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Landschaft

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Impressionen aus der Krummhörn 3

Sonnenaufgang im Bodennebel

Impressionen aus der Krummhörn 2

Indem der Blick im flachen Land kaum verstellt ist durch höhere Gebäude und Berge gehört die Wolkenlandschaft wie eine natürliche Ergänzung zum Land dazu. Ich erlebe bei meinen Wanderungen in diesem mit 75 Einwohnern pro Quadratkilometer für deutsche Verhältnisse (Durchschnitt ca. 230 Einwohner/km2) dünn besiedelten Landstrich an der Nordseeküste das Wolkengeschehen ähnlich intensiv wie aus dem Flugzeug über den Wolken – nur mit dem entscheidenden Unterschied, nicht durch Lärm und Fenster davon getrennt zu sein. Ich befinde mich gleichsam frei beweglich mittendrin. Die Wolken als wesentliche Akteure des Wettergeschehens lassen mich teilhaben an dem was ist und was uns erwartet.
Wolken haben als „Gedanken des Himmels“ von jeher Maler, Dichter und Denker inspiriert

Impressionen aus der Krummhörn 1

Morgenstimmung

Ebbe und Flut funktionieren noch…

Die Blogpause ist zuende. Wir haben ein paar schöne Tage an der Nordseeküste in der Krummhörn verbracht. Es war warm, aber eine frische Brise am Wasser sorgte für eine sehr angenehme Wärme.

Uttum im Morgennebel

Wenn man die ostfriesische Landschaft erleben möchte, muss man früh anfangen. Oft beginnt der Tag mit Nebeln, die aus den Kanälen und Schlooten aufsteigen und die Strukturen der Landschaft mit etwa derselben Geschwindigkeit freigeben wie das eigene Bewusstsein sich auf den neuen Tag einzustellen vermag.
Ich habe bewusst eine Schwarzweiß-Aufnahme gewählt, weil das Wahrnehmung noch weitgehend durch die Stäbchen bestimmt wird.

Hier werde ich ab heute eine Woche ohne Internet verbringen 🙂

Klatschmohnidylle wie in alten Zeiten

Es gibt sie noch, die Klatschmohnfelder der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts.  Jedenfalls fühlte ich mich angesichts dieses unbefestigten Weges durch Getreidefelder, die wohl keine Pestizide kennengelernt haben und von Klatschmohn gesäumt sind, in alte Zeiten zurückversetzt. Allerdings gibt es auf dem Foto einige verräterischen Anachronismen, die die Jetztzeit hindurchschimmern lassen: Die Zementziegel der perfekt renovierten Häuser, die Ortgangziegel, die man damals noch nicht in dieser Form hatte, die Verkleidung des Schornsteins, die moderneren Strommasten …

Mächtige Landschaft

Vor dem blassen Dämmerhimmel,
den Gewölke, grau verworren,
fast schon jetzt zu Nacht verdunkeln,
steh ich, wie ich mich vom Armstuhl,
drin ich grad ein wenig ruhte,
aufgehoben, mit vom Schlafe
noch nicht ganz befreiten Augen.

Und das ungeheure Bild der
Landschaft, das mich so auf einmal
trifft, wie sie den Flügel ihrer
Wolken in die Nacht vorausreckt,
Wasser, Wälder, Berge so im
Schoss des eignen Schattens tragend,
hält mich lang noch wie im Traume.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Im Sturm erschaffen…

Diese Landschaft kurz vor der Grenze war keine Wirklichkeit mehr,
sondern ein seelischer Zustand, in den sie nicht tiefer hineingeraten mochte.*

Soweit die Poesie. In Wirklichkeit ist diese Landschaft der Rest von Fraßgängen von Insekten unter der Rinde eines Baumes, die ans Tageslicht kamen, als der Baum dem Sturm anheimfiel und ein Teil der Rinde abfiel.
Gut dass der Baum zu einem Zeitpunkt fiel, da man damit rechnen konnte. Der Warnungen gab es mehr als genug. Der Baum war so morsch, dass er während des Falls im oberen Drittel durchbrach, so wie man es von alten Frabrikschornsteinen kennt, die durch eine Sprengung zu Fall gebracht werden.

 


aus: Judith Kuckart. Lenas Liebe. Köln 2002

Trost der Farben…

Manchmal landest du im Urlaub in Bettenburgen, die im deutlichen Kontrast zum Hinterland des touristischen Ortes stehen, das du in diesen vierzehn Tagen erwandern möchtest. Und wenn du dann nach einer ganztägigen Tour erschöpft in die Unterkunft kommst und dadurch milde gestimmt noch einmal auf den Balkon gehst, gelingt es auch dem touristischen Ambiente einige ästhetische Aspekte abzugewinnen.
Die vor dem Hintergrund des blauen Meeres und Himmels in dazu beinahe komplementären Farben erleuchteten Balkone wirken für diesen Moment wie ein abstraktes Kunstwerk. Sie rücken plötzlich ohne eigenes Zutun und entgegen der Erwartung in dein Gesichtsfeld und runden einen von den Eindrücken der Natur geprägten Wandertag eindrucksvoll ab.

Selbst die Sonnenblumen wenden sich ab…

Bei Wanderungen im Spätsommer ärgere ich mich schon seit Jahren, dass – von den ökologischen Problemen einmal abgesehen – die Landschaft durch den massenhaften Anbau von Mais so uneinsichtig wird wie die Politik, die so etwas nicht zu verhindern weiß. Außer zwei grünen Maismauern ist auf große Strecken nichts mehr von der ansonsten schönen Gegend zu sehen. Im vorliegenden Fall bin ich ein wenig versöhnt, weil die grüne Mauer durch neugierig blickende Sonnenblumen aufgelockert wird und meine Augen durch andere Farbeinsprengsel vor dem völligen Ermüden bewahrt werden. Ob hier die Uneinsichtigkeit der Landschaft den Bauern insofern einsichtig gemacht hat, als er die fehlende Aussicht durch eine bunte Ansicht ersetzte? Weiterlesen

Wege 13: Serpentinen – schlängelnde schiefe Ebenen

Wenn man durch die Bergwelt Gran Canarias fährt oder gar wandert, fallen u.a. die Serpentinen auf, die sich an den Bergen entlang schlängeln. Das Schlangenhafte liegt auch dem Wort Serpentine zugrunde und ist sicherlich das auffälligste Merkmal, insbesondere dann wenn man die endlos erscheinende Kurverei selbst durchmacht. Von oben sieht dann alles sehr friedlich aus, auch deshalb weil man endlich oben ist.
Der Sinn des Schlängelns liegt in der Verringerung der Steigungen, was nur mit einer Verlängerung des Weges zu erreichen ist. Dadurch wird die zur Überwindung der Steigung aufzubringende Kraft reduziert, denn man muss pro Streckeabscnitt, also beim Gehen pro Schritt eine geringere Höhe überwinden. Das kommt sowohl dem Wanderer als auch den vornehmlich für die flache und nicht für die schiefe Ebene konstruierten Fahrzeugen zugute.
Physikalisch gesehen gehört eine solche schiefe Ebene zu den einfachen Maschinen. Dabei geht man im Idealfall davon aus, dass die aufzuwendende Energie unverändert bleibt: Die Kraftersparnis wird gewissermaßen durch eine Wegverlängerung erkauft.
Das bezieht sich allerdings nur auf die Höhenenergie. Denn zur Fortbewegung auf einer Straße ist zur Überwindung der Reibung ebenfalls Energie aufzuwenden und die ist natürlich umso größer, je länger die Straße ist.
Beim Wandern im Gebirge sieht man manchmal „wilde“ Abkürzungen zwischen zwei Windungen einer Serpentine. Sie zeugen davon, dass einige Wanderer den Weg verkürzen wollen. Sie machen sich dabei aber oft nicht klar, dass der Kraftaufwand entsprechend größer wird und sich à la longue in körperlicher Erschöpfung äußern kann, bevor das Ziel erreicht ist.

Zufallsstrukturierte Blattlandschaften

blattaderlandschaft_rvBlätter sind durch Adern strukturiert, die oft sehr stark an Straßennetzwerke erinnern, bei denen von den Autobahnen Hauptstraßen und von diesen Nebenstraßen usw. abzweigen, sodass jede Landschaftsparzelle erreicht werden kann. Ganz ähnliche Strukturen bieten sich manchmal den Flugreisenden an, wenn sie die Landschaften von oben betrachten. Weiterlesen

Die Uttumer Kirche in der Morgensonne

UttumkircheIn der Krummhörn in Ostfriesland thronen in vielen Orten alte windschiefe Kirchen auf ihrer Warft und sind in dem flachen Land weithin zu sehen. Sie sind ein vertrauter Anblick für die Bewohner und Lichtblick für die Besucher. Dies gilt im wahrsten Sinne des Wortes, wenn wie hier bei der altehrwürdigen Kirche von Uttum die tiefstehende Sonne das alte Bauwerk in den verschiedenen Rottönen der aus dem Kleiboden geformten Klinker zum Leuchten bringt, sodass vieles andere in den Schatten gerät. Weiterlesen

Wanderungen auf La Palma

la_palma_caldera_rvAbhänge, Krümmungen, Bewegungen gleichsam, die man der völlig reglosen Erde eingezeichnet hätte; Felder, die sich senken, die aussehen, als flössen sie mit ihren Schollen, ihren Gräsern, ihren Wegen der fernen Niederung eines Flusses zu, der nicht zu sehen ist, dann, immer undeutlicher, hebet sich das, steigt wieder auf und unterbricht sich am Rand des Himmels, wie das Licht in der Wiege, in dem Becken des Tages getragen wird. Weiterlesen

Schöne Welt

Hüggelvorland_rvWenn sich der Äther erhebt in hoher heiliger Klarheit,
wenn sich ein fließendes Gold über die Erde ergießt,
und vor dem strahlenden Gott die Schatten leise zerrinnen,
freu’t sich der blendende Glanz und das allmächtige Licht.
Aber bezaubernder, Freund, erscheint dir die liebliche Gegend – Weiterlesen

Eine Landschaft ist ein seelischer Zustand

Landschaft-auf-Gran-CanariaAmiel (1821 – 1881) hat gesagt, eine Landschaft sei ein seelischer Zustand, aber dieser Satz ist wie das schlaffe Glück eines schwächlichen Träumers. Sobald die Landschaft Landschaft ist, hört sie auf, ein seelscher Zustand zu sein. Objektivieren heißt erschaffen, niemand sagt, ein fertiges Gedicht sei ein Zustand, in welchem man daran denke, es zu verfertigen. Sehen heißt vielleicht träumen, wenn wir es aber sehen statt träumen nennen, so deshalb, weil wir träumen von sehen unterscheiden.

Fernando Pessao (1888 – 1935). Das Buch der Unruhe. Frankfurt 1987

 

Farbenprächtige Mineralien in freier Natur

Blühende-FelsenMan muss es selbst gesehen haben, um zu glauben, dass die Farben dieses Landschaftsbildes kaum von der Vegetation herrühren, sondern durch den blanken Felsen bestimmt werden. An diesem Berghang auf der Kanareninsel Gran Canaria treten Mineralien in der vollen Pracht ihrer Farbe zutage. Für mich als Laien identifizierbar ist die typische Grünfärbung des Kupfers. Vermutlich sind auch rötliche Eisenerze im Spiel. Mir geht es hier aber vor allem um die farbenfrohe Ästhetik, die nicht zuletzt der naturgegebenen Anordnung der Farben zu verdanken ist. Die unterschiedlichen Grüntöne der Bäume und Sträucher treten dagegen deutlich in den Hintergrund. Im Vordergrund sieht man einen relativ steil ansteigenden Teil einer Straße die sich hier in Serpentinen durch die Berge schlängelt und nur mühselig mit dem Auto zu bewältigen ist.

Watt er nu wieder hat: Faraday und Watt

Rettungsbake Watt SahlenburgWenn man in einem Drahtkäfig sitzt, ist man weitgehend vor Blitzen geschützt. Ein solcher Käfig heißt nach dem englischen Physiker Michael Faraday (1791–1867) Faradaykäfig. Der Faradaykäfig sorgt dafür, dass der Innenraum vor dem Eindringen von elektrischen Feldern geschützt ist.
Der Energiestrom eines Blitzes wird in der Einheit Watt gemessen, so benannt nach dem schottischen Erfinder James Watt (1736-1819). Um James Watt geht geht es uns hier aber gar nicht, auch nicht um die Einheit von Energieströmen, sondern um das Watt vor der deutschen Nordseeküste, jene im Rhythmus der Gezeiten überflutete und trockenfallende Grenze zwischen Meer und Land. In diesem Watt ist der Mensch bei Gewitter gefährdet, weil er weithin die höchste Erhebung darstellt und gut elektrisch leitend mit dem Boden verbunden ist. Somit gibt es also doch eine Verbindung zwischen Watt und Watt. (Watt er nu wieder hat!)
Um Wattwanderer, die vom Gewitter überrascht werden, zu schützen, sind auf gekennzeichneten Strecken Rettungsbaken in Form von Faradaykäfigen aufgebaut (siehe Foto). Darin können bis zu sechs Personen vor dem Gewitter Unterschlupf finden. Gleichzeitig schützt dieses genügend hohe Gerüst vor der Flut. Das Foto wurde auf einer Wattwanderung von Neuwerk nach Sahlenburg (Cuxhaven) aufgenommen. Im Hintergrund sieht man den Wernerwald. Er ist neben einem Wald bei Dangast und Sankt Peter-Ording – der einzige Wald in Deutschland, der bis unmittelbar an die Nordseeküste reicht.

Wege 2: Der Weg, ein Lob des Raumes

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„Der Weg: ein Streifen Erde, den man zu Fuß begeht. Die Straße unterscheidet sich vom Weg nicht nur dadurch, daß man sie mit dem Auto befährt, sondern auch dadurch, daß sie nur eine Linie ist, die zwei Punkte miteinander verbindet … Weiterlesen

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