Licht gebrochen und zu einem Brennfleck gebündelt wird und just den Bereich teilweise wieder aufhellt, dem das Licht gerade entzogen wurde. Lediglich im oberen Bereich, der vom Sonnenlicht ausgeschnitten wurde, bleibt es dunkel. Dorthin verirrt sich kein Licht.
Der heranrückende Schatten einer Wand macht das am Glasrand reflektierte Licht in Form halbkreisförmiger Aufhellungen sichtbar. Ohne Schatten hätte man von diesem Phänomen nichts gesehen. Auch der kurze Lichtstreifen, der vom Glas ein Stück weit in den Schatten läuft, sollte nicht übersehen werden. Aus nächster Nähe betrachtet erkennt man, dass er in Spektralfarben zerlegtes Licht projiziert (siehe Ausschnittsvergrößerung). Es ist das Licht, das im Glas teilweise an der Rückwand reflektiert und bei anschließenden erneuten Auftreffen auf die Glaswand teilweise aus dem Glas heraus gebrochen und dabei in Farben zerlegt wird. Dies entspricht dem Vorgang, der bei einem fallenden Regentropfen zur Entstehung des Regenbogens beitragen würde.

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Diskussionen

8 Gedanken zu “Ein Glas Wasser im Licht der Sonne

  1. Da scheint offenbar noch mehr drin, als Du gerade beschrieben hast.
    Einige der Ringe scheinen versetzt zum Glasboden zu verlaufen.
    Ich sehe auch vier Kreisphänomene, die quasi ihr Eigenleben haben, also etwas versetzt zu einander sind.
    Der Lichtstreifen kreuzt das erste Halbrund. Dann folgt rechts auf gleicher Höhe zum Streifen ein zweiter. Dann ein Dritter, der den zweiten fortsetzen will, aber dies nicht „ordentlich „macht.
    Und dann der Vierte ganz aussen.
    Vollständig wird auch meine Beschreibung nicht sein. 😉

    Verfasst von kopfundgestalt | 28. August 2022, 00:18
    • Du hast völlig recht, Gerhard. Es sind zahlreiche weitere optische Phänomene zu sehen, die vor allem der Inhomogenität des Glases geschuldet sind und durch das Sonnenlicht „herausgefordert“ werden. Ich habe mich nur auf einige aus meiner Sicht wichtige Dinge beschränkt. Eigentlich wollte ich auch nur sagen: Schaut euch das simple Wasserglas an! Freut euch darüber, wie variantenreich es auf Licht und Schatten reagiert.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. August 2022, 08:24
      • Es sollte und kann doch auch beides sein:
        Sinnliche Freude am Licht- und Schattenspiel und zudem auch ein physikalisches Betrachten. 🙂

        Verfasst von kopfundgestalt | 28. August 2022, 08:33
      • Das sowieso. Ich bemühe mich beiden zusammenzubringen. Wenn ich etwas schön und physikalisch interessant zugleich finde, ist das optimal.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 28. August 2022, 09:26
  2. Solche Vielfalt von Bögen ganz unterschiedlichen Charakters! Nicht nur interessant, auch sehr schön.

    Verfasst von Ule Rolff | 28. August 2022, 10:02

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