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Diese Schlagwort ist 39 Beiträgen zugeordnet

Zur physikalischen Erzählung spiegelnder Fensterscheiben

doppelglasspiegelung_dscf26Der Kosmos ist ein Spiegel, so lautet eine altpersische Weisheit, und Christian Morgenstern sagt: „Der Mensch ist ein in einem Spiegelkerker Gefangener“. Weiterlesen

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Schattentaler – inverse Sonnentaler

Schattentaler_rvIch freue mich immer wieder, wenn ich unter dem Blätterdach von Bäumen Sonnentaler zu sehen bekomme. Diese Freude drückt sich in diesem Blog in zahlreichen Beiträgen aus, von denen ich nur einige erwähnen möchte (hier und hier und hier und hier). Die Freude ist nich nicht minder groß, wenn ich auf einem sonnenbeschienenen Gehweg gewissermaßen das Gegenteil von Sonnentalern, von mir sogenannte Schattentaler, zu Gesicht bekomme. Von – im Prinzip – beliebig geformten Schattengebern, meist hervorstehenden Blättern eines Baumes, werden isolierte, gerundete (in unseren Breiten meist elliptische) Schatten auf eine ebene Fläche projiziert.
Diese Schattentaler sind wie gesagt inverse Sonnentaler, die man sich wie diese entstanden denken kann, wenn man nicht mit Lichtstrahlen argumentiert, sondern mit Schattenstrahlen, die im Übrigen nicht weniger fiktiv sind als die Sonnenstrahlen. In beiden Fällen handelt es sich um eine Idealisierung eines physikalischen Phänomens, der geradlinigen Ausbreitung des Lichts, wie es beispielsweise an den geradlinigen Schattengrenzen, eines beliebigen Schattengebers beobachtet werden kann.
Schattentaler habe ich auch schon früher angesprochen.

Tropfen bilden (ab)

tropfen_eichenblatt_img_326Die Natur wiederholt ewig
in weitere Ausdehnung
denselben Gedanken;
darum ist der Tropfen
ein Bild des Meeres.

Friedrich Hebbel (1813 – 1863) Weiterlesen

Im Brennpunkt der Seife

In: H. Joachim Schlichting. Physik in unserer Zeit 48/2, (2017, S. 101

Manche Seifen haben nicht nur die Form einer Sammellinse, sie verhalten sich auch so, wenngleich ihre Form alles andere als optimal ist.

Als ich neulich unter der Dusche die neue Seife ausprobierte, war ich weniger durch deren Waschkraft und Duft beeindruckt als vielmehr durch einen Lichtfleck, der den Wamdschatten der Seife aufhellte. Weiterlesen

Geisterhafte Lichtquellen in Kugellampen

Kugelleuchten und Designerglühlampen haben seit einiger Zeit Hochkonjunktur. Insbesondere in modern eingerichteten Restaurants und Cafés findet man seinen Platz zeitgemäß ausgeleuchtet. Es lohnt sich, mal darauf zu achten. Im vorliegenden Fall (siehe Foto) befindet sich in einer transparenten Glaskugel eine Lampe mit einem viellinigen hell leuchtenden Filament, wie man es von den vertrauten nunmehr aussterbenden Glühlampen so nicht kennt. Weiterlesen

Neues Phantom im Eis

fahrradphantom_dscf7818aVor einigen Jahren hat mich ein Phantom im Eis fasziniert. Es handelte sich um eine Abbildung eines Fahrrads mit Hilfe zahlreicher Bläschen in der Eisschicht des Münsteraner Aasees. Das Fahrrad hatte seine letzte Ruhestätte auf dem Grund des Sees gefunden und machte sich auf diese Weise noch einmal bemerkbar.  Ich habe seinerzeit über das „Phantom im Eis“ berichtet. Weiterlesen

Der Blick in die Kugel

Doppelter_Kopfstand_rvWenn man ein Seher ist,
braucht man kein Beobachter zu sein
Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

Wer im Sinne von Lichtenberg zum Seher nicht taugt, sollte es dennoch wagen zu sehen, was es in einer  transparenten Kugel zu beobachten gibt. Auch wenn man durch eine Glaskugel wie bei einer Fensterscheibe durch transparentes Glas blickt, scheint das, was man sieht, in der Kugel eingeschlossen zu sein. Möglicherweise hat dieser Effekt ursprüngliche Beobachter zu Sehern werden lassen. Im Unterschied zu dem, was ein Hellseher in seiner Kugel sieht, können wir durch den unmittelbaren Vergleich mit dem realen Gegenstand jedoch feststellen, dass wir es mit dem Bild eines hinter der Kugel befindlichen Originals zu tun haben. Zumindest glauben wir  diese Ansicht unserer vielbeschworenen Aufklärung zu schulden. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Januar 2017

eislawine_rv

Wie kommt es zu diesem zungenartigen Gebilde?

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Gläserne Herzen

Herzliches_Raetselraten KopieWas ergibt ein aufgeschlagenes Buch, in das man – weil gerade nichts Besseres zur Hand ist – eine Kugel legt, damit die Seite nicht gleich wieder verschlagen wird: Herzen. Weiterlesen

Ein Blumenstrauß und sein Schatten

SchattentalerBlumen sind die Liebesgedanken der Natur
Bettina von Arnim

Der Blumenstrauß wird von einer kugelförmigen Mattglaslampe angestrahlt. Das bringt der Schatten an den Tag. Denn die Form des Schattens hängt nicht nur von der Form des Schattengebers, also des Blumenstraußes ab, sondern auch von der Lichtquelle. Der Schatten ist eine hybride Abbildung von Lichtquelle und Schattengeber. Man kann ganz grob folgende Regel aufstellen: Befindet sich der Schattengeber dicht an der Projektionswand, dann dominiert die Form des Schattengebers vor der der Lichtquelle. Weiterlesen

Gesehen und doch übersehen

Gesehen_und_doch_übersehenWenn man zu tief ins Weinglas blickt, kann man manchmal sein wahres Wunder erleben. Aber auch schon ein harmloser Blick durch ein mit Wasser gefülltes Glas, kann zu erstaunlichen Ansichten führen. Im vorliegenden Fall schaut man auf einen zweifarbigen Hintergrund, nichts Besonderes eigentlich, wenn da nicht diese irritierende Vertauschung der beiden Seiten genau bis zum Füllstand des Wassers wäre und dabei so etwas wie ein Kreuz entstünde. Aufgrund von Anfragen zu diesem Phänomen werde ich versuchen, es möglichst einfach zu erklären, wobei ich auf nicht mehr als einige Relikte aus dem Optikunterricht der Schulzeit zurückgreife. Weiterlesen

Ein Lob dem Lesen

Lesen_liebe_1

Wer das Lesen liebt, bekommt dies zuweilen ganz diskret mitgeteilt, zum Beispiel, wenn er seine Lesebrille für eine kurze Unterbrechung auf dem aufgeschlagenen Buch ablegt und die Leselampe dieses Stillleben mit einem der typischen optischen Merkmale der niederländischen Barockmalerei versieht, dem äußerst realistisch gemalten Schatten. Es muss nicht einmal eine Brille sein, die das Buch herzlich begrüßt, auch eine Leselupe verhält sich entsprechend.
Da dieses Herzzeichen auch in mathematischer Hinsicht interessant ist, weil die Faltung des Buchs mit der kreisförmigen Abbildung des Schattens der Brillenglasfassung etwas völlig Unerwartetes, Neues hervorbringt, hat mich diese Verbindung von Lesen, Kunst, Mathematik und Physik sofort an den ersten Experimentalphysiker Deutschlands und neuzeitlichen Aufklärer Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799) denken lassen, den ich hier mit einigen seiner zahlreichen Äußerungen zum Lesen und zu Büchern zu Wort kommen lassen möchte: Weiterlesen

Lichtsicheln im Advent

Glühbirnentaler-2Im Zimmer war es hell geworden. Das Licht der Glühbirne verlor sich zwischen den Möbeln, zerbröselte, löste sich auf.

Aber es ist nicht immer so, dass das Licht nur so zerbröselt, wie Guy Helminger es beobachtet. Manchmal zeigt das Licht bei vermeintlichen Abwegen einen erstaunlichen Sinn für Forminvarianz und physikalischer Notwendigkeit, wie die folgende Beobachtung zeigt.
Der Schatten eines Blumenstraußes an der Zimmerwand macht durch merkwürdige Lichtsicheln auf sich aufmerksam. Statt der erwarteten Abbildungen der unregelmäßigen Löcher zwischen den Blumen haben die Lichtflecken im Schattenbereich alle dieselbe Form. Das ist kein Effekt des heutigen 2. Advent, sondern hat eine ganz natürliche Erklärung.
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Im Jahr des Lichts (21) – Lampentaler – Sonnentaler im Zimmer

Lampentaler-1Bei einem Besuch bei Freunden fiel mir nicht nur das farbenprächtige Blumengesteck auf, sondern auch die merkwürdigenLichtkringel im Schattenbereich des Gestecks erregten meine Aufmerksamkeit. Obwohl die Löcher zwischen den Blättern unterschiedliche Form besitzen, rufen sie einheitlich gleichartig geformte kreisrunde Lichtkringel hervor.
Da Lichtkringel durch eine Lichtquelle hervorgebracht werden, lohnt es sich, zur Lichtquelle zu blicken. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Lampe, deren Licht durch eine strukturierte runde Glasplatte fällt, die damit die effektive Form der Leuchte bestimmt. Weiterlesen

Vorspiegelung falscher Tatsachen

Gespiegelter-PoolWas hier wie ein impressionistishes Gemälde am Rande eines Swimmingpools in einem südlichen Land aussieht, ist in Wirklichkeit das auf den Kopf gedrehte Spiegelbild des Fotos des Pools mit der Spiegelung der Umgebung im leicht gewellten Wasser.
Dass sich die Welt hinter dem (perfekten) Spiegel in optischer Hinsicht nicht von der gespiegelten realen Welt unterscheidet, merkt man oft erst dann, wenn man ein Foto der gespiegelten Welt auf dem Kopf stehend präsentiert bekommt. Allenfalls leichte Unschärfen aufgrund des leichten Wellengangs im Wasser und einige dunkle Linien vom Boden des Pool könnten den kritischen Betrachter skeptisch machen. Erst wenn man sich genau mit den örtlichen Gegebenheiten auskennt, wird man erkennen, dass es einen Unterschied gibt, denn die bei normalem Anblick links stehenden Bäume erscheinen auf dem kopfstehenden Spiegelbild rechts. Das kennt man vom normalen Badezimmerspiegel. Hebt man den rechten Arm, so hebt der Spiegelmensch den linken. Man sagt dann, der Spiegel vertausche links und rechts. Besser wäre zu sagen, er vertauscht vorne und hinten. Man kann auch sagen, dass durch eine Spiegelung der Drehsinn vertauscht wird, weil die Richtung senkrecht zur Spiegelfläche umgekehrt wird. Jedenfalls gelingt es nicht, die Abbildung der gespiegelten Welt durch bloße Drehung des Bildes mit dem Abbild der realen Welt zur Deckung zu bringen.

Im Jahr des Lichts (13) – eine künstlerische Annäherung an das Licht

Piene-LichtinstallationEinen eindrucksvollen Beitrag zum Jahr des Lichts liefert zurzeit das LWL-Landesmuseum in Münster mit einer Retrospektive des künstlerischen Werks von Otto Piene (1928 – 2014). Auch wenn dieser Bezug vermutlich zufällig ist, sind insbesondere die Lichtinstallationen eindrucksvolle und beziehungsreiche Auseinandersetzungen mit verschiedenen Facetten und Aspekten des Lichts. Als Beispiel sei ein völlig abgedunkelter Raum genannt. Das Licht bewegter Lampen (die selbst nur erahnt werden können) dringt durch zahlreiche an einen geordneten Sternenhimmel erinnernde winzige Löcher in der einen Wand und entfaltet ein komplexes bewegtes Lichtspiel auf der gegenüberliegenden Wand. Befinden sich Besucher in dem Raum, so werden sie selbst Teil der Installation, indem sie unfreiwillig als Projektionsschirm herhalten müssen. Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (8) – Das Glück in einem Sonnentaler zu sitzen

IMG_4340aDie großen dunklen Räume der Kirchen werden zuweilen durch ein Loch im Dach oder im Kirchenfenster von einem Lichtstrahl durchdrungen. Dort wo er auftrifft erblickt man unabhängig von der Form des Loches meist eine kreisrunde Aufhellung, einen Sonnentaler. Dieses Phänomen wurde erst durch Kepler abschließend erklärt:

Dass der Sonnenstrahl, der durch irgendeine Spalte dringt, in Form eines Kreises auf die gegenüberliegende Fläche auffällt, ist eine allen geläufige Tatsache. Dies erblickt man unter rissigen Dächern, in Kirchen mit durchlöcherten Fensterscheiben und ebenso unter jedem Baume. Von der wunderbaren Erscheinung dieser Sache angezogen, haben sich die Alten um die Erforschung der Ursachen Mühe gegeben. Aber ich habe bis heute keinen gefunden, der die richtige Erklärung gefunden hätte (Kepler, Johannes: Grundlagen der geometrischen Optik. Leipzig 1922). Demnach handelt es sich um eine Erscheinung, die im Rahmen der geometrischen Optik erklärt werden kann.

Demungeachet soll es Glück bringen, sich in einem einzigen Sonnentaler zu sonnen. Wenn das – wie im vorliegenden Fall – auch noch an einem 15.5.2015 in einer Kirche ist und man 35 wird, hat man ein ganzes glückliches Jahr des Lichts vor sich.

Rätselfoto des Monats Mai

112_Tropfen-auf-BlattAuf diesem sind einige interessante physikalische Phänomene zu sehen. Welche?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Halo und Kondensstreifen

Im Jahr des Lichts (6) – Lichtkreuze zwischen Physik und Esoterik

IMG_0480brvDie hier zu sehenden Lichtkreuze umkreist von einem hellen Ring sind eigentlich nicht zu übersehen, weil sie sehr auffällig in Erscheinung treten.  Und hat man sie erst einmal gesehen, so sieht man sie anschließend immer wieder. Sie sind an jedem beliebigen Sonnentag besonders in der Morgen- und Abendzeit zu sehen, wenn die Sonne tiefsteht, und das von den Fenstern eines Gebäudes reflektierte Licht vornehmlich auf den Wänden der gegenüberliegenden Häuser landet. Denn genau darum handelt es sich: um Sonnenlicht, das von leicht gewölbten Doppelglasscheiben reflektiert und an  Häuserwänden oder anderen beschatteten Flächen projiziert wird. Weiterlesen

Der Dreikerzenleuchter zum 3. Advent

DreikerzenDie Dreifaltigkeit einer Adventskerze zeigt sich, wenn man sie hinter einem mit Wasser gefüllten Weinglas aufstellt (Es darf auch Champagner sein, wenn der Anlass es hergibt.). Dann gesellen sich zum zentralen Abbild der Kerze noch zwei seitliche Satelliten hinzu, die zwar etwas schlank geraten, aber ihre kerzenhafte Herkunft nicht verleugnen können. Die Herstellung dieses Phänobjekts ist leicht, allerdings muss man schon den passenden Blickpunkt einnehmen, weil sonst ziemlich verunglückte Gestalten resultieren können. Das Phänomen profitiert ganz wesentlich vom Inhalt des Glases. Ein leeres Glas bzw. ein luftgefülltes Glas führt zwar zu anderen interessanten Bildern aber nicht zur dreifaltigen Kerze.

Was die Erklärung des Phänomens betrifft, so kann ich auf einen früheren Beitrag verweisen, in dem die Kerze durch eine ausgewachsene Person und das Glas durch einen überdimensionalen Zylinder ersetzt wurde.

Sonnentaler – am Ende des Lichtstrahls

Sonnentaler4558barvSchatten werden oft auf den Schlagschatten reduziert. Das ist das dunkle flächenhafte Ende auf dem Boden hinter dem schattenwerfenden Objekt. Der Schatten als Ganzes betrachtet ist aber ein lichtfreier Raum vom Querschnitt des Schattenwerfers, von dem aber normalerweise nur der Schlagschatten als Loch im Licht zu sehen ist. Nur wenn die Luft dunstig oder nebelig ist, kann man zuweilen auch den lichtfreien Raum dadurch erkennen, dass aus ihm weniger Licht zum Auge kommt, als aus der Umgebung.
Ähnliche Verhältnisse liegen bei den Sonnentalern vor. Auch Sonnentaler sind im Grunde Lichtsäulen, die vom Loch im Blätterdach der Bäume ausgehen und auf dem Boden als runder Lichtfleck sichtbar werden. Im vorliegenden Fall wird der Lichtstrahl durch Nebel sichtbar, die das Licht ins Auge reflektieren. Sie machen auf eine Weise die Entstehung des Sonnentalers sichtbar. Nicht zu erkennen ist dabei aber, dass der Lichtstrahl mit einem Querschnitt von der Form des Lochs im Blätterdach startet und als runder Lichtfleck auf dem Boden endet.

Sonnentaler literarisch

Sonnentaler_1Martin Wagenschein hat die runden Abbilder der Sonne, die man unter dem Blätterdach der Laubbäume sehen kann, ausdruckstark mit SONNENTALER bezeichnet. Ob er dabei an eine Passage aus François Rabelais‘ Roman Gargantua und Pantagruel gedacht hat, ist nicht verbürgt. Darin gibt es eine Szene, die auf die runden Lichtflecken der Sonne passen könnte. Eine Laube, von Wein überrankt ist eine ideale Voraussetzung für die Entstehung von Sonnentalern: Weiterlesen

Sonnentaler einmal anders. Oder: Zur Umkehrung der Quadratur des Kreises

Farbiger-Sonnentaler_1Farbiger-Sonnentaler_2Seitdem ich ein gläsernes Windspiel vor dem Fenster hängen habe, laufen bei Sonnenschein farbige Kreise über die Wände. Das ist aus zweierlei Gründen erstaunlich. Erstens bewegt sich das Windspiel, auch wenn keine Luftbewegungen auf andere Weise zu erkennen sind. Besonders im Sommer, wenn keine zirkulierende Luft durch die Heizung zu erwarten ist, kann man sich über die Sensibilität des Objekts wundern. Von Windspiel zu sprechen erweist sich spätestens durch diese Beobachtung gerechtfertigt. Zweitens ist nicht sofort einzusehen, wie diese kleine Glasscheibe von rechteckiger Form, 8 cm lang und 4 cm breit und mit prismatisch abgeflachtem Rand (siehe Abbildung unten links) einen kreisförmigen Lichtfleck hervorbringen und damit eine Art Umkehrung der Quadratur des Kreises zustande bringen soll. Die Diskrepanz zwischen dem Bild und dem Verursacher des Bildes ist so groß, dass ich erst aus der Korrelation zwischen der Bewegung des Windspiels und der Lichtkreise auf der Wand darauf gekommen bin, hier einen Zusammenhang zu sehen. Weiterlesen

Ein parkendes Auto als Leinwand für ein Lichtkreuz

DSCF2802arvLichtkreuze in Lichtkreisen sind am besten bei tiefstehender Sonne an gegenüberliegenden Häuserfronten vor allem dann zu sehen, wenn diese im Schatten liegen. Manchmal ergibt sich jedoch eine Situation, dass selbst bei hochstehender Sonne und fehlender Häuserfronten Lichtkreuze aus dem sonnenbeschienenen und daher alles Helle verschluckenden Untergrund herausgehoben werden. Dazu genügt wie im vorliegenden Fall ein an der richtigen Stelle parkendes Auto. In seinem Schlagschatten ist auf dem Pflaster ein deutliches Lichtkreuz zu erkennen. Ein zweites Kreuz wird etwas deformiert von der Seite des Autos aufgefangen.

H. Joachim Schlichting. In: Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht 57/8, 467-474 (2004)

Rätselfoto des Monats April 2014

HohlspiegelJetzt gibt es Umkehrspiegel fürs Badezimmer

Vor einiger Zeit stand ich vor dem Schaufenster eines Einrichtungsgeschäfts, in dem Objekte zur Badezimmerausstattung ausgestellt waren. Mich beeindruckten besonders einige Spiegel. Sie spiegelten mich und die Umgebung zwar perfekt aber auf dem Kopf stehend. Weil sich mir der Sinn solcher Spiegel nicht sofort erschloss, fragte ich im Geschäft nach, wofür diese Spiegel gut seien. Man erklärte mir, dass man mit ihnen zum Beispiel bei der Morgentoilette trainieren könne, sich in der kopfstehenden Welt zurechtzufinden. Angeblich würde man nach einiger Zeit die auf dem Kopf stehenden Bilder richtig herum sehen.
Die Erklärung erschien mir plausibel. Denn ich wusste, dass man mit einer prismatischen Umkehrbrille, durch die man die Welt auf dem Kopf sieht, nach einiger Zeit des hilflosen Herumtorkelns schließlich alles wieder vertraut und richtig herum sehen kann. Dass es hier eine viel einfachere Möglichkeit gab, so ganz nebenbei seine Augen für die Inverse Welt zu trainieren, hatte mich sehr beeindruckt.

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Dunkle Stellen auf dem See

Dreifaltigkeit im Science Center

optischedreieinigkeitaEigentlich ist der große Wasserzylinder im Science Center (Phaeno in Wolfsburg) für ganz andere Zwecke gedacht, als optische Phänomene zu produzieren. Daher übersieht man letztere meistens, insbesondere die Fähigkeit, dahinter stehende Personen zu verdreifachen. Die zentrale Abbildung durch diese Zylinderlinse wird von zwei weiteren Exemplaren an den Seiten flankiert.
Man wird die Ursache zunächst vielleicht in wie auch immer entstandenen Spiegelungen sehen. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Oktober 2013

Farbige LichtkreuzeLichtkreuze in Komplementärfarben auf der Straße
Frage: Mal blau mal gelb, was verbirgt sich hinter diesen Bildern?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Platzende Blasen auf dem Gartenteich

Rätselfoto des Monats Februar 2013

085_Flugzeug_in_Farben_rv.jpg

Flugzeug mit farbigen Rändern

Wie kommt es bei diesem Bild eines Flugzeugs (Google-Earth) zu den farbigen Rändern?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Schneeschatten einer Pflanze

Lektüre, die das Herz erfreut

Linsenherz_rvDie Überraschung, die man erleben kann, wenn man seine Leselupe bei der Lektüre kurz auf dem Buch ablegt, bringt ein unerwartetes Phänomen hervor: Das Bild eines stilisierten Herzens scheint auf dem ersten Blick die Solidität der Lupe Lügen zu strafen, scheint es doch sehr weit von dem entfernt, auf was man realiter gefasst ist. Wenn man dann auch noch aus der persönlichen Befindlichkeit heraus oder durch die Wirkung des gerade gelesenen Inhalts des Buchs darin eine zeichenhafte Repräsentation zu sehen geneigt ist, kann der nüchterne physikalische Hintergrund leicht in Vergessenheit geraten: ein Schatten, der auf eine unebene Fläche, eine von zwei Seiten spitz zulaufende Vertiefung, fällt. Die Kreisform des Originals wird daher so deformiert, dass eine Herzform entsteht. Trotz dieser einfachen Erklärung bleibt natürlich der ästhetische Reiz und für diejenigen, die sich eine gewisse wohltuende Naivität bewahrt haben, das Erstaunen über ein sinnstiftendes Zusammentreffen zufälliger Gegebenheiten auf unterschiedlichen Bedeutungsebenen.

Bilder wie aus dem Nichts geschöpft

Schlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft 3 (2010), S. 25

In einem komplexen Puzzle aus Spiegelungen sorgt erst eine menschliche „Leinwand“ für Durchblick.

Noch viel wunderbarer als der einfache Spiegel
ist der durchsichtige Spiegel, z. B. ein Fenster, das
auf eine Landschaft hinausgeht und in dem sich
zugleich die Gegenstände unseres Zimmers spiegeln.
Christian Morgenstern (1871 – 1914)

http://www.spektrum.de/alias/pdf/sdw-10-03-s025-pdf/1022318

Phantom im Eis

fahrradphantomSchlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft 1 (2010), S. 40

Wie Gasbläschen ein Fahrrad am Grund eines Sees auf dessen zugefrorene Oberfläche projizieren.

Es gab eine Zeit, in welcher der Aasee im westfälischen Münster vielfach als letzte Ruhestätte für Fahrräder missbraucht wurde. Eines von ihnen scheint auf geheimnisvolle Weise und mit bemerkenswerter Originaltreue unter die Eisschicht des zugefrorenen Sees projiziert worden zu sein. Weiterlesen

Gekrümmte Ansichten

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 40/6 (2009), 314

Schaut man durch ein gefülltes Weinglas auf einen Stift, so verwandelt sich das Bild in eine Art dreiarmigen Lüster. Dieses reizvolle Phänomen wird durch Mehrfachabbildungen erzeugt.

Bilder einer Brille als Hohlspiegel

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 38/6 (2007) 305

Hält man eine Brille vor eine Leuchte, so kann man interessante optische Phänomene beobachten. Diese liefern Informationen über die Beschaffenheit der Brillengläser – und des Brillenträgers.

PDF: Bilder einer Brille als Hohlspiegel

Eine schwebende Lichtkugel in einer Kugelleuchte

Hohlspiegellampe001brvSchlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 38/2 (2007) S. 96 – 97

Gläserne Kugelleuchten können zu Hohlspiegeln werden und von den im Innern befindlichen Lampen reelle, frei schwebende Bilder erzeugen. Dem unvorbereiteten Beobachter erscheint ein solches Bilder wie ein glühendes Plasma, das bei der Bewegung des Beobachters über der realen Lampe zu wabern scheint.

Eine nackte Glühlampe ist zwar nicht ganz kugel- sondern eher birnenförmig, aber auch in ihr kann man ein reelles Bild des Glühfadens finden. Suchen Sie es, solange es die alten Birnen noch gibt.

PDF: kann beim Autor angefordert werden (schlichting@uni-muenster.de)

Der Lichtpfeil, der einen Tropfen durchbohrt

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 37/5 (2006) 245

Betrachtet man Wassertropfen oder Glaskugeln in der Sonne, so kann man den Eindruck gewinnen, ein Lichtstrahl würde die Kugel geradezu durchbohren. Gleichzeitig meint man, Eintritts- und Austrittsöffnung zu erkennen.

PDF: Der Lichtpfeil, der einen Tropfen durchbohrt