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schiefer Wurf

Diese Schlagwort ist 13 Beiträgen zugeordnet

Auf die Spitze getrieben…

Dieses unfassbare Wesen, der Augenblick,
liegt zwischen der Bewegung und der Ruhe
als in keiner Zeit seiend…
Platon, Parmenides 156 e

Die Fotografie liefert uns eine Möglichkeit, zumindest einen Aspekt des Faustischen Wunsches zu realisieren, zu einem Augenblick sagen zu können: „Verbleibe doch,du bist so schön!“ – eine Situation als Bild zu fixieren. Dies ist dann besonders eindrucksvoll, wenn ein Augenblick aus einem schnell ablaufenden Vorgang herausgeschnitten wird, der während der realen Beobachtung gar nicht die Zeit hat, ins wache Bewusstsein zu dringen. Wenn man an einer solchen Performance als Beobachter beteiligt ist, wird einem jedenfalls nicht die komisch wirkende äußerst kurzzeitige Situation auffallen, dass hier der Fahrradfahrer mit dem Vorderrad auf der davon völlig unbeeindruckten Spitze eines Baumes balanciert. Weiterlesen

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Pissevache im Universum

Der bekannte Wasserfall – pisse vache – stürzt sich in einem solchen Bogen vom Felsen, daß man unter ihm weggehen kann und also gegen Regen zugedecket ist*.

Unter einem Wasserfall herzugehen übt auf den Menschen offenbar ein großes Vergnügen aus. Im Außenbereich des Bremer Science Center Universum gibt es einen kleinen Wasserfall, unter dem man ohne nass zu werden hergehen und sich darüber freuen können, nicht nass zu werden. Er wird insbesondere von Kindern reichlich frequentiert. Obwohl die Erfahrung und die Naturgesetze dafür gerade stehen, dass das herabstürzende Wasser seinen vorgeschriebenen und als Schiefer Wurf berechenbaren Weg nimmt, stellt das fallende Wasser immer wieder eine Herausforderung und für Kinder oft eine Mutprobe dar. Die meisten nehmen beim Unterqueren des Wassers eine geduckte Haltung ein, um ganz sicher zu gehen. Dem flüssigen Element traut man im Zweifelsfalle doch nicht so ganz über den Weg – zumal er schief ist.
Trotz dieser an sich unproblematischen Situation stellt man immer wieder fest, dass Eltern schließlich ihre nass gewordenen, aber glücklichen Kinder in Empfang nehmen.


*Jean Paul: Siebenkäs. In: Sämtliche Werke Abt. I, Bd. 2. München 1996, S.556

Bewegungen aus dem Fluge heraus

Eben ruft Tine mich, um mir etwas Merkwürdiges zu zeigen. Sie steht am offnen Fenster und liest ihre Rolle durch – die der Clara in Maria Magdalena, die morgen ist – da fliegt eine Schwalbe vorbei, entleert sich ihres Überflusses und so, daß es mitten ins Zimmer fliegt!*

Ganz so schlimm wie in dieser Tagebuchnotiz von Friedrich Hebbel (1813 – 1863) war es bei uns nicht. Das Fenster war verschlossen und der Schiss war nur auf der Scheibe gelandet – allerdings trotz erheblichen Dachüberstands (siehe Foto). Weiterlesen

Kekse Tunken zum 2. Advent

Abbé Montret tauchte zwei Kekse auf einmal in sein Glas
und schnappte sie gierig auf, bevor sie sich in der Flüssigkeit auflösten  und im Glas verschwinden konnten.
Pascal Quignard*

Einen Keks in den Tee oder Kaffee zu tunken, entspricht nicht den allgemein akzeptierten Tischmanieren. Vielleicht nur deshalb, weil dabei leicht „Unfälle“ passieren können, bei denen die weiche und anhängliche Keksmaterie an Stellen geraten kann, wo sie nicht hingehört. Denn der eingetunkte und dadurch mehr oder weniger stark aufgeweichte Keks (wenn man denn überhaupt noch von „Keks“ sprechen kann) birgt die Gefahr entweder im Getränk zu versinken, was ein späteres Auslöffeln der Kekssuppe nach sich ziehen würde, oder auf dem Wege zum Mund unter dem eigenen Gewicht zu zerfallen und vom noch harten Teil, an dem er angefasst wird, abzufallen. Weiterlesen

Unwahrscheinlich heißt nicht unmöglich

Das Thema der Wahrscheinlichkeit versus Zufall ist in diesem Block schon häufiger Gegenstand der Erörterung gewesen (z.B. hier und hier und hier). Hier ein weiteres Beispiel: Im Garten sitzend aß ich ein paar Pflaumen. Eine war angeschimmelt. Ich warf sie kurzerhand ins Gebüsch mit der Erwartung, dass sie die Zweige streifend zu Boden gehen würde. Doch wie ein Wunder schien sie plötzlich im Fluge innezuhalten. Jedenfalls traf sie nicht auf dem Boden auf. Weiterlesen

Die Enden der Parabelrutsche

Bei einem Tagungsaufenthalt (MNU Kongress 2018) in der Technischen Universität München (TUM) ließ ich es mir nicht nehmen, ein eher jahrmarktsmäßiges Event in den durch Vorträge bestimmten Tagesablauf zu integrieren, indem ich mich in der Fußgängerebene der Magistrale, dem Herzstück der Gebäude für die Fakultäten Mathematik und Informatik, mit Todesverachtung durch eine Rohrrutsche 13 m in die Tiefe „stürzte“. Weiterlesen

Blumen, die im Feuer gewachsen sind

Blumenfeuerwerk„Ich brauche Blumen, die im Feuer gewachsen sind. Ich weiß, du hast einen geschickten Gärtner, der sie zu ziehen versteht. –
Zink, rief der König, gib uns Blumen.
Der Blumengärtner trat aus der Reihe, holte einen Topf voll Feuer und säete glänzenden Samenstaub hinein.
Es währte nicht lange, so flogen die Blumen empor…

Novalis (1772 – 1801)

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Vorsicht – Explodierende Samenkapseln!

Springkraut_rvSchlichting, H. Joachim. Spektrum der Wissenschaft 9 (2016), S. 74 – 75

Das Springkraut nutzt die elastische Energie eines ausgeklügelten Systems winziger Federn, um seine Samen in die Umgebung zu schleudern.

 

… wie das Spannen einer Feder,
die, je mehr man sie dehnt,
an Kraft und Widerstand zunimmt,
bis sie jenen Zustand erreicht,
wo sie zurückschlagen muß.

Hartmut Lange (*1937)

PDF: Vorsicht – Explodierende Samenkapseln

Fluide und solide – Wasserskulpturen im Springbrunnen

WasserglockeSchlichting, H. Joachim. Physik in unserer Zeit 47/3, S. 152

Auch die geschicktesten Hände vermögen keine Skulptur aus Wasser zu schaffen. In Springbrunnen kann es ohne größere Anstrengung wie von selbst geschehen.

Neben flächenartigen Skulpturen erzeugen manche Springbrunnen auch Strukturen, die aus Bündeln einzelner Wasserstrahlen bestehen.

 

Steine: Hüpf, Steinchen, hüpf!

495px-Stone_skimming_-Patagonia-9Mar2010klein KopieSchlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft  4  (2016), S. 46 – 47

Treffen flache Kiesel unter kleinem Winkel auf eine Wasseroberfläche, wirkt diese wie eine Sprungschanze. Das kann sich einige Male wiederholen. Weiterlesen

Wasser auf der Wurfparabel

WasserfontänenWasserfontänen sind nicht nur schön anzuschauen, sie zeigen auch auf natürliche Weise physikalische Phänomene, die ansonsten ziemlich theorielastig daherkommen. Ein schräg nach oben geschossener Wasserstrahl führt zu einem Bogen, der als eine direkte Visualisierung der Bahn eines schiefen Wurfs angesehen werden kann. Jedenfalls sieht man einem mit derselben Anfangsgeschwindigkeit geworfenen Stein nicht direkt seine Bahn an. Erst das xy-Diagramm im Schulbuch oder auf der Wandtafel im Physikunterricht vermittelt eine Anschauung dieser Bahnkurve. Dabei wird meist der Luftwiderstand, dem ein solcher Stein ausgesetzt ist, vernachlässigt. Ansonsten wäre der Fall viel schwieriger. Weiterlesen

Mit Radau und Lichtskulpturen ins Neue Jahr

IMG_6676brvDer letzte Tag im alten Jahr wurde schon von den Germanen gefeiert. Mit Licht und Lärm wollte man die bösen Geister vertreiben. Daraus hat sich schließlich die Silvesterfeier entwickelt, in der mit ausgefeilten Produkten der Pyrotechnik das Neue Jahr eingeläutet wird.
Durch die  Gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582 wurde der letzte Tag im Jahr vom 24. auf den 31. Dezember verlegt. Da dies der Todestag des Papstes Silverster (†335) ist, wurde in der Folgezeit der letzte Tag im Jahr als Silvester bezeichnet. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats August 2013

091_Wasserflächen

Frage: Warum bildet Wasser Flächen aus, und warum zerreißen sie schließlich?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Beugungsmuster im Spinnennetz

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