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Baum

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Naturschöner Baumstamm

Das Foto zeigt ´den abgestorbenen Stamm eines Baumes, der seine Rinde bereits verloren hat. Seine früheren Astabzweigungen treten in einer Form hervor, die zumindest bei mir die Assoziation hervorruft, als wären die Äste vom Stamm gesäugt worden. Ich finde die Formen naturschön.
Weiß jemand, um welchen Baum/Busch es sich handelt?

Bäume im Baum

Dies sind die Trümmer eines im Sturm auseinander gebrochenen Baums. Er brach ab und in zwei Teile auseinander. Schaut man sich die Bruchstelle genauer an, so erkennt man, dass bei der Trennung der beiden Teile eine klebrige Substanz auseinandergezogen wurde. Wenn sie nicht weiß wäre, würde ich auf Harz tippen. So kann ich nur feststellen, dass bei der Trennung durch den Mechanimus des viskosen Verästelns Strukturen entstanden sind – Baumstrukturen. Was kann man von einem Baum auch anderes erwarten.
Wer sich für den Mechanismus interessiert, der auch in der Kunst als Technik der Decalcomanie bekannt ist, sei auf diesen früheren Beitrag verwiesen.

Neue Triebe

Hier hat jemand zwei Bäumen den Garaus machen wollen, indem er oder sie ihm einen Streifen aus der Rinde herausgeschnitten hat. Dabei sind nicht die Borke, sondern auch Bast und Kambium betroffen, sodass der Nährstofftransport von den Wurzeln in die Blätter oder jahreszeitlich bedingt auch umgekehrt irreversibel unterbrochen wurde.
Zumindest einer der Beiden hat noch nicht aufgegeben. Frisches Grün sprießt seitlich heraus… Ob er eine Chance hat?

Baumbruch – spiegelbildlich

Im Foto sehen wir einen Ausschnitt eines abgebrochenen Stammes eines aus zwei Stämmen bestehenden Baums. Erstaunlich an der Bruchebene ist die fast spiegelsymmetrische Struktur des Bauminnern, die dem Anblick eine Art Naturschönheit bescheinigt. Dabei ist nicht nur die Symmetrie von Bedeutung, sondern auch die Abweichung davon.

Die Schönheit im Innern einer Baumwurzel

Viele Dinge werden erst dann so richtig sie selbst, wenn sie aus einem nivellierenden Kontext herausgenommen werden. So auch in diesem Foto. Wer würde schon darauf kommen, dass es sich um einen Ausschnitt aus einer Baumwurzel handelt, die auf einem Wanderweg von den vielen Fußtritten ans Tageslicht gefördert und glatt getreten wurde. Von weitem ist es halt eine hölzerne Wurzel von Nahem ein naturschönes Muster.
Natürlich hat der Baum es mit seinen Wurzeln nicht darauf angelegt, ein Kunstwerk hervorzubringen – das entsteht ohnehin erst im Auge (oder sonstwo) des Betrachters – aber die durch die vitalen Vorgänge im Baum entstandenen und durch mechanische Einwirkung freigelegten Holzstrukturen üben losgelöst von diesen (ehemaligen) Funktionen einen ästhetischen Reiz auf den Betrachter aus.

Ein alter Baum

Auf einer Wanderung in der Nähe des Zwischenahner Meeres trafen wir auf eine alte Buche, die bereits ihre Krone und zahlreiche Äste verloren hat (linkes Foto). Außerdem ist sie von Fäulnis befallen und mit Zunderschwämmen übersät (mittleres Foto). Letzteres ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Baum geschwächt ist. Die verbliebenen Äste scheinen dem Zustand durch üppig grüne Blätter zu trotzen.
Obwohl der Baum als Solitär an einem unauffälligen Waldweg steht, ist er mit zahlreichen eingeritzten Botschaften versehen. Da die Wundheilung die Ritzung der ursprünglichen Form nach überwulstet, bleibt die Information diese Art Tattoos auch lange Zeit nach ihrer Entstehung erhalten. Die älteste noch zu entziffernde Ritzung an diesem Baum stammt aus dem Jahre 1937 (rechtes Foto Mitte).
Was den einen oder anderen erstaunen mag ist die Tatsache, dass sich diese Ritzung noch immer auf derselben Höhe befindet, wie bei ihrer Entstehung. Das liegt an der Art und Weise, wie ein Baum wächst.

Morgenlektüre in einer Astgabelung

Wer nimmt nicht schon mal eine harte Sitzgelegenheit in Kauf, wenn die Situation außergewöhnlich, naturverbunden und mit einer Zeitungslektüre auch noch informativ ist. Diese Dame scheint es jedenfalls im Moment noch zu genießen. Vielleicht wird sie durch den Gedanken beflügelt, dass der Baum nur für sie diese originelle Sitzgelegenheit geschaffen hat.

Holzquerschnitte lassen tief blicken

Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass in den Querschnitten gefällter Bäume einiges aus der vergangenen Geschichte des jeweiligen Baums zu erfahren ist. Einige Beispiele habe ich in diesem Blog bereits gezeigt. Eigentlich wollte ich dieses Foto eines Baumquerschnitts nur zeigen, weil ich es von den Farben und der Struktur her schön finde. Doch bei näherem Hinsehen zeigen sich Anomalien im Wachstumsprozess. Einige Jahresringe haben Einbuchtungen, die in einem bestimmten Jahr beginnen und sich nach außen hin verstärkend fortsetzen. Was mag der Ursprung für diese Störung des Wachstums gewesen sein?

Lebensräume

Viele Pilze fristen ihr Dasein im Schatten des Waldes auf dem Boden und zerfallendem Holz. Sie sind nicht unbedingt auf Licht angewiesen, weil sie anders als Pflanzen keine Photosynthese betreiben, und sich nicht auf diese Weise Sonnenlicht aneignen müssen. Sie machen es ähnlich wie die Tiere und ernähren sich von Pflanzen bzw. dem was von ihnen übrig geblieben ist.
Im vorliegenden Fall (siehe Foto) hat ein etwas verkrumpelt aussehender Pilz sich dennoch eine lichte Stelle ausgesucht – eine Art Balkon in der zurückgebliebenen Höhle eines abgesägten Astes von einem Baum.
Ausgesucht ist natürlich etwas übertrieben. Pilze ähneln zwar den Tieren in einigen Hinsichten, was jedoch die Ortsgebundenheit bestrifft, so sind sie eher mit den Pflanzen zu vergleichen: Wo die Samen bzw. die Sporen durch welche Zufallsereignisse auch immer hingeraten, dort müssen sie versuchen, ihr Leben zu beginnen und möglichst zur Vollendung bringen.
Abgestorbenes Holz scheint in diesem Astloch kein Problem zu sein, wenn man einmal den guten Ernährungszustand und die gesunde Farbe des Pilzes als Kriterium nimmt.

Kunst im Wald

Anstatt Landschaftsmalerei Malen in der Landschaft. Tote Objekte -zerfallende Baumwurzeln, abgehackte Bäume u. Ä. werden mit Farbe und künstlerischer Fantasie zu neuem Leben erweckt. Jedenfalls war ich auf einer Wanderung im Wiehengebirge, in dem diese Kunstwerke zu bestaunen sind, überrascht und erfreut zugleich. Auf eine Kunstausstellung war ich nicht eingestellt. Ich gestehe, dass ich nach dem vorausgegangenen Anblick einiger traurig stimmender abgestorbener Baumgruppen durch diese liebevolle künstlerische Auseinandersetzung mit dem präkären Zustand des Waldes einigen Trost empfand. Aber auch unabhängig davon gilt:

Bäume sind wichtig, um die menschliche Seele zu retten

Joseph Beuys (1921 – 1986), von dem dieser Ausspruch stammt, hätte sich über diese künstlerischen Aktivitäten und Aktionen sicherlich gefreut. Nicht dass die Wälder es nötig hätten auf diese Weise aufgewertet zu werden, aber der Gedanke, dass die Wälder und mit ihnen die Grundlagen unseres Lebens bedroht sind, kann uns mir solchen Aktionen vor Augen geführt werden.
Ganz abgesehen davon kann eine kleine Kunstausstellung im Wald einen zusätzlichen Reiz ausüben, insbesondere dann wenn dabei Wurzeln und andere Baumreste im Spiel sind, die man normalerweise gar nicht zur Kenntnis genommen hätte.


Stütze in schwerer Zeit

Diese Berührung berührt. Was sagt mehr über den Zustand der Wälder aus als ein Bild das menschliche Gefühle auslöst, die hier eigentlich gar nicht hingehören.

Baumunikum mit Ausblick

Dieser Baum hat als Sämling das Glück gehabt, an einer steilen Abbruchkante aufzuwachsen. So konnte er so aufwachsen, wie es wohl durch welche natürlichen oder unnatürlichen Umstände auch immer in seinen ersten Lebensjahren festgelegt wurde: Wenn man die auf dem Foto nicht zu sehenden Verbindungen zwischen den einzelnen Stämmen mitzählt gehen sechs Verzweigungen aus einer Wurzel (einem Samenkorn?) hervor und man sehe und staune erreichen auch das Erwachsenenalter. Da war kein Förster, der auf die spätere Verwendung als Nutzholz achtend, für die frühe Beseitigung dieser Missgeburt sorgte. Entweder hatte er Höhenangst und hat sich deshalb nie an die schätzungsweise 30 bis 40 m steil abfallende Kante herangewagt oder wegen der Unzugänglichkeit von Erntefahrzeugen dem Standort keine weitere Aufmerksamkeit gewidmet. Für den Wald ist es eine Bereicherung. Nicht nur, weil der Baum wachsen kann wie er will, sondern auch weil die in Nutzwäldern oft anzutreffende Uniformität der Pflanzungen durch originelle Abweichungen aufgelockert wird.

Ich habe mich ein Stündchen in die aus den Stämmen fast ergonomisch geformte Liege gelegt und die aus Einsamkeit, Vogelgezwitscher und durch die jungen Blätter gefiltertem grünem Licht zusammengemischte Stimmung auf mich wirken lassen – bis die verwöhnten Glieder auf die mir bekannte immer aufdringlicher werdende Weise einen Abbruch dieser Art Ruhepause erzwangen.

Nachwachsende Puzzles

Wer hat das Puzzlespiel erfunden? Antwort: Die Bäume, vor allem die Platanen. Hier nahmen die Spielzeugmacher ihre Ideen her. Jedenfalls kann ich mir das lebhaft vorstellen. Und wisst ihr, was das Tolle an diesen natürlichen Puzzles ist? Sie sind nachhaltig, weil sie nachwachsen.

Natürliche und naturschöne Wohnhöhlen

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Gedanken zum Tag des Baumes

Zum Tag des Baumes wollte ich zunächst einen schönen repräsentativen Baum zeigen. Aber dann ging mir durch den Kopf, dass wir eigentlich nichts zu feiern haben. Den Bäumen geht es insbesondere in unseren Breiten klimabedingt schlecht. Und dort wo die Bedingungen noch einigermaßen gut sind wie in den Urwäldern rückt der Mensch den Bäumen unnachgiebig auf die Pelle. Es liegt also nicht an den Bäumen, wenn sie weniger werden und u.a. als Kohlenstoffdioxidspeicher immer mehr ausfallen.

Wie sehr sich ein Baum ans Leben und Überleben klammert kann man geradezu im buchstäblichen Sinn auf dem Foto erkennen. Ein Samenkorn ist an eine Stelle geraten, die nun wirklich für das Wachstum eines Baumes nicht geeignet ist. Aber Alternativen standen nicht zur Verfügung. Und so machte der heranwachsende Baum das Beste aus der Situation und verlegte seine Wurzeln so, dass er einerseits an Nährstoffe kommt und andererseits die physikalischen Bedingungen der Stabilität eines immer größer und schwerer werdenden Baums erfüllt.

Ich verfolge das Schicksal dieses Baumes seit einigen Jahren und sehe mit Vergnügen, dass er bestens gedeiht und mehrere Wurzeln um die Steinmauerreste legt, sodass notfalls eine mehrfache Absicherung vorhanden ist.

Eine weitere Herausforderung für den Baum besteht darin, dass er unter dem Blätterdach weitgehend abgeschirmt von direkten Sonnenstrahlen größerer Bäume wächst. Aber ich bin zuversichtlich, dass er auch dieses Problem meistert – es sei denn es kommt irgendwann irgendjemand (z.B. der Förster) auf den Gedanken, dass der Baum hier fehl am Platze ist.

Für mich ist dieser Baum auch ein starkes Symbol – passend zum Tag des Baumes.

Die Bäume schlagen aus…

Zwar ist der Mai noch nicht gekommen, aber einige Bäume haben es offenbar so eilig, endlich grün zu werden, dass sie dem alten Liedtext nicht folgen und voreilig die Blätterknospen sprießen lassen. In einer „erhebenden“ Perspektive erblickte ich die ersten neuen Blätter in einem Buchenwaldstück mit altem Baumbestand. Ich bin sehr erstaunt, dass hier kein einheitliches Verhalten zu beobachten ist – eine der Buchen ist den anderen in der Runde um Längen voraus.


Eine ähnliche Beobachtung konnte ich in den Vorjahren bereits an Eichen machen. Eine der zweihundertjährigen Eichen hinkte den anderen im Blattwachstum hinterher. Ich erklärte mir das damit, dass es möglicherweise eine andere Art sei. Das scheint sich aber nicht zu bestätigen. Denn im letzten Jahr starteten sie alle etwa gleichzeitig mit dem Blattaustrieb. Ich bin gespannt, wie es in diesem Jahr ausgehen wird.
Da werde nun einer schlau aus den Bäumen.





Dreieiniger Baum

Manchmal wird ein Geheimnis erst sehr spät gelüftet. Der auf dem Foto zu sehende Querschnitt eines Baumes, der beim Fällen ans Tageslicht kam, zeigt, dass er aus drei verschiedenen Bäumen hervorgegangen ist. Diese standen so dicht beieinanderstanden, dass sie sich während des Wachstums immer näher kamen, sich schließlich berührten und unter Druck setzten, der darin endete, dass sie zusammenwuchsen. Sie gaben ihre Individualität zugunsten eines dreieinigen Baumes auf. Jedenfalls stelle ich mir das so vor.
Die ursprünglichen drei Individuen kann man an den drei Systemen von Jahresringen erkennen, von denen später in größerer Höhe nichts mehr zu erkennen war.
Schaut man genauer hin, so erkennt man, dass vermutlich noch ein weiterer kleiner Baum in den vereinigten Wachstumsprozess mit einbezogen wurde. Der Farbe nach zu urteilen ist er jedoch im weiteren Wachstumsverlauf abgestorben und wäre bei einem Querschnitt in größerer Höhe wohl nicht mehr zu sehen gewesen.

Auch Bäume müssen sich manchmal abstützen

Als ich gestern seit langem mal wieder vom Wege abkam und den weichen Waldboden unter den Füßen spürte traute ich plötzlich meinen Augen nicht mehr. Vor mir erhob sich ein ansonsten gesunder Baum, der in der Vergangenheit vermutlich Probleme mit diesem Berghang gehabt haben muss. Jedenfalls sieht man, dass sein Stamm fast aus der liegenden Position heraus die Kurve kriegen musste, um sich in die Senkrechte zurückzukämpfen (siehe Foto). Jedenfalls könnte es so gewesen sein. Wahrscheinlich ist der Baum durch ein Abrutschen des Hangs oder durch welches Ereignis auch immer auf die schiefe Bahn geraten und hat durch cleveres Agieren einen haltbaren Weg zurück in die aufrichte Position gefunden.
Es bleibt jedoch die große Frage, durch welches Sensorium der Baum seine missliche Lage festgestellt und darauf reagiert haben mag. Wegen seines verholzten Gewebes hat er sich nicht wie beispielsweise krautige Pflanzen sofort wieder aufrichten können. Dies ist nur in einem mehrjährigen Prozess durch die Bildung von Reaktionsholz möglich. Vielmehr hat der Baum auf die Wirkung der Schwerkraft reagieren müssen. Bei Laubbäumen geschieht dies durch Bildung von Zugholz auf der konkaven Seite der Krümmung zurück in die Senkrechte. Die Holzzellen sind dort zahlreicher und so beschaffen, dass sie durch Zugelastizität die zusätzliche Belastung durch Schwerkraft kompensieren.
Doch wie merkt der Baum, dass er schief wächst und wie organisiert er die Bildung von Reaktionsholz? Man weiß heute, dass es im Rindenbereich der Sprossachsen Stärkescheiden gibt, in denen der Schwerereiz wahrgenommen werden kann. Aber Details dieser Wahrnehmung scheinen wissenschaftlich noch nicht geklärt zu sein.
Aber das Erstaunlichste ist im vorliegenden Fall, wie es der Baum fertig gebracht hat, sich eine zusätzliche Stütze zuzulegen. Denn es ist deutlich zu erkennen, dass von der nach statischen und dynamischen Gesichtspunkten idealen Stelle aus ein nach unten wachsender Ast (eine Luftwurzel?) gebildet und schließlich im Boden verankert wurde. Bei der Einwurzelung müssen dann wohl weitere Wurzeln gewachsen sein, um die vergleichsweise filigrane Stütze fest zu verankern. Und weil auf diese Weise ein ‚Nebenstandort‘ entstanden ist, wurde die Gelegenheit wahrgenommen und ein weiterer Baum ins Leben gerufen, der seinen aufwärts strebenden Stamm der Sonne entgegen richtet. Es ist kaum zu glauben, dass ein Baum so clever sein kann!
Möglicherweise kann es auch umgekehrt so gewesen sein, dass ein jüngerer Baum in der Nähe mit einem Ast den großen Baum berührt hat und es zu einer Verwachsung (Inosculation) kam, die glücklicherweise zu einer Stütze des Baums wurde. Obwohl einiges dagegen spricht, wäre das Problem, dass aus dem Baum heraus ein Ast in den Boden wächst und dort einen weiteren Baum entstehen lässt.
Merkwürdige Wuchsstrukturen von Bäumen findet man in großer Zahl (z.B. hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier) auch wenn anders als im vorliegenden Fall deren Sinn sich meist nicht erschließt.

Ein von der Natur gestaltetes Stück Holz

Dieses Stück Holz fand ich im Gezeitenbereich einer Meeresküste. Es muss bereits vor längerer Zeit angeschwemmt worden sein, denn Sand und Wasser, vom Wind bewegt, haben es derart bearbeitet, geschmirgelt und poliert, dass die vorher weitgehend glatte Oberfläche bestimmten physikalischen Aspekten wie Dichte, Härte, Pigmentierung entsprechend ausdruckstark strukturiert wurde. Davon zeugen wellenartige Ringe und Strähnen, die auf jahreszeitliche Schwankungen im Wachstumsverlauf schließen lassen.
Die optisch vermittelte Schönheit wird kongenial ergänzt durch den taktilen Reiz einer ausgesprochen weichen und unerwartet glatten Textur der natürlicherweise „bearbeiteten“ Oberfläche. Es war angenehm dieses Überbleibsel eines Baumes mit den Fingern abzutasten. Weiterlesen

Ein freigelegter Blick

Kaum hatte ich den Holunderstamm abgesägt, fühlte ich mich plötzlich fixiert. Man kann nicht gerade sagen, dass der Blick strafend ist, aber er zeugt auch nicht von großer Freude. Immerhin bin ich durch meine Sägeaktion einem Geheimnis auf die Spur gekommen, das ansonsten wohl für immer verborgen geblieben wäre. Ich habe  diesen Blick gewissermaßen aus den unsichtbaren Tiefen des Holzes befreit.

Abgesehen von dieser vordergründigen Betrachtung zeigt der Querschnitt sehr schön, dass hier drei Stämme zusammengewachsen bzw. fast zusammengewachsen sind. Wie das organisiert wird ist für mich eine faszinierende Frage.

Zwinkerndes Holzauge

Ein Auge im Holz

Ein dunkles Auge schaut mich an,
es zwinkert, grüßt mich aus dem Brett
und zieht mich fest in seinen Bann,
erzählt mir frei heraus Geschichten

von Zweiblattkeimen
Wichtelbäumchen
ersten Stürmen
Astbruchnarben
Schneedruckwunden
Wachstumsringen
Jahreszeiten
Kettensägen
Sägewerken
Bretterstößen
Zimmerleuten

Das Auge schaut mich wieder an,
es zwinkert mir zum Abschied zu
und losgelöst aus seinem Bann,
kann ich die Schritte heimwärts richten.*


*Ingo Baumgartner (1944 – 2015)

Spiralförmiger Aufstieg

Damit eine Pflanze senkrecht nach oben dem Licht entgegen wachsen kann, benötigt sie viel Energie und Material, um ein entsprechend stabiles „Bauwerk“ zustande zu bringen. Paradebeispiele dafür sind Bäume. Sie können bis über 100 m hoch werden, benötigen dafür aber auch eine sehr lange Zeit. Weiterlesen

Ordnung in der Natur

Beim Beobachten und Fotografieren von Insekten stieß ich auch auf das hier von Linné übersehene Exemplar.

Kann man Bäume essen?

Wer in diesen Tagen durch einen Buchenwald geht, wird unweigerlich zwischen den verfaulenden Blättern und Bucheckern frisches Grün entdecken, das so gar nicht an die Blätter eines Baumes erinnert. Es sind die Keimlinge der Buchen, die aus den in den Bucheckern enthaltenen und von den Tieren (Wildschweine, Mäuse, Eichhörnchen u.a.) übriggelassenen Samen hervorgehen. Diese ersten Blätter, die in ihrem dunkleren Grün so gar nicht an die späteren Blätter erinnern, wie man sie von den Buchen her kennt, sollen essbar sein.
Insofern kann man die im Titel gestellte Frage positiv beantworten. Diese Erstblätter gelten sogar als eine Delikatesse. Ein Restzweifel bleibt bei mir. Als Kinder haben wir auch die Bucheckern mengenweise gegessen, weil sie als essbar galten und gut schmecken. Heute höre und lese ich jedoch, dass der übermäßige Genuss roher Bucheckern durch den Wirkstoff Fagin und Oxalsäure zu Vergiftungserscheinungen führen kann. Zum Glück haben wir damals nichts davon gewusst und deshalb wohl auch nichts gemerkt.
Auf dem Foto  ist bei einigen Keimlingen bereits das nächste Blattpaar zu erkennen, das bereits deutlich an Buchenlaub erinnert. Leider ist allen diesen beherzt ins Leben schießenden Bäumchen ein schnelles Ende bestimmt. Denn der Blätterbelag samt der Keimlinge lagert auf einer Straße, die jemand vergessen hat, vom Laub zu berfreien.

Im Sturm erschaffen…

Diese Landschaft kurz vor der Grenze war keine Wirklichkeit mehr,
sondern ein seelischer Zustand, in den sie nicht tiefer hineingeraten mochte.*

Soweit die Poesie. In Wirklichkeit ist diese Landschaft der Rest von Fraßgängen von Insekten unter der Rinde eines Baumes, die ans Tageslicht kamen, als der Baum dem Sturm anheimfiel und ein Teil der Rinde abfiel.
Gut dass der Baum zu einem Zeitpunkt fiel, da man damit rechnen konnte. Der Warnungen gab es mehr als genug. Der Baum war so morsch, dass er während des Falls im oberen Drittel durchbrach, so wie man es von alten Frabrikschornsteinen kennt, die durch eine Sprengung zu Fall gebracht werden.

 


aus: Judith Kuckart. Lenas Liebe. Köln 2002

Ein geschminkter Baum

Ein Gemeinschaftswerk von Natur und Mensch.

Liebesbotschaften an Bäumen

Auch wenn meiner Beobachtung nach der Brauch, Herzen und Innitalien in der Rinde eines Baumes zu schnitzen im Abklingen begriffen ist, entdeckt man sie doch immer mal wieder. Manche sind bereits uralt und man fragt sich zuweilen, ob es zu diesen Zeichen ewiger Liebe auch eine reale Entsprechung gibt .
Dieser alte Brauch wird auch in der Literatur immer wieder angesprochen und in literaturwissenschaftlichen Arbeiten diskutiert. Um zu zeigen, zu welch tiefschürfenden Untersuchungen diese meist als Spielerei jugendlicher Verliebter abgetane Tätigkeit führen kann, hier eine Passage aus einer wissenschaftlichen Arbeit: Weiterlesen

Die Jahresringe spinnen

Das auf dem Foto dargestellte Motiv wurde zum Phänomen, als ich in der durch die Jahresringe hervorgerufenen Struktur eines Zaunpfahls eine Spinne und wahlweise ein originelles Spinnennetz zu sehen vermeinte. Diese Pareidolie drängte sich trotz der enormen Größendifferenz zwischen Holz und Spinne geradezu auf, obwohl ich bei etwas kritischer Betrachtung zugeben muss, dass diese Mustererkennung doch arg an der Realität vorbeigeht. Weiterlesen

Ein Baum wie ein Alptraum

Auf einsamen Wanderungen entwickle ich oft ein inniges Verhältnis zu den Bäumen. Sie kommen mir in dem Maße entgegen wie ich ihnen begegne. Kein Wunder, dass mir das eine oder andere auffällt. Mal ist es ein interessanter Wuchs, mal sind es regelmäßige Muster an den Stämmen und wieder ein andermal ziehen sie aufgrund von Anomalien die Aufmerksamkeit auf sich. Einige dieser Anomalien in Form von Verwachsungen wurden bereits früher angesprochen (z.B. hier und hier und hier und hier und hier). Darunter befanden sich erstaunliche Strukturen, die man so kaum erwarten würde. Die im Foto dokumentierte Form einer multiplen Verwachsung ist jedoch so abwegig, dass man sie sich wohl nicht hätte ausdenken können. Es sieht so aus als hätte sich ein Baum zunächst in zwei etwa gleich große Stämme und einem etwas kleineren Ast verzweigt. Sodann wäre aus dem hinteren Stamm ein weiterer hervorgegangen, der sich in einiger Höhe mit dem vorderen Stamm vereinigt hätte. So ganz überzeugend sieht diese Deutung zwar nicht aus, aber die Alternative, dass sich umgekehrt der vordere Stamm verzweigt und nach unten wachsend mit dem hinteren vereinigt hätte, erscheint mir noch unwahrscheinlicher.
Diese merkwürdige Struktur hat zur Folge, dass der gemeinsame Stamm dicker ist als der Hauptstamm unterhalb der Verzweigung. Schaut man sich die beiden vermeintlich verwachsenen Stämme im Vordergrund genauer an, so gewinnt man andererseits den Eindruck, dass die Verwachsung nicht perfekt ist. Eine Narbe zwischen beiden deutet darauf hin, dass sie ihre Saftströme nach wie vor autonom regeln und nicht zugunsten eines einzigen Systems vereinigt hätten, wie es immer mal wieder zu beobachten ist.
Bei diesem – aus forstwirtschaftlicher Sicht – ebenso verkorksten wie – aus naturphänomenaler Sicht – spektakulären Baum handelt es sich um eine Buche. Und Buchen sind bekannt für Verwachsungen (siehe obige Verweise). Aber der vorliegende Fall ist schon eine Nummer für sich.
Ich habe mir gemerkt, wo der Baum ansässig ist bzw. war. Als ich ihn mit einigen Fragen im Hinterkopf erneut besuchte, war er nicht mehr vorhanden. Er ist Forstarbeiten zum Opfer gefallen. Ich befürchte, dass man daraus Kaminholz gemacht und nicht versucht hat, dieses seltene Naturkunstwerk als Ausstellungsstück zu bewahren.

Harztränen im Sonnenlicht

Das Foto zeigt einen Ausschnitt der Schnittfläche eines gefällten Baums. Aus den Poren dringt Harz heraus und formt sich zu einzelnen Tropfen, die wie Wassertropfen aussehen und auch ein ähnliches optisches Verhalten in der Sonne zeigen. Sie wirken wie eine Sammellinse und fokussieren das Sonnenlicht in einem Brennfleck. Da auf diese Weise das Licht an anderer Stelle fehlt, werfen die Tropfen trotz ihrer Durchsichtigkeit einen Schatten.
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Drehwuchs einer Lärche

Manche Bäume haben einen Drehwuchs. Ein solches verdrilltes Wachstum, das äußerlich durch eine spiralförmige Struktur des Stamms zu erkennen ist, kann die Standfestigkeit eines Baumes verbessern und tritt daher besonders in windreichen Standorten auf. Im vorliegenden Fall ist der Drehwuchs jedoch so stark, dass es den Baum spiralförmig gespalten und einen relativ tiefen Riss hervorgerufen hat.
Die durch den Riss getrennten Baumpartien sind eine Antwort auf die Verlängerung der äußeren Holzschichten infolge der Verdrillung. Sie wird zunächst durch eine Spannung im Stamm aufgefangen, was durch eine gewisse Elastizität des Materials ermöglicht wird. Wenn die Spannung nicht mehr durch rückwirkede Kräfte in den Fasern kompensiert werden kann, kommt es zu dem Riss, der sich im Extremfall der Verdrillung entsprechend von unten nach oben um den Baum herumwindet.
Der Riss ist eine ernste Verletzung des Baumes und ein Einfallstor für Schädlinge. Offenbar ist die hier abgebildete Lärche bereits stark geschädigt. Die übermäßige Zapfenproduktion sowie abgestorbene Äste sind ein deutliches Zeichen dafür. Bevor der Baum als Ganzes abstirbt, sollen noch möglichst zahlreiche „Nachkommen“ in die Welt gesetzt werden.
Holzwirtschaftlich gesehen gehört das Phänomen wie auch der schon früher beschriebene Wimmerwuchs zu den Holzfehlern.

Was brauchst du?

was brauchst du? Einen Baum ein Haus zu
ermessen wie groß wie klein das Leben als Mensch
wie groß wie klein wenn du aufblickst zur Krone
dich verlierst in grüner üppiger Schönheit
wie groß wie klein bedenkst du wie kurz
dein Leben vergleichst du es mit dem Leben der Bäume

du brauchst einen Baum du brauchst ein Haus
keines für dich allein nur einen Winkel ein Dach
zu sitzen zu denken zu schlafen zu träumen
zu schreiben zu schweigen zu sehen den Freund
die Gestirne das Gras die Blume den Himmel

Friederike Mayröcker (*1924)

An Julia:
Dem Gedicht Friederike Mayröckers entsprechend sind inzwischen die meisten Bedingungen erfüllt, sodass du in dieser Gewissheit heute deinen Geburtstag begehen und feiern kannst. Dazu gratulieren wir dir, liebe Julia, herzlich und wünschen dir viele Gelegenheiten, sowohl zu den Bäumen aufzublicken (vom Haus aus) als auch unter dem Dach der Bäume zu denken, zu schreiben und zu träumen.
Bedenke außerdem, dass die 38 eine einzigartige Besonderheit hat:  Sie stellt die Reihensumme des einzigen nichttrivialen magisches Sechsecks mit der Seitenlänge n = 3 dar. Daraus müsste sich doch was machen lassen.
(Der Baum mit dem auch etwas in die Jahre gekommenen „Julia“- Tattoo steht übrigens im Hüggel.)

Ein blutender Baum

Der Walnussbaum wuchs schnell. Er breitete seine Äste auch dort aus, wo sie nicht zu gebrauchen waren. Also sägte ich einen störenden Ast ab. Was ich dann erlebte war für mich erstaunlich. Der Baum gab durch die Wunde Säfte in einem Maße ab, dass ich Angst bekam er könnte „verbluten“. Ich verband den Aststumpf mit einer festen Gummimembran und hoffte, dadurch den Saftstrom aufzuhalten. Doch was passierte, sieht man auf dem Foto. Die Membran wurde wie ein Ballon aufgeblasen. Schon nach etwa einer Stunde hatte der Ballon einen Durchmesser von 8 Zentimetern. Am nächsten Morgen war der Ballon geplatzt und der Baum saftete unentwegt weiter. Er tat es etwa eine Woche lang, bis die Wunde schließlich trocknete und sich mit den Baumeigenen Mechanismen zu verschließen begann. Der Baum hat es gut überstanden. Im Herbst gab es keine Einschränkungen in der Nussernte und die Wunde war bereits teilweise mit frischem Gewebe vom Rande her überwulst.
Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht jede Pflanze derartige Flüssigkeitsverluste übersteht. Erstaunlich, mit welcher Stärke der Saftstrom durch das bei vordergründiger Betrachtung dichte Holzgewebe fließt! Man muss wohl davon ausgehen, dass dieser Flüssigkeitsstrom ohne meinen Eingriff für die neuen Triebe und andere Funktionen benötigt worden wäre. Oder weicht hier nur der Wurzeldruck auf die schwächste Stelle aus?

Wenn Bäume sich zu nahe kommen…

Zusammenwachsende Bäume haben es mir in der letzten Zeit angetan. Ich habe kürzlich dazu ein Bild gezeigt, bei dem ein Baum wie das Rohr eines alten Ofens in die Wand in einen anderen Baum einmündete. In der Absicht, mir diesen Doppelbaum noch einmal genauer anzusehen, versuchte ich ihn wiederzufinden. Aber das Sprichwort, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, traf in der Variante zu, dass ich vor lauter anderen Bäumen diesen einen nicht wiederfand. Aber die Suche hat sich dennoch gelohnt. Denn wie ein Wunder traf ich einen anderen Baum an, in dem eine Vorstufe der gezeigten Vereinigung zu sehen ist. Weiterlesen

Wenn es eng wird, wächst man zusammen.

Vor längerer Zeit las ich in dem Roman „Adam Bede“ Baum_DSC0080a.jpgvon George Eliot (1819 – 1880) eine Passage, in der jemand einen bzw. zwei Buchen vor sich hat und darüber spekuliert, ob es nun einer oder zwei Bäume seien. Ich zitiere die Stelle, weil ich mehrfach vor einer ähnlichen Situation stand, bis ich schließlich eine Kamera dabei hatte, um derartige „Begegnungen“ mit den Wundern der Natur, soweit es eben möglich ist, fotografisch zu dokumentieren: Weiterlesen

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