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Ton

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Bäume haben Stimmen

Dass diese Aussage stimmt, ist mir einmal mehr in diesem Winter bewusst geworden, in dem sich der Schnee rar machte und der Sturm unüberhörbar wurde. „Hör mal wie der Sturm in den Bäumen heult!“ Man muss wirklich hinhören, um wahrzunehmen, dass der Sturm in den Bäumen anders heult als um die Ecken eines Gebäudes. Ebenso ist es ein Unterschied, ob er durch das nackte Geäst der riesigen Eichen zieht oder die auch im Winter in voller Nadelpracht stehenden Kiefern durchströmt. Glaubt man mangels eines angemesseneren akustischen Vokabulars hier ein dumpfes Klagen zu hören, so wird man dort eher an ein helles Seufzen erinnert. Und im Sommer, wenn die Bäume wieder voll belaubt sind, dominieren eher fröhlichere Töne.
Diese Einschätzungen mögen durch subjektive Stimmungen gefärbt sein, man kann aber objektiv feststellen, dass die größeren Hindernisse insgesamt tiefer klingen als die kleineren. Weiterlesen

Aeolus-Orgel – das Raunen des Windes

Aeolsflöte-1Wenn ich diese Brücke überquere höre ich häufig, einen feinen auf- und abschwellenden tiefen Ton wie auf einem Alphorn geblasen. Er ist so rein, dass er aus dem Einerlei des akustischen Hintergrunds deutlich hervorsticht. Lange war mir der Ton ein Rätsel. Mir ging dabei allerlei dummes Zeug durch den Kopf. Als ich schließlich feststellte, dass der Ton vom Wind abhängig war, fand ich die Ursache in Form eines beschädigten Rohrpfosten im Brückengeländer. Wie man an dem vergrößerten Ausschnitt (Abbildung unten) gut erkennen kann, enthält dieser einen deutlich erkennbaren Riss. Er ist für den Wind so etwas wie das Mundstück, das Rohr eine Flöte. Indem der Wind das Rohr tangential umspielt, wird wie beim Blasen auf einem Schlüssel eine Schwingung der Luftsäule im Rohr angeregt. Weiterlesen

Glockenklang im Weinglas

Schlichting, H. Joachim. In: Naturwissenschaften im Unterricht- Physik 39/10, 20 (1991).

Image_2011_05_11_7Die Verkäuferin schnippt kurz mit dem Finger an jedes Weinglas bevor sie es sorgfältig für den Transport verpackt. Ich möchte wissen, warum sie das tut. Um ihren grauen Alltag durch einen Wohlklang aufzulockern? Um diskret auf die akustische Dimension der Weingläser aufmerksam zu machen? Sie erklärt mir, der Klang verrate ihr, ob das Glas in Ordnung sei. Wenn es einen Sprung habe, klinge es nicht, sondern gäbe nur ein schäpperndes Geräusch von sich. Sie demonstriert es an einem zuvor aussortierten, defekten Glas, dessen Defekt kaum zu sehen, aber deutlich zu hören ist.

PDF: Glockenklang im Weinglas

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