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Blätter

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Natürliche Lichtmalerei

Zu erkennen ist der Rand eines Blatts. Dass es sich um ein Teichrosenblatt handelt, ist schon etwas schwieriger auszumachen. Und dass die skurrilen geschwungenen Formen der Schatten eben dieses Blatts ist, der durch das Sonnenlicht auf dem flachen hellen Boden eines Beckens geworfen wird, scheint den Regeln der geometrischen Schattenbildung sogar zu widersprechen.
Und doch ist es so. Wer immer sich die schönen Blüten der Teichrose anschaut, sollte auch mal einen Blick auf die Blätter richten. Wenn dann auch noch ein flacher Teichboden vorhanden ist und die Sonne scheint, hat sie oder er eine reale Chance, dieses skurrile aber naturschöne Bild zu genießen.
Der physikalische Hintergrund dieses Phänomens wurde in einem früheren Beitrag beschrieben.

Die Komplexität der einfachen Dinge

Einfache Dinge

Einerlei geh ich
Zweierlei seh ich
Dreierlei leb ich
Viererlei freut mich am Tage

Einerlei sag ich nicht
Zweierlei trag ich nicht
Dreierlei hab ich nicht
Viererlei schreckt mich zu Tode
*

Die Blätter der Kletterhortensie wachsen nach einem mathematisch anmutenden Prinzip: jeweils zwei sich gegenüberliegende Blätter wachsen im rechten Winkel zum Vorgängerpaar heran, sodass die dritte Blattgeneration wieder parallel zur ersten ausgerichtet ist und so immer weiter…
Aber ebensowenig wie die Blätter damit das Abzählen erleichtern wollen, geht es in dem Gedicht von Elisbeth Borchers um einen Abzählreim. Dazu einen Kommentar von Michael Braun:

Manchmal tarnt sich ein Gedicht als Kindervers, indem es in der Manier eines Abzählreims daherkommt. Auch was sich im Text der 1926 geborenen Elisabeth Borchers als bloße Repetition und Variation ausgibt, entpuppt sich als ein vertrackter Vers über die Ambivalenzen und Widersprüche der menschlichen Existenz. In den fünfzig Jahren literarischer Produktion hat die Dichterin ihre diskrete Schreibweise immer mehr verfeinert, ihre lyrische Diktion wurde im Verlauf dieser Jahre immer asketischer.
Zwischen „einerlei“ und „zweierlei“ liegt in diesem um 1980 entstandenen Gedicht nicht nur eine klangliche und numerische Differenz, sondern ein Abgrund an meist negativen Bedeutungen. „Einerlei “ meint ja etwas Monotones, „Zweierlei“ oder „Dreierlei“ dagegen ein sich vergrößerndes Feld an Widersprüchen. So sind schon die positiven Setzungen der ersten Strophe doppelbödig; in den Negationen der zweiten Strophe verschärfen sich die Widersprüche und Paradoxien, so dass am Ende die Vielfalt der Bedrohungen das lyrische Ich „zu Tode erschrecken“.**


* Elisabeth Borchers (1926 – 2013). Alles redet, schweigt und ruft. Gesammelte Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M.  2001
** Michael Braun, Deutschlandfunk-Lyrikkalender 2008, Verlag Das Wunderhorn, 2007 (aus: PlanetLyrik)

Leuchtende Blätter im Herbst

Dieser Wald ist an einer Stelle derart hell, dass es im ersten Moment so aussieht, als würde das Blattwerk aus sich heraus leuchten. Es ist aber nur das einfallende Sonnenlicht, das hier von den Blättern bereitwillig wieder abgegeben wird.
Dadurch dass im Herbst viele Bäume ihren Blättern das Blattgrün entziehen, nehmen diese meist die Farbe der zurückbleibenden Farbstoffen an, die bislang vom Blattgrün überdeckt wurden. Dies sind vor allem Carotinoide und Gerbstoffe. Die Carotinoide treten in dem Maße hervor, wie das Blattgrün verschwindet und färben beispielsweise Birkenblätter und Lärchenblatter gelb. Die Gerbstoffe sind für die Braunfärbung von Buchen und Eichen verantwortlich. Bei manchen Bäumen werden aber aber auch Farbstoffe, z.B. die Anthocyane neu gebildet. Sie sollen das Blatt solange vor Schädigungen durch das Sonnenlicht zu schützen, wie die Nährstoffe gesichert werden. Anthocyane rufen die Rotfärbung mancher Bäume, zum Beispiel beim Ahorn oder wilden Wein hervor. Im vorliegenden Fall reflektieren die zurück gebliebenen hellen Farbstoffe mehr Licht als es normalerweise der Fall war..

Neue Triebe

Hier hat jemand zwei Bäumen den Garaus machen wollen, indem er oder sie ihm einen Streifen aus der Rinde herausgeschnitten hat. Dabei sind nicht die Borke, sondern auch Bast und Kambium betroffen, sodass der Nährstofftransport von den Wurzeln in die Blätter oder jahreszeitlich bedingt auch umgekehrt irreversibel unterbrochen wurde.
Zumindest einer der Beiden hat noch nicht aufgegeben. Frisches Grün sprießt seitlich heraus… Ob er eine Chance hat?

Der wilde Wein macht den Anfang…

Bei uns macht der wilde Wein den Anfang mit der Sicherung des Chlorophylls und dem damit verbundenen Hervortreten der bislang überdeckten Blattfarben. Merkwürdigerweise scheint dadurch das Ausbreitungsbegehren dieser alles einnehmenden Pflanze bislang noch nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Jedenfalls sind die nach Haltemöglichkeiten suchenden Ranken noch in voller Aktion mit all ihren lustigen Fehlleistungen (oder sind es spielerischen Anwandlungen), wenn sie sich z.B. gegenseitig umschlingen (unteres Foto).
Die Ranken beim wilden Wein sind aus Sprossachsen hervorgegangen und nehmen offenbar genauso farbenprächtig an der herbstlichen Verfärbung teil wie die Blätter.
Wenn die herbstlichen Verfärbungen nicht biologische Notwendigkeit wären, hätte man sie aus rein ästhetischen Gründen erfinden müssen.

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Anhängliche Seifenblase

Die Seifenblase hat das grüne Weinblatt in seine Oberfläche integriert. Der kleine Zweig schräg darüber befindet sich außerhalb der Blase.

Seifenblasen bestehen aus einem kugelförmigen Film aus Seifenwasser, der innen mit Luft oder einem anderen Gas gefüllt und außen von Luft umgeben ist. Wenn man Seifenblasen auf die Reise schickt, so kommen sie meist nicht sehr weit, weil sie vorher platzen. Ihre Lebensdauer ist vor allem aus zwei Gründen stark begrenzt. Der Wasserfilm wird zum einen durch Verdunstung von Wasser und zum anderen durch das schwerkraftbedingte Abfließen von Wasser immer dünner. Wenn man genau hinschaut, sieht man unten an der Blase einen entsprechend wachsenden Wassertropfen hängen.
Da die Natur dazu tendiert unter den gegebenen Umständen so viel Energie wie möglich an die Umgebung abzugeben (2. Hauptsatz der Thermodynamik), wird die Oberfläche des Seifenfilms so klein wie möglich. Denn die Oberflächenenergie ist proportional zur Oberfläche. Das erklärt zum einen, warum die Seifenblase Kugelgestalt hat, zum anderen, dass die Luft im Innern des Seifenfilms zusammengepresst wird, bis der dadurch entstehende Innendruck einer Verkleinerung der Blase Einhalt gebietet.
Sobald die Dicke der Seifenhaut ein kritisches Maß unterschreitet, führt der Innendruck zum Platzen der Blase. Die Blase platzt manchmal auch schon vorher, wenn sie beispielsweise mit bestimmten Hindernissen kollidiert und zerrissen wird. Denn sobald ein Loch in der Seifenhaut entsteht, entweicht das Gas aus dem Innern und der Wasserfilm schnurrt zu Wassertropfen zusammen. Jeder kennt den enttäuschenden Versuch von Kindern, Seifenblasen aufzufangen. Sobald die Blase berührt wird, zerplatzt der schöne Traum. Weil die Haut der Hände wasserliebend (hydrophil) ist, sich also benetzen „möchte“ saugt diese bei Berührung gewissermaßen das Wasser aus der Blase.
Ähnliches gilt für viele weitere Gegenstände. Interessanterweise gehören manche Blätter nicht dazu. Im Gegenteil, die Seifenblase integriert manchmal eine Blattoberfläche in ihre eigene mit ein und bleibt an dem Blatt hängen (siehe Foto). Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Blatt feucht ist. Auf diese Weise – bis auf kleine windbedingte Schwankungen immobil geworden – überlebt die Blase in vielen Fällen erstaunlich lange. Man kann die Blase von allen Seiten betrachten und dabei die Spiegelungen von Gegenständen im Zusammenspiel mit den Gegenständen selbst genießen, sowie das farbliche Irisieren der Seifenhaut bewundern.

Grün – die Farbe des Frühlings

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Die Bäume schlagen aus…

Zwar ist der Mai noch nicht gekommen, aber einige Bäume haben es offenbar so eilig, endlich grün zu werden, dass sie dem alten Liedtext nicht folgen und voreilig die Blätterknospen sprießen lassen. In einer „erhebenden“ Perspektive erblickte ich die ersten neuen Blätter in einem Buchenwaldstück mit altem Baumbestand. Ich bin sehr erstaunt, dass hier kein einheitliches Verhalten zu beobachten ist – eine der Buchen ist den anderen in der Runde um Längen voraus.


Eine ähnliche Beobachtung konnte ich in den Vorjahren bereits an Eichen machen. Eine der zweihundertjährigen Eichen hinkte den anderen im Blattwachstum hinterher. Ich erklärte mir das damit, dass es möglicherweise eine andere Art sei. Das scheint sich aber nicht zu bestätigen. Denn im letzten Jahr starteten sie alle etwa gleichzeitig mit dem Blattaustrieb. Ich bin gespannt, wie es in diesem Jahr ausgehen wird.
Da werde nun einer schlau aus den Bäumen.





Sie konnten zueinander nicht kommen…

Während die schemenhaft zu erkennenden Blätter auf dem Grund des Teiches bereits seit längerem ihrer natürlichen Bestimmung nachgehen, nämlich sich zu zersetzen, warten zwei zu spät gekommene Blätter gewissermaßen vor der Tür. Sie waren zu spät dran und inzwischen hat sich eine Eisschicht dazwischen geschoben, die die Vereinigung verhindert. Im Moment können sie mit ihren Schicksalsgenossen nur mit Abstand kommunizieren. Aber warum sollte es ihnen besser gehen als uns Menschen.
Aber eigentlich wollte ich nur eine, wie ich finde, naturschöne Situation zeigen. Die Eisschicht ist übrigens durch eingefrorene Schneeflocken wie Strukturglas modelliert. Der schwache Grau-Blauschimmer reflektiert den bedeckten Himmel. Und nur dort, wo dieses „störende“ Licht durch den Schatten eines Baumes abgeblockt wird, schafft es das von den Untergrundblättern ausgehende Licht einen schemenhaften Eindruck auf unserer Netzhaut zu hinterlassen.

Schneeblatt

Als ich gestern Morgen aus dem Haus ging, war die Welt seit langem mal wieder schneeweiß. Von den am Wegrand vor sich hin faulenden Blättern des Herbstes war nichts mehr zu sehen. Alles sah so reinlich aus. Doch dann wie eine Gestalt gewordene Ironie meiner Gedanken, hatte sich ein Blatt auf die Schneedecke gelegt und gab ein naturschönes Bild ab. Woher es kam, war nicht herauszufinden. Es war einfach nur schön – naturschön.

Eisblätter

Ein Stillleben aus zwei verschiedenen ins Eis geprägten Blättern, einem pflanzlichen und einem kristallinen. Während das pflanzliche Blatt als Wärmeabsorber sich bei Sonnenschein etwas in die Eisschicht eingeschmolzen hat und dann festgefroren ist, verdankt sich die dendritische Blattstruktur einem komplexeren Geschehen. Das Wasser des hier gefrorenen Teichs enthält gelöste pflanzliche Substanzen, die durch verrottende Biomaterie ins Wasser gelangt ist. Einige Bestandteile sammeln sich an der Oberfläche und werden beim Gefrieren als grau und manchmal farbig erscheinende Schicht bemerkbar. Wenn beim finalen Zufrieren der Eisdecke durch eine Schwachstelle reines Wasser auf die Oberfläche gelangt und sich ausbreitet wird die ölhaltige Substanz wegen ihrer größeren Viskosität dendritisch verdrängt, was sich in dem dunklen Muster widerspiegelt.

Ein grünes Blatt

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
Ich nahm es so im Wandern mit,
Auf dass es einst mir möge sagen,
Wie laut die Nachtigall geschlagen,
Wie grün der Wald, den ich durchschritt*

Ich nahm im Sommer mehrere grüne Blätter mit. Alle sind inzwischen vertrocknet. Nur eines hat zumindest einen Schimmer von Grün und seine Form weitgehend behalten – aber es hat Stacheln…


* Theodor Storm (1817-1888)

Der morbide Charme des Verfalls

Hier sind sie noch einmal versammelt: die Früchte, die Blätter, das Sonnenlicht und die durch sie verkörperte Erinnerung an den vergangenen Sommer. Es sieht so aus, als seien sie überein gekommen,  eine letzte Schönheit in den bevorstehenden Untergang und das anschließende Verfaulen der Blätter und Früchte auf dem Boden des Gewässers zu legen.
Auch die schemenhaft gespiegelte Sonne symbolisiert eine Art Niedergang in winterliche Niederungen. Jedenfalls steigt sie bis zur Wintersonnenwende noch eine Etage tiefer und wird immer mehr zu einer bloßen Verheißung  ihrer selbst. Und das alles, weil sich die Erde dank der Neigung ihrer Achse zur Ekliptik mit ihrer Nordhalbkugel ein Stück weit von der Sonne abwendet.  Ihre wärmenden und erhellenden Strahlen fallen nur noch ziemlich flach ein, sodass sie einen wesentlich längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen müssen. Und weil dieser Weg auch noch durch die dichten, tieferen Atmosphärenschichten führt sind die Einbußen an Lichtenergie vor allem durch Streuprozesse besonders groß.

Die letzten Blätter

Die letzten Blätter einer Buche in eindrucksvoller Illumination. Die schräg einfallenden Sonnenstrahlen bringen das Goldene der bereits vom Chlorophyll befreiten Blätter im Kontrast zur dunklen Umgebung besonders lichtstark hervor. Die zusätzlich zum Leuchten gebrachten Tropfen, die noch vom vorangegangenen Regenschauer an den Ästen hängen, machen daraus etwas Naturschönes.

Schönheit des Verfalls

Zunächst waren es nur Fraßspuren irgendwelcher Insekten. Dann machte der Baum daraus ein Kunstwerk. Gibt es eine schönere Art auf den „Angriff“ der Insekten zu reagieren als diesen?

Ich vermute, dass man diese Verfärbungen im Rahmen der inzwischen einsetzenden Aktivitäten des Baumes sehen muss, Chlorophyll zur Deponierung an anderen Stellen aus den Blättern abzuziehen. Die durch den Fraß verdünnten Stellen geben als erste die Herbstfarben frei.

Blätter im Sonnenlicht

Das zierlich eingekerbt-, und nett-gezackte Laub,
Wodurch die Adern sich bis an die Ecken,
Voll klares Safts, wie Blut, erstrecken,
Ist recht verwunderlich geweb´t. Solch eine Menge
Stets wiederum aufs neu geteilter zarter Gänge
Durchflicht das ganz Blat, wodurch es sich vereint,
Und, wie ein grünes Fleisch, voll grüner Adern scheint.
Ein Blat beschattet oft das ander´, und vermehret,
Durch seine dunk´le Zierlichkeit
Der Schatten, Bildungen und Farben Unterscheid.


* Barthold, Hinrich Brockes (1680 – 1747). Im grünen Feuer glüht das Laub. Weimar o.J., S. 31

Schmetterling (1) – wandelnde Blumen der Luft

Das Gras stand dicht…, und die Schmetterlinge, diese wandelnden Blumen der Luft, wimmelten wie Blätter im Herbst über die blumengeschmückten Wege.

aus: Felix Timmermans. Das Glück der Stille. Frankfurt 1997 Weiterlesen

Der lachende Nussbaum

Während im vergangenden Jahr ein Kälteeinbruch die Blüten des Walnussbaumes erfrieren ließ, sodass die Nussernte im Herbst ausfallen musste, hat der Nussbaum in diesem Jahr gut lachen. Ich auch!
Ich gehe davon aus, dass ich in diesem Jahr wieder in den GeNuss der WalNuss kommen werde.

 

… und Ein großer Nußbaum

Ein großer Nußbaum stand wie eine grüne Laube,
Ein Weg ging drunter hin im Staube,
Fern lag ein Dorf, ein Fluß mit Berggeländen.
Der große Baum hielt in den grünen Blätterhänden
Landschaften gleich wie farbige Gedanken,
Die bald voll Wolken standen, bald im Licht versanken.
Und Du und ich, wir lehnten in dem Schatten
Und teilten mit dem Baum was wir im Herzen hatten.

Max Dauthendey (1867 – 1918)

 

 

Zufallsstrukturierte Blattlandschaften

blattaderlandschaft_rvBlätter sind durch Adern strukturiert, die oft sehr stark an Straßennetzwerke erinnern, bei denen von den Autobahnen Hauptstraßen und von diesen Nebenstraßen usw. abzweigen, sodass jede Landschaftsparzelle erreicht werden kann. Ganz ähnliche Strukturen bieten sich manchmal den Flugreisenden an, wenn sie die Landschaften von oben betrachten. Weiterlesen

Die Grazie des Blätterfalls im Herbst

Blätterfall-DSC03055babWer einmal einen Blätterfall im Herbst beobachtet hat und vielleicht sogar mitten in eiem Schwall herunter torkelnder, gleitender, rotierender und andere Kapriolen schlagender Blätter wie Goldmarie im Märchen stand, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier kein bloßer freier Fall vorliegt, sondern ein eindrucksvoller Tanz, desen Choreografie durch Zufall und Notwendigkeit geschrieben wurde. Weiterlesen

Pappelversteher

Angesichts des nicht aufhören wollenden Regens scheinen selbst die Pappeln den Eindruck zu gewinnen, dass der Herbst beginnt. Jedenfalls vermittelt dieses säuberlich vom Blattgrün befreite und anschließend abgeworfene Blatt einen solchen Eindruck. Angesichts eines Blicks auf den Kalender gehe ich mal davon aus, dass die Pappel sich geirrt hat und mit dem Abwurf des gelben Blattes nur ihrem inneren Gefühl Ausdruck verleihen wollte, dass es nun genug sei. So sehr ich den Regen – in Maßen – mag, kann ich die Pappel in gewisser Weise verstehen. Da hilft nur noch ein Gedicht. Weiterlesen

Schönheit und Verfall

Aesthetik_und_VerfallAlles, was sich in den Werken der Natur vollzieht, hat seine Anmut und seine Schönheit. Die Feige spaltet sich, wenn sie in voller Reife ist, die überrreife Olive ist fast entstellt, aber die Frucht hat doch noch eine besondere Schönheit.

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Herbst – ein Feuerwerk der Farben

herbstfarben_dscf9195a_rvWenn die Herbstblätter im Lichte der tiefstehenden Sonne in bunten Farben geradezu aufflammen, so erscheint mir das wie ein Feuerwerk mit der eine festliche Veranstaltung ihren gebührenden Schluss findet. Jetzt werden die Tage kürzer, immer mehr Blätter fallen, sinken, flattern, schweben, fliegen, schlenkern, purzeln, gleiten, segeln, taumeln, stürzen… in dieser Zeit zu Boden, einzeln oder manchmal auch in Gruppen wie auf ein Kommando.
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Wenn der bunte Schleier fällt…

Indian-Summer-DSCF2539Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräfitg die gedämpfte Welt
Im warmen Golde fliessen.

Eduard Mörike ( 1804 – 1875 )

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Bilanzieren des Blätterfalls

Der Herbst, der der ErdeHerbst-1-DSC03066rv
Die Blätter wieder zuzählt,
die sie dem Sommer geliehen hat

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

Wenn im Herbst auf der Nordhalbkugel der Erde die Blätter fallen, bewegt sich Masse von oben nach unten. Diese Einsicht hat doch tatsächlich einige Leute auf die Frage gebracht, ob dies eine Auswirkung auf die Bewegung der Erde habe. Das ist eine sogenannte Fermi-Frage. Eine Antwort, die ich dazu gefunden habe ist, dass die Erde dadurch beschleunigt werde, aber nur gaaanz wenig. Darüber kann man sich streiten – wenn man möchte.

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