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Spur

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Wenn Schnecken stricheln…

Schnecken hinterlassen bekanntlich eine Schleimspur – einen schmalen Teppich, den sie sich selbst auslegen. So haben sie den Vorteil, unabhängig von beliebigen Geländestrukturen ihres Weges zu gehen. Diese Hinterlassenschaft fällt besonders dann auf, wenn sie im Licht der Sonne glänzt und oft in den schönsten Farben irisiert. Weiterlesen

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Zur konstruktiven Rolle des Fallens

Als ich in einer Dünenlandschaft Sandrippel fotografierte, fiel mir eine runde Objektivschutzkappe aus der Hand und machte sich rollend davon (zum Vergrößern auf Bild klicken). Angetrieben durch den über die Dünen streichenden Wind rollte sie über den welligen Untergrund der Sandrippel und hinterließ eine interessante Spur. Vor die blitzschnell zu entscheidende Alternative gestellt, die Spur zu fotografieren und möglicherweise der Kappe verlustig zu gehen oder die Verfolgung sofort zu starten, entschied ich mich für ersteres. Weiterlesen

Erhaltungssatz der Materie

Dieses Foto zeigt kein modernes Kunstwerk, auch wenn man in die verschlungenen Linien einiges hineininterpretieren könnte; Pareidolien allemal.  Vordergründig handelt es sich um die Fraßspur einer Raupe, die hier auf dem Blatt eine zufällige oder – wer mehr darin sehen will – eine geheimnisvolle Spur hinterlassen hat. Da die Raupe selbst leider nicht mit aufs Foto wollte – sie seilte sich vorher etwas überstürzt ab, müssen wir mit ihren Hinterlassenschaften vorlieb nehmen, die wie dunkle Perlen den Weg über die offenbar schmackhafte Oberseite des Gurkenblatts säumen. Sie zeigen etwas über den anderen Weg aus, den des abgegrasten Grüns durch die Raupe hindurch. Weiterlesen

Fußspur im Sand

Eines Tages, da ich gegen Mittag zu meinem Boot ging, gewahrte ich zu meiner großen Bestürzung am Strand den Abdruck eines nackten, menschlichen Fußes, der im Sand ganz deutlich zu sehen war.

Daniel Defoe (1660 – 1731): Robinson Crusoe Weiterlesen

Eine Uhr im Sand

Im Gilf Kebir habe ich einmal die Zeit gesehen. Sie war ein Rispengras, das sich an seiner Ähre herabbog. Morgens kam der Wind von der aufgehenden Sonne und abends von dort, wo sie unterging. In ihm zeichnete das Gras einen vollkommenen Kreis in den Sand, wie eine Uhr, die keine Stunden kennt.

Raoul Schrott (*1964). Die Wüste Lop Nor. Frankfurt 2003

Auch wenn unsere Uhr nicht ganz komplett ist und die Zeit nicht durch die Sonne, sondern durch die Windrichtung bestimmt wird, so haben wir es doch mit einer geometrischen Form zu tun, die dem Sand das zeitliche Wirken des Windes einprägt – beides – wie die Zeit – keine haltbaren und reproduzierbaren Dinge. Eindrucksvoll ist trotzdem die geometrische Gestalt, die man in der Wüste so wohl kaum erwartet hätte. Sie hat den Spuren des Tieres eines voraus. Während diese beim nächsten Wind verschwinden, wird die „Sanduhr“ unablässlich aufgezogen. Solange der vertrocknete Grashalm seine Aufgabe als Zirkel zu erfüllen vermag, wird er windbewegt mit der Gestaltung und Erhaltung des Kreises befasst sein.

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