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Vergänglich

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Der Mond verrostet nicht

Die rote Färbung lässt erahnen, was dereinst aus diesen im Moment noch stark wirkenden Eisenteilen werden wird – Rost, Staub, schließlich vom Wind verweht… Die Natur duldet keinen Stillstand, alles zerfällt und alles wird wieder neu. In größeren Zeiträumen betrachtet wird es keine Spuren von der menschlichen Zivilisation mehr geben. Was sind schon Millionen Jahre im Vergleich zum Alter der Erde?
Ganz anders ist es auf dem Mond. Wer sollte dort – außer vielleicht abgesehen von einem verirrten Kometen – irgendetwas verändern? Die ersten Menschen auf dem Mond fanden ihn so vor, wie er abgesehen von einigen Kratern in etwa seit seiner Entstehung ausgesehen hat. Die neuen menschlichen Spuren auf dem Mond wird so schnell keiner vernichten und es stellt sich die Frage, ob die Menschen nur deshalb auf den Mond wollten, um – vielleicht unbewusst – ihre Spuren – sogar im wortwörtlichen Sinn – zu hinterlassen. Denn dort ist alles ziemlich sicher vor Erosion und Korrosion.

Roter Mohn

Leuchtender! Die wilden Winde
übersteht dein Leuchten nicht,
aber leih’ mir, daß ich’s binde,
dein Erglüh
en zum Gedicht.

Nicht daß davon je geblieben
wär dein Bild, das Rot darin!
Immer, was wir herzlich lieben,
geht dahin, wie Rauch dahin.*

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Das Mohnblütenblatt ist eine erstaunliche Hervorbringung der Natur. Es entfaltet sich völlig zerknautscht aus der Knospe, ist dünner als Samtpapier, wiegt fast nichts, besteht aus fast nichts. Knäuelt und presst man es zwischen den Fingern zusammen, so hat man schließlich außer ein paar Tropfen roten Safts kaum etwas in den Händen. Trotzdem trotzt das entfaltete Blatt so manchen Winden, indem es kaum Widerstand leistet und sich den Luftströmungen ergibt. So gering wie seine Masse so kurz ist auch sein Dasein. Nach wenigen Tagen intensiven roten Leuchtens fallen die Blütenblätter ab und lassen eine ebenfalls schöne Samenkapsel zurück, in der sich die nächste „Lebensphase“ abspielt – Vorsorge für die kommende Klatschmohngeneration.
Manche Menschen verfallen dem Rot ebenso wie das Insekt auf dem Foto. Dennoch gilt es vielen wie auch der ebenso faszinierende Löwenzahn als Unkraut.


* Johannes Bobrowski (1917 – 1965)

Neuzeitliche Ruinen

Diese Reste eines der Dicke der Mauern nach zu urteilen imposanten Gebäudes gibt nicht nur einen Einblick in die Bauweise der Zeit vor dem 2. Weltkrieg, es ist auch ein modernes Vanitas-Symbol. Wie bei antiken Ruinen fallen auch hier insbesondere die bogenförmigen Fensterstürze auf, die durch ihre Stabilität Zeiten überdauern. Heinrich von Kleist hat einmal mit großer Anschaulichkeit die Stabilität darauf zurückgeführt, dass alles Steine gleichzeitig fallen und sich daher gegenseitig festkeilen und am Fall hindern.
Das Gebäude, das bereits stark von der Natur bedrängt wird (endlich mal die umgekehrte Richtung), entdeckte ich am Stadtrand von Danzig. Seine Geschichte konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

 

Rätselhafte Spuren

Weißt du, was schön ist, hier? Schau: wir gehen und lassen alle diese Abdrücke im Sand zurück, und sie bleiben bestehen, ganz deutlich und ordentlich. Aber wenn du morgen aufstehst, wirst du auf diesen großen Strand schauen, und nichts wird mehr da sein, kein Abdruck, kein anderes Zeichen, gar nichts. Das Meer löscht alles aus in der Nacht. Die Flut versteckt alles. Als wäre nie jemand hier entlanggegangen. Als hätten wir nie existiert. Wenn es einen Ort auf der Welt gibt, an dem du meinen könntest, du seiest nichts, dann ist es dieser Ort hier. Nicht mehr Land, noch nicht ganz Meer. Kein unechtes leben, kein echtes Leben. Es ist die Zeit. Zeit, die vergeht. Weiter nichts.* Weiterlesen

Vergängliche Zeit

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in der Schule 32/12 (1994).

Die Sanduhr ist nicht nur ein frühes Zeitmeßinstrument, sondern auch Symbol für die mit dem Ablauf der Zeit verbundene und durch den rieselnden Sand sichtbar vor Augen geführte Vergänglichkeit des Lebens und aller mit ihm verbundenen positiven und negativen Erlebnisse, denn…

PDF: Vergängliche Zeit

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