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Fotografie

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Schattenwelt

Ein Schatten fotografiert von Fenstern reflektiertes auf dem Pflaster projiziertes blaues Himmellicht. Und ich fotografiere dieses zweidimensionale Szenario.

Reflexionen beim Blick durch ein Fenster

Der Blick durch/in ein Fenster auf die Innen- und Außenwelt offenbart einige interessante Ein- und Aussichten. In der rechten Bildhälfte blickt man durch die geöffnete Balkontür auf einen Balkon und die dahinter liegende Seitenfassade eines anderen Gebäudes, das weitgehend im Halbschatten liegt. Auf der linken Bildhälfte sieht man auf/durch die schräggestellte Balkontür. Man sieht in Durchsicht kaum etwas von dem wenig beleuchteten Zimmer, lediglich die dicht hinter der Scheibe angebrachte weiße Gardine ist deuchtlich zu erkennen. In der Spiegelung der Balkontür zeigt sich der Balkon aus etwas anderer Perspektive und vor allem ein voll in der Morgensonne liegendes Gebäude in den frischen Farben des frischen Tags. Der gespiegelte Himmel zeigt das passende Blau dazu. Beim Blick durch die offene Balkontür ist kein Himmelsblau zu sehen. Wir wissen aber durch die Spiegelung, dass uns durch die automatische Kameraeinstellung hier etwas vorenthalten wird. Weil die Kamera eine Blendeneinstellung wählt, die als Kompromiss angesehen werden kann zwischen der unterschiedlichen Helligkeit der linken und rechten Seite, haben wir rechts eine Überbelichtung, die den blauen Himmel weiß erscheinen lässt und links ein unterbelichtetes Zimmer (im linken und unteren Bereich nur Schwärze). Lediglich der in der Scheibe reflektierte Ausschnitt aus der Außenwelt wird einigermaßen korrekt wiedergegeben.
Und noch etwas fällt auf. Das diffus reflektierte Licht der halbtransparenten hellen Gardine wird im oberen Bereich von der spiegelnden Reflexion der hellen Szenerie überstrahlt und nahzu unsichtbar, während im unteren Bereich kaum Streulicht aus dem Zimmer kommt und die diffuse Reflexion voll zur Geltung kommt.

Selbstbegegnung von Wellen

In dieser Szene auf einem kleinen Bach laufen die Wellen auf ein Hindernis zu. Sie werden von ihm reflektiert und überlagern sich mit den weiterhin einlaufenden Wellen. Dabei kommt es zu Verstärkungen und Abschwächungen der Höhe (Amplitude) der Wellenberge und der Tiefe der Wellentäler. Deutlich zu sehen ist die momentane Aufhebung der Wellenberge und -täler, wenn der Phasenunterschied zwischen einlaufender und reflektierter Welle gerade eine halbe Wellenlänge beträgt.
Dass man die Wellen als solche im an sich transparenten Wasser überhaupt sieht, ist den Spiegelungen der den Bach umgebenden Bäume auf dem Wasser zu verdanken. Diese führen überdies zu einer weiteren Strukturierung der Wasseroberfläche.
Bei der Betrachtung des Fotos sollte man jedoch nicht vergessen, dass es sich insofern um eine künstliche Situation handelt, als die natürlicherweise auftretenden Bewegungen in der Kameraaufnahme gewissermaßen eingefroren sind und so nie in natura beobachtet werden können. Nur dadurch, dass neben der Art und Weise (Auswahl, Blickwinkel, Belichtungszeit usw.) wie das Natürliche im Foto zu etwas Künstlichem wird, kann es manchmal auch zu etwas Künstlerischem werden.

Augen, die im Dunkeln leuchten

In einem Lande,
wo den Leuten, wenn sie verliebt sind,
die Augen im Dunkeln leuchteten,
brauchte man des Abends keine Laternen.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

 

 

 

Das Foto wurde aus zu großer Entfernung mit dem Blitzlicht aufgenommen und nicht manipuliert. Siehe die Erklärung für die leuchtenden Augen.


 

Tapetum lucidum – Von leuchtenden Augen und strahlendem Blick

Als ich gestern Morgen im spärlichen Licht einer kleinen Stirnlampe im Wald spazieren ging, leuchteten mir aus der Dunkelheit zwei intensiv strahlende kleine Lichter entgehen. Nachdem sich mein Schreck offenbar auf den Lichtträger übertragen hatte und dieser mit einem Rascheln verschwand, war mir klar, dass es ein Tier gewesen sein musste, dessen Augenpaar leuchtete. Bei unserer Katze und unserem Hund hatte ich es öfter wahrgenommen.
Das Licht wird nicht in den Augen erzeugt, sondern stammt von einer äußeren Lichtquelle. Diese beleuchtet die Augen des Tieres, sodass das Licht auf die Netzhaut und durch diese hindurch auf eine spezielle Schicht, das sogenannte Tapetum cellulosum lucidum auftrifft und von dort auf effektive Weise spiegelnd reflektiert wird. Dafür sind je nach Tierart  Zink-Cystein, Salze und Farbpigmente verantwortlich. Bei unserer Tieren strahlten die Augen vor allem in Grün- und Blautönen (siehe Foto).
Nur dadurch dass die Stirnlampe sich dicht bei meinen Augen befand, konnte das reflektierte Licht in meine Augen gelanden und ich die leuchtenden Augen des Tieres sehen.
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Bewegung durch Unschärfe

Ich gebe zu, das Foto ist unscharf. Das war bei dieser Performance und der Aufnahme mit einer Kompaktkamera auch nicht anders zu erwarten. Aber Unschärfe ist ja nicht per se ein Mangel. Viele Fotokünstler nutzen die Unschärfe aus ganz unterschiedlichen Gründen auf kreative Weise aus.
Im vorliegenden Fall ist infolge der spärlichen Beleuchtung mit einer für den bewegten Vorgang zu großen Belichtungszeit fotografiert worden, sodass die schneller steigenden bzw. fallenden Reifen zu einer Verschmierung des Bildteils führen. Darin kann aber auch ein Vorteil gesehen werden, weil die Unschärfe Bewegung suggeriert. Außerdem erhält man daraus zusätzliche Informationen über die Bewegung. So kann man aus den Details des Fotos ableiten, dass der dritte Reifen von unten dicht am Umkehrpunkt ist (vom Steigen zum Fallen oder umgekehrt). Es wurde also fast der Moment getroffen, in dem der Reifen für einen Moment in der Luft steht. Demgegenüber weisen die stark verschmierten Reifen eine verhältnismäßig große Steig- oder Fallgeschwindigkeit auf. Weiterlesen

Verbogene Flugzeugpropeller…

Auf den ersten Blick mag es so aussehen, als ob der Propeller eines Turboprop-Flugzeugs (vermutlich „Bombardier Dash 8 Q400“) ziemlich flexibel auf die höhere Beanspruchung der äußeren Enden der einzelnen Blätter reagiert. Denn – so könnte man argumentieren – die Geschwindigkeit ist außen größer als innen und die Blätter wären daher außen einem entsprechend größeren Widerstand ausgesetzt, dem sie durch die Verbiegung Rechnung tragen. Ganz abgesehen davon, dass diese Argumentation physikalisch-technisch gesehen inakzeptabel ist, ist sie nicht stimmig mit der auf dem Foto zu sehenden Figur zu vereinbaren. Weiterlesen

Sich ein Bild von der Natur machen – Fotografierte Natur- und Alltagsphänomene

Schlichting, H. Joachim. Naturwissenschaft im Unterricht Physik 159/160 (2017) S. 58 – 62

Einführung: Wenn man im Rahmen der Physik von Phänomenen im Allgemeinen und Natur- und Alltagsphänomenen im Besonderen spricht, so sind damit nicht einfach nur neutrale Beobachtungsinhalte gemeint. Vielmehr  stellen sie immer schon gewisse Zusammenhänge von Tatsachen dar. Sie entstehen überhaupt erst dadurch, dass man sich auf bestimmte, auffällige physikalische Merkmale von beobachteten Vorgängen im Alltag der natürlichen und wissenschaftlich-technischen Welt konzentriert. Sieht man einmal von jenen spektakulären Großereignissen wie Regenbogen, Mondfinsternis u.Ä. ab, so muss man also schon ein gewisses Vorverständnis mitbringen, um Naturphänomene überhaupt als solche wahrzunehmen. Weiterlesen

Die Glühlampe ist tot. Es lebe die Glühlampe…

Glühlampe-3_rvWir erleben es seit Jahren, dass die klassische Glühlampe Schritt für Schritt, das heißt von hohen zu niedrigeren Leistungen absteigend vom Markt genommen wird, weil sie energetisch ineffizient ist. Bevor dieses Projekt jedoch abgeschlossen ist, sitzt sie bereits auf der eigenen Nostalgiewelle und feiert als Designlampe ein strahlendes Comeback. Weiterlesen

Intercity für Autos

Intercitys für AutosDes Deutschen liebstes Fortbewegungsmittel verdient endlich einen würdigeren Transport als auf lieblosen Güterwaggons. Die Deutsche Bahn macht inzwischen unter Zuhilfenahme einiger optischer Gesetze auch den Transport in IC-Waggons möglich.

Qualitative „Spektroskopie“ im Alltag

Kinetische FarbenSchlichting, H. Joachim. In: Praxis der Naturwissenschaften – Physik in der Schule  62/7 (2013), S. 5 – 9

Im Alltag der wissenschaftlich-technischen und natürlichen Welt treten oft Phänomene auf, bei denen es durch unterschiedliche Ursachen bedingt zur Dispersion des Lichts kommt. In vielen Fällen sind die Farben jedoch sehr unscheinbar oder nicht ohne Weiteres wahrnehmbar. Es werden anhand von Beispielen qualitative Methoden beschrieben, wie man sie dennoch auf einfache Weise sichtbar machen kann.

Nur was ich nicht sah,
war der funkelnde Tautropfen
im Gras gleich vor meiner Tür
Rabindranath Tagore (1861 –1941)

PDF: kann beim Autor angefordert werden (schlichting@uni-muenster.de)

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