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Wachstum

Diese Schlagwort ist 14 Beiträgen zugeordnet

Liebesbotschaften an Bäumen

Auch wenn meiner Beobachtung nach der Brauch, Herzen und Innitalien in der Rinde eines Baumes zu schnitzen im Abklingen begriffen ist, entdeckt man sie doch immer mal wieder. Manche sind bereits uralt und man fragt sich zuweilen, ob es zu diesen Zeichen ewiger Liebe auch eine reale Entsprechung gibt .
Dieser alte Brauch wird auch in der Literatur immer wieder angesprochen und in literaturwissenschaftlichen Arbeiten diskutiert. Um zu zeigen, zu welch tiefschürfenden Untersuchungen diese meist als Spielerei jugendlicher Verliebter abgetane Tätigkeit führen kann, hier eine Passage aus einer wissenschaftlichen Arbeit: Weiterlesen

Die Stärke des weichen Pilzes – Langsamkeit

Der Durchbruch ist geschafft. Dieser Pilz hat sich durch die Erde hindurch gedrückt und dabei einige Erdschollen angehoben (siehe Foto). Die beim Wachstum entwickelte Kraft kann enorm sein. Denn mit einigen Tricks schafft er es auch durch härtere Schichten bis hin zu einer Asphaltdecke hindurchzukommen. Weiterlesen

Wandelpilz – vom Kreis zum Stern

Dieser Herbst scheint ein Pilzherbst zu sein. In einem Maße, wie ich es selten erlebt habe, kommen diese weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren gehörenden Wesen aus ihrer Deckung hervor und erfreuen viele Menschen entweder in ästhetischer oder kulinarischer Hinsicht. Weiterlesen

Ein Baum wie aus einem Traum

Bäume sind nicht nur schön, mächtig, grün und was man sonst noch alles an ihnen gut finden kann. Manchmal sind sie auch skurril. Das habe ich schon mehrfach in meinem Blog dokumentiert (z.B. hier und hier und hier und hier und hier). Aber der Baum auf diesem Foto übertrifft mit seiner Struktur alles, was ich in dieser Hinsicht gesehen habe. Wie diese Verwachsungen entstanden sind, in welcher Reihenfolge sich die einzelnen Stämme vereinigt haben, ist kaum noch zu rekonstruieren. Offenbar hat er auch den Förster so beeindruckt, dass der ihn hat stehenlassen. Denn holzwirtschaftlich dürfte er kaum einen Wert haben. Weiterlesen

Die Jahresringe spinnen

Das auf dem Foto dargestellte Motiv wurde zum Phänomen, als ich in der durch die Jahresringe hervorgerufenen Struktur eines Zaunpfahls eine Spinne und wahlweise ein originelles Spinnennetz zu sehen vermeinte. Diese Pareidolie drängte sich trotz der enormen Größendifferenz zwischen Holz und Spinne geradezu auf, obwohl ich bei etwas kritischer Betrachtung zugeben muss, dass diese Mustererkennung doch arg an der Realität vorbeigeht. Weiterlesen

Ein Baum hält einen Zaun im Zaum

Einem Baum ist wahrlich nicht in die Wiege gelegt, sich dereinst mit einem Zaun, einem menschlichen Produkt auseinanderzusetzen. Aber dazu herausgefordert agiert er in einer ganz bestimmten Weise. Er verleibt sich den sich seinem vertikalen Wachstum in den Weg stellenden Drahtzaun schlichtweg ein. Dabei war der Zaun zuerst da und das Samenkorn des Baums fiel vermutlich durch Zufall just an eine Stelle, die den Konflikt zwischen Natur und Technik unvermeidlich machen sollte. Weiterlesen

Ein Baum wie ein Alptraum

Auf einsamen Wanderungen entwickle ich oft ein inniges Verhältnis zu den Bäumen. Sie kommen mir in dem Maße entgegen wie ich ihnen begegne. Kein Wunder, dass mir das eine oder andere auffällt. Mal ist es ein interessanter Wuchs, mal sind es regelmäßige Muster an den Stämmen und wieder ein andermal ziehen sie aufgrund von Anomalien die Aufmerksamkeit auf sich. Einige dieser Anomalien in Form von Verwachsungen wurden bereits früher angesprochen (z.B. hier und hier und hier und hier und hier). Darunter befanden sich erstaunliche Strukturen, die man so kaum erwarten würde. Die im Foto dokumentierte Form einer multiplen Verwachsung ist jedoch so abwegig, dass man sie sich wohl nicht hätte ausdenken können. Es sieht so aus als hätte sich ein Baum zunächst in zwei etwa gleich große Stämme und einem etwas kleineren Ast verzweigt. Sodann wäre aus dem hinteren Stamm ein weiterer hervorgegangen, der sich in einiger Höhe mit dem vorderen Stamm vereinigt hätte. So ganz überzeugend sieht diese Deutung zwar nicht aus, aber die Alternative, dass sich umgekehrt der vordere Stamm verzweigt und nach unten wachsend mit dem hinteren vereinigt hätte, erscheint mir noch unwahrscheinlicher.
Diese merkwürdige Struktur hat zur Folge, dass der gemeinsame Stamm dicker ist als der Hauptstamm unterhalb der Verzweigung. Schaut man sich die beiden vermeintlich verwachsenen Stämme im Vordergrund genauer an, so gewinnt man andererseits den Eindruck, dass die Verwachsung nicht perfekt ist. Eine Narbe zwischen beiden deutet darauf hin, dass sie ihre Saftströme nach wie vor autonom regeln und nicht zugunsten eines einzigen Systems vereinigt hätten, wie es immer mal wieder zu beobachten ist.
Bei diesem – aus forstwirtschaftlicher Sicht – ebenso verkorksten wie – aus naturphänomenaler Sicht – spektakulären Baum handelt es sich um eine Buche. Und Buchen sind bekannt für Verwachsungen (siehe obige Verweise). Aber der vorliegende Fall ist schon eine Nummer für sich.
Ich habe mir gemerkt, wo der Baum ansässig ist bzw. war. Als ich ihn mit einigen Fragen im Hinterkopf erneut besuchte, war er nicht mehr vorhanden. Er ist Forstarbeiten zum Opfer gefallen. Ich befürchte, dass man daraus Kaminholz gemacht und nicht versucht hat, dieses seltene Naturkunstwerk als Ausstellungsstück zu bewahren.

Kristalle – Atomstrukturen ins Sichtbare vergrößert

Das Wunderbare an den Kristallen ist das Netz der Atome, das sich immerfort wiederholt; das war es, was Vug nicht begreifen wollte. Was ihr gefiel, war – ich merkte es bald-, an den Kristallen winzige Differenzen, Unregelmäßigkeiten, Unvollkommenheiten zu entdecken.
Was zählt schon ein Atom außer der Reihe, eine leicht angestoßene Kante… bei einem Festkörper, der zu unbegrenztem Wachstum nach einem regelmäßigen Schema bestimmt ist? Die Entwicklung geht zum einheitlichen Kristall, zum Riesenkristall.*

Wer sich über den physikalischen Hintergrund der Raureifbildung informieren möchte, kann dies in früheren Beiträgen tun, in denen ich zumindest einige grobe Hinweise gebe (z.B. hier und hier).

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Vorboten des Frühlings

Als ich gestern Morgen aus dem Fenster blickte und die Lämmerschwänzchen der Haselnuss im spärlichen Licht der noch tief stehenden Sonne geradezu wie aus sich selbst heraus leuchten sah, wurde mir bewusst, dass sich die Pflanze für die Blüte eine ganz schön ungemütliche Zeit ausgesucht hat. Weiterlesen

Platz ist in der kleinsten Spalte…

… so könnte man einen bekannten Ausspruch varrieren, wenn man sieht wie aus der schmalen Felsspalte eine „Hütte“ für neues Leben hervorgeht: Ein in die Spalte geratenes Samenkorn hat Wurzeln nach unten und Blätter nach oben entwickelt und richtet nunmehr als kleine Pflanze alle Ausbreitungsbemühungen in Längsrichtung aus. Weiterlesen

Wenn Bäume sich zu nahe kommen…

Zusammenwachsende Bäume haben es mir in der letzten Zeit angetan. Ich habe kürzlich dazu ein Bild gezeigt, bei dem ein Baum wie das Rohr eines alten Ofens in die Wand in einen anderen Baum einmündete. In der Absicht, mir diesen Doppelbaum noch einmal genauer anzusehen, versuchte ich ihn wiederzufinden. Aber das Sprichwort, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, traf in der Variante zu, dass ich vor lauter anderen Bäumen diesen einen nicht wiederfand. Aber die Suche hat sich dennoch gelohnt. Denn wie ein Wunder traf ich einen anderen Baum an, in dem eine Vorstufe der gezeigten Vereinigung zu sehen ist. Weiterlesen

Wenn es eng wird, wächst man zusammen.

Vor längerer Zeit las ich in dem Roman „Adam Bede“ Baum_DSC0080a.jpgvon George Eliot (1819 – 1880) eine Passage, in der jemand einen bzw. zwei Buchen vor sich hat und darüber spekuliert, ob es nun einer oder zwei Bäume seien. Ich zitiere die Stelle, weil ich mehrfach vor einer ähnlichen Situation stand, bis ich schließlich eine Kamera dabei hatte, um derartige „Begegnungen“ mit den Wundern der Natur, soweit es eben möglich ist, fotografisch zu dokumentieren: Weiterlesen

Zum Licht

Nur nicht im DunkelZumLicht
Schmählich erschlaffen!
Im Lichtgefunkel
Leben und schaffen.
Nur im Verstecke
Nicht müd’ versiechen,
Kränkeln und kriechen —
Nur das nicht!
Richte und recke
Auf dich zum Licht!

Siegende Sonne
Hellt dir die Brust,
Wogende Wonne
Wird dir bewußt,
Unter der Decke
Ängstlicher Kleinheit
Wärmt sich — Gemeinheit;
Nur das nicht!
Richte und recke
Auf dich zum Licht! Weiterlesen

Besser gemeinsam als gegeneinander

Zusammenwachsende-BäumeIch stelle mir die Situation so vor. Zwei Samenkörner wachsen erfolgreich in nächster Nachbarschaft zu kleinen Bäumchen auf. Zunächst stören sie sich noch nicht. Je größer sie werden, desto näher kommen sie sich und berühren sich schließlich. Es kommt zu Reibereien. Dabei wird die Rinde durchgescheuert und die Leitungsbahnen der Äste geraten in Kontakt und verbinden sich miteinander. Sie wachsen schließlich zusammen und einer der Bäume – in diesem Fall der kleinere – gibt seine Individualität als Baum mit allem was dazu gehört auf. Er stellt seine Aktivitäten in Form von Saftströmen, die seine Wurzeln aus dem Boden ziehen, dem größeren Baum voll zur Verfügung. Er verliert seine eigenen Zweige und Blätter, die Wunden verheilen und lassen schließlich das hier zu bestaunende Ergebnis zurück.
Es mag sich vielleicht anders zugetragen haben, aber Fakt ist, dass beide Stämme, der große und der kleine gesund und vital aussehen, nur dass der kleinere keine eigene Krone mehr hat.

 

mehr konkurrieren sie um Raum. Schließlich gibt der etwas Zurückgebliebene von beiden (der Klügere?) auf und schließt sich – wie auch immer – dem erfolgreicheren Partner an. Wie anders könnte man die Situation deuten? In beiden Stämmen ist Leben. Offenbar tragen beide mit ihren getrennten Wurzelwerken zur Wasser und Nährstoffzufuhr bei. Hat schon jemand von einem so kuriosen Zusammenspiel gehört?

Eine andere Möglichkeit, die enge Nachbarschaft kreativ zu gestalten, haben die beiden in einem früheren Beitrag dargestellten Bäume gewählt: Honi soit qui mal y pense.

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