//
Artikel Archiv

Mensch

Diese Schlagwort ist 14 Beiträgen zugeordnet

Gänse sind auch nur Menschen

Ich sitze auf einer Bank am Rande eines kleinen Sees und beobachte die beiden Schwäne wie sie versuchen miteinander anzubändeln. Ich wurde dadurch an einen Satz des Verhaltenforschers Konrad Lorenz (1903 – 1989) erinnert, er sagte: Gänse sind eben auch nur Menschen. (Lorenz untersuchte u. A. das Verhalten von Graugänsen).

Mir ist im Laufe der Zeit klar geworden, dass dieser Satz nicht nur für Graugänse gilt.

Geborgen unterm Sternenzelt

Eine Nachtidylle zwischen den Jahren durch die entlaubten Bäume hindurch gesehen. Oben die Sterne mit dem dominierenden Sternbild des Orion, unten ein paar beleuchtete Häuser um eine Straßenlaterne herum gruppiert.

Klingelbrett in Florenz

Zu meinen flaneurhaften Erkundungen fremder Städte gehört auch immer mal wieder ein Blick auf die Klingelbretter von Wohnhäusern. Sie sind teilweise sehr aussagekräftig, wie das im Foto dargestellte. Die berühmten Namen sind durchaus nicht für die Geschichtsbücher reserviert.

Feldwespen – Harmlose Untermieter

Diesen Sommer über habe ich im äußeren Bereich des Velux-Fensters meines Arbeitszimmers Haus-Feldwespen als angenehme Untermieter, was bei dem Wort „Wespe“ schon was heißen will. Ich konnte beobachten, wie sie klein beginnend allmählich in mühseliger Kleinarbeit ein schon von der hexagonalen Optik her eindrucksvolles Nest gebaut haben. Denn sie ließen sich in ihrem gemächlichen völlig unaufgeregten Tun auch dann nicht stören, wenn ich das Fenster herunterklappte, um ihnen aus unmittelbarer Nähe beim Arbeiten zuzuschauen. Es waren nicht viele Tierchen – vielleicht insgesamt an die zwanzig – die sich immer wieder einfanden und ihre Brut in den Waben hochpeppelten.
Das Nest hat auf dem Foto seine maximale Größe.
Wer von den jeweils anwesenden Wespen die Königin ist, habe ich bislang nicht herausgefunden. Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Völkchen bereits dabei ist „abzubauen“.
Übrigens gehört nicht viel Mut dazu, mit der Feldwespe benachbart zu sein. Sie ist harmlos und interessiert sich in keiner Weise für menschliche Speisen. Und da sie Fliegen, Mücken und Spinnen jagen, kommen sie uns in unserem Bemühen, die Wohnung von diesen Zeitgenossen freizuhalten erheblich entgegen. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht…

Jeder muss seine Rolle finden

Hier rollt sich etwas ein.
Drei haben sich dieser Bewegung angeschlossen, obwohl ihr Engagement sich darin erschöpft, ein modernen industriell gefertigtes Schloss an ein altes kunstvoll gefertigtes Gitter einer alten Kirche in Florenz anzuschließen.
Ich muss zugeben, dass der Ort gut gewählt ist: Die Schlösser sind hier (noch) vereinzelt und ihnen umgibt der einmalige Flair eines altehrwürdigen Ortes. Auf der Kölner Eisenbahnbrücke ist man demgegenüber nur einer unter Tausenden. Ob dadurch eine größere Garantie für die Haltbarkeit einer beschlossenen Beziehung gegeben ist, sei dahingestellt. Denn auch wenn das Anschließen gemeinsam beschlossen wurde, kann damit auch die Angelegenheit als abgeschlossen in dem Sinne bedeuten, dass man sich darum nicht mehr kümmern muss. Auch der Schluss ist zumindest etymologisch in Schloss eingeschlossen.
Dagegen hilft auch nicht, dass die Schlösser wie Sicherheitsschlösser aussehen. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass diese sogenannten Liebesschlösser Billigversionen sind, die einzig für diesen Zweck hergestellt werden, zumal sie meist nicht in Fachgeschäften für Schlösser, sondern in Souvenierläden erworben werden.
Da der Schlüssel zudem üblicherweise nach Anbringen des Schlosses weggeworfen wird, lassen sich diese Anbringsel nicht wieder auf einfache Weise lösen, auch wenn die Irreversibilität der Beziehung, die durch diesen Brauch symbolisiert werden sollte, möglicherweise längst nicht mehr besteht.

Gestylte Wimpern durch Mutter Natur

Man schaue sich die Wimpern dieses Kindes an. Sie scheinen sorgfältig gestylt, zu spitz auslaufenden Bündeln vereinigt. Dahinter steckt jedoch keine exaltierte Mutter, sondern letztlich Mutter Natur. Denn das Kind hat nur heftig im Wasser geplanscht. Alles andere geschah von selbst (Selbstorganisation). Wer mit dem Tuschpinsel vertraut ist, kennt das Phänomen in einem völlig anderen Kontext. Solange sich der Pinsel in Wasser befindet, bleiben seine Borsten in etwa so buschig wie außerhalb. Weiterlesen

„Dummer Mensch“ – Schmetterlinge (3)

Ein kleiner brauner Schmetterling fliegt vor ihren Füßen auf; und setzt sich wieder, nur 3 Schritt weiter – und wieder auf :nur 3 Schrittchen weiter -?- bis Ann’Ev‘ tadlnd zu ihm sagt : „Dummer Mensch. Flieg doch nach rechts.“ (Da tut Der das auch.)

Arno, Schmidt: Abend mit Goldrand. Frankfurt 1975

Welchen Schmetterling Arno Schmidt im Auge hatte, weiß ich nicht. Mein Schmetterling, dem ich auf einem Baumstaumm sitzend begegnet bin, ist ein Großer Perlmutterfalter. Früher habe ich ihn öfter beobachten können, in den letzten Jahren hat er sich für mein Gefühl rar gemacht. Ich freue mich, hier meinen einzigen Perlmutterfalter dieses Jahres zeigen zu können.

Fünffingriger Beweis

handHände sind die fünffingrigen Beweise der menschlichen Eitelkeit und Begehrlichkeit, daher bleiben sie unter dem Tische hübsch verborgen.

Robert Walser (1878 – 1956) Weiterlesen

Der Kopf ist mehr als ein Kürbis (Lichtenberg 6)

oberflaeche_img_2068rvDie physikalische Metaphorik die Welt als lesbares Buch anzusehen, teilt mit dem Lesen das Problem, ein Oberflächenphänomen darzustellen. Daran ändert auch die Steigerung des Sehens mit der Linse in ihren unterschiedlichen Varianten nichts. Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799) sieht als einer der ersten Wissenschaftler die Gefahr, dass kritiklos von der äußeren Ansicht auf das innere Wesen geschlossen wird; das gilt für die unbelebte Natur ebenso wie für den Menschen selbst. Weiterlesen

Noch mehr Kälber

kaelber_dsc04841b_rvFrüher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute. Weiterlesen

Schau mir in die Augen, Kleiner

Lano-2Heute wird mein kleiner Enkel Lano 2 Jahre alt. Er ist bereits mit dem Hund auf Augenhöhe und hält dem Hundeblick stand. Daher werden bald andere Augenhöhen und Augen-Blicke folgen. Herzlichen Glückwunsch!

Die 2 ist eine wichtige und besondere Zahl. Sie ist die natürliche Zahl zwischen 1 und 3. Sie bringt das Kunststück zustande, gleichzeitig gerade und eine Primzahl zu sein und ist damit etwas ganz Einzigartiges. In der Kernphysik zählt sie zu den magischen Zahlen, da zwei Kernteilchen eine Schale füllen. Jetzt kann damit begonnen werden, die nächste größere Schale zu füllen.

Herbstliche Blätter

DSCF8828Naturwissenschaftlich betrachtet äußert sich in den Jahreszeiten der Umlauf der Erde um die Sonne. Die während des Umlaufs unverändert bleibende Erdachse führt dazu, dass seit dem 22. Juni der Sonnenweg auf der Nordhalbkugel und damit die Tag wieder kürzer werden.Das bemerkt man erst so richtig im Herbst, was durch zahlreiche weitere Merkmale wie die sich verfärbenden und schließlich fallenden Blätter unterstrichen wird. Die dunkle und kalte Jahreszeit beginnt. Weiterlesen

Wie fraktal ist der Mensch?

Schlichting, H. Joachim; Nordmeier, Volkhard; Beate Buttkus. In: Physik in der Schule 31/9, 310 (1993) (172).

Das Geäst eines Baumes, das Einzugsgebiet eines Flusses, die Gestalt eines Blitzes, die Bronchien oder das Adersystem eines Lebewesens zeigen eine große strukturelle Ähnlichkeit. Die naheliegende Frage, ob diese Ähnlichkeit rein zufällig ist oder auf tiefer liegenden morphologischen und funktionellen Gemeinsamkeiten beruht, wird erst in jüngster Zeit im Rahmen der fraktalen Geometrie der Natur [1] gestellt und hat zu Aktivitäten geführt, die in bisher nicht gekannter Weise die Grenzen verschiedener Disziplinen überschreiten. Nicht nur der Blickwinkel, unter dem auf diese Weise Dinge zusammengebracht werden, die bislang nichts oder nur wenig miteinander zu tun hatten, ist neu. Neu sind auch die Fragestellung und die Methoden, mit denen man diese Systeme angeht. Dabei zeigt sich, daß der „fraktale Blick“ in manchen Fällen überhaupt erst so etwas wie ein anschauliches Verständnis von Zusammenhängen ermöglicht, die ohne dies rein empirische Gegebenheiten blieben.
Insbesondere diese Aussage soll im folgenden am Beispiel des tierischen und menschlichen Organismus diskutiert werden. Dabei geht es um Probleme, die sich gewissermaßen aus der Inkommensurabilität unterschiedlicher euklidischer Dimensionen ergeben und die – so scheint es- im Rahmen der fraktalen Geometrie eine Lösung erfahren.

PDF: Wie fraktal ist der Mensch?

Energiehaushalt und Körperbau

Schlichting, H. Joachim; Rodewald, Bernd. In: Unterricht Biologie 10/12, 20-24 (1986).

Auch Lebewesen unterliegen physikalischen Gesetzmäßigkeiten. In diese gehen physikalische Größen ein, die sehr oft vom Volumen oder von einer Fläche (Oberfläche, Querschnittsfläche) des Lebewesens abhängen. Das Volumen V wächst mit der dritten Potenz der Körpergröße bzw. -länge, eine Fläche A jedoch nur mit dem Quadrat der Körpergröße. V nimmt daher mit wachsender Körpergröße schneller zu als A . Dieser einfache geometrische Sachverhalt hat zur Folge, daß alle physikalischen Größen, die durch das Volumen bestimmt sind, ebenfalls schneller mit L wachsen als die Größen, die durch eine Fläche bestimmt sind. Hieraus ergeben sich für Lebewesen weitreichende Konsequenzen.

PDF: Energiehaushalt und Körperbau

Photoarchiv