//
Artikel Archiv

optische Täuschung

Diese Schlagwort ist 16 Beiträgen zugeordnet

Licht, Kunst und Naturphänomene – ein einzigartiges Museum

Wer sich für Lichtphänomene interessiert, der sollte es nicht versäumen, das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna zu besuchen. Es lohnt sich. Es lohnt sich sogar extra hinzufahren, wie wir es getan haben. Ich fand die Lichtinstallationen so eindrucksvoll, dass ich von einigen mit eigenen Fotos in den nächsten Tagen berichten werde.
Man durfte nämlich in diesem Museum fotografieren; das machte es von vornherein im Unterschied zu anderen ähnlichen Kunstmuseen äußerst sympathisch. Die weitgehend im ursprünglichen Zustand belassenen Räumlichkeiten einer alten Brauerei, in der das Museum untergebracht ist, stellten zudem einen durchweg passenden Kontext für die verschiedenen Lichtgestalten dar und schufen eine einzigartige Atmosphäre, die man so wohl kaum wiederfindet. Weiterlesen

Advertisements

Abendliche Impressionen

gluhendes_atomkraftwerk_rvWährend einer Eisenbahnfahrt blicke ich von meinem Buch auf und schaue aus dem Fenster. Ich sehe – vielmehr glaube ich zu sehen – den lichterloh glühenden Kühlturm eines Atomkraftwerks. Zum Glück lässt sich dieser der Versunkenheit in der Lektüre geschuldete Schreck schnell wegrationalisieren. Weiterlesen

Der Silberblick des Mondes und die Zentralperspektive

Panoramaaufnahme Mond – Sonne, bei der die Drehachse senkrecht auf der Ebene Mond-Sonne_Kamera stand (Foto: Udo Backhaus)

Backhaus, Udo; Schlichting, H. Joachim. In: MNU Journal 4 (2017) S. 221 – 226

Auch wenn aus optischen Gründen klar ist, dass die beleuchtete Mondseite direkt der Sonne zugewandt ist, gibt es Situationen, in denen es einem Beobachter so scheint, als „schiele“ der Mond an der Sonne vorbei.
Es werden die geometrischen und physikalischen Hintergründe dieses Phänomens beschrieben, das vor einiger Zeit wieder kontrovers diskutiert worden ist. Außerdem werden die Bedingungen genannt, unter denen es wahrzunehmen ist, und Verbindungen zu anderen optischen Phänomenen aus Lebenswelt und Astronomie aufgezeigt. Dabei ergeben sich Vorschläge für Beobachtungen und Foto- bzw. Filmaufnahmen.

Siehe auch: Schielt der Mond?

Perspektiven des Campanile des Doms von Florenz

Dom-FlorenzPerspektivische Elemente spielen in der Renaissance eine große Rolle. Über rein spielerische Aspekte hinaus geht es dabei auch um gezielte Manipulationen der Wahrnehmung. So hat man die einzelnen Etagen des Campanile der Kathedrale nach oben hin größer werden lassen, um die perspektivische Verkürzung auszugleichen. Denn wenn man auf dem relativ engen Vorplatz des Turms steht, muss man den Blick schon ganz schön heben. Es war einigermaßen schwierig, einen Ort für ein verlässliches Vergleichsfoto zu finden. Wenigstens für die beiden oberen Etagen kann man im rechten Foto, das von der Laterne über der Kuppel des Doms aus aufgenommen wurde, erkennen, wie stark die perspektivische Verkürzung tatsächlich ist. Die nach idealisierten Vorstellungen gewünschte Wahrnehmung der Bauwerke war den damaligen Baumeistern ein besonderes Anliegen.
Im Dom selbst können weitere kreative perspektivische „Täuschungen“ bewundert werden, wie in einem früheren Beitrag bereits gezeigt wurde.

Rostros huecos de mirada penetrante

HohlkopfCuriosidades de la fisica

Schlichting, H. Joachim. Investigacion y ciencia 2 (2016), p. 86 – 88

Las máscaras de yeso con el rostro esculpido hacia el interior parecen seguirnos con la mirada ¿A qué se debe?

Se cuenta que la Gioconda sigue con la mirada a quienes la contemplan. Dicho efecto se ha atribuido al ligero estrabismo de la Mona Lisa, pero no es en absoluto exclusivo del célebre retrato. Se da también cuando el personaje mira directamente a la cámara (o a los ojos del pintor) en el momento adecuado. Sin embargo, las vivencias más impactantes de este tipo las encontraremos en algunos objetos tridimensionales.

En 1984, mientras recorría la exposición Phänomena de Zúrich, donde se presentaban fenómenos y divertimentos científico-técnicos de todo tipo, de pronto algo me extrañó. Expuestos en una vitrina, unos rostros de yeso de mirada penetrante parecieron volverse hacia mí; a pesar de que, todo lo más, los estaba viendo con el rabillo del ojo.

Me detuve y me uní a otros visitantes que comentaban el sorprendente fenómeno. Entonces me di cuenta de que los supuestos bustos de yeso no eran tales. Se trataba de rostros huecos, esculpidos hacia dentro. Algunos de los allí presentes hablaban de un truco holográfico para explicar la ilusión, pero sin poder precisar qué querían decir con ello. Pronto quedó claro, sin embargo, que los efectos holográficos no tenían nada que ver.

¿Cómo se generaba entonces aquella ilusión? Para entenderlo, primero hemos de aclarar por qué percibíamos una forma cóncava, esculpida hacia dentro, como si se tratase de un rostro convexo, con estructuras salientes….

PDF: Rostros huecos de la mirada penetrante

Deutsche Version

Schneeflocken mal hell, mal dunkel

mal_hell_mal_dunkel_rvSchlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 47/1, S. 48

Je nachdem, ob Schneeflocken vor einem hellen oder dunklen Hintergrund gesehen werden, erscheinen sie dunkel oder hell. Ist dieser Farbunterschied real oder eingebildet?

Die Schneeflocken sind alle demselben Sonnen- und Himmelslicht ausgesetzt, sie streuen das Licht in gleicher Weise. Daher müssen alle Flocken gleich hell oder gleich dunkel sein. Der vermeintliche Helligkeitsunterschied ist deshalb nichts als das Ergebnis einer optischen Täuschung (obere Abbildung: Bitte aufs Bild klicken, um den unscheinbaren Effekt in der Vergrößerung sehen zu können). Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Dezember 2014

107_Woher_kommt_das_RotWoher kommt das Rot?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Kunstwerke durch Kontaktarmut

Hohlköpfe mit stechendem Blick

HohlkopfSchlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft 5 (2014), S. 46 – 47

Gipsmasken, deren Gesicht nach innen gestülpt ist, bringen unsere räumliche Wahrnehmung in Schwierigkeiten – selbst wider besseres Wissen.

Die Welt nach links zu drehen,
das wäre eine Beschäftigung,
an der ich dauerhaft Freude haben könnte.
Anne Weber (*1964)

PDF: Hohlköpfe mit stechendem Blick

Der Mond rückt näher…

Lampen und Mond„‚Lebenslänglich ? : Auch vergänglich! ‚Hoppenstedt fuhr zusammen: während ich dies mit starker Stimme sprach, verloschen schlagartig alle Bogenlampen; hier und fern. Der Mond trat sofort näher (Arno Schmidt: Das steinerne Herz).
Das klingt wie ein aus der dichterischen Freiheit hervorgegangenes drastisches Ausdrucksmittel. Aber Arno Schmidt wäre nicht Arno Schmidt, wenn er nicht zumindest in naturwissenschaftlichen Dingen äußerst präzise und realistisch handelte. Seine Anspielungen gehen leicht in seinen ausdrucksstarken Formulierungen und sprachlichen Experimenten unter und werden vermutlich selten auf seine tiefere Wahrheit hin befragt. Weiterlesen

Kippfiguren in freier Natur

Optische TäuschungBekannt ist die optische Täuschung, wonach ein Bild von einer Version in eine andere kippt. Oft wird dieses Phänomen mit einer Vase demonstriert, deren Profil ein Gesicht zeigt. Bemerkenswert daran ist, dass man nur eine Version, Profil oder Gesicht, allgemeiner: Figur oder Grund, wahrzunehmen imstande ist, sodass die Wahrnehmung ständig zwischen beiden Versionen hin und her kippt. Ich war bislang davon ausgegangen, dass dieses Phänomen in der freien Natur nicht vorkommt. Nun habe ich aber doch eines gesehen. Auf der Terrasse eines Hotels sah ich das vorliegende Bild. Da ich etwas verträumt darauf blickte, wurde ich durch einen merkwürdigen Eindruck „geweckt“: Was sind denn das für gedrechselte dunkle Säulen mit leuchtend grünem Unterteil? Natürlich rückte meine Wahrnehmung den Eindruck sofort wieder zurecht. Säulen waren es schon, die ich sah, aber sie waren weiß und gaben in ihren Zwischenraum den Blick auf den Hintergrund frei. Auf dem Foto kann ich den Kippvorgang nahezu beliebig oft wiederholen, obwohl es etwas länger dauert, die falsche Version hervortreten zu lassen. Wie geht es Ihnen damit?

Der Scheinriese im Säulengang

Schlichting, H. Joachim. In : Physik in unClip_142serer Zeit 44/4 (2013) 190

Ein Säulengang, der kürzer ist, als er erscheint, lässt Menschen scheinbar wachsen, wenn sie durch ihn hindurchgehen. Die geschickte optische Täuschung eines Architekten aus dem 17. Jahrhundert befindet sich in einem alten Palast in Rom.

PDF: Kann beim Autor angefordert werden (schlichting@uni-muenster.de)

Schielt der Mond?

Schlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft 43/10 (2012), S. 46-48

Die Mondsichel weist stets exakt zur Sonne so muss es sein, weil sich Licht geradlinig ausbreitet. Doch manchmal schert sich die Natur nicht darum!

… die Unregelmäßigkeit der Figur, die auf der einen Seite Relief gewinnt
(wo die Strahlen der sinkenden Sonne sie besser erreichen)
und auf der anderen in einer Art Zwielicht verharrt.
Italo Calvino (1923 – 1985)

http://www.spektrum.de/alias/schlichting/schielt-der-mond/1159815

Optische Täuschungen im Alltag

Schlichting, H. Joachim. In: Praxis der Naturwissenschaften -PhiS 61/6 (2012), S. 5 – 14Clip_131.

Optische Täuschungen treten im Alltag der natürlichen und wissenschaftlich-technischen Welt häufiger in Erscheinung als uns normalerweise bewusst ist. Das wird an verschiedenen Beispielen dargestellt und diskutiert. Dabei wird gezeigt, dass Täuschungen nicht nur Defizite unserer Wahrnehmung darstellen, sondern oft eine konstruktive Rolle spielen. Auf jeden Fall sind Täuschungen lustig, faszinierend und fordern die physikalische Intuition heraus. Sie können daher eine Bereicherung für den Physikunterricht sein.

PDF: kann beim Autor angefordert werden (Schlichting@uni-muenster.de)

Perspektive täuscht

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 35/3, 145 (2004).

DomFlorenz004_rvDie perspektivische Verkürzung täuscht bekanntlich Konvergenzen vor, wo keine sind. In größeren Entfernungen, in denen das binokulare räumliche Sehen nicht mehr funktioniert, ist die perspektivischeTäuschung ein wesentliches Element der räumlichen Wahrnehmung. Der Dom Santa Maria del Fiore in Florenz bietet hierfür ein besonders beeindruckendes Beispiel. Mit diesem Beitrag beginnen wir eine Serie über Alltägliches und auf den zweiten Blick Verblüffendes.

PDF: Perspektive täuscht

Im Reich der Fee Morgana

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in der Schule 35/12, 444 (1997).

Spätestens seit Johann Wolfgang von Goethe ist der Name Fata Morgana im Deutschen Sprachgebrauch bekannt. Er geht auf die Fee Morgana zurück, die als eine Halbschwester des sagenumwobenen König Artus gilt. Auf der Apfel- oder Glücksinsel lebten neun Schwestern, deren älteste, Morgue, die Heilkräfte aller Kräuter kannte und die Kunst beherrschte, ihre Gestalt zu wechseln, um sich wie ein Vogel in die Luft zu schwingen (Geoffrey of Monmouth). Die Fee Morgana gibt sich der Sage nach in besonders eindrucksvollen Luftspiegelungen zu erkennen und übt auf dies Weise ihre Macht aus. Italienischen Quellen zufolge wohnt sie sogar in einem Palast über den Meereswogen, der u.a. in der Meeresstraße von Messina gesehen wurde. Seitdem werden immer wieder Luftspiegelungen, vor allem solche, die aus einzelnen Felsen und Klippen, überwältigende phantasievolle Säulen, Mauern und ausgedehnte Paläste hervorzaubern mit der Fee (Fata) Morgana identifiziert.

PDF: Im Reich der Fee Morgana

Der geheimnisvolle Blick

Schlichting, H. Joachim. In: Naturwissenschaften im Unterricht – Physik/Chemie 35/6, 35 (1987).

Auf der Phänomena [1], jener Superschau physikalischer Erscheinungen und Spielereien, erregte eine Galerie von Hohlköpfen, deren umgekrempelte Physiognomie bekannten Persönlichkeiten nachempfunden war, mein besonderes Interesse.

PDF: Der geheimnisvolle Blick