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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur

Zwei Sachen gleichzeitig am selben Ort?

Eigentlich hatte ich es bei diesem Foto auf die Wassertropfen abgesehen, bis mir bei genauerem Hinsehen auffiel, dass nicht ganz klar ist, welcher Grashalm den jeweiligen anderen verdeckt, bzw. welche Sachen sich hier überschneiden, stoßen oder ausweichen… Vielleicht spricht Friedrich Schiller (1759 – 1805) ja auch eine solche Situation an, wenn er sagt: „Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen;/ Wo eines Platz nimmt, muß das andre rücken,/ Wer nicht vertrieben sein will, muß vertreiben;/ Da herrscht der Streit, und nur die Stärke siegt“.* Dass sich zwei Objekte nicht gleichzeitig am selben Ort aufhalten können, hat eine tiefe physikalische Wurzel. Letztlich steckt das Pauli-Prinzip dahinter. Aber das wollt ihr jetzt bestimmt nicht weiter ausgeführt bekommen.


* Friedrich Schiller. Wallensteins Tod – 2. Aufzug, 2. Auftritt 

Diskussionen

15 Gedanken zu “Zwei Sachen gleichzeitig am selben Ort?

  1. Spannendes Photo 🫢🤔

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    Verfasst von ele21 | 7. November 2022, 00:09
  2. Zunächst mal, wieso keine explizite Ausführung? Da kann ja jeder dann austeigen, wann er will…oder muss.

    In der Insektenwelt vertreibt auch mal das kleinere das grössere. Da gibt es keine verbindliche Regel. Das habe ich oft so erlebt.
    Wer setzt den ersten Reiz?! Vielleicht ist es genau das. Aber näher besehen, stimmt das dann auch nicht.

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    Verfasst von kopfundgestalt | 7. November 2022, 00:19
    • Als ich das schrieb habe ich schon daran gedacht, dass du nichts gegen eine detailliertere Darstellung einzuwenden hättest, ich werde später mal darauf zurückkommen.
      Und was das gegenseitige Vertreiben betrifft, so ist es doch ein schöner Beweis dafür, dass zwei oder noch mehr Dinge am selben Ort keinen Platz haben. Man könnte sich mal überlegen, wie eine Welt aussähe, in der dieses Prinzip nicht gelten würde… 😉

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      Verfasst von Joachim Schlichting | 7. November 2022, 09:15
      • Ich las zufällig heute früh eine kleine Abhandlung eines Neurobiologen.
        Er schrieb, daß Multitasking nicht möglich ist, d.h. unsere neurobiologische Architektur nicht eine Gleichzeitigkeit von Attention-Netzwerk (Verfolgen eines Vogels mit der Filmkamera) und Attentive-Netzwerk (Bemerken der Pferdebrense, die sich gerade am Fuß niedergelassen hat) zulässt. Das Gehirn schenkt also einem der Netzwerke den jeweils grösseren Raum.

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        Verfasst von kopfundgestalt | 8. November 2022, 00:25
      • Die Multitasking-Menschen, die es ja offenbar gibt, besitzen vielleicht die Fähigkeit, sehr schnell und kurz zwischen den verschiedenen Aufgaben zu wechseln, so dass es nach außen hin wie kontinuierliche Tätigkeiten wirkt.

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        Verfasst von Joachim Schlichting | 8. November 2022, 08:58
  3. Irres Foto.
    „Sachen“ können wohl tatsächlich nicht gleichzeitig an einem Ort sein, im Gegensatz etwa zu Gefühlen und Gedanken, die sich sehr oft gleichzeitig an einem Ort aufhalten.

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    Verfasst von gkazakou | 7. November 2022, 09:04
    • Auch bei der Überlagerung von Spiegelungen mit realen Dingen hat man so etwas wie eine Gleichzeitigkeit am selben Ort und das ist wohl auch der Grund dafür, dass man der Spiegelwelt trotz ihrer rein optischen Übereinstimmung mit der gespiegelten realen Welt einen geringeren Realitätsgehalt beimisst.

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      Verfasst von Joachim Schlichting | 7. November 2022, 09:19
  4. Ein wirklich schönes Foto das tatsächlich die Frage aufwirft welcher der Grashalme sich über den anderen legte. Aber am meisten gefallen mir immer diese so hübschen Perlen auf den Blättern oder eben Grashalmen!
    Liebe Grüße und komm gut in die Woche 🙂

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    Verfasst von hanneweb | 7. November 2022, 09:33
  5. Wie zwei gekreuzte Schwerter sieht das aus. Aber die Wasserperlen machen das Bild friedlich.

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    Verfasst von Gisela Benseler | 7. November 2022, 10:48
  6. Schön ist auch, dass hier Naturwissenschaftliches mit Literarischem verbunden wird!
    Gruß von Sonja

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    Verfasst von wildgans | 7. November 2022, 13:33

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