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Tier

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Christo was here

GespinstmotteIch staunte nicht schlecht, als ich mit einem Freund auf einer inzwischen einige Jahre zurückliegenden Wanderung an der Ems bei Telgte auf eine Gruppe fast vollständig eigekleideter bzw. verpackter Bäume stießen (obere Abbildung). Es drängte sich mir sofort der Gedanke auf, dass hier ein Verpackungskünstler am Werk war. Die Bäume samt ihrer Äste waren derart sorgfältig mit einer dünnen  Folie überzogen, dass ich meinte, einen natürlichen Ursprung ausschließen zu können.  Denn wenn man vor einem solchen Baum steht und das ziemlich reißfeste und elastische Material in die Hand nimmt, wird man eher an Kunststoff als an ein Produkt natürlicher Herkunft erinnert. Und dennoch sind es kleine Tiere, Raupen der Gespinstmotte (Yponomeuta evonymella), die diese „Kunstwerke“ als Gemeinschaftswerk sehr vieler Individuen hervorbringen. Weiterlesen

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Ein Ausweg der zur Rundreise wird

Ich habe lange keine Blindschleichen gesehen. Auf unserer gestrigen Wanderung auf dem Hermannsweg begegneten und gleich zwei. Da fiele mir ein altes Lied aus Kindheitstagen ein, das ich merkwürdigerweise noch vollständig erinnerte. Auch das Liederbuch* war – ziemlich zerflettert – noch aufzufinden – ebenfalls sehr merkwürdig. Als ich das Lied aufsagte, fand mein mitwandernder Freund das so lustig, dass er meinte ich müsste es in meinem Blog bringen. Hier ist sowohl eine der blinden Schleichen als auch ein Foto, das bei der gestrigen Gelegenheit entstand:

Ein Storch spazierte einst am Teiche
Da fand er eine blinde Schleiche
Er sprach: „Das ist ja wunderbar“
Und fraß sie auf mit Haut und Haar.

Die Schleiche lag in seinem Magen
Das konnten beide nicht vertragen
Da sprach die blinde Schleich: „O Graus!“
Und ging zur Hintertür hinaus.

Der Storch sah solches mit Verdruß.
Daß so was ihm begegnen muß!
Drum fraß er ohne lange Wahl
Den schleichen Wurm zum zweitenmal.

Drauf stemmt er lächelnd mit Verstand
Die Hintertüre an die Wand
Und sprach nach innen zu der Schleich:
„Na bitte, wenn du kannst, entweich.

Da tät mit List die schlaue Schleichen
Zur Vordertür hinaus entweichen;
Doch fraß der Storch ohn lange Wahl
Voll Wut sie nun zum drittenmal.

Und bracht in sinniger Erfingung
Die beiden Türen in Verbindung.
Und sprach zum schleichen Wurm hinein:
„Nun richt dich auf ’ne Rundreis ein!“


* Unser Lied. Assmannshausen o. J.

Unbekannter Vogel

Vor einigen Tagen entdeckte ich eine Blume auf dem Rasen, deren Namen mir bis dahin unbekannt war. In gleich zwei Kommentaren wurde die schöne Blume identifiziert. Um diesen Erfolg möglicherweise zu wiederholen, zeige ich hier einen Vogel, der uns „zugelaufen“ ist. Jedenfalls tänzelt er ohne große Scheu tagein tagaus im Garten und auf dem Rasen herum, um nach Nahrung zu suchen, aber auch – so denke ich manchmal – um mir ein neues Rätsel aufzugeben: Der Vogel sieht wie eine Amsel aus und verhält sich auch so.  Statt aber wie jede normale Amsel in einem schlicht schwarzen Federkleid aufzutreten, trägt sie/er die Flügelspitzen auffällig weiß.
Da ich bei meiner Recherche bisher keinen vergleichbaren Vogel auffinden konnte, frage ich mich und euch, ob es nicht vielleicht sogar eine Amsel sein könnte, die aufgrund eines Gendefekts die Flügel weiß auslaufen lässt. Oder ist diese Annahme allzu kühn?

Wenn Schnecken Straßen überqueren…

… dann sind sie bei vielbefahrenen Straßen meist dem Tode geweiht. Aber auch verkehrsarme Straßen sind alles andere als ungefährlich. Als ich an einem sehr sonnigen Tag eine Schnecke eine trockene Straße überqueren und eine deutliche Schleimspur hinter sich lassen sah, wunderte ich mich allein schon über den materiellen Aufwand, der hier getrieben wurde und über die Gemächlichkeit, mit der sie unter den für sie widrigen Bedingungen eine solche Herausforderung angenommen hatte. Weiterlesen

Einhörner unter uns

Der Stier

Ein jeder Stier hat oben vorn
auf jeder Seite je ein Horn;
doch ist es ihm nicht zuzumuten
auf so ’nem Horn auch noch zu tuten.
Nicht drum, weil er nicht tuten kann,
nein, er kommt mit seinem Maul nicht `ran.

Heinz Erhardt (1909 – 1979) Weiterlesen

Fundstück 2 – Qualle als Unfreiwillige optische Linse

Nachdem ich vor Jahren schmerzhafte Verbrennungen bei der Begegnung mit einer Qualle hinnehmen musste, habe ich ein emotional gespaltenes Verhältnis zu diesen Tieren. Die Begegnung war insofern besonders dramatisch, als ich im Meer schwimmend den „Angreifer“ gar nicht zu Gesicht bekam, denn die transparenten Quallen sind im Wasser nahezu unsichtbar. Die neuerliche Begegnung war wesentlich entspannter, weil sie außerhalb des Wassers am Strand stattfand und einige vermutlich bereits tote Quallen betraf. Weiterlesen

„Dummer Mensch“ – Schmetterlinge (3)

Ein kleiner brauner Schmetterling fliegt vor ihren Füßen auf; und setzt sich wieder, nur 3 Schritt weiter – und wieder auf :nur 3 Schrittchen weiter -?- bis Ann’Ev‘ tadlnd zu ihm sagt : „Dummer Mensch. Flieg doch nach rechts.“ (Da tut Der das auch.)

Arno, Schmidt: Abend mit Goldrand. Frankfurt 1975

Welchen Schmetterling Arno Schmidt im Auge hatte, weiß ich nicht. Mein Schmetterling, dem ich auf einem Baumstaumm sitzend begegnet bin, ist ein Großer Perlmutterfalter. Früher habe ich ihn öfter beobachten können, in den letzten Jahren hat er sich für mein Gefühl rar gemacht. Ich freue mich, hier meinen einzigen Perlmutterfalter dieses Jahres zeigen zu können.

Vorsicht, ich bin eine Wespe!

Diese vereint wie radial ausschwärmende Rasenmäher das Huflattichblatt abgrasenden Raupen des Jakobskrautbärs (der im Übrigen ganz anders aussieht: ein eleganter rot-schwarzer Schmetterling und kein Bär!), räumen gründlich ab. Obwohl sie sich eigentlich auf dem giftigen Jakobskraut zu Hause fühlen, nehmen sie hier – offenbar in Ermangerlung desselben – mit der zweitbesten Nahrungsquelle vorlieb. In der Umgebung steht so mancher seines Grüns beraubter Huflattich im monochromen Grau.
Da Raupen vom Jakobskraut auch die Giftigkeit übernehmen, warnen sie immerhin potenzielle Fressfeinde durch ihr Outfit einer schwarz-gelb gemusterten Wespe. Wohl weniger aus Rücksicht auf die Räuber, als vielmehr aus purem Selbstschutz. Was nützt ihnen auch im Magen eines Räubers, dass dieser anschließend auch zugrunde geht? Wespen sind offenbar nicht nur bei Menschen gefürchtet. Die Biologen nennen eine solche Täuschung durch Übernahme fremder Merkmale Mimikry.
Ich finde diese Komposition aus Strukturen und Farben ganz unterschiedlicher Art auf eine bestimmte Weise naturschön. Aber es bleibt ein vager, gefühlter Vorbehalt – aufgrund der dahinter stehenden Schicksale. Bei den schönen Algenmustern ging es mir ähnlich.

Eine stachelige Angelegenheit

Ausgerechnet auf einer Diestel lässt sich die Holzwespen-Schlupfwespe nieder, so als wollte sie sich mit den noch im Wachstum befindlichen Stacheln der Pflanze messen. Der lange nach hinten ragende Stachel ist zwar in Wirklichkeit ein Legebohrer, aber notfalls setzt das Tierchen ihn auch zur Verteidigung ein. Ein „Bohrstich“ damit soll ganz schön schmerzhaft sein. Und was wäre auch eine Wespe, wenn sie nicht stechen könnte. Mit dem Bohrer vollbringt das Weibchen der Holzschlupfwespe eine unglaubliche Aktion. Weiterlesen

Was kuckst du?

schweineschnauze_dsc00706Auch wenn nur die Schnauze zu sehen war, hatte ich das deutliche Gefühl aus einem Schnauzengesicht heraus fixiert zu werden. Dabei wollte das Schwein nur etwas zu fressen und dafür reichte es, die Schnauze möglichst weit vorzuschieben. Weiterlesen

Der Ameisenlöwe oder: Wer andern eine Grube gräbt

ameisenloewe_rv-jpgWenn man einen Sandhaufen aufwirft und genügend lange daran arbeitet, wird man feststellen, dass der  Haufen zwar größer, ab einem bestimmten Winkel aber nicht steiler wird. Es stellt sich ein kritischer Schüttwinkel ein, der sich bei weiterem Aufwurf von Sand selbstorganisiert einreguliert. Sobald nämlich in einem solchen kritischen Zustand weiterer Sand auf den Haufen niedergeht, werden mehr oder weniger kleine Lawinen ausgelöst, sodass wieder Sandkörner liegenbleiben, bis abermals Lawinen abgehen usw. Der kritische Zustand bleibt auf diese Weise erhalten. Weiterlesen

Sonnenschein im Schneckenschleim

sonnenreflexe_in_schleimspu

Lerne Schnecken zu beobachten.
Joseph Beuys

 

„So malt die Sonne ihr Bild auf alle Wesen, groß im Weltmeere, bunt in Tautropfen, klein auf die Menschen-Netzhaut, als Nebensonne in die Wolke, rot auf den Apfel, silbern auf den Strom, siebenfarbig in den fallenden Regen und schimmernd über den ganzen Mond und über ihre Welten“, sagt Jean Paul in seinem Hesperus. Er hätte noch die schönen Sonnenbildchen auf der gespannten Folie aus getrocknetem Schneckenschlein hinzufügen können, die eine Schnecke verschwenderisch über alle Unwegsamkeiten des pflanzlichen Bewuchses hinweg gespannt und anschließend sich selbst überlassen hat. Weiterlesen

Klapperstörche am Dümmer


Es gibt sie noch, die Störche. Auf unserer Umwanderung des Dümmers, eines flachen Sees im flachländlicher Norden Deutschlands, erleben wir sie nach Jahren zum ersten Mal wieder in freier Natur. Sowohl auf der Suche nach Nahrung (im angrenzenden renaturierten Ochsenmoor) als auch auf dem Nest, das sich auf einem von Menschenhand angefertigten hohen Pfahl mit einer radartigen Plattform befindet. Was in meiner Kindheit fast zum Alltäglichen gehörte, Störche in freier Natur, ist mittlerweile zu einer Seltenheit geworden. Weiterlesen

Ein Leben auf dem Wasser

vorsichtige_-annaeherung-jpgEigentlich wollte ich die Seerosen im Teich fotografieren. Aber dann wird meine Aufmerksamkeit auf ein veritables Geplänkel en miniature gelenkt. Zwei winzige Wasserläufer umschwänzeln einander wie im richtigen Leben. Meiner Einschätzung nach müsste es sich den Vorurteilen entsprechend bei dem kleineren Exemplar um das Weibchen handeln, denn es weicht immer mal wieder ein Stück zurück, wenn er zu aufdringlich wird, entfernt sich aber auch nicht zu weit und wartet offenbar, bis er wieder herankommt.  Inzwischen berühren sie sich bereits mit den Beinchen. Weiterlesen

Noch mehr Kälber

kaelber_dsc04841b_rvFrüher, da ich unerfahren
Und bescheidner war als heute,
Hatten meine höchste Achtung
Andre Leute. Weiterlesen

Die irisierende Schönheit einer Schleimspur

Schleimspur1Schlichting, H. Joachim. Physik in unserer Zeit 48/1 (2017), 47

Sehr dünne transparente Filme erzeugen bei richtiger Beleuchtung ein irisierendes Farbenspiel. Wie kommt es zu diesen Farben, die auf Pigmente nicht angewiesen sind? Weiterlesen

Tierische Kunst

Blattgerippe_rvKünstliche Structur der Blätter.

Ich habe jüngst ein Eichen-Blat gefunden,
Das, durch der kleinen Würmer Schaar,
So künstlich ausgefressen war:
Daß alle Aederchen darin in netter Ordnung stunden.
Unzehlig war der zarten Gänge
Verändrung, Unterschied und Menge. Weiterlesen

Schnecken als Seilakrobaten

schnecken_als_seilakrobaten_rvIn diesem Jahr habe in meinem Garten mit einer Invasion von Nacktschnecken fertigzuwerden, wie ich sie vorher noch nicht erlebt habe. Im Frühsommer fing es damit an, dass sie in einer Nacht die Blüten einer ganzen Rabatte radikal abfraßen. In der Folgezeit hatten fast alle Pflanzen, die sich aufmachten groß und stark zu werden, unter dem Hunger ganzer Divisionen von Schnecken zu leiden. Da ich gern auf Seiten der Schwächeren bin und mich auch selbst angegriffen fühlte, ließ ich mir das nicht länger bieten.
Ich habe an sich nichts gegen Schnecken, auch nichts gegen glibberige Nacktschnecken. Der Beweis sind mindestens zwei Auftritte, die ich den Schnecken bislang in meinem Blog gewährte. Weiterlesen

„Bienäre“ Interferenzmuster auf dem Wasser

RingwelleninterferenzWenn Bienen Wasser herbeischaffen, gehen sie normalerweise sehr vorsichtig zu Werke. Am liebsten holen sie sich das Wasser von feuchter Erde. Matschige Stellen am Rande meines Teiches werden an heißen Tagen von zahlreichen Bienen frequentiert, die freie Oberfläche des Teiches ist an sich tabu. Zu gefährlich. Weiterlesen

Das bisherige Leben wie einen alten Mantel abstreifen…

LibellenschlupfIch habe mir mal die Zeit genommen, den Schlupfvorgang einer Libelle zu beobachten. Er beginnt damit, dass eine Libellenlarve aus dem Wasser, indem sie ihre erste Lebensphase von etwa zwei Jahren verbracht hat, an einer Pflanze hochklettert. Dort beginnt dann ein Prozess, der meines Erachtens ans Wunderbare grenzt. Weiterlesen

Die Fliege

Stubenfliege_IMG_6400rvIn diesem Bau voll Ordnung und Pracht
Saß eine finstre Flieg‘ auf einem Stein und dachte.
Denn daß die Fliegen stets aus finstern Augen sehn
Und oft den Kopf mit einem Beine halten
Und oft die flache Stirne falten,
Kömmt bloß daher, weil sie so viel verstehn
Und auf den Grund der Sachen gehen.
So saß auch hier die weise Fliege.
Ein halbes Dutzend ernste Züge
Verfinsterten ihr Angesicht.

Christian Fürchtegott Gellert (1715 – 1769)

Ästhetik und mathematische Regelhaftigkeit im Rahmen biologischer Musterbildung

Weberkegel

Diese schöne Schnecke fand ich im warmen, seichten Wasser an einem Sandstrand des indischen Ozeans. Genau genommen handelt es nur um das Gehäuse eines Weberkegels, so heißt diese Textil-Kegelschnecke (Conus textile) und das ist auch gut so. Wäre der Weberkegel noch am Leben gewesen, hätte ich mich in Gefahr begeben, durch seinen Harpunenzahn vergiftet zu werden. Mit diesem jagt er nicht nur andere Schnecken, sondern verteidigt sich auch erfolgreich gegen Angreifer. Das durch den Zahn verabreichte Gift ist für Fische und kleine Säugetiere tödlich. Weiterlesen

Ein Blatt mit Beinen

Bewegliches-BlattDa war doch was. Bewegte sich da nicht etwas auf dem Blatt? Ein Teil des Blatts? Bei näherem Hinsehen entpuppte es sich als ein Insekt, das sich ein fast identisches Aussehen wie das Blatt zugelegt hat. Nur mit Mühe und wenn man es weiß, ist es zu erkennen. Selbst an Details wurde gedacht; auch die Beinchen sind von demselben Grün wie die Blattadern.
Das Tierchen hat es jedoch auch in anderer Hinsicht in sich, wenn man es ärgert bzw. wenn es sich bedroht fühlt, kann es ein übel stinkendes Sekret absondern. Daher auch sein Name: Grüne Stinkwanze. Als ich die Wanze zum ersten Mal sah, war ich von der Schönheit des Anblicks und der Farbgleichheit zwischen Tier und Pflanze beeindruckt. Dieser Eindruck hat auch mit der nachträglich erworbenen Kenntnis, dass die Wanze auch unangenehm stänkern kann, nicht gelitten.

Wandelnde Minispiegel

AmeisenspiegelAuch Lebewesen können zu Spiegeln werden, nicht nur im übertragenen Sinne. Bei der Beobachtung der schwarzen Ameisen (siehe Foto), die bei mir im Garten aktiv sind, stellte ich fest, dass deren Panzer so glatt ist, dass die Umgebung darin gespiegelt wird. Gespiegelt werden vor allem grüne Pflanzen, die selbst gar nicht im Bild sind. Mich erinnerte das ein wenig an die blanken Karosserien von Autos, deren Glanz letztlich ja auch durch die  gespiegelten Gegenstände der Umgebung hervorgerufen wird. Weiterlesen

Schau mir in die Augen, Kleiner

Lano-2Heute wird mein kleiner Enkel Lano 2 Jahre alt. Er ist bereits mit dem Hund auf Augenhöhe und hält dem Hundeblick stand. Daher werden bald andere Augenhöhen und Augen-Blicke folgen. Herzlichen Glückwunsch!

Die 2 ist eine wichtige und besondere Zahl. Sie ist die natürliche Zahl zwischen 1 und 3. Sie bringt das Kunststück zustande, gleichzeitig gerade und eine Primzahl zu sein und ist damit etwas ganz Einzigartiges. In der Kernphysik zählt sie zu den magischen Zahlen, da zwei Kernteilchen eine Schale füllen. Jetzt kann damit begonnen werden, die nächste größere Schale zu füllen.

Spannung im Spinnennetz

Blattspannung im SpinnennetzOb die kleine Spinne hier wohl alles gut bedacht hat? Einerseits nutzt sie die Tendenz des Blattes, sich zu entfalten aus, um das kleine Netz unter Spannung zu halten. Man erkennt das daran, dass die anderen Blätter des Busches viel flacher aussehen. Andererseits ist das Netz so dicht vor dem Blatt aufgespannt, dass sich wohl nur wenige Tierchen darin verfangen werden. Denn die Insekten erkennen natürlich, dass man dort nicht durchfliegen kann. Viele Spinnen bringen daher auch ihre Netze vor Durchflugöffnungen an, so dass hindurch fliegenden Insekten das Netz zu spät bemerken und gefangen werden. Diese Spinne kann eigentlich nur Tierchen fangen, die auf dem Blatt landen wollen und dabei das Netz übersehen. Aber vielleicht sind das ja ausreichend viele, um die Spinne zu ernähren. Vielleicht hat diese Konstruktion aber auch einen Zweck den ich nicht erkenne.

Von großen und kleinen Tieren

AnfangSchlichting, H. Joachim; Rodewald, Bernd. In: Praxis der Naturwissenschaften – Physik 37/5, 2 (1988).

Aus biologischer Sicht muß man eigentlich über die Artenvielfalt und den Gestaltenreichtum in der Tierwelt erstaunt sein. Denn die biologischen „Materialien“ und die mikrobiologischen „Baupläne“ sind für alle Tiere gleich. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, daß einige wesentliche Aspekte dieser Vielfalt durch die unterschiedlichen Körpergrößen der Tiere verständlich
werden.

PDF: Von großen und kleinen Tieren

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