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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physikalisches Spielzeug & Freihandversuche, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Die Welt stets tiefer als der Blick*

Wirklichkeit ist ein dynamischer Prozeß und entsteht in jedem Moment neu. Diese Einsicht kann durch die Betrachtung des auf die Zeitspanne der Belichtung der Kamera beschränkten Fotos visualisiert werden.
Allerdings zeigt die Erfahrung, dass dieser schon von Heraklit thematisierte Ablauf nicht mit konstanter Geschwindigkeit vonstatten geht.


* Philippe Jaccottet. Sonnenflecken, Schattenflecken. München 2015, S. 43

Diskussionen

17 Gedanken zu “Die Welt stets tiefer als der Blick*

  1. Zeit ist relativ. Das lernte ich erstmals, als ich mitbekam, daß von einer einzelnen Maschine zig Bonbons in einer Sekunde produziert werden können. Da gibt es natürlich dennoch eine Grenze.

    Wir als Menschen haben ein internes Raster, um Töne wahrzunehmen. Die Weite dieses Rasters ist eigentlich willkürlich.

    Wenn ein Insekt (gemäss seiner Grösse) 700 km/h rennen kann, über Stock und Stein, dann bedeutet das nicht, daß es superintelligent ist, sondern viel mehr Zeit in einer Sekunde hat, dies zu schaffen.

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    Verfasst von kopfundgestalt | 9. Oktober 2022, 00:22
    • „Kilometer“ dürfte man eigentlich nicht sagen, weil diese Größe ja festgelegt ist. Besser wäre „Körperlänge/h“. Aber ich weiß, was du meinst. Bei ganz kleinen Tieren, kommt die Viskosität des Mediums, in dem sie sich befinden, ins Spiel. Das Wasser und die Luft werden schließlich klebrig, wodurch neue Fortbewegungstechnikern erforderlich werden.

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      Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Oktober 2022, 09:52
      • Ja, das ist bekannt. Die winzigsten Wespen der Erde (etwa 0,3 mm) haben ja ein Fädenarsenal anstatt Flügeln.

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        Verfasst von kopfundgestalt | 9. Oktober 2022, 09:58
      • Ja, bei den Zwergwespen sind bereits andere Techniken der Fortbewegung in Luft oder Wasser (der Unterschied zwischen diesen beiden Medien ist bei der Größe der Tierchen kaum noch relevant) erforderlich. Was die Fäden/Wimpern an den Flügeln betrifft, so zeigt sich darin eine Ähnlichkeit mit den Gleitschirmen von Löwenzahnsamen. Auch hier sind einzelne Fäden statt einer durchgehenden Fläche wesentlich effektiver. Ich kann immer nur wieder sagen: Flächenvolumen-Relation. 😉

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        Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Oktober 2022, 10:12
  2. Unglaublich, was die Natur hervorzubringen vermag! Und jedem Moment schön!

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    Verfasst von Gisela Benseler | 9. Oktober 2022, 03:59
  3. Interessant! Genau darüber sprachen wir gestern Abend beim Spazierengehen. Allerdings rätselten wir über den Anteil des Wahrnehmenden am Prozess des Verwirklichens potenzieller Zustände.

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    Verfasst von gkazakou | 9. Oktober 2022, 09:12
    • Die Frage ist natürlich schwer zu beantworten. Die menschliche Wahrnehmung ist gemessen an denkbaren weiteren Möglichkeiten (z.B. Wahrnehmung von elektrischen Signalen durch Insekten oder anderer Frequenzbereiche beim Sehen und Hören) begrenzt. Darüberhinaus denke ich, dass Wahrnehmung auch immer mit Wechselwirkung und damit Beeinflussung eines wie auch immer zu denkenden „neutralen“ Zustands verbunden ist.

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      Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Oktober 2022, 10:01
      • Ich habe bewusst „der Wahrnehmenden“ geschrieben – also die Tiere und evtl Pflanzen mit einbezogen. Genau wie du sagst, ging es auch uns gesprächsweise um die Wechselwirkung zwischen Wahrnehmendem und Wahrgenommenem, und dass es eigentlich eine Voreingenommenheit unseres Denkens ist, von „neutralen“ Zuständen von „Objekten“ und wahrnehmenden „Subjekten“ zu sprechen. „Objekte“ werden immer erst im Wahrnehmungsprozess „konstituiert“. Eine Wirklichkeit „an sich“ ist ein abstraktes Konstrukt unseres Denkens, dem keine erfahrbare Wirklichkeit entspricht. Alles ist im Fluss (Heraklit) bezieht sich auf den Fluss und auf den, der hineinsteigt – gleichzeitig und gleichermaßen.

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        Verfasst von gkazakou | 9. Oktober 2022, 14:30
      • Dem kann ich mich voll anschließen. Wirklichkeit an sich gibt es nicht. Es ist aber überlebenswichtig, sie in kluger Weise nicht nur für den Einzelnen allein zu erschaffen. Dabei sollte man des aktiven Elements, das im Gegensatz zu „Realität“ in „Wirklichkeit“ steckt, eingedenk sein: Alles ist und bleibt in Bewegung – alles fließt…

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        Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Oktober 2022, 15:13
      • Danke, Joachim! Dein Hinweis auf das Wort „Wirklichkeit“ gg Realität hilft mir sehr weiter.

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        Verfasst von gkazakou | 9. Oktober 2022, 15:17
      • Ich wünsche dir einen schönen Restsonntag und einen gelungenen Start in die neue Woche. LG, Joachim.

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        Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Oktober 2022, 15:24
      • Herzlichen Dank! Dir dasselbe! Der heutige Tag war bisher wundervoll.

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        Verfasst von gkazakou | 9. Oktober 2022, 15:55

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