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Marginalia

Die Schwierigkeit, die Erde als glatte Kugel zu erfahren

Die Freiheit des Bergwanderns und -kletterns ist festgemacht am Gängelband der Wanderwege und Klettersteige. Von oben sehen die filigranen verschlungenen, häufig weiß leuchtenden Wege wie feine Bänder aus, die ausgelegt wurden, um ähnlich wie Ariadne den Weg durch das Labyrinth von Felsen, Schluchten und Steinen zu finden. Je gewaltiger die Natur, desto kleiner die menschliche Freiheit. Die Vorstellung auf einer glatten Kugel zu leben, wie uns Bilder aus dem Weltall zu suggerieren scheinen, wird spätestens nach einem mehrstündigen Anstieg zum Gipfel eines Berges als blanker Hohn empfunden.
Und doch sind auch diese Bilder wahr. Man denke sich nur die Erde auf die Größe einer Apfelsine verkleinert, sie hätte das Aussehen einer polierten Marmorkugel. Mit unbewaffnetem Auge nicht mehr wahrnehmbare feine Kratzer wären die Schluchten und Berge zwischen denen wir uns ein winziges Stück vorarbeiten. Bei einer Höhe der größten Berge in dieser Gegend von bis zu 4000 m wären die Riefen auf einer Marmorkugel mit 5 cm Radius gerade mal 0,03 mm, wenn ich mich nicht verrechnet habe, also weder sichtbar noch fühlbar.

Diskussionen

6 Gedanken zu “Die Schwierigkeit, die Erde als glatte Kugel zu erfahren

  1. tja.

    Verfasst von gkazakou | 5. April 2018, 15:35
  2. Interessant wäre es, den Weg um die Erde zu finden, auf dem man bei möglichst wenig Seeweg die wenigsten Höhenmeter zurücklegen muss.

    Verfasst von gnaddrig | 5. April 2018, 21:45

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