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Insekten

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Schöne Blüten und schöne Insekten

Die weißen Blüten bieten Futter für mehrere Insektenarten. In trauter Gemeinsamkeit, ohne Hektik fast meditativ nehmen sie hier einige Leckereien zu sich. Sie ließen sich durch mich nicht stören, ganz anders als ich es sonst beim Fotografieren von Insekten erlebe. Vielleicht wirkt die weiße Farbe beruhigend?

Die Klatschmohnuhr hat 7 geschlagen

Etwa ein Monat nach der Sommersonnenwende merkt man bereits, dass die Tage wieder kürzer werden. Auch die Vegetation tritt in das Reifestadium ein.
Eine Schwebfliege im Verbund mit den kreisförmig angeordneten Staubblättern zeigt an dieser Blütenuhr an, was die Jahreszeitenstunde geschlagen hat. Sie macht sich etwa bei 7 Uhr zu schaffen, was dem derzeitigen 7. Monat des Jahres entspricht.

Fühlen mit langen Fühlern

Dieser kleinen Motte, die auf den Namen Langhornmotte hört, musste ich fotografisch ein wenig von den Fühlern abschneiden, damit der Körper noch groß genug ins Bild kommt. Da die Fühler für den Tast- und Geruchssinn zuständig sind, dürfte das Tierchen über einen vergleichsweise großen sensorischen Radius verfügen. Ich war erstaunt, wie behände das Tierchen mit diesen langen Extremitäten (hier erlangt der Begriff eine unmittelbare Anschauung) umherflog, so als ob es das Normalste von der Welt sei.
Aber aus der Sicht der Physik muss ich das Erstaunen sofort wieder ein wenig dämpfen, denn in der Größenordnung der Insekten, stellen die Fühler trotz ihrer Länge und ihrer vermeintlichen relativen Schwergewichtigkeit im Vergleich zum Körper keine besondere Belastung dar. Denn der Motte ergeht es nicht etwa so, wie es uns gehen würde, wenn wir mit zwei baumlangen Armen ausgestattet wären. Wir würden sie wohl nicht einmal heben können.
Um das zu verstehen muss man wissen, dass die Auswirkung der Schwerkraft auf einen Organismus mit der Größe stärker abnimmt als die Kraft mit der der Schwerkraft widerstanden wird. Mit anderen Worten je kleiner der Organismus, desto geringer wirkt sich die Schwerkraft aus.

Wer es genauer wissen will schaue sich den früheren Beitrag an.

Sandgeschichten – Minilawine am frühen Morgen

Die Sonne ist kaum aufgegangen und schickt ihr gelbliches Licht flach über die Hänge der Sanddünen. Dabei hebt sie eine feine Miniskulptur aus dem Sand hervor, die ich ansonsten wohl kaum wahrgenommen hätte. Diese kleine langgezogene Sandzunge erzählt mir dann eine kleine Geschichte, die ganz oben an der feinen Spitze beginnt.
Man sieht dort das Ende der Spur eines Käfers, die direkt in die Zunge übergeht. An der Stelle löst das Tierchen diese seiner Größe entsprechende kleine Sandlawine aus. Sie gelangt aufgrund der konkaven Wölbung des Abhangs schnell in den unterkritischen Bereich der Neigung und kommt zum Stillstand: Der Sand, der im oberen Teil der Lawine im Bewegung kam, und eine entsprechende Vertiefung hinterließ, finden sich hier als volumenmäßig gleich große Erhöhung wieder: Konkaves wird konvex.
Die Geschichte geht aber noch ein wenig weiter. Den Spuren auf der Sandzunge zufolge hat sich das Tierchen schnell aus der unfreiwilligen Fahrt mit dem Sand-Paternoster befreit, findet schnell wieder Tritt und hat nichts besseres zu tun, als die nunmehr zum Stillstand gekommene Sandzunge zu überqueren. Es sieht so aus, als hätte der Käfer völlig ungerührt seinen ursprünglich eingeschlagenen Weg ein wenig parallel verschoben fortgesetzt.

Naturschöne Zeichnungen

Dieser Stamm (linkes Foto) eines Nadelbaumes mit einem Durchmesser von ca. 15 cm verweist auf ein frühes Absterben. Die Borke ist bereits abgefallen und die Ursachen dafür sind deutlich zu erkennen: Fraßspuren des Borkenkäfers (Ausschnitt: rechtes Foto). Wenn man nicht wüsste, dass diese Spuren auf einen traurigen Aspekt des aktuellen Waldsterbens verweisen, könnte man den so entstandenen Strukturen durchaus etwas Ästhetisches abgewinnen.

Die Frau der Fäden

Ehrlich gesagt hätte ich lieber vom „Herrn der Fäden“ gesprochen, um mich nicht dem Verdacht auszusetzen, dass typischerweise Frauen spinnen und mit Fäden umgehen. Aber die Größe der Spinne auf dem Foto ist eher 2 cm als 1 cm groß, was für eine weibliche Gartenkreuzspinne spricht. Die Männchen bringen es nur auf etwa 1 cm. An dieser Spinne faszinierte mich besonders, mit welcher Behändigkeit und Schnelligkeit sie über das Netz stolzierte. Denn es ist nicht so, dass sie gegen die Klebrigkeit der Fangfäden gefeit wäre. Sie nutzt vor allem die nicht klebrigen Gerüstfäden, d.h. vor allem die diagonal verlaufendenden Speichenfäden, die als erste hergestellt werden. Bei den Tröpfchen, die hier zu sehen sind, handelt es sich um winzige Wassertröpfchen. Die Klebetropfen am spiralförmigen Fangfaden kann man mit bloßem Auge nicht sehen.

Doppelter Besuch beim Schlitzblättrigen Sonnenhut

Den schlitzblättrigen Sonnenhut habe ich erst in diesem Jahr für mich entdeckt, indem ich von Tag zu Tag die Entwicklung beobachte und dabei erlebe, welche Tiere von dieser Blume profitieren, oft in unterschiedlich übergriffiger Weise. Hier zwei Extreme: Während die fleißige Biene die vielen kleinen Blüten absucht zum eigenen und zum Nutzen der Pflanze (linkes Foto), geht die Schnecke gleich in die Vollen und frisst die Blätter – zum eigenen Nutzen und zum Schaden der Pflanze (rechtes Foto). Dafür wartet die Schnecke mit einem schönen Spiralgehäuse auf.

Ein Haus am Waldesrand

Ein Haus ich, schlendernd am Waldesrand,
voll lebender Perlenpüppchen fand.
Sie dienen den Müttern mit treuem Sinn
und halten so gute Ordnung drin,
dass jedes Blättchen ohne Säumen,
jed‘ Hälmchen aus dem Weg sie räumen.
Keins hat etwas für sich allein;
und, da sie so still zusammen wohnen,
auch ziehen in langen Prozessionen,
kann’s schier im Kloster nicht besser sein.
Nur die Maria im Hause fehlt,
hier hat die Martha allein gewählt.

Hast du’s erraten, sei gebeten,
nie selber in solch ein Kloster zu treten.
*

Die Ameisenhaufen der Roten Waldameisen, die es in meiner Kindheit in Massen mit Verbindungsstraßen untereinander gab, sind zu einer Seltenheit geworden. Zu Recht stehen auch sie seit 2009 auf der Roten Liste gefährdeter Arten.


* Clemens Brentano (1778 – 1842)

Roter Mohn

Leuchtender! Die wilden Winde
übersteht dein Leuchten nicht,
aber leih’ mir, daß ich’s binde,
dein Erglüh
en zum Gedicht.

Nicht daß davon je geblieben
wär dein Bild, das Rot darin!
Immer, was wir herzlich lieben,
geht dahin, wie Rauch dahin.*

.

.


Das Mohnblütenblatt ist eine erstaunliche Hervorbringung der Natur. Es entfaltet sich völlig zerknautscht aus der Knospe, ist dünner als Samtpapier, wiegt fast nichts, besteht aus fast nichts. Knäuelt und presst man es zwischen den Fingern zusammen, so hat man schließlich außer ein paar Tropfen roten Safts kaum etwas in den Händen. Trotzdem trotzt das entfaltete Blatt so manchen Winden, indem es kaum Widerstand leistet und sich den Luftströmungen ergibt. So gering wie seine Masse so kurz ist auch sein Dasein. Nach wenigen Tagen intensiven roten Leuchtens fallen die Blütenblätter ab und lassen eine ebenfalls schöne Samenkapsel zurück, in der sich die nächste „Lebensphase“ abspielt – Vorsorge für die kommende Klatschmohngeneration.
Manche Menschen verfallen dem Rot ebenso wie das Insekt auf dem Foto. Dennoch gilt es vielen wie auch der ebenso faszinierende Löwenzahn als Unkraut.


* Johannes Bobrowski (1917 – 1965)

Wintermücken – Mücken im Winter

Als ich vor kurzem mein Erstaunen über einen Mückenschwarm im Winter und bei Regen zum Ausdruck brachte, konnte ich mich in dem Punkt beruhigen, dass ihnen der Regen nichts ausmachte. Und die relativ hohe Umgebungstemperatur von 13 °C erleichterte es mir, den Mückentanz als in Übereinstimmung mit den Naturgesetzen zu sehen. Inzwischen bin ich durch einige erhellende Kommentare und eigene Recherche etwas weiter gekommen.
Das entscheidende Stichwort war „Wintermücken“. Mir war bislang nicht aufgefallen, wohl auch weil ich es aus bestimmten Gründen für unmöglich hielt, dass Mückenschwärme einer bestimmten Mückenart im Winter keine Besonderheit sind. Weiterlesen

Mückentanz am Tage der vorletzten Schokolade im Advendskalender

Einen Tag vor Heiligabend zeigte das Thermometer 13 °C an und es regnete. Es war eine merkwürdige Stimmung. Ich stellte mich einige Minuten in den Regen, nur so, um zu erfahren wie es ist, wenn man im Winter im Regen steht und die Kälte einen nicht sofort wieder ins Haus treibt.
Plötzlich gewahrte ich einen Schwarm Mücken, die völlig unbeeindruckt von den fallenden Tropfen – die ja wesentlich massiver sind als sie selber – hier ihren ansonsten wohl eher von lauen Sommerabenden vertrauten chaotischen Tanz zelebrierten. Ich traute meinen Augen nicht und schaute höchst erstaunt nunmehr selbst die Tropfen vergessend dem Treiben der Winzlinge zu. Sie ließen sich auch nicht von der Stelle vertreiben, die aus meiner Sicht so gut oder vielmehr so schlecht wie andere Stellen war.
Mein Erstaunen wird nur in der Hinsicht gemildert, dass die Mücken von den aus ihrer Sicht überdimensionalen Tropfen nichts zu befürchten haben, wie ich vor einiger Zeit mit großem Interesse zur Kenntnis genommen und auch darüber berichtet habe. Die Tropfen können ihnen nichts anhaben, jedenfalls dann nicht wenn sie sie hier in der Luft agieren.
Es stellen sich mir Fragen über Fragen: Woher kommen die Mücken jetzt? Hat das milde Wetter sie vorzeitig aus ihren Winterquartieren gelockt? Wohin gehen sie, wenn der in der Wettervorhersage angekündigte (heute zeigt das Thermometer 0 °C) Temperatursturz eintritt? Bleiben sie dann zusammen oder sucht dann jede für sich ein warmes Plätzchen? Wie wenig wir doch über Insekten im Allgemeinen und Mücken im Besonderen wissen!

Nicht alles was glänzt, ist Gold

Diese Feststellung William Shakespeares (1564 – 1616) passt sehr gut zur Goldwespe (Chrysis ignita oder Hedychrum rutilans?), deren faszinierende äußere Erscheinung (Fotos) so gar nicht zu ihrer – nach menschlichen Maßstäben – brutal parasitären Lebensweise zu passen scheint. Ihre Farben sind nicht nur glänzend wie poliertes Metall, sie changieren irisierend, wenn man sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.
Weder der metallische Glanz noch der Farbwechsel beim Verändern des Blickwinkels gehört zu den Erfahrungen, die man normalerweise mit den Farben eines Gegenstands verbindet. Denn sie entstehen normalerweise durch die Anwesenheit chemischer Pigmente. Diese absorbieren bestimmte Farben (Wellenlängen) des weißen Lichts und reflektieren die entsprechende Komplementärfarbe. Verschiedene Pigmente rufen verschiedene Farben hervor. Beispielsweise verdanken Pflanzen ihre grüne Farbe dem Chlorophyll und die unterschiedlichen Brauntöne der menschlichen Haut und des Haares hängen von der Konzentration des Pigments Melanin ab. Weiterlesen

Mendelsche Regel

So kann man kaum Punkte machen 😉

Immerhin gibt es Marienkäfer mit bis zu 24 Punkten.

Unterschlupf

So fand ich das Tierchen kurz vor dem Gewitter. Kurz danach war es wohlbehalten und trocken immer noch da. Ob es geahnt hat, was kommen würde?

Reflektierende Marienkäfer

Wenn ich Marienkäfer erblicke, zähle ich gewohnheitsgemäß ihre Punkte. In den meisten Fällen finde ich solche mit 7 Punkten – 3 Punkte auf dem einen und symmetrisch dazu 3 auf dem anderen Deckflügel (siehe Foto). Der 7. Punkt befindet sich direkt hinter dem Kopf je zur Hälfte auf dem einen oder anderen Deckflügel – die Symmetrie bleibt gewahrt. Die Punktzahl variiert mit unterschiedlicher Häufigkeit. Interessanterweise ist die Anzahl nicht beliebig, sondern kann Werte zwischen 2, 4, 5, 7, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 18, 19, 22 und 24 Punkten annehmen. (Eine mathematische Gesetzmäßigkeit vermag ich nicht darin zu erkennen). Weiterlesen

Insektenkrippe

Eigentlich hatte ich darum gebeten, dass sich alle fünf um die Krippe herum zu einem Gruppenfoto gruppieren. Aber einer der Insekten war so publikumsscheu, dass es im letzten Moment die Flucht ergriff und sich versteckte. Man sieht gerade noch,  wie es hinter der Blume verschwindet. Insekten sind eben auch nur Menschen.

Begegnung mit alten Bekannten

Dies ist ein Kartoffelkäfer, einer von sehr vielen, die wir während einer Wanderung beim Überqueren einer Landstraße begegneten. Offenbar waren sie auch auf Wanderschaft.
Ich kenne die Käfer aus meiner Kindheit. Dort habe ich sie und ihre rotwurmigen Larven von den Kartoffelfeldern abgesucht und in einem verschließbaren Glas gesammelt. Je nach Menge der Käfer, gab es dann ein paar Groschen. Was der Bauer mit ihnen machte, wollte ich damals lieber nicht wissen.
In diese Zeit fühlte ich mich zurückversetzt und sagte ziemlich spontan zu meinem mitwandernden Freund, dass hier  ein Biobauer in der Nähe sein müsse. Ich hatte es kaum ausgesprochen, als wir auch schon ein Schild am Rande des Feldes erblickten, der auf den Biohof hinwies.
Die anderen Bauern halten ihre Felder mit Pestiziden kartoffelkäferfrei. Ich frage mich, wie die Biobauern sich heute der Kartoffelkäfer erwehren. Offenbar gelang es diesem Biobauern die Käfer massenweise in die Flucht zu schlagen. Wie sonst wäre der selbstmörderische Massenexodos der Käfer über eine Autostraße vom Kartoffelfeld weg zu erklären?

Zur abenteuerlichen Geschichte des Kartoffelkäfers gibt es übrigens einen interessanten Wikipedia-Beitrag.

Vom Nutzen der Schmetterlinge

Zur Verteidigung des Witzes. In bequemeren Zeitaltern, als unser gegenwärtiges ließ man den Himmel durch die Philosophie befragen warum er das Böse geschaffen hätte, da es etwas höchst Unangenehmes wäre. Unser gegenwärtiges ernsthaftes Dezennium wird ihn hoffentlich bald befragen warum er die bunten Schmetterlinge und den Regenbogen hat werden lassen, der offenbar zu weiter nichts da ist, als daß sich die Gassenjungen und Mädchen darüber freuen, oder ein physikalischer Müßiggänger in Betrachtungen darüber gerät.*

Wenn Lichtenberg (1742 – 1799) gewusst hätte, dass diese – von ihm ironisch gemeinte – Bemerkung insofern von der Menschheit geteilt werden würde, als diese sich um das Schicksal der Schmetterlinge kaum gekümmert und ihren Lebensraum inzwischen arg begrenzt hat, wäre er vermutlich sehr betroffen. Während der Regenbogen bislang wohl noch nicht bedroht ist (wenn man einmal davon absieht, dass der Regen in unseren Breiten auch immer seltener zu werden scheint), sind Schmetterlinge und andere Insekten selten geworden. Und die vermehrte Aufmerksamkeit die sie erfahren hängt vermutlich nur damit zusammen, dass man etwas spät entdeckt hat, wie abhängig die Menschheit von ihnen ist. Lichtenberg würde dieses Gegenbeispiel, dass dieses „Böse“ nicht vom Himmel, sondern vom Menschen geschaffen wurde, vermutlich mit dem Hinweis kontern, dass auch der Mensch ein Geschöpf des Himmels sei.


* Georg Christoph Lichtenberg. Sudelbücher (D 182)

Schmetterlinge (5) – fliegende lebendige Blumen

Wer wird der Farben Meng´ und ihre Schönheit nennen,
Erzehlen und beschreiben können,
Mit welcher die Natur die kleinen Thierchen schmückt?
Wie mancherley hab ich mit innigem Vergnügen,
Nur bloß an Fliegen einst erblickt!
Woran die Farben sich recht wunderbarlich fügen,
Braun, gelblich, röthlich, schwartz und grau,
Grün, roth, gelb, hell- und dunckel-blau,
Bald Gold mit grün, bald Gold mit roth, gemenget;
Bald ist der Flügel künstlichs Paar
Wie ein Crystall so weiß, so klar; Weiterlesen

Insektenfriedhof auf einer Straße

Vor kurzem stieß ich auf einer wenig frequentierten Straße auf ein merkwürdiges Phänomen. Von weitem sah es im flirrenden Gegenlicht so aus wie Schneegestöber. Bei Temperaturen von über 30° C konnte ich diesen Gedanken getrost wieder fallenlassen und ihn durch die Assoziation entleerter Federbetten ersetzen. Aber kaum gedacht bot sich mir (aus Sicht der Betroffenenen) ein Bild des Grauens dar. Tausende von toten Insekten mit weißen, transparenten Flügeln waren hier haufenweise zum Spielball des Windes geworden (Zur Vergrößerung auf Bilder klicken). Das Ereignis muss innerhalb eines kurzen Zeitraums geschehen sein. Denn obwohl hin und wieder ein Auto vorbeifährt, waren die toten Insektenleiber weder plattgefahren noch sonst wie zerfleddert. Ich habe bis heute nicht herausfinden können, war hier passiert war. Kennt sich da jemand aus?

Der vielstimmige Gesang der Fliegen

Singende-Fliegen-IMG_6758brDas Summen von Fliegen wird meist als Geräusch empfunden, das nicht gerade positive Empfindungen auslöst. Wer käme schon auf die Idee, das monotone Summen oder Brummen der Fliegen in Beziehung zu einer Fuge von Bach zu setzen. Wer da anderer Meinung wäre, würde wohl kaum ernst genommen werden.
Indessen zeigen Untersuchungen, die schon vor Jahren an der Universität Massachusetts durchgeführt wurden, dass die Melodien der Fliegen jeweils als harmonische Einheiten von 12 bis 16 Stimmen unterschiedlichen Timbres aufgefasst werden können, die zusammen einen komplexen, polyphonen Klang ergeben. Musikalisch geschulte Personen sollten sich diese Vielstimmigkeit wie georgischen Volksgesang anhören, in dem sich die Stimmen zu einem harmonischen Ganzen vereinigen.
Übrigens sind für die Klangentstehung des Fliegengesumms die Unterflügel verantwortlich. Von ihrer Stellung hängt die Tonhöhe und Klangfarbe der Fliegenmusik ab.

Frühlingsfarben – Rapsgelb

rapsgelb_rvDraußen war alles beim alten. Gelbe Rapsfelder legten sich in den Wind, darüber tupfte der Himmel sein abgedunkeltes Blau über die Quellwolken, bis sie langsam verschwanden. Das Licht schlug in regelmäßigen Abständen gegen den Zug, aber die Farben rutschten an der glatten Oberfläche des Waggons ab, krallten sich einen Moment lang ans Fenster, verschwanden (Guy Helminger. Etwas fehlt immer. Berlin 2007).

Rapsgelb ist eine der ersten intensiven Farben des Jahres, die großflächig und unübersehbar in Erscheinung tritt. Sie scheint uns zu versichern, dass jetzt die helle Jahreszeit die Oberhand gewinnt. Die Farbe wirkt aber nicht nur auf Menschen. Die für uns rein gelb aussehenden Blüten weisen im für uns unsichtbaren ultravioletten Spektralbereich breite Leuchtstreifen auf (UV-Absorption), die als auffällige Saftmale von den Insekten wahrgenommen werden.  (Wildbienen können Licht bis zu einer minimalen Wellenlänge von 300 Nanometer, Menschen nur bis 380 Namometer  sehen). Die Bestäuberinsekten werden  davon angelockt und bestäuben im Gegenzug die Blüten.

Schönheit mit Makel

Hummel_mit_Parasiten_rvEs ist nicht das erste Mal, dass ich Hummeln beobachte, die deutlich sichtbar von Parasiten befallen sind. Eine kleine Recherche ergab, dass es sich offenbar um Milben handelt, die im Leben der Hummel eine zwiespältige Rolle zu spielen scheinen. Weiterlesen

Künstlerische Aktivitäten eines Käfers

Fraßgänge-des-BuchdruckersWas wie ein grafisches Kunstwerk aussieht, ist ein Produkt des Borkenkäfers, der unter der Borke von Bäumen (vor allem Nadelbäume) seine erste Lebensphase verbringt. Man sieht hier die Fraßgänge der Larven, wie sie sichtbar werden, nachdem die abgestorbene Borke abgehoben wird. Die Larven ernähren sich vor allem vom Bast, dem lebenden Gewebe unter der Borke.
Eine verbreitete Borkenart ist der Buchdrucker, der vor allem Fichten anfällt. Die Bezeichnung Buchdrucker geht nicht etwa auf die Baumart der Buche zurück, jedenfalls nicht direkt, sondern spielt auf die Ähnlichkeit der Larvengänge mit geschnitzten Buchstaben an. Die ästhetische Wirkung des Fraßgebildes verdankt sich vermutlich der Tatsache, dass es hier annähernd um eine optimale Struktur handelt. Die Larven scheinen die Gänge so angelegt zu haben, dass sie einander einerseits möglichst wenig in die Quere kommen und andererseits die Fläche so gut wie möglich ausnutzen.

Wege 4: 3D-Ameisenstraße

AmeisenstraßeAmeisen scheinen eines mit dem Menschen gemeinsam zu haben. Sie fallen durch belebte Wege auf. Wo immer man Ameisen entdeckt, sind sie auf einem meist mehrspurigen Weg unterwegs. Es erinnert stark an Autobahnen, die man von Flugzeug aus oder aus einem Hochhaus sieht. Der Ameisenverkehr erinnert in mancher Hinsicht an den Autoverkehr in manchen asiatischen Ländern: Die äußerlich chaotisch wirkende Fortbewegung läuft erstaunlich reibungslos und effektiv ab. Das scheinen neueste Forschungsergebnisse zu bestätigen, wonach es beispielsweise in gefährlichen Situationen mit  großem Andrang schneller gehe, den Ort in chaotischer als in geordneter Weise zu verlassen. Den Ameisen scheint es in der Tat auf Effektivität und optimales Vorankommen gelegen zu sein. So haben sie auch keine Probleme damit, vom Menschen zu ganz anderen Zwecken errichtete Artefakte in ihr Wegesystem zu integrieren. Weiterlesen

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