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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Struktur mit Pareidolie

Das Besondere an dieser Struktur (siehe Foto) liegt in ihrer Natürlichkeit. Dennoch wirkt sie wie ein abstraktes Kunstwerk. Und es wird zu einem solchen, wenn die Ursprungsgeschichte abgeschnitten wird und man nur auf das Bild selbst zurückgreifen kann. Diese Feststellung könnte dazu führen, sich Gedanken darüber zu machen, was ein Natur“werk“ zu einem Kunstwerk qualifiziert.

Diskussionen

8 Gedanken zu “Struktur mit Pareidolie

  1. Der Mensch fügt in der Regel ein Mehr hinzu.😀

    Verfasst von kopfundgestalt | 25. Januar 2022, 00:43
    • Das ist wahr. Was soll er auch sonst mit derartig rätselhaften natürlich entstandenen Struktur machen?…

      Verfasst von Joachim Schlichting | 27. Januar 2022, 16:41
      • Ich meinte, dass ein menschliches Kunstwerk fast immer etwas hinzufügt, was Natur durch hervorbringung nicht kann.
        Auch wenn es gegenteilige Versuche gab und gibt, ist die Hand des Menschen als solche in 99 % der Fälle zu erkennen.

        Ich schreibe mit dem Handy nachts oft sehr verkürztes, musst entschuldigen.

        Verfasst von kopfundgestalt | 27. Januar 2022, 18:24
      • Da gebe ich dir im Prinzip Recht. In manchen Fällen (bei abstrakten Strukturen beispielsweise) ist es jedoch schwierig zu erkennen, ob etwas rein natürlich ist, oder ob der Mensch etwas hinzu gefügt hat. Bei meinem Beitrag „Naturkunst trifft Physik“ kann ich die Reste meiner Einwirkung noch gut erkennen. Aber wie sollte jemand anders feststellen, dass da ein Mensch mitgewirkt hat?

        Verfasst von Joachim Schlichting | 27. Januar 2022, 18:33
  2. Der amerikanische Komponist John Cage formulierte einst, gefragt, ob der Vorgang des Öffnens einer Tür Kunst sei: wenn man es auf eine Bühne stellt, ist es Kunst. Adeln wir Menschen folglich das Werk eines Naturvorgangs mit unserem an Kunstverständnis geschulten Blick, wird es zur Kunst. Denke ich.

    Verfasst von derdilettant | 25. Januar 2022, 12:46
  3. In der Erzählung „Der Fremde“ von Camus trifft der Protagonist bei der Beerdigung der Mutter ja auf einen alten Freund, d.h. den „Bräutigam“ der Mutter. Er schildert die erste Begegnung mit ihm, die mir bei Deinem Bild in Erinnerung kam:

    ,,Dicke Tränen der Erschöpfung und Kummers rollten ihm über die Backen. Aber infolge der Runzeln flossen sie nicht ab. Sie breiteten sich aus und bildeten einen wässerigen Lack auf dem zerstörten Gesicht.“

    Insofern lag es erst fern, aber dann doch unübergehbar nah, dass Dein „Gesicht“ sich als unsere fremd-vertraute allererste -von uns und mit noch jemand- bewohnte Heimstatt lesen lassen könnte. Also auch ein ehemals sehr naher Verwandter/Freund/Bräutigam der Mutter.

    Es gehört ja zu den Geheimnissen der Erzählung von Camus, die Versöhnung mit Welt und Tod, Mutter und dem Fremden in Bildern von Geburt und Anfang darzustellen Wir dürfen uns mit „der Mutter“ versöhnen oder um sie trauern. Aber vielleicht kann es ja bei aller Lebensnot, Lebenswut und Lebensfreude helfen, wenn wir dieses erste „Gesicht“ vor dem zweiten Gesicht der Mutter- und das, was es für uns hinterlassen haben könnte, öfter einmal versuchen mit zu denken.

    Dabei helfen solch assoziierbare Findlinge. Denn wer oder was ein Gesicht hat das kann uns anschauen, dem können wir, auch in die kleinen, wenn auch sehr sehr dunklen Augen sehen. Wie in einer Monade (Bela Grunberger).

    Verfasst von paulpeterheinz | 26. Januar 2022, 09:20
    • Indem du deine durch die Lektüre von Camus ausgelösten Assoziationen ausführlich beschreibst, kann ich mich in die Geschichte hineinversetzten… Ich sehe zwar auch ein Gesicht, es kommt mir auch irgendwie bekannt vor, aber ich kann es nicht weiter konkretisieren…

      Verfasst von Joachim Schlichting | 27. Januar 2022, 16:50

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