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Licht

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Lichtschwerter – auf dem Wasser und anderswo

Schlichting, H. Joachim. Naturwissenschaften  im Unterricht 159/160 (2017) S. 14 – 15

„Der Reflex auf dem Meer entsteht, wenn die Sonne sich neigt: Vom Horizont her schiebt sich ein blendender Fleck zum Ufer, ein Streifen aus tanzenden Glitzerpunkten; dazwischen verdunkelt das Mattblau des Meeres sein Netz…, und der Sonnenreflex auf dem Meer wird ein schimmerndes Schwert, das sich vom Horizont heran bis zu ihm erstreckt…Während die Sonne tiefer sinkt, färbt der Reflex sich von schimmerndem Weiß zu kupfergoldenem Rot. Und wohin Herr Palomar sich auch wendet, stets ist er selber die Spitze des schlanken Dreiecks. Das Schwert folgt ihm und deutet auf ihn wie ein Uhrzeiger mit der Sonne als Zapfen“ (Calvino, Italo. Herr Palomar. München 1988, S. 18). Weiterlesen

Löcher im Licht

Als Entität für sich betrachtet, ist der Schatten seltsam. Er ist ein wirkliches materielles Faktum, ein physikalisches Loch im Licht, hat aber weder eine stabile Form noch eine kontinuierliche Existenz; andererseits aber sind die Metamorphosen, die er durchläuft, determiniert, und obwohl er diskontinuierlich ist, kann er wiederkehren. Weiterlesen

Lichtbahnen über den Wellen

H. Joachim Schlichting. In: Spektrum der Wissenschaft 6 (2017), S. 58

Spiegelungen auf unruhigen Gewässern führen  manchmal zu seltsamen hellen und dunklen Streifen.

Die Verbindungen von simpeln Gesetzen können
sehr verwickelte Erscheinungen gewähren.

Georg Christoph Lichtenberg (1752–1799) Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Juni 2017

Wie kommt es zu dem tiefen Abgrund im Pool?

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Erklärung des Ratselfotos des Monats April 2017
Frage: Was macht die Pflanze so stark?

Antwort: Geht man davon aus, dass Pflanzensamen in kleine Risse des Asphalts geraten und ein Minimum an Erde und Feuchtigkeit vorfinden, so beginnen sie zu wachsen. Ein wesentlicher Mechanismus, Feuchtigkeit aufzunehmen funktioniert durch Osmose. Die Pflanzenzellen haben selektive Wände, die zum Beispiel reines Wasser durchlassen, nicht aber Pflanzensäfte. Da der Drang, sich zu vermischen, also eine möglichst einheitliche Lösung herzustellen, sehr groß ist, kann das Ziel nur dadurch erreicht werden, dass das Wasser durch die Wände in die Pflanze eindringt, umgekehrt aber kein Saft herauskann. Als zwangsläufige Folge erhöht sich der Druck in den Pflanzenzellen. Weil die Pflanzen die Flüssigkeit über die Wurzeln aufnimmt, spricht man auch vom Wurzeldruck. Erst wenn dieser so groß ist wie der durch das Mischungsbestreben bewirkte osmotische Druck wird die Wasseraufnahme gestoppt. Der Druck bei dem das passiert, kann mit bis zu 13 bar erstaunlich hoch sein. Bedenkt man, dass ein Autoreifen einen Druck von etwa 2 bar hat, so kann man sich die Sprengkraft, die dadurch bewirkt wird, gut vorstellen.
Wenn nach einigen Regentagen reife Kirschen platzen, so ist auch dafür der osmotische Druck verantwortlich. Er entsteht in diesem Fall dadurch, dass Regenwasser durch die selektive Haut der Kirsche ins Innere gelangt, um dem natürlichen Mischungsbestreben nachzukommen.

Zum Licht

Nur nicht im DunkelZumLicht
Schmählich erschlaffen!
Im Lichtgefunkel
Leben und schaffen.
Nur im Verstecke
Nicht müd’ versiechen,
Kränkeln und kriechen —
Nur das nicht!
Richte und recke
Auf dich zum Licht!

Siegende Sonne
Hellt dir die Brust,
Wogende Wonne
Wird dir bewußt,
Unter der Decke
Ängstlicher Kleinheit
Wärmt sich — Gemeinheit;
Nur das nicht!
Richte und recke
Auf dich zum Licht! Weiterlesen

Blauschimmernde Löwenzahn-Fallschirme kurz vor dem Start

Loewenzahn_unter_blauem_HimBei bedecktem oder blauem Himmel im Schatten gibt es kein reines Weiß. Denn woher sollte es kommen. Der blaue Himmel sendet blaues Licht aus und Gegenstände, die alle Wellenlängen reflektieren, im weißen Sonnenlicht daher auch weiß aussehen, nehmen einen leichten Blauschimmer an. Das sieht man meistens nicht und ärgert sich vielleicht auch noch, wenn die Kamera nicht den gewünschten Weißabgleich vornimmt. Im vorliegenden Fall war mir das bläuliche Leuchten der ansonsten schneeweißen Fallschirmchen mit den daran hängenden Samen des Löwenzahns aufgefallen.
Besonders gut lässt sich die Blaufärbung bei Schnee im Schatten erkennen, weil man dann im Kontrast dazu auch noch den wirklich weißen Schnee im Lichte der Sonne sehen kann.

Quételet im Spiegel der Kunst…

SpiegelfolieAuf einer Kunstausstellung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf vor einigen Jahren mit dem Titel „Zerbrechliche Schönheiten“ stieß ich neben eindrucksvollen Exponaten an den Wänden auf ein vielleicht gar nicht als ein solches gemeintes Exponat auf dem Boden eines der Ausstellungsräume. Der Boden war nämlich komplett mit Spiegelfolie ausgelegt, die in dem Raum  – und das war sicherlich beabsichtigt – eine interessante Lichtstimmung hervorrief. Weiterlesen

Die Uttumer Kirche in der Morgensonne

UttumkircheIn der Krummhörn in Ostfriesland thronen in vielen Orten alte windschiefe Kirchen auf ihrer Warft und sind in dem flachen Land weithin zu sehen. Sie sind ein vertrauter Anblick für die Bewohner und Lichtblick für die Besucher. Dies gilt im wahrsten Sinne des Wortes, wenn wie hier bei der altehrwürdigen Kirche von Uttum die tiefstehende Sonne das alte Bauwerk in den verschiedenen Rottönen der aus dem Kleiboden geformten Klinker zum Leuchten bringt, sodass vieles andere in den Schatten gerät. Weiterlesen

Räteselfoto des Monats Dezember 2016

weihnachtskerzenreflexionenKerze vor dem Fenster. Wie kommt es zu den Farben? Weiterlesen

Nebensonne – Lichtbrechung an Eiskristallen

NebensonneDieses Naturphänomen mag auf den ersten Blick an einen Teil eines Regenbogens erinnern. Davon dass dies nicht der Fall ist, überzeugt man sich schon durch die Position des Farbstreifens, der in einem Winkel von 22° links oder rechts – manchmal auch beidseitig – neben der Sonne zu sehen ist. Man spricht daher auch von einer Nebensonne. Die Lichterscheinung kann unter Umständen so stark wirken, dass man in der Tat an die Sonne erinnert wird, insbesondere dann, wenn die „richtige“ Sonne verborgen ist.
Wissenschaftlich nennt man die Nebensonne Parhelion, was auf altgriechisch dasselbe besagt. Im englischen Sprachgebrauch ist auch sehr fantasievoll von „sun dogs“ (Sonnenhunde) die Rede, so als würde die Sonne mit ihren Hunden an der Leine spazieren gehen.
Lichtweg im EiskristallrvAnders als beim Regenbogen sind nicht Wassertropfen für die Entstehung der Spektralfarben verantwortlich, sondern dünne Wolken von Eiskristallen. Diese Eiskristalle wirken wie winzige hexagonale Prismen, die das Licht ihrer Geometrie und Substanz entsprechend brechen und damit aus der ursprünglichen Richtung ablenken (nebenstehende Grafik): Sichtbares Licht hat ein Minimum der Ablenkung zwischen 21,7° (rot, 656 nm) und 22,5° (violett, 400 nm). Unter kleineren Winkeln kann keine Brechung mehr auftreten. Die meisten Lichtstrahlen, die zum Betrachter gelangen, werden in Winkeln nahe beim Minimum der Ablenkung gebrochen, wodurch ein heller inneren Rand zu sehen ist.
Dass die Nebensonnen auf gleicher Höhe wie die Sonne erscheinen, ist darauf zurückzuführen, dass die flachen Eisplättchen gewissermaßen horizontal liegend sinken und daher ihre Orientierung bis auf kleine Schwankungen beibehalten.
Wenn die Eiskristalle nicht so flach und beliebig orientiert sind, tritt ein ganzer Kreisbogen um die Sonne auf, der so genannte 22° Halo. Die Nebensonnen sind im Grunde nur ein Spezialfall eines komplexen Halosystems.

Zum 1. Advent – Die Flamme als Prozess

Flamme-als-ProzessAlles Anschauen geht aus von einem Einfluß des Angeschauten auf den Anschauenden…Wenn die Ausflüsse des Lichtes nicht – was ganz ohne eine Veranstaltung geschieht – euer Organ berührten, wenn die kleinsten Teile der Körper die Spitzen eurer Finger nicht mechanisch oder chemisch affizierten, wenn der Druck der Schwere euch nicht einen Widerstand und eine Grenze eurer Kraft offenbarte, so würdet ihr nichts anschauen und nicht wahrnehmen, und was ihr also anschaut und wahrnehmt, ist nicht die Natur der Dinge, sondern ihr Handeln auf euch.

1. Die Faszination muß von der Naturerscheinung selbst ausgehen. Zumindest muß sie so vorgestellt werden, daß sie die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

2. Die Naturerscheinung muß die Organe möglichst vielseitig berühren und die Sinne affizieren. Die Hand über dem Vacuum spürt unmittelbar den Druck der Luft.

Allerdings sind die Sinne nur bedingt tauglich, das größere Feld der Naturerscheinungen auszumachen. Ein wichtiger Teil naturwissenschaftlicher Untersuchung und Lehrkunst besteht darin, immer neue Manipulationen zu erfinden, die die sinnliche Wahrnehmung erweitern und das von ihr Nicht- Erfaßte in Erscheinung treten zu lassen.

3. Die Naturerscheinung muß nicht als ein einfach Gegebenes hingenommen, sondern als Handlung vorgestellt werden. So die Flamme der Kerze als ein Prozeß„.

Aus: Friedrich Schleiermacher: Sämmtliche Werke, Berlin 1834–64

„Regenbogen“ auf regennasser Straße

Ölfilm_rvAls der Öltropfen auf dem feuchten Asphalt verlief, wurde wie von unsichtbarer Hand ein bunter Fächer von Regenbogenfarben geöffnet. Der dünne Wasserfilm macht allerdings nur sichtbar, was bei trockener Straße weniger spektakulär abläuft – dass ein Fahrzeug Öl verliert. Während Öltropfen bei Trockenheit im Asphalt versickern, breiten sie sich auf einem den Asphalt überziehenden Wasserfilm aus. Weiterlesen

Gespinste als Lichtfänger

Weihnachtsbaum_DSC03110arvWar hier ein Verpackungskünstler am Werk? Oder haben fleißige Spinnen ihren Weihnachtsbaum schon geschmückt?
Die Urheber dieser Gespinste, die Spinnen, werden weder an das eine noch an das andere gedacht haben, sondern an Insekten, die sie in diesem ansonsten unsichtbaren Netzwerk zu fangen gedenken. Nach einer kühlen und feuchten Herbstnacht, haben sich Tautropfen an den Spinnfäden niedergeschlagen, an denen seinerseits das Licht gestreut wird und die Fäden auf diese Weise sichtbar macht: Weiterlesen

Blauer Schatten bei Sonnenuntergang

BlauerSchattenEine weiße Wand zeichnet sich dadurch aus, dass sie unabhängig von der Wellenlänge das auftreffende Licht nahezu  unverändert wieder ausstrahlt. An einem strahlenden Sonnentag ist der Schatten auf einer solchen Wand blau. Weiterlesen

Die hellen Schatten der Dunkelheit

weisserschatten031barvDie Überschrift klingt etwas poetisch ist aber durchaus physikalisch gemeint und zwar in der folgenden Hinsicht:
Die deutlichsten Schatten werden von den kleinsten Lichtquellen hervorgerufen. Eine kleine Glühlampe entwirft einen wesentlich schärferen Schatten als beispielsweise eine größere Kugelleuchte. Und im Lichte einer Leuchtstoffröhre findet man nur noch schemenhafte Andeutungen eines Schattens. Weiterlesen

Ein Lob dem Staub

Sonnenstrahlen_1Ohne den Staub, worin er aufleuchtet
wäre der Sonnenstrahl nicht sichtbar

André Gide (1869 – 1951)

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Rätselfoto des Monats August 2016

127_Worüber_wundert_der_sic

Wie lässt sich diese Situation physikalisch erklären? Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Juli 2016

126_Blaue-blasen_Juli_2016Wie kommt es zu den blauen Blasen?

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Das kleinste Haar wirft einen Schatten

Filigrane_SchattenMit dieser Feststellung Johann Wolfgang von Goethes im Rücken, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Schatten oft unterschätzt werden. Vor allem dann, wenn man sie auf  negative Projektionen von Gegenständen reduziert, die das Licht, in dem sie stehen, ihrer Silhouette entsprechend ausblenden. Schatten sind mehr als das und zwar im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn.
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Blüten, die wie kleine Lampen leuchten

Blüten_wie_LampenBei einem Spaziergang sah ich bei tiefstehender Sonne einen Kranz heller Punkte aus einem beschatteten Bereich wilder Gräser heraus leuchten. Das Foto kann dieses kleine aber sehr auffällige Phänomen nur annähernd wiedergeben. Bei näherem Hinsehen erkannte ich, dass die Spitze einer Spitzwegerichpflanze gerade in den Sonnenschein hineinreichte Die kranzförmig angeordneten, weißen Blüten reflektierten das Sonnenlicht diffus in alle Richtungen und wirkten vor dem dunklen, schattigen Hintergrund wie selbstleuchtende kleine Lampen. Weiterlesen

Die „Fallschirme“ des Löwenzahnsamens glühen wie liebliche Lampen

LöwenzahnsamenBeim Lesen auf einer grünen Wiese landeten einige ineinander verhakte Flugsamen des Löwenzahn auf meinem Buch. Ich hatte – unabhängig von dem, was ich gerade las – den Eindruck, dass die semitransparenten weißen Fallschirme wie kleine Lampen leuchteten und habe später die Situation vor Ort nachgestellt und fotografiert. Der Blauschimmer stammt vom blauen Himmelslicht. Weiterlesen

Faszination Osterfeuer

Osterfeuer-2rvDie goldenen Osterfeuer glühen,
Der Frühling kam in die Welt hinein,
Ich sehe deine Wangen glühen
In unserer Feuer rotem Schein.

Zwei Feuer nebeneinander flammen,
Wir haben lächelnd die Glut entfacht,
Die roten Flammen schlagen zusammen
Und lodern vereinigt in die Nacht.

Es lodern und leuchten und zittern und sprühen
Zwei Flammen heiß in die Nacht hinein,
Und unsere Wangen flammen und glühen
Von unserer Liebe Widerschein.

Hermann Löns (1866 – 1914) Weiterlesen

Polarisationsfarben einer Eisscholle

PolarisationWer in diesem Winter Gelegenheit hat, bei strahlendem Sonnenschein eine zugefrorene Pfütze anzutreffen, der zögere nicht eine Eisscholle herauszubrechen, eine Polaroidbrille aufzusetzen und durch die Eisscholle hindurch gegen den blauen Himmel (am besten senkrecht zur Sonnenstrahlrichtung) zu blicken. Erstaunt wird er insbesondere an den Stellen, an denen das Eis uneinheitlich gewachsen ist oder unter mechanischer Spannung steht, farbenprächtige Muster entdecken. Die Farben verdanken sich der Eigenschaft des Eises, doppelbrechend zu sein. Dadurch wird das hinduchtretende weiße Licht in Farben zerlegt.

Wer sich für eine etwas genauere Beschreibung der Farbentstehung interessiert, findet in einem früheren Beitrag eine kurze Erklärung.

Lichtsicheln im Advent

Glühbirnentaler-2Im Zimmer war es hell geworden. Das Licht der Glühbirne verlor sich zwischen den Möbeln, zerbröselte, löste sich auf.

Aber es ist nicht immer so, dass das Licht nur so zerbröselt, wie Guy Helminger es beobachtet. Manchmal zeigt das Licht bei vermeintlichen Abwegen einen erstaunlichen Sinn für Forminvarianz und physikalischer Notwendigkeit, wie die folgende Beobachtung zeigt.
Der Schatten eines Blumenstraußes an der Zimmerwand macht durch merkwürdige Lichtsicheln auf sich aufmerksam. Statt der erwarteten Abbildungen der unregelmäßigen Löcher zwischen den Blumen haben die Lichtflecken im Schattenbereich alle dieselbe Form. Das ist kein Effekt des heutigen 2. Advent, sondern hat eine ganz natürliche Erklärung.
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Im Jahr des Lichts (26) – Eins, zwei, drei…unendlich

KerzenunendlichkeitMit dem 1. Advend beginnt die Zeit der Lichter insbesondere in Gestalt von Kerzenflammen und damit zumindest im christlichen Kulturkreis eine imaginierte Verbindung von Diesseitigem und Jenseitigen, von Endlichem und Unendlichem. Das symbolisieren die in dem Foto abgelichteten drei Teelichter, indem sie uns auf ziemlich unspektakuläre Weise zugleich einen Blick  in die Virtualität und Unendlichkeit bzw. virtuelle Unendlichkeit erlauben. Möglich wird dies durch ein Design-Objekt, das zum Beispiel unter dem Namen „der unendliche Teelichthalter“ erhältlich ist und im Wesentlichen aus zwei parallelen Glasscheiben besteht, zwischen denen einige Teelichter platziert werden. Weiterlesen

Das Jahr des Lichts (23) – Mit Bildern gefüllte Scheiben

Welt-als-GardineAuch wenn wir uns alle daran gewöhnt haben und es daher kaum mehr wahrnehmen, gehört es zu den eindrucksvollsten Alltagserscheinungen des Lichts: Transparente Fenster werden mit Abbildern der Außenwelt tapeziert. Diese Spiegelbilder der hell erleuchteten Umgebung machen den Blick ins Innere meist unmöglich. Und das, obwohl nur wenige Prozent des auf die Scheiben einfallenden Lichts spiegelnd reflektiert wird. Der überwiegende Teil fällt durch die Scheiben hindurch auf die Gegenstände in den Räumen. Das von ihnen wieder abgegebene, durch die Fenster wieder nach außen gestrahlte Licht ist aber meist so schwach, dass es vom gespiegelten Licht überstrahlt wird. Weiterlesen

Das Grau legt sich über das Grün

Nebel-GrüntöneEin typischer Herbsttag: kalt, Nieselregen und leichter Nebel. Was gibt es da schon an Interessantem zu sehen? Wenn man seinen Blick für Außerordentliches nur ein wenig bemüht, kommt vielleicht zumindest die folgende Fragwürdigkeit heraus. Im Vordergrund ist die grüne Farbe des Feldes mit Wintergetreide viel gesättigter als weiter hinten. Das wäre an sich ja noch nicht erstaunlich, weil die nebelige Luft, durch die das Licht gedämpft wird, umso größeren Einfluss auf die Farben hat, je größer die Schicht zwischen dem Feld und dem Beobachter ist. Aber warum diese Zweiteilung: vorne gesättigt, hinten eingetrübt? Wäre nicht vielmehr ein kontinuierlicher Übergang zu erwarten? Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (21) – Lampentaler – Sonnentaler im Zimmer

Lampentaler-1Bei einem Besuch bei Freunden fiel mir nicht nur das farbenprächtige Blumengesteck auf, sondern auch die merkwürdigenLichtkringel im Schattenbereich des Gestecks erregten meine Aufmerksamkeit. Obwohl die Löcher zwischen den Blättern unterschiedliche Form besitzen, rufen sie einheitlich gleichartig geformte kreisrunde Lichtkringel hervor.
Da Lichtkringel durch eine Lichtquelle hervorgebracht werden, lohnt es sich, zur Lichtquelle zu blicken. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Lampe, deren Licht durch eine strukturierte runde Glasplatte fällt, die damit die effektive Form der Leuchte bestimmt. Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (18) – im Abendlicht

Begegnung-Mond-FlugzeugEtwas Natürliches, der Mond, wie er kurz nach Neumond aussieht, und etwas Künstliches, ein Kondensstreifen, zeigen etwa dieselbe Helligkeit vor einem monochromen Abendhimmel nach Sonnenuntergang.
Sowohl am Mond wie an den Kondensstreifen wird das Sonnenlicht diffus reflektiert. In beiden Fällen streift das Licht die beiden Himmelskörper Erde und Mond. Der noch vor weniger als zwei Tagen völlig unsichtbare Neumond hat sich bereits wieder ein wenig aus der Sichtlinie Erde-Sonne herausbewegt, so dass das Streulicht an einem schmalen Streifen des Monds wieder zu sehen ist. Der sichtbare Mond wird in den nächsten Tagen stetig wachsen und alle seine Phasen bis zum nächsten Neumond durchlaufen. Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (16) – 320 Grad kunstvoll gestaltetes Licht

Der-schöne-ScheinIm Gasometer von Oberhausen kann man zurzeit unter der vielsagenden Überschrift „Der schöne Schein“ eine eindrucksvolle Ausstellung erleben. Im unteren Bereich des knapp 120 m hohen und 60 m breiten Stahlzylinders werden bekannte Meisterwerke gezeigt. Es handelt sich zwar um (gute) Reproduktionen, dafür sind sie in der Regel – den Dimensionen der Umgebung angemessen – wesentlich größer als die Originale. Man kann sie daher aus einer ungewohnten Perspektive wahrnehmen und sie dank ihrer engen visuellen Nachbarschaft miteinander vergleichen und in kreativer Weise zueinander in Beziehung setzen. Dadurch können Assoziationen ausgelöst und Gedanken in Gang gesetzt werden, die ansonsten kaum möglich wären. Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (13) – eine künstlerische Annäherung an das Licht

Piene-LichtinstallationEinen eindrucksvollen Beitrag zum Jahr des Lichts liefert zurzeit das LWL-Landesmuseum in Münster mit einer Retrospektive des künstlerischen Werks von Otto Piene (1928 – 2014). Auch wenn dieser Bezug vermutlich zufällig ist, sind insbesondere die Lichtinstallationen eindrucksvolle und beziehungsreiche Auseinandersetzungen mit verschiedenen Facetten und Aspekten des Lichts. Als Beispiel sei ein völlig abgedunkelter Raum genannt. Das Licht bewegter Lampen (die selbst nur erahnt werden können) dringt durch zahlreiche an einen geordneten Sternenhimmel erinnernde winzige Löcher in der einen Wand und entfaltet ein komplexes bewegtes Lichtspiel auf der gegenüberliegenden Wand. Befinden sich Besucher in dem Raum, so werden sie selbst Teil der Installation, indem sie unfreiwillig als Projektionsschirm herhalten müssen. Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (11) – Sommersonnenwende

SommersolstizeEs ist schon frustrierend, wenn man an einem so wichtigen Tag wie dem gestrigen die Sonne kaum zu Gesicht bekommt, jedenfalls dort wo ich wohne. Schließlich trat sie dann doch noch für kurze Zeit in Erscheinung (Foto). Gestern hat nämlich astronomisch gesehen der Sommer begonnen, was wie diese Tage zeigen vom unmittelbaren Erlebnis her nicht viel zu besagen hat. Weiterlesen

Der Abend wechselt die Gewänder

GewänderDer Abend wechselt langsam die Gewänder,
die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;
du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,
ein himmelfahrendes und eins, das fällt;

und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,
nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,
nicht ganz so sicher Ewiges beschwörend
wie das, was Stern wird jede Nacht und steigt –

und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)
dein Leben bang und riesenhaft und reifend,
so daß es, bald begrenzt und bald begreifend,
abwechselnd Stein in dir wird und Gestirn.

Rainer Maria Rilke

Im Jahr des Lichts (6) – Lichtkreuze zwischen Physik und Esoterik

IMG_0480brvDie hier zu sehenden Lichtkreuze umkreist von einem hellen Ring sind eigentlich nicht zu übersehen, weil sie sehr auffällig in Erscheinung treten.  Und hat man sie erst einmal gesehen, so sieht man sie anschließend immer wieder. Sie sind an jedem beliebigen Sonnentag besonders in der Morgen- und Abendzeit zu sehen, wenn die Sonne tiefsteht, und das von den Fenstern eines Gebäudes reflektierte Licht vornehmlich auf den Wänden der gegenüberliegenden Häuser landet. Denn genau darum handelt es sich: um Sonnenlicht, das von leicht gewölbten Doppelglasscheiben reflektiert und an  Häuserwänden oder anderen beschatteten Flächen projiziert wird. Weiterlesen

Der in den Wolken wohnt

IMG_9856bWer guckt denn da? Ich war ziemlich überrascht als ich bei der Betrachtung der Wolkenbilder ein Gesicht zu sehen glaubte. Eine Pareidolie? (siehe z.B.: 1, 2, 3). Das hier ist realer. Es kann nicht das Produkt des gestaltsuchenden und -bildenden Auges sein, wie es oft wie aus heiterem Himmel auftaucht, wenn man in mehr oder weniger amorphe Gebilde eine Struktur zu bringen versucht. So war es etwa als ich den Philosophen Schopenhauer in den Cirren zu sehen glaubte. Im vorliegenden Fall hatte ich Wolken fotografiert und zwar als Beifahrer im Rückspiegel eines Autos und war durch Spiegelung selbst ins Bild geraten. Dass nur die dunkleren Wolken einen geeigneten Hintergrund für eine Spiegelung abgeben und nicht der heitere, blaue Himmel, liegt daran, dass das vom Himmel ausgehende Licht das vom Gesicht ausgehende Licht überstrahlt. Der Himmel ist offenbar heller als das Gesicht. Letztlich ist aber das Himmelslicht als gestreutes Sonnenlicht auch die Quelle für das vom Gesicht sekundär gestreute Licht.