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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Spiegel- und Schattenwelt

Eigentlich hatte ich es auf den Schatten eines nachdenklichen Menschen abgesehen und dabei die Spiegelwelt übersehen, ohne die das Foto des Schattens nicht zu haben war. Sie machte aus dem Foto ein Suchbild. Der Schattenmensch verschwindet fast vollkommen in der Überlagerung von Spiegelbildern.
Das Ergebnis ist daher einerseits ein Zeichen für all das, was übersehen wird, wenn man seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Sache lenkt und andererseits für die Reichhaltigkeit der Welt, aus der unsere Augen nur so schöpfen könnten, aber es in der Regel nicht tun. Der Fotoapparat kann (noch) nicht auswählen, er registriert alles Optische und man wundert sich zuweilen über das Ergebnis. Das kann aber trotzdem interessant sein, weil man in Welten geführt wird, die in der Realität so nicht gesehen und auch nicht erwartet werden.

Diskussionen

30 Gedanken zu “Spiegel- und Schattenwelt

  1. Es ist mehr da, als man denkt
    Man denke sich ein Experiment, in dem einem Probanden solche Tagesbilder wie deins gezeigt werden. Er wird ablehnen, dass sich dieses auf seinen Netzhaüten abspielte, fand einfach, weil sie nicht ins Bewusstsein gelangten. Es gab keinen alarm, sie näher zu analysieren .

    Ich denke auch immer an den photorealismus, der mich 1990 faszinierte. Das war Impressionismus hoch zwei, würde ich salopp sagen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 31. Mai 2022, 00:22
  2. Abgründig der Gedanke, dass es eine Lücke zwischen der fotografischen Wiedergabe und der menschlichen Wahrnehmung gibt, die eines Tages geschlossen werden könnte – indem die Fotografie sich die „Schwächen“ der menschlichen Wahrnehmung – nämlich je nach Interessenlage zu selegieren – zu eigen macht. … Lieber nicht weiterdenken.

    Verfasst von gkazakou | 31. Mai 2022, 08:35
  3. Da ist eine richtige Menschenmenge zu sehen, wenn man sich Zeit zur Betrachtung nimmt. Ich liebe solche Schichtbilder!
    Keine Frau dabei … warst du auf einem Klostergelände unterwegs?

    Verfasst von Ule Rolff | 31. Mai 2022, 09:34
  4. Den Schatten eines nachdenklichen Menschen hätte ich ohne den Hinweis nicht gleich bemerkt. Ja, so viel Ablenkendes nimmt die Kamera wahr, das unser Auge, weil bewußtseinsgesteuert, ausblendet. Aber interessant ist das Ergebnis ja doch.

    Verfasst von Gisela Benseler | 31. Mai 2022, 10:15

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