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Gedicht

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Tierische Kunst

Blattgerippe_rvKünstliche Structur der Blätter.

Ich habe jüngst ein Eichen-Blat gefunden,
Das, durch der kleinen Würmer Schaar,
So künstlich ausgefressen war:
Daß alle Aederchen darin in netter Ordnung stunden.
Unzehlig war der zarten Gänge
Verändrung, Unterschied und Menge. Weiterlesen

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Die namenlose kleine Rose

Kleine-RoseDie namenlose kleine Rose –
Sie wallte hin vielleicht
Hätt ich sie nicht gefunden
Am Weg und dir gereicht.
Nur einer Biene fehlt sie –
Nur einem Schmetterling,
Der hergeeilt von Weitem –
An ihrer Brust gern hing –
Ein Luftzug nur wird seufzen –
Ein Vogel wundert sich –
Du Röslein, ach – wie einfach
Das Sterben ist für dich! Weiterlesen

Einkehr

ApfelbaumBei einem Wirte wundermild
da war ich jüngst zu Gaste.
Ein goldner Apfel war sein Schild
an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum
bei dem ich eingekehret
Mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
viel leichtbeschwingte Gäste
Sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das Beste.

Ich fand ein Bett in süßer Ruh
Auf weichen, grünen Matten
Der Wirt er deckte selbst mich zu
Mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt ich nach der Schuldigkeit.
Da schüttelt er den Wipfel
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel.

Ludwig Uhland (1787 -1862)

Siehst du den Stern?

ZeitSiehst du den Stern im fernsten Blau,
Der flimmernd fast erbleicht!
Sein Licht braucht eine Ewigkeit,
Bis es dein Aug‘ erreicht!

Vielleicht vor tausend Jahren schon
Zu Asche stob der Stern;
Und doch steht dort sein milder Schein
Noch immer still und fern. Weiterlesen

Schöne Welt

Hüggelvorland_rvWenn sich der Äther erhebt in hoher heiliger Klarheit,
wenn sich ein fließendes Gold über die Erde ergießt,
und vor dem strahlenden Gott die Schatten leise zerrinnen,
freu’t sich der blendende Glanz und das allmächtige Licht.
Aber bezaubernder, Freund, erscheint dir die liebliche Gegend – Weiterlesen

Die Schönheit einer Stubenfliege

Stubenfliege_IMG_9759barv1Stubenfliegen sind nicht beliebt bei den Menschen. Sie werden oft als hässlich und lästig empfunden. In der Tat können sie manchmal ganz schön nerven. Man tendiert daher eher dazu, sie  zu erschlagen, als sie mit Interesse – und das setzt ein gewisses Wohlwollen voraus – aus der Nähe anzusehen. Wer sich um letzteres bemüht, wird feststellen, dass man eine Fliege auch als schön und interessant ansehen kann. Weiterlesen

Kornblumenblau

Kornblumen2Kornblumen sieht man heute nur noch selten, weil die Getreidefelder mit Herbiziden behandelt werden. Lediglich am Rand lassen sie sich zuweilen gemeinsam mit rotem Mohn blicken. Ästhetisch machen Kornblumen und Mohn das erst ein Kornfeld aus, wie man es aus alten Zeiten kennt. Aus diesen Zeiten stammt auch das folgende Gedicht von Johannes Trojan (1837 – 1915):

In der Saat viel blaue Sterne
Stehn wir leuchtend fern und nah.
Laßt uns blühn und seht uns gerne,
Denn wir sind nun einmal da!

Die uns sonst nicht leiden mochten
Unterm Korn, die schimmernd blaun:
In den Erntekranz geflochten
Mögen sie doch gern uns schaun. Weiterlesen

Die Fliege

Stubenfliege_IMG_6400rvIn diesem Bau voll Ordnung und Pracht
Saß eine finstre Flieg‘ auf einem Stein und dachte.
Denn daß die Fliegen stets aus finstern Augen sehn
Und oft den Kopf mit einem Beine halten
Und oft die flache Stirne falten,
Kömmt bloß daher, weil sie so viel verstehn
Und auf den Grund der Sachen gehen.
So saß auch hier die weise Fliege.
Ein halbes Dutzend ernste Züge
Verfinsterten ihr Angesicht.

Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769)

Das Dual in Form des Ginkgo-Blattes

Ginkgo-GoetheGingo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt. Weiterlesen

Der Schatten – das wunderliche Tier neben mir

Schattentier2Der Schatten

Da ich heut morgen im Garten saß
Die Bäume standen in blauer Blüh,
Voll Drosselruf und Tirili
Sah ich meinen Schatten im Gras,

Gewaltig verzerrt, ein wunderlich Tier,
Das lag wie ein böser Traum vor mir.

Und ich ging und zitterte sehr,
Indes ein Brunnen ins Blaue sang
Und purpurn eine Knospe sprang,
Und das Tier ging nebenher.

Trakl, Georg: Der Schatten

Nach der Sintflut

Es verrieselt, es verraucht,Käfer-nach-Regen
Mählich aus der Wolke taucht
Neu hervor der Sonnenadel.
In den feinen Dunst die Fichte
Ihre grünen Dornen streckt,
Wie ein schönes Weib die Nadel
In den Spitzenschleier steckt;
Und die Heide steht im Lichte
Zahllos blanker Tropfen, die
Am Wacholder zittern, wie
Glasgehänge an dem Lüster. Weiterlesen

Nach neuen Meeren

Blau-unendlich-rvDorthin – will ich; und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen liegt das Meer, ins Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.
Alles glänzt mir neu und neuer,
Mittag schläft auf Raum und Zeit -:
Nur dein Auge – ungeheuer
Blickt michs an, Unendlichkeit!

Friedrich Nietzsche

Der Abend wechselt die Gewänder

GewänderDer Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt –

und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Rainer Maria Rilke

Jetzt rede du!

Jetzt-rede-duDu warest mir ein täglich Wanderziel
Vielliebender Wald, in dumpfen Jugendtagen,
Ich hatte dir geträumten Glücks so viel
Anzuvertraun, so wahren Schmerz zu klagen.

Und wieder such ich dich, du dunkler Hort,
Und deines Wipfelmeers gewaltig Rauschen –
Jetzt rede du! Ich lasse dir das Wort!
Verstummt ist Klag und Jubel
Ich will lauschen.

Conrad Ferdinand Meyer (1825 – 1898)

Im Jahr des Lichts (3) – Frische Fahrt in den Frühling

Sonnenuntergang-FrühlingFrische Fahrt

Laue Luft kommt blau geflossen,
Frühling, Frühling soll es sein!
Waldwärts Hörnerklang geschossen
Mutger Augen lichter Schein;
Und das Wirren bunt und bunter
Wird ein magisch wilder Fluss,
In die schöne Welt hinunter
Lockt dich dieses Stromes Gruß.

Und ich mag mich nicht bewahren!
Weit von euch treibt mich der Wind,
Auf dem Strome will ich fahren,
Von dem Glanze selig blind!
Tausend Stimmen lockend schlagen,
Hoch Aurora flammend weht,
Fahre zu! Ich mag nicht fragen,
Wo die Fahrt zu Ende geht!

Auf der Erde sitzend, die Sonne umkreisend fahren wir in den Frühling. Und heute ist der astronomische Frühlingsanfang. Das konnte ich gestern Abend von meinem Zimmer voraussehen, dessen Fenster direkt nach Westen zeigt.  Die untergehende Sonne nähert sich seit der Wintersonnenwende mit jedem Tag einem genau im Westen stehenden Baum und „berührt“ ihn am heutigen Tag erstmalig in diesem Jahr. Ich freue mich schon, wenn sie ihn dann einige Tage später beim Untergang ganz in den Blick nimmt und wie in Flammen stehend erscheinen lässt. Vorausgesetzt natürlich, dass der Himmel nicht bedeckt ist, wovon man in unseren Breiten nicht immer ausgehen kann.

Der Lattenzaun

LattenzaunEs war einmal ein Lattenzaun,
mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.

Ein Architekt, der dieses sah,
stand eines Abends plötzlich da –

und nahm den Zwischenraum heraus
und baute draus ein großes Haus.

Der Zaun indessen stand ganz dumm,
mit Latten ohne was herum.
Ein Anblick gräßlich und gemein.
Drum zog ihn der Senat auch ein.

Der Architekt jedoch entfloh
nach Afri- od- Ameriko.

Christian Morgenstern

Stille Winterstraße

SchneewanderungEs heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß.

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,
Wie ihn kein Maler malen darf,
Wenn er’s nicht etwas kann.
Ich stapfe einsam durch den Schnee.
Vielleicht steht links im Busch ein Reh
Und denkt: Dort geht ein Mann.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Lass leuchten!

Lass-leuchtenWeißt du noch wie du noch Kletten im Haar,
Knöpfe in der Kollekte . . .
als das Leben anfänglich war
und nach weiterem schmeckte?

Weißt du noch wie du noch Wasser im Blick,
flußweis oder im Kübel −
Spar dir die Zeit und vertreib nicht das Glück
mit deinem Rückwärtsgegrübel.

Alles ist schon son bißchen Schieschie,
nichts geht mehr lustig vonstatten;
wie sich auf einer Beerdigung die
Lebensbäume begatten. Weiterlesen

Marienkäfer im Licht der Sonne

Ein-weißer-FleckMarienvogel kleine,
Rühre deine Beine,
Kriech an meinem Finger ’nauf,
Setz dich als das Knöpflein drauf!
Ist er nicht ein hoher Turm
Für so kleinen roten Wurm?
Roten Purpur trag ich,
Flüglein viere schlag ich!
Gar kein Flüglein regst du,
Nur zwei Bein bewegst du –
Sechs Beine rühr ich,
Sieben Punkte führ ich,
Fliege höher als der Turm!
Wer ist nun der kleine Wurm? – Etsch!

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Grammatische Deutschheit

DeutschheitNeulich deutschten auf deutsch vier deutsche Deutschlinge deutschend,
Sich überdeutschend am Deutsch, welcher der deutscheste sei.
Vier deutschnamig benannt: Deutsch, Deutscherig, Deutscherling, Deutschdich;
Selbst so hatten zu deutsch sie sich die Namen gedeutscht.
Jetzt wettdeutschten sie, deutschend in grammatikalischer Deutschheit,
Deutscheren Komparativ, deutschesten Superlativ.
„Ich bin deutscher als deutsch.“ „Ich deutscherer.“ „Deutschester bin ich.“
„Ich bin der Deutschereste oder der Deutschestere.“

Drauf durch Komparativ und Superlativ fortdeutschend,
Deutschten sie auf bis zum – Deutschesteresteresten;
Bis sie vor komparativistisch- und superlativistischer Deutschung
Den Positiv von deutsch hatten vergessen zuletzt.

Friedrich Rückert (1788-1866)

Wasserskulpturen im Licht

IMG_2661Vor einem Springbrunnen

Wie doch die Kraft das Wasser hebt!
Es steigt und schwindet, schwillt und schwebt,
es steht im Strahl, es kommt und fällt
in diese nasse Gotteswelt,

die zwecklos wie am ersten Tag
bloß ihrer Lust genügen mag
und von dem holden Überfluß
an keine Pflicht verstatten muß,

nur jener einen Macht sich beugt,
die sie erschuf- zum Himmel steigt
ihr Dank, ein immer, früh und spät,
unendlich rauschendes Gebet.

BildunterschriftDas rauscht und raunt, das rinnt und rennt
im daseinsseligen Element;
es fällt empor und steigt herab –
kalt ist die Sonne, heiß das Grab.

Und da es lebt, indem es stirbt,
das Licht noch um das Wasser wirbt:
Der Geist, dem solche Lust gefiel,
dankt ihr ein Regenbogenspiel! Weiterlesen

Der Globus

Globus„Wo sitzt“, so frug der Globus leise
Und naseweis die weise, weiße,
Unübersehbar weite Wand,
„Wo sitzt bei uns wohl der Verstand?“
Die Wand besann sich eine Weile.
Sprach dann: „Bei dir – im Hinterteile!

Nun dreht seitdem der Globus leise
Sich um und um herum im Kreise –
Als wie am Bratenspieß ein Huhn,
Und wie auch wir das schließlich tun –
Dreht stetig sich und sucht derweil
Sein Hinterteil, sein Hinterteil.

Joachim Ringelnatz  (1883-1934)

Stufen

StufenWie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse (1877 – 1962)

Die Stufen wurden in Kapadokien (Türkei) fotografiert. Sie gehören zu Überresten von höhlenartigen Behausungen, die die ersten Christen (3. Jahrhundert) in den weichen Tuffstein schlugen, um sich vor Verfolgern zu verbergen.

Ein großer Teich war zugefroren

Teich_zugefrorenEin großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum:
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten wie vor alter Zeit.

Johann Wolfgang von Goethe

Abendrot

MorgendämmerungGlühendes Rot schenkt dem Tag eine Stunde
ehe die Nacht alles Helle Fichte verschlingt.
Schon dreht das Mausohr im Fahllicht die Runde,
während die Amsel ihr Schlafliedchen singt.

Farben der Glut scheint der Himmel zu malen,
Feuer greift tief in das dunkelnde Blau.
Fort ist die Sonne, die pinselnden Strahlen
klimmen den Sehkreis zur Spätabendschau.

Waldkäuze rüsten ihr weiches Gefieder,
Kirchtürme schwärzen zum Scherenschnitt ein.
Dieser Moment, ein Libretto für Lieder,
könnte nicht schöner, nicht mystischer sein.

Baumgartner, Ingo

Gemalte Kirchenfenster sind Gedichte

MariaNovella0002Gedichte sind gemalte Fensterscheiben!
Sieht man vom Markt in die Kirche hinein,
Da ist alles dunkel und düster;
Und so sieht’s auch der Herr Philister:
Der mag denn wohl verdrießlich sein
Und lebenslang verdrießlich bleiben.

Kommt aber nur einmal herein,
Begrüßt die heilige Kapelle;
Da ist’s auf einmal farbig helle,
Geschicht und Zierat glänzt in Schnelle,
Bedeutend wirkt ein edler Schein;
Dies wird euch Kindern Gottes taugen,
Erbaut euch und ergetzt die Augen! Weiterlesen

Früh im Wagen

Mond in GegendämmerungEs graut vom Morgenreif
In Dämmerung das Feld,
da schon ein blasser Streif
den fernen Ost erhellt;

Man sieht im Lichte bald
den Morgenstern vergehn,
Und doch am Fichtenwald
Den vollen Mond noch stehn:

So ist mein scheuer Blick,
Den schon die Ferne drängt,
Noch in das Schmerzensglück
Der Abendnacht versenkt. Weiterlesen

Der Philosoph als Wolke

PareidolieWolkenbilderrätsel

Der blaue Himmel ist blau.
Damit ist alles gesagt
über den blauen Himmel.

Dagegen diese fliegenden Bilderrätsel  –
obwohl die Lösung immerfort wechselt,
kann sie ein jeder entziffern.

Unfaßbar sind sie in höheren Lagen,
nebulös. Uns wie sanft
sie hinsterben! So schmerzlos

ist wenig hier. Die Wolken,
sie haben keine Angst, als wüßten sie,
daß sie immer wieder zur Welt kommen.

Hans Magnus Enzensberger: aus: Die Geschichte der Wolken

Dass man in völlig artfremden Dingen wie Bäumen, Wolken, alten Mauern, Landschaften Gesichter und vertraute Gegenstände zu sehen glaubt, wird in der Psychologie als Pareidolie (gr. παρα para ‚daneben‘, ‚vorbei‘ und εἴδωλον eidolon ‚Form‘, ‚Erscheinung‘) genannt. Im vorliegenden Foto glaube ich den Philosophen Arthur Schopenhauer zu erkennen.