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Farbmischung

Diese Schlagwort ist 12 Beiträgen zugeordnet

Farben durch Bewegung

Kinetische FarbenEines meiner eindrucksvollsten Erlebnisse mit Lichteffekten machte ich vor vielen Jahren im Technorama (Winterthur), einem der interessantesten Science-Center Europas. In einer Sonderausstellung zum Licht ging man in einen abgetrennten verdunkelten Bereich, der von einer weißen Lichtquelle erleuchtet wurde. Schon beim Betreten dieses Bereichs stellte ich mit großer Verwunderung fest, dass ich beim Zwinkern mit den Augen regenbogenfarbige Lichteindrücke wahrnahm. Weiterlesen

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Die Kugel ist eine Idealgestalt

Obwohl viele natürlich Prozesse zur Idealgestalt der Kugel tendieren, wird diese vor allem infolge „störender“ Wechselwirkungen mit anderen Systemen in der Realität nur näherungsweise erreicht. Man denke beispielsweise an Wassertropfen, Blasen und Planeten usw., die zwar in ihrem „Bemühen“ zur Kugel zu werden angetroffen werden, aber diese Form nie ganz erreichen.
Auch bei manchen Früchten hat man den Eindruck, dass die Form partout auf eine Kugel hinausläuft. Diesen Eindruck gewann ich vor einigen Tagen, als ich beim Weintraubennaschen im Gegenlicht diese zauberhaften Kugeln zu Gesicht bekam (siehe Foto). Ich fand sie so schön, dass ich es zunächst nicht wagte, sie einfach aufzuessen. Die schön aufeinander abgestimmten Farbtöne zwischen Gelb und Grün zusammen mit der fast perfekten Kugelgestalt der Beeren machen den ästhetischen Reiz dieses an sich alltäglichen Phänomens aus.
Interessant ist die Entstehung der Farben. Je mehr Licht durch die einzelnen Beeren dringt, desto größer ist der Einfluss des hellen Safts auf den Farbeindruck, der sich durch Mischung mit der grünen Außenhaut ergibt.

Buntes weißes Licht

Additive Farbmischung

Im Zentrum ist eine weiße Fläche auf einer Wand, die von drei gegeneinander verschobenen Scheinwerfern mit verschieden farbigem Licht angestrahlt wird. Da es sich um Grundfarben Rot, Grün und Blau handelt ist die Überlagerung weiß (additive Farbmischung). Vor die weiße Fläche hat sich ein Kind gestellt und macht allerlei Bewegungen, weil es von farbigen Schatten fasziniert ist, die durch die Abschattung des einen oder anderen Scheinwerfers entstehen. Dabei zeigt sich, dass bei Überlagerungen von Blau und Rot die Farbe Magenta (Grün wird in diesen Bereichen von der Person verdeckt), von Grün und Blau die Farbe Cyan (Rot wird abgedeckt) und von Rot und Grün die Farbe Gelb (Blau wird abgedeckt) hervorgehen. Nur an wenigen Stellen werden gleich zwei Farben abgedeckt, sodass jeweils der Grundfarbe an der Wand zu sehen ist. Dort wo alle drei Farben verdeckt sind, kommt kein Licht hin und die Wand bleibt schwarz.
Es fällt vielen Menschen schwer sich vorzustellen, dass das weiße Licht ein Gemisch aus bunten Farben darstellt. Aber wenn man die hier als Spielerei in einem Science Center inszenierten Experimente ein wenig auf sich wirken lässt, kann man kaum umhin, diesen im Rahmen der Physik wohl erstmalig von Isaak Newton beschriebenen Sachverhalt zu akzeptieren.

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Grün wie Mondschein

Dass Schriftsteller oft naturwissenschaftliche Zusammenhänge benutzen, um bestimmte Situationen zu gestalten, dürfte bekannt sein. Vermutlich spielt dabei eine Rolle, dass man möglichst sachkundig erscheinen und dem jeweiligen Sachverhalt eine naturwissenschaftliche Dignität verleihen möchte – falls es so etwas gibt. Weiterlesen

Farbige Sonnentaler an der Wand

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Farben – real oder eingebildet?

Zunächst die Feststellung, dass ich meiner Erinnerung nach die Farben so gesehen habe, wie sie in diesem unbearbeiteten Bild erscheinen. Ich würde also sagen, wenn der Weißabgleich das Ziel verfolgt, die Sinneseindrücke des Auges möglichst getreu wiederzugeben, dann ist es hier gelungen.
Jemand anders, der das Gebäude ebenfalls gesehen hatte, glaubte sich jedoch zu erinnern, dass es makellos weiß gewesen sei und das Foto die Farben nicht korrekt wiedergebe. Weiterlesen

Der weiße Streifen im Regenbogen

Roter RegenbogenSchlichting, H. Joachim. Physik in unserer Zeit 45/6 (2014) 308

Regenbögen weisen bei Sonnenuntergang manchmal einen weißen Streifen auf. Additive Farbmischung ist hier im Spiel.

Der Mangel an Farben und die dadurch  für den Einen oder Anderen eingeschränkte Ästhetik des abendlichen Regenbogens wird für die eher an dem physikalischen Hingergrund interessierten LeserInnen vielleicht durch die weitgehenden Schlüsse, die aus dem weißen Streifen gezogen werden können, ausgeglichen.

Unterhalb des Regenbogens ist es meist hell

Regenbogen-mit-heller-ScheiMan spricht immer über den Bogen, wenn man vom Regenbogen spricht, also über den Rand einer hellen Kreisscheibe, von der auf der Erde je nach Sonnenstand aber immer nur ein Ausschnitt zu sehen ist. In dem vorliegenden Foto ist dieser Ausschnitt näherungsweise so wie er der Theorie nach sein sollte: weiß. Warum weiß? Die Antwort hängt mit der Tatsache zusammen, dass für die Sichtbarkeit des Regenbogens die Kaustik entscheidend ist, die Brennlinie, die dadurch entsteht, dass der Ablenkungswinkel der reflektierten Lichtstrahlen mit dem Einfallswinkel nur bis zu einem Maximalwinkel wächst und danach wieder abnimmt. Im Bereich dieses Richtungswechsels ist folglich die Lichtintensität besonders groß. Weiterlesen

Rhapsodie in grün

DSCF1313daEin grünes Blatt ist grün ist grün ist grün… Und dennoch ist es kaum zu glauben, dass wir hier dasselbe Blatt sehen, einmal im prallen Sonnenlicht und einmal im Schatten. Aber was heißt schon Schatten. Es heißt nicht, Abwesenheit von Licht, sondern in diesem Fall Abwesenheit von direktem Sonnenlicht. Weiterlesen

Schusterkugel im 21. Jahrhundert

Schusterkugel001

Foto: H. Joachim Schlichting

Dieses Foto wurde vor einigen Jahren in Paris durch eine Schaufensterscheibe hindurch gemacht, daher die – in diesem Fall – störenden Spiegelungen. Es zeigt einen „tailleur d’ivoire“, also einen Elfenbeinschnitzer bei der Arbeit. Er benutzt eine Schusterkugel in Kombination mit einer modernen Lampe.
Eine Schusterkugel ist eine mit Wasser gefüllte möglichst kugelförmige Flasche, die als Sammellinse das Licht in einem Brennpunkt sammelt. Weiterlesen

Flugzeuge mit Farbrändern

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 43/4 (2012), S. 202

Auf Bildern von Google Earth finden sich manchmal Flugzeuge mit einem Farbsaum. Selbst Wolken zeigen auf Satellitenaufnahmen mitunter dieses Phänomen. Ursache ist die Aufnahmetechnik.

PDF: Flugzeuge mit Farbrändern

Kinetische Farben

Schlichting, H. Joachim; Suhr, Wilfried. In: Physik in unserer Zeit 38/4 (2007) 198-200

Wer seine Hand mit gespreizten Fingern vor den Augen hin und herbewegt und dabei prächtige Farberscheinungen beobachtet, könnte geneigt sein, den symbolischen Sinn einer solchen Bewegung auf sich selbst zu beziehen. Woher sollten die Farben kommen, wenn weit und breit kein farbiges Licht zu sehen ist?

PDF: kann beim Autor angefordert werden (schlichting@uni-muenster.de)

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