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Zylinder

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Hochhäuser als Zylinderspiegel

Die beiden „Bettentürme“ des Universitätsklinikums in Münster sind zylinderförmig. Blickt man von dem einen zum anderen Turm, so stellt man fest, dass der eigene Turm im gegenüberliegenden wie durch eine konvexe Zylinderlinse abgebildet wird. Daraus kann man schon einmal schließen, dass die Scheiben gekrümmt sein müssen und nicht ein durch ebene Scheiben gebildetes Polygon darstellen, was bei einem so großen Umfang durchaus denkbar gewesen wäre.
Interessanterweise haben die einzelnen Scheiben eine stärkere Krümmung als der Turm als Ganzes. Das sieht man daran, dass jede Scheibe den ganzen gegenüberliegenden Turm abbildet. Man sieht das vollständige Bild des eigenen Turms nur in der direkt gegenüberliegenden Scheibe und nur die beiden angrenzenden Scheiben zeigen noch ein leicht seitlich verschobenes Bild eines Teils des Turms. Die übrigen Scheiben bilden aus dieser Position andere Teile der Umgebung ab.
An der kissenartigen Verzerrung der Abbildungen ist übrigens zu erkennen, die die äußeren Scheiben nicht perfekt zylinderförmig sind.
Ob mit der Krümmung der Scheiben neben ästhetischen auch praktische Aspekte beabsichtigt sind, ist mir nicht bekannt. Rein physikalisch gesehen wäre denkbar, dass konvexe (nach außen gekrümmte) Scheiben Windlasten besser kompensieren als flache Scheiben.

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Farbenpracht zum 4. Advent durch einen Blick in die Röhre

In die Röhre zu blicken ist gemeinhin negativ konnotiert. Mit dem heutigen Foto zeige ich ein Beispiel, in dem das nicht so ist. Wir blicken in eine Röhre an deren entgegengesetzten Ende sich eine Blume befindet. Da die Röhre innen verspiegelt ist – sie besteht aus einer zusammengerollten Spiegelfolie – wird das von der Blume ausgehende Licht an der inneren Wandung der Röhre gespiegelt, und die Spiegelungen werden wieder gespiegelt und so fort.
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Ich blicke in die Röhre

„In die Röhre zu schauen“ ist heute weitgehend negativ konnotiert im Sinne von „leer ausgehen“. Geht man weiter in die Geschichte zurück, so hat die Röhre in Form des Fernrohres jedoch eine eher positive Entwicklung hinter sich. Das beginnt bereits vor der Zeit, als das Rohr mit Linsen ausgestattet wurde und zu einer enormen Steigerung des Sehvermögens geführt hat. Weiterlesen

Anamorphose auf einer Tasse

Museumsshops bieten manchmal originelle Designobjekte an, die wie in diesem Fall auch noch praktisch sind. Aus dieser Tasse kann man wirklich trinken. Das besondere daran ist aber, dass die Tasse ein über die gesamte Fläche der Untertasse verzerrtes Gemälde à la Gauguin in eine normale Form transformiert. Sie tut das dank der Verspiegelung der zylindrischen Tasse. Ein solches verzerrtes Bild nennt man Anamorphose (von: altgriechisch ἀναμόρφωσις anamorphosis = die Umformung). Weiterlesen

Tropfende Abbilder

Die schöne Stadt Bern hat zahlreiche Brunnen. Ich bin immer wieder von den Wasserskulpturen und Spiegelungen der Umgebung in den Wasserbecken und -strahlen fasziniert. Diesmal wird mein Blick auf einen winzigen Nebenschauplatz gelenkt. Neben dem normalen mächtigen Wasserstrahl fallen in regelmäßigem Rhythmus Tropfen vom Wasserhahn ab: Ein winziger „fehlgeleiteter“ Wasserstrom sammelt sich in einem durch die Oberflächenspannung gehaltenen „Säckchen“, das immer dann als Tropfen ins Becken fällt, wenn die Gewichtskraft infolge der zuströmenden Wassermasse größer wird als die Adhäsionskraft, mit der es am Rande des Wasserhahns fixiert ist. Weiterlesen

Bild und Form

Eigentlich wollte ich nur ein Glas Stilles Wasser trinken, um den Durst zu stillen. Dabei stand ich vor dem Fenster und blickte durch das gefüllte Weinglas auf das gegenüberliegende Nachbarhaus. Obwohl ich theoretisch wusste, dass runde bauchige Gläser die Gegenstände, auf die man durch sie hindurch blickt, auf dem Kopf stehend abbilden, war ich zugegeben etwas überrascht, das Haus sowohl auf dem Kopf stehend als auch aufrecht abgebildet vorzufinden. Bei genauerer Betrachtung des Glases wird jedoch klar, dass das Glas nicht nur einen kugelförmigen Teil hat, sondern im obigen Bereich auch einen zylindrischen. Letzterem entspricht die aufrechte Abbildung, bei der nur die Seiten vertauscht erscheinen.
Interessant ist hierbei auch, wie die Natur den Übergang zwischen den beiden unvereinbaren „Welten“ hinkriegt: Die Pflasterungen des einen Bildes nähern sich zunächst der des anderen. Dann gehen sie durch eine monochrome Unendlichkeit und finden sich schließlich in der Antipodenversion in der jeweiligen anderen Welt wieder.

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