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Blau

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Himmelblaue Dünen

Dies liefert uns die Erklärung für ein sehr eigenartiges Phänomen, dem die Maler viel Aufmerksamkeit gewidmet haben, und daß Anlaß einer Denkschrift von Herrn de Buffon gewesen ist, dessen physikalische Ursache jedoch meines Wissens noch niemand angegeben hat; die Schatten nehmen dies Morgens und des Abends eine intensiv blaue Färbung an, und wenn eine Kerze an die Stelle der Sonne tritt und diese noch nicht aufgegangen ist, aber kurz davorsteht, entsteht fast dieselbe Wirkung. Dieses Phänomen wird von der Luftfarbe der Atmosphäre, welche diese Schatten beleuchtet und in der die blauen Strahlen vorherrschen, verursacht: die blauen Strahlen prallen in großen Mengen schräg zurück, während die roten, die sich weiter weg in gerader Linie verlieren, den Schatten nicht modifizieren können, weil sie sich nicht oder weit weniger reflektieren.*

Die eigenartige Wirkung, die von diesem Bild ausgeht, liegt vermutlich darin begründet, dass Dünen und Schatten ziemlich genau in Komplementärfarben erstrahlen. Die Aufnahme erfolgte am frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang.


* Pierre Bouguer. Traité d’optique sur la gradation de la lumiére (1760) zit. in: Michael Baxandal.Löcher im Licht; München 1998; S. 126-127

Blaustich

Impressionen aus der Krummhörn 9

Die Dominanz des blauen Himmels macht sich in der überwiegenden Farbtönung des nebeligen Morgens bemerkbar. Die winzigen Wassertröpfchen des Nebels streuen das Himmelslicht in alle Richtungen, sodass das Blau alle anderen Farben übertönt. Damit geht eine eigenartige Stimmung einher, die noch dadurch verstärkt wird, dass Geräusche gedämpft werden und eine dumpfe Stille herrscht.

Gelb am Abend

Gestern Abend als es schön dämmerte fielen mir die farbkräftigen Blüten der Goldrute durch ihr intensives, die anderen Farben dominierendes Gelb auf. Es war als würden sie von innen leuchten. Der Blauschimmer des Himmels kann im Unterschied zu den meisten anderen Farben dem Gelb nichts anhaben, weil offenbar der vergleichsweise starke Blauanteil im Abendlicht von den gelben Blüten absorbiert wird. Denn Gelb ist die Komplementärfarbe von Blau, jedenfalls von diesem Blau. Um diese These zu überprüfen, habe ich das Foto in den Komplementärfarben daneben gestellt. Und siehe da, das Gelbe wird durch ein kräftigen Blau ersetzt. Und der unten links zu sehende Straßenabschnitt, der das Blau des Himmels besonders gut wiedergibt, nimmt stattdessen einen erstaunlich satten Gelbton an.

Der Blick ins Blaue

Die fernen Berge versinken in einem hellen Blau. Dort irgendwo muss unser Ziel sein. Wir sind den Weg noch nicht gegangen, wir wissen nicht, was uns erwartet – wir gehen ins Blaue.
Ins Blaue gehen ist mit Unvorhersehbarkeiten, aber auch bewusster Planlosigkeit und dem damit verbundenen Wunsch nach Überraschungen verbunden.
Physikalisch gesehen ist das Blau der Ferne aus zahlreichen Streuvorgängen des Sonnenlichts an den Luftmolekülen hervorgegangen. Das Licht hat Wege zurückgelegt, die nicht zurück verfolgt werden können. Die ganze Erde ist von einem Blauschimmer umgeben – wir leben auf dem blauen Planeten.

Doch was steckt hinter dem Blau? Erwartet man etwas von ihm, wenn man ins Blaue geht oder fährt? Eine Antwort findet man in Kurt Tucholskys heiter melancholischer Sommergeschichte Schloss Gripsholm: „Dann blickten wir wieder zum Himmel auf. Da war nichts. Er lag glatt, blau und halbhell. Da war nichts.

In welches Blau blickt der Mensch auf dem Foto?


* Kurt Tucholsky. Schloss Gripsholm. Hamburg 2014, S. 56

Schwelgen im Blau

Blau, ein Amalgam, in dem sich das Beständige mit dem Beweglichen, die Erwartung mit dem Sprung mischt.*

Wie wir einen angenehmen Gegenstand, der vor uns flieht, gern verfolgen, so sehen wir das Blaue gern an, nicht weil es auf uns dringt, sondern weil es uns nach sich zieht.**


* Thierry Fabre (*1960), französischer Essayist
** Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Blau-bleu-blue

Blau? Das ist für mich die Farbe meiner Träume.

Joan Miro (1893 – 1983)

Blau – die Farbe meiner Träume

Blau

They said, ‘You have a blue guitar,
You do not play things as they are.’
The man replied, ‘Things as they are
Are changed upon the blue guitar.’

Wallace Stevens (1879 – 1955) Weiterlesen

Nach neuen Meeren

Blau-unendlich-rvDorthin – will ich; und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen liegt das Meer, ins Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.
Alles glänzt mir neu und neuer,
Mittag schläft auf Raum und Zeit -:
Nur dein Auge – ungeheuer
Blickt michs an, Unendlichkeit!

Friedrich Nietzsche

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