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Entfaltung

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Faltung und Entfaltung

Alle Jahre wieder staune ich und freue mich darüber, wie aus dem völlig zerknäult aussehenden, an Seidenpapier erinnernden biologischen Gewebe, das hier wie aus einem Maul der Klatschmohnpflanze hervorbricht, innerhalb kürzester Zeit eine so schöne Blüte hervorzugehen vermag. Dabei ist der Vorgang von jedwedem Knäueln und Knüllen weit entfernt. Wie an anderer Stelle ausführlicher beschrieben, sind die späteren Blütenblätter schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Knospenbildung mit einer raffinierten, platzsparenden Faltungstechnik angelegt worden, die dann zum gegebenen Zeitpunkt nur noch einen vergleichsweise kleinen Impuls benötigt, um sich in kürzester Zeit in der uns vertrauten Pracht zu entfalten.

Zeit der Entfaltung

Alle Jahre wieder wundere und freue ich mich über die sich entfaltende Natur. Sie tut dies ja nicht nur im übertragenen sondern auch im tatsächlichen Sinn des Wortes: Etwas sehr klein und kompakt Gefaltetes – hier am Beispiel des Rhabarbers – glättet allmählich seine ziehharmonikaartig gefalteten Vorformen der späteren Blätter (oberes Foto). Von Tag zu Tag wird das ursprünglich Verkrumpelte zu einem immer glatter werdenden Blatt (unteres Foto).
Sehr schön zu sehen sind die Entfaltungen zurzeit auch an den Kastanienblättern bei deinen eine etwas andere Technik der platzsparenden Faltungstechnik ausgenutzt wird. Und in ein zwei Monaten steht uns auch noch die Entfaltung der Klatschmohnblüten bevor, die ebenfalls sehr schön zu beobachten ist.

Zur Entfaltung einer Mohnblüte

Schaut man sich eine frisch entfaltete (sic!) Mohnblüte an, so zeigt diese oft noch Spuren der Falten, die an die Art der Verpackung der Blütenblätter im Innern ihrer Kapsel erinnern. Auch wenn die Falten zunächst kein regelmäßiges Muster erkennen lassen, waren die „pränatalen“ Blütenblätter nicht einfach in die Kapsel hineingeknüllt worden, sondern nach allen Regeln der platzsparenden Faltungstechnik untergebracht. Das zeigen die immer wiederkehrenden Muster, die die aufbrechenden Knospen offenbaren in denen  ansatzweise die Blätter oder Blüten in kompakter Form zusammengefaltet vorhanden sind und ihrer Entfaltung entgegensehen. Die kunstvolle Faltung ist die natürliche Lösung des Problems, die späteren Blätter und Blüten auf kleinstem Raum in kompakter Form unterzubringen. Weiterlesen

Frühling – die Pflanzen fahren aus ihrer Haut

Gebrauchsgegenstände werden in der Regel mehr oder weniger aufwändig verpackt. Damit sollen die Produkte zum einen vor Beschädigungen bei Lagerung und Transport geschützt werden. Zum anderen – und dieser Grund ist oft noch wichtiger – sollen sie gefallen und zum Kauf verführen. Wenn man sich die Tricks der Verpackungsindustrie genauer anschaut wird man über den Einfallsreichtum staunen. Oft lassen sich die papiernen Behältnisse durch Lösen weniger Klebestellen auf verblüffend einfache Grundformen zurückführen. Weiterlesen

Gebogene Bischofsstäbe des Frühlings

Wie gebogene Bischofsstäbe sprießen die Farne, wie Keulen, die ihre Festen, kleinen Fäuste gegen den vergangenen Winter ballen. Dann, mit einem zuversichtlichen Recken und Strecken, entrollen sie ihre breiten Chlorophyllsegel, trinken das rote und blaue Licht der Sonne und verleihen der Jahreszeit ihre grüne Gestalt.
Chet Raymo (*1936)

Mich erinnern die sich entrollenden Farne an Papyrus-Rollen, in denen bereits zur Zeit der alten Ägypter Informationen gespeichert und durch Entrollen zugänglich gemacht werden konnten. Die Farnrollen enthalten in nuce das, was die spätere Pflanze ausmacht, die auch in anderer Hinsicht beeindruckend ist.

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Zeit der Entfaltung

Frühling-MörickeIm Park

Sieh, der Kastanie kindliches Laub hängt noch wie der feuchte
Flügel des Papillons, wenn er die Hülle verließ;
Aber in laulicher Nacht der kürzeste Regen entfaltet
Leise die Fächer und deckt schnelle den luftigen Gang.
– Du magst eilen, o himmlischer Frühling, oder verweilen,
Immer dem trunkenen Sinn fliehst du, ein Wunder, vorbei
.

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Erzählte Zeit

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in der Schule 33/5, 202 (1995).

In einer Tagebuchnotiz sagt Max Frisch, wir leben auf einem laufenden Band. Es gibt keine Hoffnung, daß wir uns selber nachholen und einen Augenblick unser Leben verbessern können. Wir sind das Damals, auch wenn wir es verwerfen, nicht minder als das Heute – Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet uns nur…

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Evolution: Zeit als Schöpfung

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in der Schule 32/11 (1994).

Das kausale Denken, das die Naturwissenschaften weitgehend bestimmt, ist ein zeitliches Denken. In der klassischen Physik ist die Kausalität und damit die Zeit linear mit der Folge, daß die Kenntnis eines Zeitpunktes genügt, um alle anderen Zeitpunkte in Vergangenheit und Zukunft zu kennen…

PDF: Evolution: Zeit als Schöpfung

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