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Biologie

Diese Schlagwort ist 16 Beiträgen zugeordnet

Wenn Bäume sich zu nahe kommen…

Zusammenwachsende Bäume haben es mir in der letzten Zeit angetan. Ich habe kürzlich dazu ein Bild gezeigt, bei dem ein Baum wie das Rohr eines alten Ofens in die Wand in einen anderen Baum einmündete. In der Absicht, mir diesen Doppelbaum noch einmal genauer anzusehen, versuchte ich ihn wiederzufinden. Aber das Sprichwort, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, traf in der Variante zu, dass ich vor lauter anderen Bäumen diesen einen nicht wiederfand. Aber die Suche hat sich dennoch gelohnt. Denn wie ein Wunder traf ich einen anderen Baum an, in dem eine Vorstufe der gezeigten Vereinigung zu sehen ist. Weiterlesen

Zur schlingenden Umarmung von Natur und Technik

Auf der Suche nach festem Halt, treibt die Gurkenpflanze Triebe in den freien Raum und „tastet“ ihn mit auffälligen Suchbewegungen nach geeigneten Gegenständen ab. Meist findet sie etwas und sobald der Kontakt hergestellt ist, windet sich der Trieb um den Gegenstand und zurrt ihn fest. Damit hat die Gurke eine weitere stabile Stütze geschaffen, die schließlich schwere Früchte tragen können muss. Weiterlesen

Wenn es eng wird, wächst man zusammen.

Vor längerer Zeit las ich in dem Roman „Adam Bede“ von George Eliot (1819 – 1880) eine Passage, in der jemand einen bzw. zwei Buchen vor sich hat und darüber spekuliert, ob es nun einer oder zwei Bäume seien. Ich zitiere die Stelle, weil ich mehrfach vor einer ähnlichen Situation stand, bis ich schließlich eine Kamera dabei hatte, um derartige „Begegnungen“ mit den Wundern der Natur, soweit es eben möglich ist, fotografisch zu dokumentieren: Weiterlesen

Klatschmohnrot im Sommer 2017

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Pop! Warum Popcorn knallt und 37 weitere überraschende physikalische Alltagsrätsel

Pop! - Spektrum der Wissenschaft Spezial Physik - Mathematik - Technik 3/2016Schlichting, H. Joachim. Spektrum der Wissenschaft Spezial 3 (2016), 82 Seiten

Der Alltag wartet mit einigen Überraschungen auf, wenn man bereit ist, seine Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen. Oft sind es gerade die unscheinbaren Dinge, an die wir uns gewöhnt haben, die unversehens zu einer neuen Wirklichkeit werden. Wie schafft es beispielsweise das Wasser bis in die Baumspitzen? Warum springt Popcorn wild in der Pfanne herum?

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Besser gemeinsam als gegeneinander

Zusammenwachsende-BäumeIch stelle mir die Situation so vor. Zwei Samenkörner wachsen erfolgreich in nächster Nachbarschaft zu kleinen Bäumchen auf. Zunächst stören sie sich noch nicht. Je größer sie werden, desto mehr konkurrieren sie um Raum. Schließlich gibt der etwas Zurückgebliebene von beiden (der Klügere?) auf und schließt sich – wie auch immer – dem erfolgreicheren Partner an. Wie anders könnte man die Situation deuten? In beiden Stämmen ist Leben. Offenbar tragen beide mit ihren getrennten Wurzelwerken zur Wasser und Nährstoffzufuhr bei. Hat schon jemand von einem so kuriosen Zusammenspiel gehört?

Eine andere Möglichkeit, die enge Nachbarschaft kreativ zu gestalten, haben die beiden in einem früheren Beitrag dargestellten Bäume gewählt: Honi soit qui mal y pense.

Lebende Juwelen

GoldfliegeSchlichting, H. Joachim. Spektrum der Wissenschaft 5 (2016) S. 42

Im Sonnenlicht erstrahlen viele Insekten in buntem, metallischem Glanz. Er kommt nicht etwa von Farbpigmenten, sondern von dünnen Strukturen im Panzer und den Flügeln.

Ich kann nicht die Intensität erreichen, die
sich vor meinen Sinnen entwickelt, ich
besitze nicht jenen wundervollen Farbenreichtum,
der die Natur belebt.
Paul Cézanne (1839 – 1906)

PDF: Lebende Juwelen

Von Stein- und Scheinfrüchten

Steine_Früchte2Steine? Schaut genau hin! Es sind nicht nur Steine, sondern auch Feigen, die wie die Steine des Untergrunds aussehen, auf dem die Feigenbäume wachsen. Jedenfalls kam mir der Gedanke, als ich auf der Kanareninsel „La Palma“ Feigen zu essen bekam. Das Gestein vulkanischen Ursprungs kommt in den verschiedensten Variationen bezüglich der Farbe, Härte, Dichte, Form und Größe vor und ist das Ergebnis unterschiedlicher erdgeschichtlicher Prozesse, die die Insel als Ganzes und im Detail geformt haben.
Wir haben es also mit Steinfrüchten zu tun. Nicht ganz. Nur die einsame Dattel, die sich auch noch unter die Steine gemischt hat, darf diesen Titel rechtmäßig in Anspruch nehmen. Alles andere sind Scheinfrüchte.   Damit meine ich nicht nur die Steine, sondern auch die Feigen, die wie beispielsweise auch die Erdbeere einen  Steinfruchtverband darstellen.

Klau für den Bau

Rupfende_Meise_rvWolleinlagen für die Gartenschuhe sind in diesen Tagen noch ein gutes Mittel gegen die Kälte. Das muss sich auch die kleine Meise gedacht haben, die sich hier ungeniert bedient, um damit ihr Nest zu isolieren. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte sie einen weißen Rauschebart, aber in Wirklichkeit handelt es sich nur um einen vollen Schnabel. Sie blickt aufgeregt auf die Fotografin, die sie auf frischer Tat ertappt hat und versucht einzuschätzen, ob sie flüchten muss, oder der bereits erbeuteten Wolle noch einige Fäden hinzufügen kann. Weiterlesen

Künstlerische Aktivitäten eines Käfers

Fraßgänge-des-BuchdruckersWas wie ein grafisches Kunstwerk aussieht, ist ein Produkt des Borkenkäfers, der unter der Borke von Bäumen (vor allem Nadelbäume) seine erste Lebensphase verbringt. Man sieht hier die Fraßgänge der Larven, wie sie sichtbar werden, nachdem die abgestorbene Borke abgehoben wird. Die Larven ernähren sich vor allem vom Bast, dem lebenden Gewebe unter der Borke.
Eine verbreitete Borkenart ist der Buchdrucker, der vor allem Fichten anfällt. Die Bezeichnung Buchdrucker geht nicht etwa auf die Baumart der Buche zurück, jedenfalls nicht direkt, sondern spielt auf die Ähnlichkeit der Larvengänge mit geschnitzten Buchstaben an. Die ästhetische Wirkung des Fraßgebildes verdankt sich vermutlich der Tatsache, dass es hier annähernd um eine optimale Struktur handelt. Die Larven scheinen die Gänge so angelegt zu haben, dass sie einander einerseits möglichst wenig in die Quere kommen und andererseits die Fläche so gut wie möglich ausnutzen.

Rätselfoto des Monats Juni 2014

101_Kugeltropfen_hydrophilWas denn nun, hydrophil oder hydrophob?

Erklärung zum Rätselfoto des Vormonats: Nebelbildung am Propeller

Bäume im Waschbrettoutfit

WimmerungEine Wanderung auf dem Herrmannsweg (Teutoburger Wald) führte uns in der Nähe von Borgholzhausen an eine Gruppe von Bäumen vorbei, deren Stamm merkwürdige waschbrettartige Querstreifen aufweist. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass es sich nicht nur um periodische Farbwechsel handelt, sondern um wulstartige Auswüchse. Weiterlesen

Christo was here

GespinstmotteIch staunte nicht schlecht, als ich auf einer Wanderung an der Ems bei Telgte auf eine Gruppe fast vollständig eigekleideter bzw. verpackter Bäume traf (obere Abbildung). Es drängte sich mir sofort der Gedanke auf, dass hier ein Verpackungskünstler am Werk war. Die Bäume samt ihrer Äste waren derart sorgfältig mit einer dünnen  Folie überzogen, dass ich meinte einen natürlichen Ursprung ausschließen zu müssen.  Denn wenn man vor einem solchen Baum steht und das ziemlich reißfeste und elastische Material in die Hand nimmt, wird man eher an Kunststoff als an ein Produkt natürlicher Herkunft erinnert. Und dennoch sind es kleine Tiere, Raupen der Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella), die diese „Kunstwerke“ als Gemeinschaftswerk sehr vieler Individuen hervorbringen. Weiterlesen

Die Gestalt von Bäumen- zufällig oder gesetzmäßig?

Rodewald, Bernd; Schlichting, H. Joachim. In: Praxis der Naturwissenschaften – Physik 37/5, 7 (1988).

Es ist die Absicht dieses Beitrags, einige physikalische Grundprinzipien aufzuzeigen, welche die Architektur eines Baumes entscheidend bestimmen. Denn obgleich es keine zwei Bäume zu geben scheint, die sich vollständig gleichen, können die vielfältigen Verästelungen und Verzweigungen eines Baumes nicht reine Produkte des Zufalls sein. Gewisse Regelmäßigkeiten, welche einen Baum als „Baum“ erkennbar werden lassen, …

PDF: Die Gestalt von Bäumen- zufällig oder gesetzmäßig?

Wenn Wasser schlüpfrig und Luft klebrig wird… Zum Einfluß der Größe auf Form und Fortbewegungsart schwimmender Tiere.

Rodewald, Bernd; Schlichting, H. Joachim. In: Praxis der Naturwissenschaften – Physik 37 /5, 22 (1988).

Wir wissen aus eigener Erfahrung vom Radfahren, Schwimmen oder Waten in brusthohem Wasser: Wasser und Luft setzen einem bewegten Körper einen Widerstand entgegen, dessen Größe offensichtlich von der Geschwindigkeit abhängt und den wir in Wasser stärker spüren als in Luft. Allerdings scheinen die für uns spürbaren Größenverhältnisse nicht so einfach auf andere bewegte
Objekte übertragbar zu sein. Im Gegensatz zum Menschen erfährt ein Delphin im Wasser wenig Widerstand und erreicht dadurch Spitzengeschwindigkeiten von mehr als 8m/s. Und während umgekehrt die Luft für das Gehen des Menschen kaum ein Hemmnis darstellt, scheint sie für Blütenpollen oder die feinen Wassertröpfchen der Wolken geradezu klebrig zu sein. Deshalb fallen die Wolken trotz der weitaus größeren Dichte von Wasser gegenüber
Luft nicht „vom Himmel“.

PDF: Wenn Wasser schlüpfrig wird

Ikarus‘ Traum und die aerodynamische Wirklichkeit

Schlichting, H. Joachim; Rodewald, Bernd. In: Praxis der Naturwissenschaften – Physik 35/5, 7 (1986).

,,Der Mensch ist kein Vogel / es wird nie ein Mensch fliegen“ läßt Brecht (1967) den Bischof in seinem Gedicht ,,Der Schneider von Ulm“ sagen. Diese Aussage ist auch heute noch richtig – jedenfalls, wenn man den Flug aus eigenem Antrieb meint. Wir wollen im folgenden die physikalischen Gründe hierfür erörtern und dabei ein einfaches Modell für den Vogelflug diskutieren. Insbesondere soll untersucht werden, wie es den Fliegern gelingt, die jede Bewegung hemmende Luft sozusagen zur Voraussetzung des Fliegens zu machen. Dabei geht es insbesondere um die Frage, warum dieses kleinen Tieren leichter gelingt als großen und welche physikalischen Prinzipien dafür  verantwortlich sind, daß ab einer bestimmten Größe Fliegen aus eigenem Antrieb nicht mehr möglich ist. Mit der Absicht einer möglichst einfachen Darstellung werden wir von den Details der Vo rtrieberzeugung durch Flügelschlag absehen, die für den Vogelflug zwar wichtig, für ein prinzipielles Verständnis des Fliegens aber entbehrlich sind. Damit können wir den Auftriebsmechanismus getrennt vom Vortriebsmechanismus behandeln und
von ähnlichen einfachen Verhältnissen wie beim Flugzeug ausgehen, welches gleichsam als Modell für ein fliegendes Tier angesehen werden kann.

PDF: Ikarus‘ Traum und die aerodynamische Wirklichkeit