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Marginalia

Erhaltungssatz der Materie

Dieses Foto zeigt kein modernes Kunstwerk, auch wenn man in die verschlungenen Linien einiges hineininterpretieren könnte; Pareidolien allemal.  Vordergründig handelt es sich um die Fraßspur einer Raupe, die hier auf dem Blatt eine zufällige oder – wer mehr darin sehen will – eine geheimnisvolle Spur hinterlassen hat. Da die Raupe selbst leider nicht mit aufs Foto wollte – sie seilte sich vorher etwas überstürzt ab, müssen wir mit ihren Hinterlassenschaften vorlieb nehmen, die wie dunkle Perlen den Weg über die offenbar schmackhafte Oberseite des Gurkenblatts säumen. Sie zeigen etwas über den anderen Weg aus, den des abgegrasten Grüns durch die Raupe hindurch. Obwohl die Fraßspur in etwa dieselbe Breite aufweist, sind die schwarzen Perlen ungleichmäßiger verteilt. Kann man daraus etwas über die Ruhepausen aussagen oder über die Verdauungsprobleme der Raupe? Biologen vor!
Physikalisch ist darin aber so etwas wie ein Erhaltungssatz der Materie zu erkennen: Die Gleichung: Masenzuwachs der Raupe plus Gesamtmasse der Perlen müssen gleich dem Masseverlust des Blattes sein.

Diskussionen

6 Gedanken zu “Erhaltungssatz der Materie

  1. Sin die „Perlen“ der Kot des Tiers?
    „Massenzuwachs der Raupe plus Gesamtmasse der Perlen müssen gleich dem Masseverlust des Blattes sein.“
    Das wird so NICHT sein. Es wurde Energie benötigt. Durch das Fressen. Durch die Arbeit der Mikroorganismen im Insekt. Es geht etwas verloren.
    Aber grundsätzlich: Im Mikrobereich oder Nanobereich oder tiefer noch nachzuschauen, das weitet den Blick.
    Gute Nacht 🙂

    Verfasst von kopfundgestalt | 8. August 2018, 00:31
    • Natürlich geht immer etwas Masse verloren, z.B. durch Verdunstung. Wenn du aber darauf anspielst, dass die Energie gemäß E = mc^2 einer gewissen Masse entspricht, so kannst du das wegen seiner Winzigkeit getrost vergessen.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 8. August 2018, 08:33
  2. Die Fressspur mit den Kügelchen ist mal wieder ein tolles Bild und Gleichnis.
    Ich rätsele grade, ob die Gleichung bei lebenden Organismen stimmt? Wenn eine x Gramm Blatt zu sich nimmt, dazu auch einen Teil y der Nahrung wieder ausscheidet sowie einen anderen Teil z als Energie verbraucht – nimmt sie dann tatsächlich x -y-z zu? Sie wächst ja.ziemlich rapide, im Gegensatz zum Beispiel zu mir, wo mir die Gleichung einleuchtet. Also ich bin ratlos.;)

    Verfasst von gkazakou | 8. August 2018, 09:08
    • Ja, sie nimmt (in deiner Notation) um x-y-z zu, wobei das z so winzig ist, dass man es getrost vernachlässigen kann. In deinem Fall wird x = y gelten, da ich davon ausgehe, dass deine Körpermasse im Mittel gleich bleibt. Dabei müsste man allerdings auch die Masse die durch Verdunstung von Flüssigkeit abgegeben wird mit einbeziehen. Das ist insbesondere in Hitzeperioden, wie wir sie zur Zeit erleben nicht zu vernachlässigen. Mir ging es allerdings mehr um das Bild und Gleichnis, wie du richtig angemerkt hast.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 8. August 2018, 10:21
  3. Ich als Künstlerin betrachte die Spur tatsächlich als Liniengebilde finde aber das Hintergrundwissen gehört zum „Kunstwerk“dazu!

    Verfasst von Susanne Haun | 8. August 2018, 09:13
    • Genauso sehe ich das. Zunächst hat mich die Spur ästhetisch angesprochen, dann habe ich bei genauerer Betrachtung die Kügelchen gesehen und darin eine gewisse Stimmigkeit gesehen, die das „Kunstwerk“ gewissermaßen mit biologischer Konsistenz auflädt.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 8. August 2018, 10:24

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