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Übergang

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Übergänge 5

Wie lässt sich der Übergang vom Wachsein zum Schlafen fassen. Man kann versuchen, es zu beobachten und zu beschreiben. Nur, je mehr das Wachsein schwindet, desto mehr schwindet auch das Vermögen, das Erlebte zu verbalisieren. Für mich stellt sich der Übergang, soweit es mir gelingt, ihn zu erinnern, als Bild dar. Zunächst schwanken die Konturen des Realen (oben links im Bild). Häuserfronten werden gummiweich und zittern in ein komplexes Gewebe voller Struktur und Farbigkeit hinüber (rechts im Bild). Es zeichnet sich keine klare Grenze ab, eher überschreitet man eine Schwelle beim Einschlafen und umgekehrt bei Wachwerden. Im Unterschied zur Grenze ist die Schwelle, wie ein ganzer Bereich, in dem etwas wie bewegtes Wasser schwillt.  Die Wellen, die beim Schwellen des Wassers hervorquellen, beschreiben m.E. auch lautmalerisch, das Flüssige nicht Festgelegte und von außen nicht Bestimmbare des Übergangs.
Was bei Übergängen im Einzelnen passiert ist auch eine interessante physikalische Frage. Die sogenannten Phasenübergänge, zum Beispiel vom Festen in den Flüssigen und von da in den gasförmigen Zustand, oder der Übergang vom magnetischen in den unmagnetischen Zustand eines Materials sind Beispiele dafür.
Beim Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand eines Fluids beobachtet man das Phänomen der kritischen Opaleszenz. Dazu muss man wissen, dass in der Nähe und am kritischen Punkt des Übergangs Dichtefluktuationen auftreten, die mit einem ständigen Wechsel von Teilen des Fluids zwischen flüssigem und gasförmigem Zustand verbunden sind. Diese Schwankungen finden in der Größenordnung des mittleren Molekülabstandes statt. Nähert man sich dem kritischen Punkt des Übergangs, so nimmt die Schwankungsbreite zu bis zur Wellenlänge des Lichts am kritischen Punkt. Dabei wird auffallendes Licht gestreut und das Fluid nimmt ein milchiges Aussehen an.

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Übergänge 4

Die neuen Strukturen erwachenden Lebens werden begleitet durch die schöne Musterung der durch den Zerfall freigelegten Blattadern der Reste des vergangenen und nunmehr zerfallenden Lebens. Es ist eine Erinnerung daran, dass der Zerfall kein Ende und damit endgültige Vergängnis darstellt, sondern einen Übergang, bei dem die Zerfallsprodukte Ausgangspunkt für das Kommende bedeutet.

Das Foto zeigt die gelben Sterne des Scharbockskraut (Ranunculus ficaria), das auf einem Teppich von zerfallenden Blättern und anderen Überresten der Vorjahresvegetation heranwächst.

Flüchtige Schatten

fluechtige-schatten_rvDer Fotograf steht auf einer Sanddüne kurz vor der scharfen Spitze. Der Schatten der Beine fällt im Vordergrund auf die aufsteigende Böschung. Im Hintergrund steigt die Wand der nächsten Düne auf. Dazwischen liegt die abfallende Wand der Düne. Weiterlesen

Grenzen – immer nur tangieren nicht überschreiten

LichtränderDer Schatten, den wir manchmal bemerken, isolieren und als Schatten untersuchen, ist zumeist ein Schlagschatten. Daß unser Geist den Schlagschatten bevorzugt, hat offensichtlich verschiedene Ursachen. Der Schlagschatten bewegt sich oft schnell auf seinem Grund und fällt dadurch auf.

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Äquinoktium: Tag- und Nachtgleiche

equinoctium_dsc04218-jpg_rvÄquinoktium

Allgewaltig aus Nordosten
Braust der Märzwind über Land,
Und es bebt in ihren Pfosten
Meines Hauses Giebelwand. Weiterlesen

Übergänge 3

„Alles ist Übergang“. An dherbst_winter_dscf6060_rviesen Satz Michel de Montaignes (1533 – 1592) wurde ich erinnert, als ich die herbstlichen Blätter teilweise ganz, teilweise halb in die Eisschicht eines zugefrorenen Sees sah. Ist das eigentlich noch ein typisches Bild für den Herbst oder zeigt sich darin bereits der Winter? Die Frage ist schwer zu entscheiden. Auch der Kalender hilft nicht viel. Zwar befinden wir uns seit dem 1. Dezember meteorologisch bereits im Winter, aber astronomisch beginnt der Winter erst am 21. Dezember.
Wir befinden uns im Übergang, einer Zeit des „Schon“ oder des „Noch-nicht“. Übergänge sind spannend und haben schon immer Poeten, Künstler aber auch Naturwissenschaftler auf den Plan gerufen. Und man kann sich mit Christiaan L. Hart Nibbrig fragen, ob dieser Übergang „ein bloßes Bindemittel oder eine in sich ruhende Vereinigung (ist). Ein Ausgang oder ein Eingang, ein Anfang oder ein Ende? Ein A oder ein O?
Die Antwort fällt wie eine Münze in den Schlitz des Entweder-Oder, weil die Traumszene vorweg schon begrifflich ausgemünzt ist auf das gesagte Identitätsproblem hin“
(Nibbrig, Christiaan L. Hart: Übergänge. Versuch in sechs Anläufen).

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