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Gewitter

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Aufzug eines Gewitters

Das klingt nach einer Theateraufführung und sieht auch so aus. Der Tag ist sonnig, mild und schön. Gegen Abend ertönt ein Grollen in der Ferne. Ich verwerfe sofort den Gedanken, dass es eine Vorwarnung sein könnte. Als dann aber ziemlich schnell ein dunkler Vorhang vor die Sonne zieht, ist mir klar, dass ein neuer Akt beginnt, in dem die Zuschauer unmittelbar mit einbezogen werden. Manchmal hasse ich diese neumodischen Aufführungen. Ich schaffe es gerade noch mich unterzustellen, dann brechen die Wolken als sollte mit Windeseile alles weggeschwemmt werden, was den Tag so einzigartig erscheinen ließ.

Die Ruhe nach dem Hagel

Hagelkörner sind so viel anders als Schneeflocken. Sie sind hart und können ab einer gewissen Größe nicht nur schmerzhaft werden, sondern sogar zu größeren Schäden führen. Als sie gestern bei relativ starken Winden auf die Terrasse fielen hüpften sie wie winzige Bälle umher bevor sie auf diese Weise ihre Bewegungsenergie abgegeben hatten und liegen blieben.
Hagel entsteht in Gewitterwolken, indem unterkühles Wasser an Kristallisationskernen gefriert. Dabei wird Kristallisationsenergie an die Umgebung abgegeben, wodurch die normalerweise gegebene Temperaturschichtung innerhalb der Wolke labil wird und mehr oder weniger starke Aufwinde angetrieben werden. Weiterlesen

Watt er nu wieder hat: Faraday und Watt

Rettungsbake Watt SahlenburgWenn man in einem Drahtkäfig sitzt, ist man weitgehend vor Blitzen geschützt. Ein solcher Käfig heißt nach dem englischen Physiker Michael Faraday (1791–1867) Faradaykäfig. Der Faradaykäfig sorgt dafür, dass der Innenraum vor dem Eindringen von elektrischen Feldern geschützt ist.
Der Energiestrom eines Blitzes wird in der Einheit Watt gemessen, so benannt nach dem schottischen Erfinder James Watt (1736-1819). Um James Watt geht geht es uns hier aber gar nicht, auch nicht um die Einheit von Energieströmen, sondern um das Watt vor der deutschen Nordseeküste, jene im Rhythmus der Gezeiten überflutete und trockenfallende Grenze zwischen Meer und Land. In diesem Watt ist der Mensch bei Gewitter gefährdet, weil er weithin die höchste Erhebung darstellt und gut elektrisch leitend mit dem Boden verbunden ist. Somit gibt es also doch eine Verbindung zwischen Watt und Watt. (Watt er nu wieder hat!)
Um Wattwanderer, die vom Gewitter überrascht werden, zu schützen, sind auf gekennzeichneten Strecken Rettungsbaken in Form von Faradaykäfigen aufgebaut (siehe Foto). Darin können bis zu sechs Personen vor dem Gewitter Unterschlupf finden. Gleichzeitig schützt dieses genügend hohe Gerüst vor der Flut. Das Foto wurde auf einer Wattwanderung von Neuwerk nach Sahlenburg (Cuxhaven) aufgenommen. Im Hintergrund sieht man den Wernerwald. Er ist neben einem Wald bei Dangast und Sankt Peter-Ording – der einzige Wald in Deutschland, der bis unmittelbar an die Nordseeküste reicht.

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