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Tier

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Sonnenschein im Schneckenschleim

sonnenreflexe_in_schleimspu„So malt die Sonne ihr Bild auf alle Wesen, groß im Weltmeere, bunt in Tautropfen, klein auf die Menschen-Netzhaut, als Nebensonne in die Wolke, rot auf den Apfel, silbern auf den Strom, siebenfarbig in den fallenden Regen und schimmernd über den ganzen Mond und über ihre Welten“, sagt Jean Paul in seinem Hesperus. Er hätte noch die schönen Sonnenbildchen auf der gespannten Folie aus getrocknetem Schneckenschlein hinzufügen können, die eine Schnecke verschwenderisch über alle Unwegsamkeiten des pflanzlichen Bewuchses hinweg gespannt und anschließend sich selbst überlassen hat. Weiterlesen

Klapperstörche am Dümmer


Es gibt sie noch, die Störche. Auf unserer Umwanderung des Dümmers, eines flachen Sees im flachländlicher Norden Deutschlands, erleben wir sie nach Jahren zum ersten Mal wieder in freier Natur. Sowohl auf der Suche nach Nahrung (im angrenzenden renaturierten Ochsenmoor) als auch auf dem Nest, das sich auf einem von Menschenhand angefertigten hohen Pfahl mit einer radartigen Plattform befindet. Was in meiner Kindheit fast zum Alltäglichen gehörte, Störche in freier Natur, ist mittlerweile zu einer Seltenheit geworden. Weiterlesen

Ein Leben auf dem Wasser

vorsichtige_-annaeherung-jpgEigentlich wollte ich die Seerosen im Teich fotografieren. Aber dann wird meine Aufmerksamkeit auf ein veritables Geplänkel en miniature gelenkt. Zwei winzige Wasserläufer umschwänzeln einander wie im richtigen Leben. Meiner Einschätzung nach müsste es sich den Vorurteilen entsprechend bei dem kleineren Exemplar um das Weibchen handeln, denn es weicht immer mal wieder ein Stück zurück, wenn er zu aufdringlich wird, entfernt sich aber auch nicht zu weit und wartet offenbar, bis er wieder herankommt.  Inzwischen berühren sie sich bereits mit den Beinchen. Weiterlesen

Noch mehr Kälber

kaelber_dsc04841b_rvFrüher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute. Weiterlesen

Die irisierende Schönheit einer Schleimspur

Schleimspur1Schlichting, H. Joachim. Physik in unserer Zeit 48/1 (2017), 47

Sehr dünne transparente Filme erzeugen bei richtiger Beleuchtung ein irisierendes Farbenspiel. Wie kommt es zu diesen Farben, die auf Pigmente nicht angewiesen sind? Weiterlesen

Tierische Kunst

Blattgerippe_rvKünstliche Structur der Blätter.

Ich habe jüngst ein Eichen-Blat gefunden,
Das, durch der kleinen Würmer Schaar,
So künstlich ausgefressen war:
Daß alle Aederchen darin in netter Ordnung stunden.
Unzehlig war der zarten Gänge
Verändrung, Unterschied und Menge. Weiterlesen

Schnecken als Seilakrobaten

schnecken_als_seilakrobaten_rvIn diesem Jahr habe in meinem Garten mit einer Invasion von Nacktschnecken fertigzuwerden, wie ich sie vorher noch nicht erlebt habe. Im Frühsommer fing es damit an, dass sie in einer Nacht die Blüten einer ganzen Rabatte radikal abfraßen. In der Folgezeit hatten fast alle Pflanzen, die sich aufmachten groß und stark zu werden, unter dem Hunger ganzer Divisionen von Schnecken zu leiden. Da ich gern auf Seiten der Schwächeren bin und mich auch selbst angegriffen fühlte, ließ ich mir das nicht länger bieten.
Ich habe an sich nichts gegen Schnecken, auch nichts gegen glibberige Nacktschnecken. Der Beweis sind mindestens zwei Auftritte, die ich den Schnecken bislang in meinem Blog gewährte. Weiterlesen

„Bienäre“ Interferenzmuster auf dem Wasser

RingwelleninterferenzWenn Bienen Wasser herbeischaffen, gehen sie normalerweise sehr vorsichtig zu Werke. Am liebsten holen sie sich das Wasser von feuchter Erde. Matschige Stellen am Rande meines Teiches werden an heißen Tagen von zahlreichen Bienen frequentiert, die freie Oberfläche des Teiches ist an sich tabu. Zu gefährlich. Weiterlesen

Das bisherige Leben wie einen alten Mantel abstreifen…

LibellenschlupfIch habe mir mal die Zeit genommen, den Schlupfvorgang einer Libelle zu beobachten. Er beginnt damit, dass eine Libellenlarve aus dem Wasser, indem sie ihre erste Lebensphase von etwa zwei Jahren verbracht hat, an einer Pflanze hochklettert. Dort beginnt dann ein Prozess, der meines Erachtens ans Wunderbare grenzt. Weiterlesen

Die Fliege

Stubenfliege_IMG_6400rvIn diesem Bau voll Ordnung und Pracht
Saß eine finstre Flieg‘ auf einem Stein und dachte.
Denn daß die Fliegen stets aus finstern Augen sehn
Und oft den Kopf mit einem Beine halten
Und oft die flache Stirne falten,
Kömmt bloß daher, weil sie so viel verstehn
Und auf den Grund der Sachen gehen.
So saß auch hier die weise Fliege.
Ein halbes Dutzend ernste Züge
Verfinsterten ihr Angesicht.

Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769)

Ästhetik und mathematische Regelhaftigkeit im Rahmen biologischer Musterbildung

Weberkegel

Diese schöne Schnecke fand ich im warmen, seichten Wasser an einem Sandstrand des indischen Ozeans. Genau genommen handelt es nur um das Gehäuse eines Weberkegels, so heißt diese Textil-Kegelschnecke (Conus textile) und das ist auch gut so. Wäre der Weberkegel noch am Leben gewesen, hätte ich mich in Gefahr begeben, durch seinen Harpunenzahn vergiftet zu werden. Mit diesem jagt er nicht nur andere Schnecken, sondern verteidigt sich auch erfolgreich gegen Angreifer. Das durch den Zahn verabreichte Gift ist für Fische und kleine Säugetiere tödlich. Weiterlesen

Ein Blatt mit Beinen

Bewegliches-BlattDa war doch was. Bewegte sich da nicht etwas auf dem Blatt? Ein Teil des Blatts? Bei näherem Hinsehen entpuppte es sich als ein Insekt, das sich ein fast identisches Aussehen wie das Blatt zugelegt hat. Nur mit Mühe und wenn man es weiß, ist es zu erkennen. Selbst an Details wurde gedacht; auch die Beinchen sind von demselben Grün wie die Blattadern.
Das Tierchen hat es jedoch auch in anderer Hinsicht in sich, wenn man es ärgert bzw. wenn es sich bedroht fühlt, kann es ein übel stinkendes Sekret absondern. Daher auch sein Name: Grüne Stinkwanze. Als ich die Wanze zum ersten Mal sah, war ich von der Schönheit des Anblicks und der Farbgleichheit zwischen Tier und Pflanze beeindruckt. Dieser Eindruck hat auch mit der nachträglich erworbenen Kenntnis, dass die Wanze auch unangenehm stänkern kann, nicht gelitten.

Wandelnde Minispiegel

AmeisenspiegelAuch Lebewesen können zu Spiegeln werden, nicht nur im übertragenen Sinne. Bei der Beobachtung der schwarzen Ameisen (siehe Foto), die bei mir im Garten aktiv sind, stellte ich fest, dass deren Panzer so glatt ist, dass die Umgebung darin gespiegelt wird. Gespiegelt werden vor allem grüne Pflanzen, die selbst gar nicht im Bild sind. Mich erinnerte das ein wenig an die blanken Karosserien von Autos, deren Glanz letztlich ja auch durch die  gespiegelten Gegenstände der Umgebung hervorgerufen wird. Weiterlesen

Schau mir in die Augen, Kleiner

Lano-2Heute wird mein kleiner Enkel Lano 2 Jahre alt. Er ist bereits mit dem Hund auf Augenhöhe und hält dem Hundeblick stand. Daher werden bald andere Augenhöhen und Augen-Blicke folgen. Herzlichen Glückwunsch!

Die 2 ist eine wichtige und besondere Zahl. Sie ist die natürliche Zahl zwischen 1 und 3. Sie bringt das Kunststück zustande, gleichzeitig gerade und eine Primzahl zu sein und ist damit etwas ganz Einzigartiges. In der Kernphysik zählt sie zu den magischen Zahlen, da zwei Kernteilchen eine Schale füllen. Jetzt kann damit begonnen werden, die nächste größere Schale zu füllen.

Spannung im Spinnennetz

Blattspannung im SpinnennetzOb die kleine Spinne hier wohl alles gut bedacht hat? Einerseits nutzt sie die Tendenz des Blattes, sich zu entfalten aus, um das kleine Netz unter Spannung zu halten. Man erkennt das daran, dass die anderen Blätter des Busches viel flacher aussehen. Andererseits ist das Netz so dicht vor dem Blatt aufgespannt, dass sich wohl nur wenige Tierchen darin verfangen werden. Denn die Insekten erkennen natürlich, dass man dort nicht durchfliegen kann. Viele Spinnen bringen daher auch ihre Netze vor Durchflugöffnungen an, so dass hindurch fliegenden Insekten das Netz zu spät bemerken und gefangen werden. Diese Spinne kann eigentlich nur Tierchen fangen, die auf dem Blatt landen wollen und dabei das Netz übersehen. Aber vielleicht sind das ja ausreichend viele, um die Spinne zu ernähren. Vielleicht hat diese Konstruktion aber auch einen Zweck den ich nicht erkenne.

Von großen und kleinen Tieren

AnfangSchlichting, H. Joachim; Rodewald, Bernd. In: Praxis der Naturwissenschaften – Physik 37/5, 2 (1988).

Aus biologischer Sicht muß man eigentlich über die Artenvielfalt und den Gestaltenreichtum in der Tierwelt erstaunt sein. Denn die biologischen „Materialien“ und die mikrobiologischen „Baupläne“ sind für alle Tiere gleich. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, daß einige wesentliche Aspekte dieser Vielfalt durch die unterschiedlichen Körpergrößen der Tiere verständlich
werden.

PDF: Von großen und kleinen Tieren