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Marginalia

Diese Kategorie enthält 529 Beiträge

Der vielstimmige Gesang der Fliegen

Singende-Fliegen-IMG_6758brDas Summen von Fliegen wird meist als Geräusch empfunden, das nicht gerade positive Empfindungen auslöst. Wer käme schon auf die Idee, das monotone Summen oder Brummen der Fliegen in Beziehung zu einer Fuge von Bach zu setzen. Wer da anderer Meinung wäre, würde wohl kaum ernst genommen werden.
Indessen zeigen Untersuchungen, die schon vor Jahren an der Universität Massachusetts durchgeführt wurden, dass die Melodien der Fliegen jeweils als harmonische Einheiten von 12 bis 16 Stimmen unterschiedlichen Timbres aufgefasst werden können, die zusammen einen komplexen, polyphonen Klang ergeben. Musikalisch geschulte Personen sollten sich diese Vielstimmigkeit wie georgischen Volksgesang anhören, in dem sich die Stimmen zu einem harmonischen Ganzen vereinigen.
Übrigens sind für die Klangentstehung des Fliegengesumms die Unterflügel verantwortlich. Von ihrer Stellung hängt die Tonhöhe und Klangfarbe der Fliegenmusik ab.

Farbenspiele bei der Sonnenwende

Farbspiele_der_Sonne_rvSonnenwende

Nun die Sonne soll voll enden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean! Weiterlesen

Zur schlingenden Umarmung von Natur und Technik

Auf der Suche nach festem Halt, treibt die Gurkenpflanze Triebe in den freien Raum und „tastet“ ihn mit auffälligen Suchbewegungen nach geeigneten Gegenständen ab. Meist findet sie etwas und sobald der Kontakt hergestellt ist, windet sich der Trieb um den Gegenstand und zurrt ihn fest. Damit hat die Gurke eine weitere stabile Stütze geschaffen, die schließlich schwere Früchte tragen können muss. Weiterlesen

Grenzen – immer nur tangieren nicht überschreiten

LichtränderDer Schatten, den wir manchmal bemerken, isolieren und als Schatten untersuchen, ist zumeist ein Schlagschatten. Daß unser Geist den Schlagschatten bevorzugt, hat offensichtlich verschiedene Ursachen. Der Schlagschatten bewegt sich oft schnell auf seinem Grund und fällt dadurch auf.

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Ein Leben auf dem Wasser

vorsichtige_-annaeherung-jpgEigentlich wollte ich die Seerosen im Teich fotografieren. Aber dann wird meine Aufmerksamkeit auf ein veritables Geplänkel en miniature gelenkt. Zwei winzige Wasserläufer umschwänzeln einander wie im richtigen Leben. Meiner Einschätzung nach müsste es sich den Vorurteilen entsprechend bei dem kleineren Exemplar um das Weibchen handeln, denn es weicht immer mal wieder ein Stück zurück, wenn er zu aufdringlich wird, entfernt sich aber auch nicht zu weit und wartet offenbar, bis er wieder herankommt.  Inzwischen berühren sie sich bereits mit den Beinchen. Weiterlesen

Die Wahrheit liegt meist am Rande

Leuchtende_BlätterSelbst wenn man nur den geometrischen Aspekt einer Landesgrenze betrachtet, so findet man in ihrer Gestalt die durch geologische, politische und andere Vorgänge bestimmte meist wechselvolle Geschichte einbeschrieben. Die „unendliche Geschichte“ einer Landesgrenze steht daher vielleicht nicht zufällig am Beginn einer Forschungsrichtung, die sich im weiteren und engeren Sinne mit Grenzfragen befaßt. Weiterlesen

Vom bewegenden und bremsenden Wind

wolken_windkraft_dsc01396a_rvEin Radler setzt die Luft in Bewegung, indem er sie verdrängt. Das ist anstrengend und kostet Energie. In der Windkraftanlage passiert das Umgekehrte. Der Wind, der nach oben hin stärker wird, verdrängt die angeströmten Rotoren zur Seite, die allerdings immer wieder nachrücken und dadurch in Bewegung bleiben. Diese dadurch vom Wind auf die Rotoren übertragene Bewegungsenergie wird durch einen Generator in elektrische Energie verwandelt, die ihrerseits durch ein Leitungsnetz auf viele Verbraucher verteilt und für tausend Hilfsfunktionen genutzt wird. Weiterlesen

Klatschmohnrot im Sommer 2017

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Ton in Ton

Beobachterbeobachter

„Ringsum nichts als Sand, die rötlichen Gebirge in der Ferne, ferner als man vorher geschätzt hat, vor allem Sand und nochmals Sand, gelblich, das Flimmern der heißen Luft darüber, Luft wie flüssiges Gas“ (Max Frisch. Homo  Faber). Und mittendrin eine, die ihr Outfit der überwiegenden Farbe angepasst und nun gefangen im überbordenden Gelbton die Rückwirkung auf sich zu spüren scheint. Jedenfalls stand sie sehr lange bewegungslos an diesem Schnittpunkt zweier Grenzlinien.

 

 

Die Jagd auf den Regenbogen

regenbogen_25062007070Physiker behaupten immer, dass es das Ende des Regenbogens gar nicht gibt. Damit erledigt sich auch der Traum vom Topf mit Gold, das dort zu finden sein soll. Auf dem hier abgebildeten Foto sieht man aber, dass der Regenbogen genau dort endet, wo das voranfahrende Auto die Gischt der Straße aufwirbelt. Weiterlesen

Der Ginster oder Die Blume der Wüste

Ginster 1Hier auf dem dürren Grat
Des schreckenvollen Berges
Vesuvio, des Verwüsters,
Wo sonst nicht Baum noch Blume fröhlich grünt,
Verbreitest du dein einsam wuchernd Laub,
Duftvolle Ginsterblume,
Genügsam in der Oede. So auch sah ich
Die klaren Fluren blühend dich beleben,
Die jene Stadt umgeben, Weiterlesen

Zum Licht

Nur nicht im DunkelZumLicht
Schmählich erschlaffen!
Im Lichtgefunkel
Leben und schaffen.
Nur im Verstecke
Nicht müd’ versiechen,
Kränkeln und kriechen —
Nur das nicht!
Richte und recke
Auf dich zum Licht!

Siegende Sonne
Hellt dir die Brust,
Wogende Wonne
Wird dir bewußt,
Unter der Decke
Ängstlicher Kleinheit
Wärmt sich — Gemeinheit;
Nur das nicht!
Richte und recke
Auf dich zum Licht! Weiterlesen

Die Naturschönheit der Welt

Was anderes treibt dich, oh Mensch, deine Behausung in der Stadt zu verlassen, von den Freunden und Verwandten zu scheiden und über Berge und Wälder durch ländliche Orte zu schweifen, als die Naturschönheit der Welt, die du, wenn du’s genau bedenkst, nur mit den Augen genießen kannst?

Leonardo da Vinci (1452 – 1519)

Strecken und Falten – chaotisches Mischen

chaotische_mischmaschineObwohl der Regen vorüber war, lief noch einige Zeit danach das in den Regenrinnen aufgefangene Wasser  in den Brunnenring, der hier als Auffangbecken für Regenwasser dient. Dabei konnte ich eine interessante Strukturbildung beobachten. Weiterlesen

Vom Sonnenuntergang durchflammt

Springbrunnen_opalAls wir gehen und einen letzten Blick durch den Bogen des Schlosstors werfen, ist der ganze Regen des großen Springbrunnens vom Sonnenuntergang durchflammt, wie ein Opal im Feuerschein.

Edmond und Jules de Goncourt: Tagebücher. Frankfurt: Insel Verlag 1996. Weiterlesen

Aus der Haut fahren…

entfaltung_img_7281_rvDie Bäume fahren im Frühling aus der Haut

Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Ist ja nach einem kalten Winter auch nicht erstaunlich, dass den Pflanzen der Kragen platzt und sie alles das, was sie sich in den langen Wintertagen und -nächten aufgespart haben an die Frühlingsluft lassen und zu großer Pracht entfalten.
Blattknospen, wie die der Kastanie (unteres Foto) haben ihre Laubblatt- und Blütenanlagen auf erstaunlich platzsparende und effektive Weise verpackt, sodass nach dem Knospenbruch nur noch zur Entfaltung gebracht werden muss, was en miniature bereits sorgfältig gefaltet vorhanden war. Wenn man die Entwicklung in den letzten Wochen etwas geanauer verfolgt, so kann man mit jedem Tag erleben, wie die origamimäßig zusammengelegten Miniblätter jetzt mit großem Wachstumsschub immer größer, straffer und glatter werden, um so schnell wie möglich ihrer Aufgabe gerecht zu werden, die Energie der entfaltung_dscf2225_rvSonne durch Fotosynthese zum Wohle der gesamten Pflanze – und letztlich auch der gesamten belebten Natur (uns Menschen eingeschlossen) – in Biomaterie umzusetzen.

Tagtäglich kann man die Entwicklung verfolgen. Das obere Bild ist auch schon nicht mehr aktuell. Inzwischen ist alle Schlaffheit aus den Blättern gewichen und sie haben sich waagerecht ausgerichtet.

Baumtattoo

Ein Nadelbaum trägt eine Art Tattoo. Wer hat ihm das nur eingeritzt? Jedenfalls sieht diese – vermutlich durch eine Verletzung beim Abholzen der meisten ehemaligen Nachbarbäume durch Zufall beigebrachte – Verletzung wie eine aufstrebende Pflanze aus (siehe Vergrößerung in der unteren Abbildung). Es ist eine Pareidolie, die mit zahlreichen anderen Mustern, die sich Bäume im Laufe Ihres Lebens zuziehen – eine sehenswerte, die Fantasie herausfordernde Abwechslung beim Spazieren im Wald. Dass Bäume gegenüber anderen Pflanzen für solche Muster prädestiniert sind, hängt mit ihrem Alter zusammen. Sie haben jahrelang Zeit die Spuren der Zeit so in sich aufzunehmen, dass sie kaum noch für eine Wunde angesehen werden, sondern für ein Zeichen.

Löwenzahn mit Glatze

Löwenzahn_mit_FastglatzeWunderbar stand er da im Silberhaar.
Aber eine Dame,
Anette war ihr Name,
machte ihre Backen dick,
machte ihre Lippen spitz,
blies einmal, blies mit Macht,
blies ihm fort die ganze Pracht.
Und er blieb am Platze
zurück mit einer Glatze.

Josef Guggenmos (1922 – 2003)

Ohne die kleinen Gleitschirme würden die Samen des Löwenzahn einfach herunterfallen und sich gegenseitig an einer Stelle Konkurrenz machen, an der sich bereits die Mutterpflanze tief wurzelnd mit einem mächtigen Blätterkranz breit gemacht hat. Mit Gleitschirm ist das Verhältnis von Oberfläche zum Volumen der Samen so stark vergrößert, dass bereits kleine Winde ausreichen, die Samen auf eine längere Reise zu schicken, wo möglicherweise günstigere Verhältnisse für eine Einwurzelung herrschen.
Das hat sich auch der Mensch zunutze gemacht, im Fallschirm und eben auch im Gleitschirm.

Manchmal sieht man sich so, wie man sich fühlt

Auf einer längeren Wanderung durchqueren wir einen urbanen Bereich. Unsere Blicke bleiben an der Auslage eines Lampengeschäfts hängen, wo wir den Spiegel vorgehalten bekommen und dabei so gar nicht erleuchtet, sondern mehr deformiert werden. Sinnigerweise fühlen wir uns auch so, wie wir uns hier sehen – vielleicht nicht ganz so bunt.

Der Glasschirm der Lampe reflektiert bei senkrechtem Lichteinfall nur etwa 4% an jeder Grenzschicht zwischen Luft und Glas. Das meiste Licht geht also hindurch. Soll es ja auch, weil die wesentliche Funktion der Lampe darin besteht, ihr Licht möglichst ungehindert auszustrahlen. Im vorliegenden Fall kommt allerdings nur Licht von außen, von dem der vergleichsweise dunkle Raum nur wenig wieder zum Fenster hinausstrahlt. Da reichen dann schon die paar Prozent, die die direkt auf das Fenster gerichtete Seite der Glaskugel zurückgibt.
Der Farbeffekt kommt dadurch zustande, dass die Glaskugel mit einer dünnen, ziemlich durchlässigen Metallschicht bedampft ist. Die Schicht ist so dünn, dass durch Interferenz bestimmte Wellenlängen des weißen Lichtes geschwächt und andere verstärkt werden, sodass man eine Mischung der verbleibenden Farben sieht.

Das verspiegelte Lebensrad

spigelrad_des_lebensHerzlichen Glückwunsch, liebe Julia, nun geht es auf dem Lebensrad eine Sprosse weiter und das wird wohl ein Baum werden:

was brauchst du

was brauchst du? Einen Baum ein Haus zu
ermessen wie groß wie klein das Leben als Mensch
wie groß wie klein wenn du aufblickst zur Krone
dich verlierst in grüner üppiger Schönheit
wie groß wie klein bedenkst du wie kurz
dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume Weiterlesen

Im Bilde sein…

Ich habe immer wieder nach einem Bild gesucht, das die Realitäten und Fiktionalitäten meiner frei flottierenden Gedanken am besten einfangen könnte, denn mit Worten lässt sich ohnehin nicht beschreiben, was im Gehirn abläuft. Es lässt sich allenfalls symbolisch erfassen. Dieses Bild fand ich im Blick in eine Schaufensterscheibe, in der sich Reales und Gespiegeltes ungestört überlagern. Diese freie Superposition, in der sich verschiedene Welten ineinanderschieben, getragen von Gedanken, die grenzenlos Wirkliches und Mögliches auf derselben Bühne auftreten lassen und zugleich als Darsteller, Betrachter und Kritiker fungieren, scheint mir hier auf zeitgemäße Weise anschaulich zu werden. Weiterlesen

Wenn sich der weiße Nebel lichtet…

Wenn-sich-der-Nebel-lichtetAuf den ersten Blick mag der Gegensatz zwischen moderner Energietechnik und natürlicher Nebelbildung ins Auge fallen. Doch der Zusammenhang zwischen den Windsystemen, aus denen die Windkraftanlagen gespeist werden und der Kondensation von Wasserdampf, der sich hier als Nebel niedergeschlagen hat, ist tiefgreifender als es auf den ersten Blick zu sein scheint. Denn die Windsysteme werden letztlich dadurch angetrieben, dass von der Sonne erwärmte Luft mitsamt dem Wasserdampf von der Erdoberfläche aufsteigt und durch absinkende kalte ersetzt wird.

Das erste Grün der Natur ist Gold*

Vor meinem Fenster weht
Ein Blatt; – der grüne Schein
Soll meine Zuversicht
Und liebe Ruhe sein.

Vor meinem Fenster weht
Ein Blatt. Wir leben so
Im leisen Auf und Ab
Und sind des Schwebens froh.

Vor meinem Fenster weht
Ein Blatt. Mir ist so gut.
Komm an mein Herz, du Grün,
Das solche Wunder tut.

Otto Julius Bierbaum (1865 – 1910)

*Natur’s first green is gold
The hardest to hold

Robert Frost (1874 – 1963)

Welche Wunder tut das Grün? Ich weiß es nicht. Jedenfalls kann man sich dem frischen Grün im Frühjahr kaum entziehen. Spüren wir vielleicht intuitiv, dass das Blattgrün für Energie steht, für Umwandlung von Sonnenenergie in chemische Energie der Pflanzen, die wiederum Grundlage für (fast) alles Leben auf der Erde ist? Jedenfalls stammt das Wort „grün“ vom althochdeutschen Wort „gruoen“ ab, was soviel wie „wachsen“, „sprießen“, „gedeihen“ bedeutet.
Und wer (fast) alles über Grün wissen will, dem empfehle ich das Büchlein „Grün“ von Alexander Theroux. (Hamburg 2000).

Löwenzahn

Fliegen im Juni auf wLöwenzahn_Kunsteißer Bahn
flimmernde Monde vom Löwenzahn,
liegst du versunken im Wiesenschaum,
löschend der Monde flockenden Flaum. Weiterlesen

Wie heilig ist der Heiligenschein?

Heiligenschein_lampe_2Als ich die Fotos einen Freund zeigte, staunte er über die Stärke meiner Taschenlampe. Er hatte im ersten Moment wirklich geglaubt, dass die abgebildete Person das Feld mit einer Lampe ausleuchtet. Die Abbildung der Person besteht allerdings aus deren Schatten und die Lampe ist die kürzlich aufgegangene Sonne: In Zusammenarbeit mit dem Frühtau auf den Pflanzen führt sie hier zu einem interessanten Lichtphänomen, dem Heiligenschein, der den Schattenkopf umkränzt. Weiterlesen

Blauschimmernde Löwenzahn-Fallschirme kurz vor dem Start

Loewenzahn_unter_blauem_HimBei bedecktem oder blauem Himmel im Schatten gibt es kein reines Weiß. Denn woher sollte es kommen. Der blaue Himmel sendet blaues Licht aus und Gegenstände, die alle Wellenlängen reflektieren, im weißen Sonnenlicht daher auch weiß aussehen, nehmen einen leichten Blauschimmer an. Das sieht man meistens nicht und ärgert sich vielleicht auch noch, wenn die Kamera nicht den gewünschten Weißabgleich vornimmt. Im vorliegenden Fall war mir das bläuliche Leuchten der ansonsten schneeweißen Fallschirmchen mit den daran hängenden Samen des Löwenzahns aufgefallen.
Besonders gut lässt sich die Blaufärbung bei Schnee im Schatten erkennen, weil man dann im Kontrast dazu auch noch den wirklich weißen Schnee im Lichte der Sonne sehen kann.

Frühlingsfarben – Rapsgelb

rapsgelb_rvDraußen war alles beim alten. Gelbe Rapsfelder legten sich in den Wind, darüber tupfte der Himmel sein abgedunkeltes Blau über die Quellwolken, bis sie langsam verschwanden. Das Licht schlug in regelmäßigen Abständen gegen den Zug, aber die Farben rutschten an der glatten Oberfläche des Waggons ab, krallten sich einen Moment lang ans Fenster, verschwanden (Guy Helminger. Etwas fehlt immer. Berlin 2007).

Rapsgelb ist eine der ersten intensiven Farben des Jahres, die großflächig und unübersehbar in Erscheinung tritt. Sie scheint uns zu versichern, dass jetzt die helle Jahreszeit die Oberhand gewinnt. Die Farbe wirkt aber nicht nur auf Menschen. Die für uns rein gelb aussehenden Blüten weisen im für uns unsichtbaren ultravioletten Spektralbereich breite Leuchtstreifen auf (UV-Absorption), die als auffällige Saftmale von den Insekten wahrgenommen werden.  (Wildbienen können Licht bis zu einer minimalen Wellenlänge von 300 Nanometer, Menschen nur bis 380 Namometer  sehen). Die Bestäuberinsekten werden  davon angelockt und bestäuben im Gegenzug die Blüten.

Vollkommen und herzlos

Ring_formt_HerzUm die Vollkommenheit zu erreichen, wäre eine außermenschliche Kühle notwendig, und dann gäbe es kein Menschenherz, mit welchem man die eigene Vollkommenheit lieben könnte.

Fernando Pessoa (1888 – 1935). Das Buch der Unruhe. Frankfurt 1987.

Doch manchmal treten Herzen zu Tage, wo man sie nicht erwartet, z.B. hier und hier und hier und hier. Der auf die dreidimensional strukturierte Fläche des aufgeschlagenen Buches fallende elliptische Schatten des kreisförmigen Ringes lässt eine typische Herzform entstehen. Da sieht man mal, dass Bücher auf ganz unterschiedliche Weise zu Herzen gehen können.

Eine gefiederte Patchworkfamilie

entenkueken_dscf1704a_rvMeine Großeltern hatten Hühner und Enten, die ich als Kind als Spielkameraden ansah, was diesen allerdings nicht ganz so gesehen wurde. Als ich kürzlich mal wieder nur wenige Tage alte Entenküken antraf, die sich in einem größeren Sonnentaler wärmten, wurde ich an eine alte Episode aus Kindheitstagen erinnert. Aus welchen Gründen auch immer ließen meine Großeltern manchmal Enteneier von Hühnern ausbrüten. Sie wurden ihnen im wahrsten Sinne des Wortes einfach untergeschoben. Weiterlesen

Schönheit und Verfall

Aesthetik_und_VerfallAlles, was sich in den Werken der Natur vollzieht, hat seine Anmut und seine Schönheit. Die Feige spaltet sich, wenn sie in voller Reife ist, die überrreife Olive ist fast entstellt, aber die Frucht hat doch noch eine besondere Schönheit.

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Löwenzahn und ein wenig Physik

Auch vergilbte Blätter sitzen manchmal noch sehr fest an der Pflanze. Wem das nicht klar ist, dem kann es so gehen wie mir. Ich möchte das Blatt von einer Topfblume entfernen und reiße den ganzen Topf von der Fensterbank. Sicherer ist es, wenn man die Restblume mit einer Hand festhält und das Blatt mit der anderen Hand abzieht. Weiterlesen

Maiglöckchen läuten

Maiglöckchen_klingelnLäuten kaum die Maienglocken,
leise durch den lauen Wind,
hebt ein Knabe froh erschrocken,
aus dem Grase sich geschwind.
Schüttelt in den Blütenflocken,
seine feinen blonden Locken, Weiterlesen

Ich trug eine Eule ein Stück weit nach Athen

Brancusi_EuleAls ich am frühen Morgen in mein Arbeitszimmer ging, glaubte ich zunächst meinen Augen nicht zu trauen. Auf den Büchern des obersten Bücherbords hockte ein großer Vogel und blickte mich unverwandt an. Nachdem ich mich vergewissert hatte, dass ich wirklich bereits aufgestanden war und nicht träumte und bevor ich darüber nachgedacht hatte, wie es sein kann, dass ein so großer Vogel in ein verschlossenes Haus hatte eindringen können, Weiterlesen

Vögel sind auch nur Menschen

VogelgegenScheibe_rvDieser Satz ging mir als erstes durch den Kopf, als ich nach einem großen Knall an meinem nur etwa 1 m entfernten Fenster vor meinem Schreibtisch allmählich wieder zu Sinnen kam und nach und nach begann, das Ereignis in seiner ganzen Komplexität und Dramatik zu erfassen. Weiterlesen

Schönheit mit Makel

Hummel_mit_Parasiten_rvEs ist nicht das erste Mal, dass ich Hummeln beobachte, die deutlich sichtbar von Parasiten befallen sind. Eine kleine Recherche ergab, dass es sich offenbar um Milben handelt, die im Leben der Hummel eine zwiespältige Rolle zu spielen scheinen. Weiterlesen