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Wolken

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Da kommt was auf uns zu…

Zum Glück ist ein Zaun dazwischen, der das Schlimmste zu verhindern verspricht.
Aber so gefährlich wie die Situation aussieht, ist es gar nicht. Die bedrohlich wirkende Schwärze der Wolke kommt dadurch zustande, dass sie viel niedriger und kompakter ist als die hochstehenden Wolken im Hintergrund. Weiterlesen

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Silberstreifen am Horizont

In diesen dunklen Zeiten kann ein Silberstreifen am Horizont wahrlich erhellend und aufhellend sein. Das gilt im tatsächlichen wie im übertragenen Sinne.

Es war Gustav Stresemann (1878 -1929), der 1924 in einer Rede zu den damals noch akuten Reparationsverhandlungen zum 1. Weltkrieg diese eindringliche Metapher prägte. Wörtlich sprach er von einem: „Silberstreifen an dem sonst düsteren Horizont“.[1]

Auf dem Foto sieht man in einer Situation in der der Himmel von dunklen Wolken bedeckt ist eine Wolkenlücke, die den Blick auf eine dünnere von der Sonne aufgehellte Wolkenschicht erlaubt. Die Aufhellung war allerdings nur kurze Zeit zu sehen; kurz nach dem Fotografieren versank wieder alles im trostlosen Dunkel.

Der Mond in den Wolken

Goldmond brennt auf am Festungsturm; in Märchenfernen reist ein Sturm, zaust und zaubert. Ich trage Krüge weinbelaubt; der Wein schwatzt innen laut. Mond reitet na mit Söldnerstern: das rasche Heer verbirgt sich gern hoch in Wolken. Die wilde Wolkeninsel steht mit Pässen, die kein Mensch begeht, und schroffen Silberklippen. Mond landet im Wacholdermeer; die kleine Stadt schläft hell und leer hoch im Bergland. Ich steige leicht wie Wind empor, zum Wolkenwald durch Wolkentor; weiß nicht, wie meine Spur verlor. Ich wandre mit der Wolke. – –* Weiterlesen

Zwei Aggregatzustände in Weiß

Auf einem Flug über Spanien/Portugal. Seit mehr als einer Stunde nur Wolken. Darüber die gleißend helle Sonne. Die in einem satten Weiß reflektierenden Wolken sind auch nicht viel besser. Man muss schon eine Sonnenbrille aufsetzen, um dem überbordenden Ansturm des weißen Lichts problemlos standhalten zu können.
Dann plötzlich dieses Bild. Berge, die aus der offenbar niedrigen Wolkendecke herausragen (siehe unteres Foto). Und zu meiner großen Überraschung sind sie schneebedeckt. Die Sierra Nevada kann es nicht sein, denn wir befinden uns viel weiter westlich. Offenbar ist es einfach so kalt, dass der Schnee hier eine Zeit lang liegenbleibt. Weiterlesen

Sonnenuntergänge – zwischen Naturphänomen und Poesie

Die Sonne war prachtvoll untergegangen, und das schönste Abendrot zog lieblich hintennach. »Wenn ich ein Landschaftsmaler wäre,« rief Demetri, »ich malte ein ganzes Jahr weiter nichts als Lüfte, und besonders Sonnenuntergänge. Welch ein Zauber, welche unendliche Melodien von Licht und Dunkel, und Wolkenformen und heiterm Blau! Es ist die Poesie der Natur. Gebirge, Schlösser, Paläste, Lusthaine, immer neue Feuerwerke von Lichtstrahlen, Riesen, Krieg und Streit, flammende Schweife wechseln mit neuen Reizen ab, wenn das Gestirn des Tages in Brand und Gluten untersinkt. Aber leider mit eurem Licht in der Malerei sieht es übel aus!«
»Und was man davon malen kann,« fuhr ich fort, »dauert nur wenig Momente; die glücklichste Phantasie und Empfindung gehört dazu, es aufzubewahren,
nach Hause zu tragen, und wunderbare Kunst, es täuschend langsam hinzupinseln.«

Heinse: Ardinghello und die glückseligen Inseln. Stuttgart 1986

Inverse Lichtsäule in der Abenddämmerung

Dort wo die Sonne im Begriff ist unterzugehen erhebt sich eine mächtige dunkle Säule. Sie erinnert an eine Lichtsäule, die manchmal oberhalb der Sonne erscheint. Vielleicht ist es ja eine von einer dunklen Hülle umgebene Lichtsäule. Schaut man sich das obere Ende an, so scheint das Sonnenlicht dort herauszustrahlen ;). Weiterlesen

Himmelsschauspiel während einer Bahnfahrt

Auf einer Bahnfahrt in den Abendstunden bot sich mir während zwei Stunden ein faszinierendes Schauspiel am westlichen Abendhimmel dar. Zunächst traten erste Zirren auf; teilweise gingen sie aus Kondensstreifen von Flugzeugen hervor. Dann tauchte die Sonne, die es plötzlich mit dem Untergehen sehr eilig zu haben schien, in diese Bewölkung ein und machte die Betrachtung wesentlich angenehmer. Sie war aber nicht allein, zu beiden Seiten zog sie im selben Abstand zwei Nebensonnen mit sich herab. Es sah aus als würde sie diese an der Leine führen. Im angloamerikanischen Sprachraum ist daher auch von sundogs, Sonnenhunden, die Rede.
Während der Fahrt, boten die Nebensonnen ständig wechselnde Anblicke. Die rasante Entwicklung der Zirrusbewölkung ließ sie in immer neuen Gewändern erscheinen sowohl was die Form als auch die Farbe betrifft.
Eine zusätzlicher Reiz, der der Betrachtung auch noch den Charakter eines Versteckspiels verlieh, bestand in der Dynamik meines Beobachtungpostens. Denn dieser war meist nicht in Ruhe, sondern in rasanter Bewegung, mit der folgenden Konsequenz: Je tiefer dieses „Sonnensystem“ sank, desto mehr verschwand es in nicht voraussehbarer Weise hinter Bäumen, Sträuchern und Gebäuden, um plötzlich mehr oder weniger stark verändert wieder aufzutauchen. Manchmal wurde der Anblick durch semitransparente Bäume optisch gesiebt; dann sah man durch diese natürlichen Siebe hindurch farbige Lichtfetzen huschen, die sich kurz danach wieder zu einer imposanten Himmelserscheinung aufrichteten.
Die Zeit verging wie im Fluge und war mehr als ein Ersatz für die vergessene Reiselektüre.

Wer sich dafür interessiert, wie es zu der Naturerscheinung der Nebensonnen kommt, erhält hier eine kurze Information. Häufig verfangen sich die Nebensonnen auch in Kondensstreifen von Flugzeugen.

Der Abend wechselt langsam die Gewänder

Die Wolken werden noch vom farbigen Licht des Sonnenuntergangs beleuchtet, obwohl die Urheberin der Beleuchtung, die Sonne, bereits untergegangen ist. Sie ist – geozentrisch gesprochen – bereits so tief gesunken, dass ihr Licht nicht mehr direkt zu uns vordringt. Nur die hochstehenden Wolken werden noch erreicht und reflektieren diffus das zu Dämmerungsfarben „herabgefilterte“ gelb-orangene Licht in unsere Augen (oberes Foto). Und einige Wolken liegen – entgegen dem Augenschein – so tief, dass sie bereits einen dunklen, lichtarmen Ton angenommen haben. Weiterlesen

Glühender Wolkenrand

Auch wenn die Sonnenuntergänge in den letzten Tagen meist durch Wolken verstellt werden, kann man sich an den Projektionen des Sonnenlichts an den Wolken in ihren unterschiedlichen Ausprägungen erfreuen. Gestern dominierte der blendend helle fraktale Rand einer ganzen Wolkenfront das Geschehen, die vor der gleichfalls absinkenden Sonne emporkam. Eine Zeit lang sah es so aus als orientierte sich die Natur mit dieser glühenden Linie an dem alten Zaun der Pferdekoppel. Dieser wurde dadurch gleichsam in einen kosmischen Zusammenhang gestellt.

Rätselfoto des Monats April 2018


Was spielt sich hier ab? Weiterlesen

Florale Wolken

am Himmel
Windweben

Arno Schmidt (1914 – 1979) Zettels Traum

Es ist als strebten die Wolken himmelwärts und würden die fest auf der Erde wachsende Pflanzen nachahmen. Es ist vor allem die florale Strukturierung der Cirren, die diesen Gedanken nahelegt.

Ursache für diese einheitliche Strukturierung der hochliegenden Cirrusbewölkung ist starker Wind der die Wolken aus einer Richtung kommend traktiert. Alles andere ist eine perspektivische Täuschung.

Wir leben in einem Spiegelkerker

Vielheit_rvDer Mensch ist ein in einem Spiegelkerker Gefangener.

Christan Morgenstern (1871 – 1914) Weiterlesen

Brandwolken allerorten

Sie stehen, und schauen der fernen Brandwolke zu : wie die sich verfärbt=verformt ; weiß wird, und nach der Seite ausbricht ; wieder neu ansteigt (grau!) – Kopfschütteln

Arno Schmidt. Abend mit Goldrand. Frankfurt 1975, S. 6

Siehst du das Kamel?

wolkenbilderraetsel_68bHamlet: Seht Ihr die Wolke dort,
beinah in Gestalt eines Kamels?
Plonius: Beim Himmel, sie sieht auch
wirklich aus wie ein Kamel.
Hamlet: Mich dünkt, sie sieht aus wie
ein Wiesel.
Polonius: Sie hat einen Rücken wie
ein Wiesel.
Hamlet: Oder wie ein Walfisch?
Polonius: Ganz wie ein Walfisch.

William Shakespeare (1564 – 1616)

Wolkenbilderrätsel

wolken_jetwinde019Der blaue Himmel ist blau.
Damit ist alles gesagt
über den blauen Himmel.

Dagegen diese fliegenden Bilderrätsel  –
obwohl die Lösung immerfort wechselt,
kann sie ein jeder entziffern. Weiterlesen

Vom bewegenden und bremsenden Wind

wolken_windkraft_dsc01396a_rvEin Radler setzt die Luft in Bewegung, indem er sie verdrängt. Das ist anstrengend und kostet Energie. In der Windkraftanlage passiert das Umgekehrte. Der Wind, der nach oben hin stärker wird, verdrängt die angeströmten Rotoren zur Seite, die allerdings immer wieder nachrücken und dadurch in Bewegung bleiben. Diese dadurch vom Wind auf die Rotoren übertragene Bewegungsenergie wird durch einen Generator in elektrische Energie verwandelt, die ihrerseits durch ein Leitungsnetz auf viele Verbraucher verteilt und für tausend Hilfsfunktionen genutzt wird. Weiterlesen

Krumme Spuren eines geraden Fluges

kondensstreifen_dscf2757aEin Flugzeug durchquert das rechte obere Fensterquadrat und merkt nicht, daß seine Flugbahn und die Spur, die es am Himmel hinterläßt, von dem unregelmäßigen alten Glas zu einer wackligen Schlangenlinie verzogen werden.
Aus: Anne Weber. Besuch bei Zerberus  2004. Weiterlesen

Eine semitransparente Wolkengardine

wolkengardine_dsc08617So würde ich das Phänomen benennen, wenn ich mich kurz fassen müsste. Jedenfalls wurde ich vor ein paar Tagen an eine Gardine erinnert, als ich am Schreibtisch vor dem gardinenfreien Fenster sitzend  zunächst nur aus dem Augenwinkel dann aber mit voller Aufmerksamkeit erlebte, wie die hellen – meiner Einschätzung nach – Altocumulus-Wolken ganz langsam von einer weitgehend durchsichtigen, dunkelgrauen Wolkenschicht überzogen wurden. Die ursprüngliche flockige Struktur war weiterhin deutlich durch die graue Gardine hindurch zu erkennen.
So etwas habe ich vorher nicht gesehen, sondern nur vollständige Bedeckungen erlebt. Später zog sich dann der ganze Himmel zu. Am nächsten Tag schneite es.

Merkwürdig! Dazu fällt mir ein Satz von Lichtenberg ein:

Die Form der Wolken war dieses Jahr so außerordentlich merkwürdig,
daß selbst Leute nach dem Himmel sahen,
die sonst nur hinsehen,
wenn sie eine Pension von dort erbitten wollen.

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)

Windweben

Windwebenam Himmel
Windweben

Arno Schmidt (1914 – 1979) Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (27) – Gestreifte Sonne

gestreifte-Sonne1Sonnenuntergänge vom Flugzeug aus gesehen sind stets etwas Besonderes. Je höher man fliegt, desto weiter ist der Horizont entfernt und desto länger kann man die Sonne sehen. Wenn man über den Wolken fliegt, kann der Sonnenuntergang besonders interessant sein.
Im vorliegenden Fall erlebte ich den Sonnenuntergang von oberhalb einer dichten Wolkendecke, hinter der die Sonne verschwand. Als anschließend die Wolkendecke löchriger wurde, trat sie jedoch erneut in Erscheinung, indem sie durch die Wolkenlöcher hindurch schien und die Ränder in intensive Rottöne tauchte. Weiterlesen

Nicht zu übersehehen, der Pico del Teide

El-Teide-ragt-durch-die-WolAuf welcher der Kanarischen Inseln man sich auch befinden mag, dominierend bleibt der höchste Berg Spaniens, der Pico del Teide (3718 m über dem Meeresspiegel) auf der Insel Teneriffa. Geht man vom Meeresboden aus, so ist der Teide sogar  7.500 Meter hoch und damit der dritthöchste Inselvulkan der Erde. Aber er ragt nicht nur über den Meeresspiegel, sondern in den meisten Fällen auch noch über die Wolken, die ihn nicht selten einhüllen.
Auf dem Fluge nach La Palma, im Vorbeiflug an Teneriffa bot sich mir der im nebenstehenden Foto festgehaltene Anblick. Weiterlesen

Im Jahr des Lichts (19) – Ein doppelter Sonnenuntergang

Doppelter-SonnenuntergangVor einigen Tagen konnte ich den Sonnenuntergang zweimal hintereinander erleben. Eine Momentaufnahme von diesem Szenario ist in dem nebenstehenden Foto zu sehen ist. Die Sonne verschwindet zunächst hinter einer Wolkendecke und schickt einige eindrucksvolle Dämmerungsstrahlen über den leicht bedeckten Himmel. Diese scheinbaren – und scheinbar divergenten – Strahlen kommen dadurch zustande, dass der größte Teil des Sonnenlichts durch die Wolken blockiert wird. Weiterlesen

Der in den Wolken wohnt

IMG_9856bWer guckt denn da? Ich war ziemlich überrascht als ich bei der Betrachtung der Wolkenbilder ein Gesicht zu sehen glaubte. Eine Pareidolie? (siehe z.B.: 1, 2, 3). Das hier ist realer. Es kann nicht das Produkt des gestaltsuchenden und -bildenden Auges sein, wie es oft wie aus heiterem Himmel auftaucht, wenn man in mehr oder weniger amorphe Gebilde eine Struktur zu bringen versucht. So war es etwa als ich den Philosophen Schopenhauer in den Cirren zu sehen glaubte. Im vorliegenden Fall hatte ich Wolken fotografiert und zwar als Beifahrer im Rückspiegel eines Autos und war durch Spiegelung selbst ins Bild geraten. Dass nur die dunkleren Wolken einen geeigneten Hintergrund für eine Spiegelung abgeben und nicht der heitere, blaue Himmel, liegt daran, dass das vom Himmel ausgehende Licht das vom Gesicht ausgehende Licht überstrahlt. Der Himmel ist offenbar heller als das Gesicht. Letztlich ist aber das Himmelslicht als gestreutes Sonnenlicht auch die Quelle für das vom Gesicht sekundär gestreute Licht.

Physik von Wolken und Bäumen

Wolken und BäumeNaturwissenschaftler interessierten sich früher nicht für Fragen, wie Kinder sie stellen. Weiterlesen

Schattentheater am Himmel

SchattentheaterSchlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft 5 (2009), S. 33

Damit sich Licht- und Schattenstraßen über das abendliche Firmament erstrecken, bedarf es tief liegender Wolken und vieler Wassertröpfchen als »Leinwand«

Ohne den Staub, worin er aufleuchtet,
wäre der Sonnenstrahl nicht sichtbar.
André Gide (1869 – 1951)

„Das Meer wird süß, wenn es gen Himmel steigt“ – Das Wetter aus physikalischer Sicht

Schlichting, H. Joachim. In: Physik in der Schule 36/12, 416-426 (1998).

„Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zu mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankungen. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den
astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913“ /1/ Mit diesen Worten beginnt Robert Musil seinen berühmten Roman: Der Mann ohne Eigenschaften. Kann man die Diskrepanz zwischen der unmittelbaren Erfahrung des Wetters und seiner wissenschaftlichen Beschreibung besser zum Ausdruck bringen?

PDF: „Das Meer wird süß, wenn es gen Himmel steigt“ – Das Wetter aus physikalischer Sicht

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