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Didaktik, Geschichte, Wissenschaftstheorie, Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur

Der Summstein im Botanischen Garten

In manchen Parkanlagen, die dazu angetan sind die Sinnenwahrnehmung zu fördern, findet man zuweilen den sogenannten Summstein. Der hier abgebildete Stein befindet sich im Botanischen Garten der Universität Münster. Die Idee zu solchen meist auch künstlerisch anspruchsvollen Objekten stammt vor allem von Hugo Kükelhaus (1900 -1984). Er hat in sogenannten Erfahrungsfeldern zur Entfaltung der Sinne Erlebnisausstellungen realisiert, in denen durch aktive Teilnahme (Experimentieren und Erforschen) die Besucher*Innen eingeladen sind, ihre Sinne schärfen und anregen lassen.
Eine Tafel neben dem Summstein erklärt, wie man mit ihm umgehen sollte.
Hier der Text:
Stecke Deinen Kopf in die Höhlung des Summsteins und summe so stark (am besten in einer tiefen Tonlage), dass das Summen in ein leichtes Dröhnen übergeht.
Dieses „Dröhnen“ wir als eine den ganzen Körper ergreifende, wohltuende Vibration empfunden. Ihre Wirkungsweise ist mit der des Echohörens verwandt.
Man entdeckt, dass die Stimme nicht nur dem Informationsaustaustauch dient, sondern als Schwingungsorgan den ganzen Organismus belebt.

Die beim Summen in dem begrenzten Hohlraum des Steins ausgesendeten Schallwellen werden an den Wänden reflektiert. Wenn man durch Variation der Stimmlagen beim Summen die akustischen Frequenzen findet, die zur Resonanz mit den reflektierten Wellen geraten, lässt sich der Ton verstärken. Dabei gelingt es, diese Schwingungen auf den eigenen Körper zu übertragen. Das dabei ausgelöste Gefühl wird oft als stimulierend bis euphorisierend empfunden.

Diskussionen

10 Gedanken zu “Der Summstein im Botanischen Garten

  1. Das Akustische hat offenbar einen niedrigeren Rang als das Optische.
    Ich kann mich zwar an zwei Experimente im Bremener Sciencecenter erinnern,aber diese schienen nicht sehr eindrucksvoll.

    Verfasst von kopfundgestalt | 28. März 2022, 08:44
  2. Kükelhaus war in Sachen Tonerzeugung und Klangverstärkung sehr ideenreich. Auf der Insel Juist gibt es ebenfalls einige solche Objekte (aber nicht von Kükelhaus) mitten in der schönen Dünenlandschaft am Otto-Leege-Pfad

    Verfasst von Ule Rolff | 28. März 2022, 10:12
    • Kükelhaus hat viele Nachfolger, die sich in oft sehr schönen und interessanten Phänobjekten niedergeschlagen haben. Auf Juist war ich noch nicht, aber dein Hinweis ist eine zusätzliche Motivation auch mal diese Insel zu besuchen.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. März 2022, 10:22
  3. Zur Bestärkung deiner Motivation:
    https://ulerolff.net/2018/08/30/nix-als-sand/

    Wenn du magst: Unter dem Suchbegriff „gedichte von der insel“ auf meinem Blog findest du außerdem einen kleinen Gedichtzyklus, der 2018 auf Juist entstanden ist.

    Verfasst von Ule Rolff | 28. März 2022, 12:19
  4. Eben las ich bei ChristianesMontagsgedichten „wer schweigt, dem tönt kein Echo hier auf Erden“. 👂

    Verfasst von gkazakou | 28. März 2022, 13:40

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