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Steine

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Den Kopf zerbrechen…

…vier Naturhistoriker treten mit blutrünstigen Köpfen auf; jeder hat einen Kieselstein in der Hand und sie sagen:
Da haben wir uns ganz expreß mit diesen Kieselsteinen die Köpfe zerbrochen und können doch nicht herausbringen, was der sogenannte Finger ins Licht steckende Generalsuperintendent für ein Kerl ist! O! O! O!.
Und einer von ihnen sagt:
Nicht verzagt, meine Herren! Die Wissenschaft ruft! Lassen Sie uns noch einmal probieren! Mutig! Noch einmal die Köpfe zerbrochen!
Sie schlagen sich mit den Steinen vor die Köpfe, dass die Funken stieben, bringen nichts heraus, und entfernen sich fluchend.*

Wenn damit gegen die Naturwissenschaftler gestichelt werden sollte, so bin ich bereit, meinen Kopf hinzuhalten, so dass sich jeder davon überzeugen kann: Sie sind trotz vielfältigen Kopfzerbrechens keineswegs blutrünstig. 😉


 * Christian Dietrich Grabbe (1801 – 1836). Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Frankfurt 1987, S. 100f

Fluoreszenz – Farben durch unsichtbares Licht

Ein äußerlich unscheinbarer Steinbrocken (unteres Foto) wird mit ultraviolettem, also für den Menschen unsichtbarem Licht, bestrahlt. Diese Strahlung macht scheinbar etwas mit dem Stein. Denn anschließend (oberes Foto) leuchtet dieser in ganz anderen Farben.
Der Steinbrocken setzt sich aus Calcit- und Willemitbestandteilen zusammen. Calcit (Calciumcarbonat Ca[CO3]) ist in reiner Form farblos und durchsichtigt. In polykristalliner Form oder aufgrund von Gitterfehlern kann er aber auch wie im vorliegenden Fall weiß aussehen (unteres Foto). Weiterlesen

Stillleben mit zwei Kieselsteinen oder Strukturbildung am Strand

So still wie es auf dem Foto erscheint war es nicht, als ich bei Sonnenuntergang diese ästhetisch ansprechende und physikalisch interessante Aufnahme machte. Denn die Steine liegen am leicht geneigten Meeresufer im Einflussbereich der ein- und auslaufenden Meereswellen.
Indem sie dem fließenden Wasser einen Widerstand entgegensetzen, beeinflussen sie die Strömung und führen zu einer interessanten Struktur. Das von oben zurückströmende Wasser wird um die Steine herum gezwungen und dabei beschleunigt. Es geht also etwas turbulenter zu, dass Sand mitgerissen wird und eine Vertiefung entsteht. Hinter den Steinen vereinigen sich die Strömungen und werden wieder langsamer. Dadurch sedimentiert der mitgerissenes Sand.
Weil der Sand an diesem Strand aus einer Mischung aus leichten hellen und schweren schwarzen Körnern besteht, setzen sich als erste die schwarzen Körner ab und hinterlassen eine entsprechend eingefärbte Spur, die durch lokale Verwirbelungen beeinflusst wird.

Auch optisch ist die Situation interessant. Das von rechts einfallende rötliche Licht der tiefstehenden Sonne gibt dem an sich weiß-schwarzen Sand einen leichten roten Teint. Ähnlich ergeht es der der Sonne zugewandten Seite des rechten Steins. Alles was im Schatten liegt nimmt jedoch eine leicht blaue Färbung an. Bei den schwarzen Steinen ist dies sehr deutlich. Auch der Schatten, den sie werfen ist leicht bläulich. In diesen vom Sonnenlicht nicht beleuchteten Bereichen wird allein das blaue Himmelslicht reflektiert. Der Kontrast macht den Unterschied sehr deutlich.

Wege 16: Die Freiheit der Straße

Sprich mir nur nicht von Freiheit der Worte im Gedicht. Ich habe die einen den anderen unterworfen, im Einklang mit deiner Ordnung, die die meine ist…
Doch sprich mir nicht von der Freiheit der Steine. Denn dann gibt es keinen Tempel. Ich habe verstanden, weshalb man den Zwang von der Freiheit unterscheidet. Je mehr Straßen ich ziehe, um so freier bist du in deiner Wahl. Aber jede Straße ist ein Zwang, denn ich habe sie mit Schranken eingefaßt. Was aber nennst du Freiheit, wenn es keine Straßen gibt, zwischen denen du wählen kannst? Nennst du Freiheit das Recht, im Leeren umherzuirren? Sobald der Zwang eines Weges begründet wurde, steigert sich zugleich deine Freiheit.

Antoine de Saint-Exupéry. Weisheit

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