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Weg

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Breitwegerich auf schmalem Weg

Mitten auf dem Weg macht sich der Breitwegerich breit und damit seinem Namen alle Ehre. Bei der Namensgebung hatte man vermutlich eher an einem Feldweg gedacht als an eine Asphaltstraße. Das zeigt sich auch darin, dass sich der Wegerich einige Blessuren eingeholt hat. Vermutlich von den bösen Radfahrern, denn da er sich wohlweißlich die Mitte der Straße ausgesucht hat, können alle Zweispurer ihm nichts anhaben, dazu ist die Straße zu schmal. Oder zeigt sich in der Ramponiertheit der Pflanze gar keine äußere Verletzung sondern Mangelernährung? Darüber kann man nur spekulieren.
Wie es den Pflanzen gelingt, auch auf oder besser in der Straße Fuß zu fassen, wurde bereits in einem früheren Beitrag beschrieben.

Wege 17: Das Ziel verschwindet, wenn es erreicht ist

Unsre Fragen an die Gottheit sind es, die uns reicher machen, nicht die spärlichen Antworten, die uns zuteil werden. Die Sehnsucht ist es, die unsere Seele nährt und nicht die Erfüllung; und der Sinn unseres Lebens ist der Weg und nicht das Ziel. Denn jede Antwort ist trügerisch, jede Erfüllung zerfließt uns unter den Händen, und das Ziel ist keines mehr, sobald es erreicht wurde.*


* Arthur Schnitzler. Ohne Maske. München 1992

 

Wege 15: Seinen Weg verfolgen

Wer von uns kann, wenn er sich auf seinem Wege umdreht,
auf dem es keine Rückkehr gibt, sagen, er habe ihn verfolgt,
wie er ihn verfolgt haben mußte?

Fernando Pessoa. Das Buch der Unruhe. Frankfurt 1987

Zum Glück gibt es ganz reale Wege, die aus der passenden Perspektive auch noch schön aussehen und nicht nur die Rückkehr ermöglichen, sondern auch viele Möglichkeiten eröffnen, sein Ziel zu erreichen.

Das ganze Universum in einem Stein

Wunder-oder-Hindernis„Jedes Ding ist, je nachdem, wie man es betrachtet, ein Wunder oder ein Hindernis, ein Alles oder ein Nichts, ein Weg oder eine Sorge. Es auf immer verschiedene Weise betrachten heißt, es erneuern und durch sich selbst vervielfältigen. Deshalb hat der kontemplative Geist, der nie aus seinem Dorf herausgekommen ist, gleichwohl das ganze Universum zu seiner Verfügung. In einer Zelle oder in einer Wüste liegt das Unendliche beschlossen. Auf einem Stein schläft man kosmisch.
Es gibt jedoch Augenblicke der Meditation – und sie ereilen alle diejenigen, die meditieren -, wo alles als verbraucht, als alt, als schon dagewesen erscheint, selbst wenn uns sein Anblick noch bevorsteht. Denn so sehr wir auch über etwas nachdenken und es beim Nachdenken verwandeln, nie werden wir es in etwas verwandeln, was nicht die Substanz unseres Nachdenkens sei“.
Pessoa, Fernando; Das Buch der Unruhe. Frankfurt 1987

Wege 7: Wo geht es lang?

Wege-7-Warum-bin-ich-hierIch und mein Leben, die immer wiederkehrenden Fragen, der endlose Zug der Ungläubigen, die Städte voller Narren. Wozu bin ich? Wozu nutzt dieses Leben? Die Antwort: Damit du hier bist. Damit das Leben nicht zu Ende geht, deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weitergeht und du deinen Vers dazu beitragen kannst.

Walt Whitman (1818 – 1882)

Wege 6: Der richtige Weg

Widerspruch-Wege-4Wenn mehrere Wahrheiten einleuchtend sind und sich unbedingt widersprechen, bleibt dir nichts anderes übrig, als deine Sprache zu wechseln.

Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste

Wege 4: 3D-Ameisenstraße

AmeisenstraßeAmeisen scheinen eines mit dem Menschen gemeinsam zu haben. Sie fallen durch belebte Wege auf. Wo immer man Ameisen entdeckt, sind sie auf einem meist mehrspurigen Weg unterwegs. Es erinnert stark an Autobahnen, die man von Flugzeug aus oder aus einem Hochhaus sieht. Der Ameisenverkehr erinnert in mancher Hinsicht an den Autoverkehr in manchen asiatischen Ländern: Die äußerlich chaotisch wirkende Fortbewegung läuft erstaunlich reibungslos und effektiv ab. Das scheinen neueste Forschungsergebnisse zu bestätigen, wonach es beispielsweise in gefährlichen Situationen mit  großem Andrang schneller gehe, den Ort in chaotischer als in geordneter Weise zu verlassen. Den Ameisen scheint es in der Tat auf Effektivität und optimales Vorankommen gelegen zu sein. So haben sie auch keine Probleme damit, vom Menschen zu ganz anderen Zwecken errichtete Artefakte in ihr Wegesystem zu integrieren. Weiterlesen

Wege 2: Der Weg, ein Lob des Raumes

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„Der Weg: ein Streifen Erde, den man zu Fuß begeht. Die Straße unterscheidet sich vom Weg nicht nur dadurch, daß man sie mit dem Auto befährt, sondern auch dadurch, daß sie nur eine Linie ist, die zwei Punkte miteinander verbindet … Weiterlesen

Wege 1: Der Weg ist das Ziel

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Mir kommen die Wege, auf denen die Menschen zur Erkenntnis gelangen,
fast ebenso bewunderungswürdig vor wie die Natur der Dinge selbst
Johannes Kepler Weiterlesen

…weiß man denn jemals, wohin man geht?

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in der Schule 34/7,8, 278 (1996).

Als König Ödipus das ihm aus einer Prophezeiung zugeflossene Wissen um sein Schicksal ausnutzen wollte, um eben diesem Schicksal zu entgehen, erfüllte er es erst recht. Ödipus konnte seinem Schicksal nicht entgehen, weil ihm nur zustieß, „was ihm das Schicksal bestimmt und die mächtigen Spinnerinnen ihm bei seiner Geburt in den werdenden Faden gesponnen“ hatten (Homer). Voraussicht bietet demnach keine Möglichkeit, den Gang der Weltzu beeinflussen: „Was nämlich jeder voraussieht lange genug, dennoch geschieht es am End: Blödsinn, der nimmer zu löschende jetzt Schicksal genannt“. Zu diesem Schluß kommt Max Frisch in seinem Stück . Biedermann und die Brandstifter. (Spinnrad)

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