//
Artikel Archiv

Schatten

Diese Schlagwort ist 82 Beiträgen zugeordnet

Schatten mit Wasser auslöschen

Auf dem Foto sieht man einen normalen Schatten bei bereits tief stehender Sonne. Merkwürdigerweise wird er durch eine Wasserfläche weitgehend ausgelöscht. Wie kommt es dazu?
Die Wasserfläche erscheint heller als die Umgebung. Sie glänzt außerdem in der Farbe des Himmels blau. Mit anderen Worten, die Wasserfläche wird durch das Streulicht des Himmels beleuchtet, das natürlich auch dahin kommt, wo das Sonnenlicht ausgeblendet wird, in den Schatten der Person. Nun könnte man gegen dieses Argument einwenden, dass nicht nur die Wasserfläche vom Himmel beleuchtet wird, sondern auch das übrige Gebiet insbesondere nicht benetzte Schatten. Während das Himmelslicht jedoch auf dem rauen Asphaltboden zum einen stark absorbiert und zum anderen diffus reflektiert wird und daher nur wenig davon ins Auge des Betrachters gelangt, kommt es auf der Wasseroberfläche zu einer spiegelnden Reflexion des Himmelslichts in voller Intensität und Farbe: Das aus einer bestimmten Richtung einfallende Licht wird nach dem Reflexionsgesetz im Bereich des Wassers vollständig in die Augen reflektiert. Im sonnenbeschienenen trockenen Bereich dominiert natürlich die diffuse Reflexion des wesentlich intensiveren Sonnenlichts.
Interessanterweise erscheint die durch die spiegelnde Reflexion des Himmelslichts bedingte Aufhellung nahezu unabhängig von der Richtung zu sein. Das liegt daran, dass der Himmel als Lichtquelle aus nahezu allen Richtungen strahlt und eine Änderung des Beobachterstandpunkts nur zur Folge hätte, dass das Licht aus einer entsprechend anderen Region des Himmels ins Auge gelangte.
Wenn die Lichtquelle auf einen kleinen Bereich beschränkt wäre, wie etwa das Licht der Sonne, würde man feststellen, dass die Aufhellung nur in einem ganz bestimmten Winkelbereich erfolgte.
Das ließ sich in dieser Situation leicht überprüfen, indem ich mich so positionierte, dass die Stelle des Himmels reflektiert wurde, an der die Sonne stand. Folglich wurde nunmehr das Sonnenlicht spiegelnd ins Auge reflektiert (siehe untere Abbildung) und ließ weger ihrer wesentlich größeren Intensität die Wasserfläche geradezu aufflammen und, sodass ich geblendet mich sofort abwenden musste.
Außerdem ist deutlich zu erkennen, dass in diesem Fall der Schatten nicht ausgelöscht wird. Denn im Schatten kann das Sonnenlicht wegen seiner lokalen Begrenzung (siehe oben) gewissermaßen definitionsgemäß nicht reflektiert werden. Doch (mindestens) eine Frage bleibt: Müsste nicht eine Aufhellung der Beinschatten in der Pfütze durch das Himmelslicht zu beobachten sein. Theoretisch ja, im Vergleich mit der Intensität des reflektierten Sonnenlichts ist die Intensität des reflektierten Himmelslichts jedoch so gering, dass man auf ein und demselben Foto davon so gut wie nichts sehen kann.
Und noch etwas ist interessant. Dass es überhaupt zu spiegelenden Reflexionen im Bereich des nassen Asphalts kommt, liegt daran, dass das Wasser die unregelmäßigen Lücken im rauen Asphalt schließt und daraus eine glatte Fläche macht.

Werbeanzeigen

Mehrfachabbildungen eines Falters

Dieses Foto bekam ich von Claudia Hinz geschickt. Es scheint auf den ersten Blick so etwas wie ein mehrfacher Schatten eines Falters zu sein, der auf nicht unmittelbar zu erkennende Flächen geworfen wird. Um damit etwas anfangen zu können, ist die Information wichtig, dass der Falter auf der Außenseite einer Doppelglasscheibe eines Flughafengebäudes fotografiert wurde. Weiterlesen

Doppelschatten gegen die Sonne

Die Sonne steht schon etwas tief und blendet mich. Zum Glück hält jetzt das Haus, auf das ich zugehe, die Sonne fern. Als ich eintrete, treten mir gleich zwei Schatten meiner selbst entgegen (linkes Foto). Wie kann das sein? Einerseits kommt die Sonne aus der entgegengesetzten Richtung und andererseits befinde ich mich in ihrem Schatten. Es sei denn – so erinnere ich mich an ein ähnliches Phänomen – in der Nähe befindet sich ein Gewässer, in dem die Sonne sich spiegelt und damit eine zusätzliche Lichtquelle hervorruft. Weiterlesen

Leonardo da Vinci (4) – Komplexe Spiegelschatten

Ich stehe mit der tiefstehenden Sonne im Rücken vor einer Glastür. Die Sonne wirft von mir einen Schatten, der sich wie ein Teppich vor mir ausbreitet. Gleichzeitig werde ich samt dem Szenario hinter mir in der Glasscheibe der Tür reflektiert, sodass auch ein Schatten von meinem Spiegelbild nunmehr aber in umgekehrter Richtung und damit mir entgegen geworfen wird.
Es kommt zur Überlagerung der beiden Schatten und damit zu einer merkwürdigen Doppelfigur. Diese ist ihrerseits strukturiert durch Reflexe der Sonne an der Scheibe, die zu einer Aufhellung des realen Bodens davor und des gespiegelten Bodens dahinter führt. Diese Aufhellung macht es jedoch sinnigerweise – so als müsste es so sein – überhaupt erst möglich, dass die beiden Schattenköpfe der primäre und der reflektierte überhaupt sichtbar werden. Denn anderenfalls wäre von den Schattenköpfen nichts zu sehen – es würden sich einfach zwei langweilige Rümpfe überlagern ohne innere Strukturierung. Ist das nicht clever – von der Natur – inszeniert? Der Laie würde sagen: reiner Zufall. Der Physiker würde antworten: bloße Notwendigkeit.

Und was sagt Leonardo zum Schatten im Allgemeinen?

Der Schatten ist Verringerung von Licht und Dunkel und liegt zwischen diesem Licht und Dunkel.
Der Schatten ist von unendlich verschiedener Dunkelheit und kann an Dunkel unendlich verringert werden.
Die Anfänge und Enden der Schatten erstrecken sich zwischen Licht und Dunkel und können unendlich verringert und verstärkt werden.
Der Schatten bedeutet Ausprägung der Körper und ihrer Gestalten.
Ohne Schatten werden die Gestalten der Körper keine Kenntnis von ihren Eigenschaften geben.
Der Schatten hat immer etwas von der Farbe seines Gegenübers.

(Von den Umrissen der Schatten.) Manche sind verschwommen, von nicht wahrnehmbarer Begrenzung; andre sind deutlich begrenzt.

(Wann Körper ohne Licht und Schatten sind.) Kein undurchsichtiger Körper ist ohne Licht und Schatten, außer wenn er im Nebel auf schneebedecktem Erdboden ist. Ebenso ist es, wenn es in der Landschaft schneit; denn dann ist sie ohne Licht und in Dunkel gehüllt.
Aber das geschieht nur bei den kugelförmigen Körpern; denn bei den andern Körpern, die eine Gliederung haben, färben die Teile der Glieder, die einander gegenüberliegen, sich gegenseitig in dem zufälligen ton ihrer Oberfläche.

 

Schatten als Verminderung von Licht

Schatten sind meist negativ konnotiert. Das haben sie u.a. ihrer Dunkelheit, Flachheit und Farblosigkeit zu verdanken. Manchmal sind sie sehr rätselhaft und ziehen uns in eine Situation hinein, die nach Aufklärung verlangt. Das ist im nebenstehenden Foto der Fall.
Ich blicke durch eine Glastür der tiefstehenden Sonne entgegen und sehe zu Reinigungszwecken aufgestellte Leiter schemenhaft im Original und als überdimensionalen Schatten – was die Notwendigkeit der geplanten Reinigung noch einmal unterstreicht. Weiterlesen

Leonardo da Vinci (2) – Zur physikalischen Dimension des Malens

Folge 2:
Geht man der Frage nach, was bis in unsere Tage den Gemälden Leonardos da Vincis so faszinierend ist, so kann man den Eindruck gewinnen, dass er nicht nur malte was er sah, sondern darüber hinaus zahlreiche optische Regeln anwandte, um sich auf kalkulierte Weise über das Reale hinwegzusetzen. Dabei gelang es ihm beispielsweise, der Mona Lisa über die bloße realistische Abbildung hinaus eine große Lebendigkeit zu verleihen. Er nutze einerseits einen Aspekt der Farbperspektive aus, der hier im Blauschleier zum Ausdruck kommt, der die fernen Gegenstände im Hintergrund umgibt. Dabei begründete er sein Vorgehen so: „Ein sichtbarer Gegenstand wird seine wirkliche Farbe in dem Maße weniger zeigen, in dem das zwischen ihn und das Auge eingeschobene Mittel an Dicke der Schicht zunimmt. Das Mittel zwischen dem Auge und dem gesehenen Gegenstand wandelt die Farbe dieses Gegenstandes zur seinigen um“ [1] . Andererseits berücksichtigte er das Phänomen, wonach ferne Gegenstände verschwommen erscheinen: „Scheinbild und Substanz der Dinge verlieren mit jedem Grad an Entfernung an Wirkungskraft, das heißt, je weiter der Gegenstand sich vom Auge entfernen wird, um so weniger (und unvollkommener) wird er mit seinem Scheinbild durch die (zwischengeschobene) Luft hindurchdringen können“ (ebd.).
Bei der Person selbst machte er auf einfühlsame Weise von Licht- und Schatteneffekten auf dem Körper und dem Gewand Gebrauch: „Von der Fleischfarbe und von den Gestalten in großer Entfernung vom Auge… Und vergiß ja nicht, die Schatten sollen nie so beschaffen sein, daß durch ihre Dunkelheit die Farbe an dem Ort, wo sie entstehen, ganz verlorengeht, außer der Ort, wo sich die Körper befinden, ist schon von sich aus finster… Mach keine scharfen Umrisse, löse keine Haare heraus, setze keine weißen Lichter, außer auf weiße Gegenstände. Und die Lichter sollen aus den Farben, auf die sie scheinen, die größte Schönheit herausholen“[2].

Leonardo überließ nichts dem Zufall, er hatte alles vorher erforscht und experimentell untersucht, so dass man mit Recht sagen kann: So physikalisch durchdacht und natürlich zugleich, hat vor ihm keiner gemalt. Dieses durch „physikalische“ Erkenntnisse bestimmte Vorgehen unterscheidet insbesondere die Mona Lisa von den Werken seiner zeitgenössischen Kollegen.

Der Kunsthistoriker und Experte für Leonardo da Vincis Werk, Martin Kemp, betont in diesem Zusammenhang, dass Leonardos Technik Ähnlichkeiten mit den Computersimulationen unserer Tage aufweist, mit denen heute natürlich wirkende Landschaften generiert werden. Auch bei ihnen spielt die physikalische Erfassung auch noch der kleinsten Effekte, die zum Eindruck des Bildes führen, eine wichtige Rolle: „Seine Studien von Licht, das ausgehend von einer punktförmigen Quelle die Konturen eines Gesichtes trifft (Abb. 10), veranschaulichen, daß es ihm darum ging, mittels eines Systems, das dem der Strahlenaufzeichnung in der Computergraphik entspricht, modellierte Formen zu erzeugen“ [3]. Doch diese Details bemerkt man erst auf dem zweiten Blick, wenn man sich u.a. klarmacht, dass

  • Mona Lisa auf einer Loggia, also im Gegenlicht, sitzt,
  • aber von links beleuchtet wird, wo sich die Decke befindet,
  • der Hintergrund bläulich und unscharf erscheint,
  • die Rundungen deutlicher hervortreten, als es normalerweise möglich ist.

Wir haben es also mit einer virtuellen, konstruierten Wirklichkeit zu tun, in der der Künstler mit der gezielten Handhabung physikalischer Gesetzmäßigkeiten versucht, das Statische und Eingefrorene eines Gemäldes zu überwinden, das bei einer exakten Kopie der Natur so typisch ist.


[1] da Vinci, Leonardo, zit. nach: von Baeyer, Hans Christian: Regenbogen, Schneeflocken und Quarks. Reinbek: Rowohlt 1996
[2] da Vinci, Leonardo: Sämtliche Gemälde und die Schriften zur Malerei, zit. nach: André Chastel (Hrsg.) München: Schirmer/Mosel 1990
[3] Kemp, Martin: Leonardo. München: C.H. Beck 2004
Quelle Mona Lisa

Da kommt was auf uns zu…

Zum Glück ist ein Zaun dazwischen, der das Schlimmste zu verhindern verspricht.
Aber so gefährlich wie die Situation aussieht, ist es gar nicht. Die bedrohlich wirkende Schwärze der Wolke kommt dadurch zustande, dass sie viel niedriger und kompakter ist als die hochstehenden Wolken im Hintergrund. Weiterlesen

Eine kleine extrasolide Modellerde

Ich besitze seit längerem eine fein polierte Steinkugel, die durch eine schöne Struktur besticht. Als sie kürzlich vor mir auf einem weißen Blatt Papier lag, war mir, als blickte ich auf eine unbekannte Erde, sozusagen aus dem Weltraum. Denn es zeigte sich, dass sie von einer zarten blauschimmernden Atmosphäre umgeben zu sein scheint. Dass man den Blauschimmer nur sieht, wenn man tangential auf den Rand der Kugel blickt, könnte man sich damit erklären, dass der Blick durch eine vergleichsweise lange Strecke der Atmosphäre geht, sodass sich die Lichtstreuprozesse bis zur deutlichen Sichtbarkeit aufsummieren. Weiterlesen

Schatten im Blick? – Ein Blick auf Schatten

Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln ist zurzeit eine Ausstellung zu sehen, in der der Besucher auf einer Art Schatten-Spurensuche in ausgewählten Grafiken von der frühen Neuzeit bis ins 17. Jahrhundert geführt wird. Gezeigt werden u.a. Werke von Dürer, Rembrandt, Saenredam. Für mich war es insbesondere interessant, die Parallelität der Entwicklung der Vorstellungen von Schatten in den Naturwissenschaften und der Kunst in den Blick zu nehmen. Weiterlesen

Die Schatten werden länger…

Es ist spät am Nachmittag. Die Sonne versinkt langsam hinter einem Bergzug und der dadurch hervorgerufene Schatten bewegt sich unaufhörlich auf die Stadt zu, die vorerst noch im vollen Sonnenlicht liegt. Das ist noch nicht der Schatten, den man Nacht nennt. Denn der Schattenbereich wird noch von dem an den Luftmolekülen gestreuten Himmelslicht (Rayleigh-Streuung) aufgehellt. Erst wenn die Sonne soweit unter den Horizont gesunken ist, dass die Luftmoleküle über uns nicht mehr von ihrem Licht erreicht werden, wird es vollends dunkel.

Schattenperformance im Wüstensand

Die Frage, ob Schatten sich bewegen oder nicht hat bereits Philosophen bewegt. Das Problem hängt meist an einer weiteren schwierigen Frage, ob nämlich der Schatten eine eigene Realität besitzt oder nicht. In der Literatur hat diese Frage zumindest in Adelbert von Chamissos (1781–1838) wundersamer Geschichte von Peter Schlemihl eine eindeutige Antwort erhalten. Weiterlesen

Erlebte Perspektive grotesker Schatten

Wenn man am Morgen kurz nach Sonnenaufgang bei Sonnenschein in den Sanddünen wandert, wird man nicht nur durch die Strukturen belohnt, die der Wind in der Nacht aus der Mischung der hellen und dunklen Sandkörnchen gebildet hat, sondern auch durch die vielfältigen Schatten, die von einer Düne auf die folgenden geworfen wird und dadurch ein ganz anderer Eindruck erweckt wird als bei bedecktem Himmel oder hochstehender Sonne.
In einer solchen Situation wird man nicht selten vom eigenen Schatten überrascht, insbesondere dann, wenn er ungewöhnliche Formen annimmt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn er sich über mehrere Dünen erstreckt und  auf diese Weise geknickt und zerschnitten wird, wenn er auf eine Schräge fällt, die gerade dem Einfallswinkel des Sonnenlichts entspricht oder sogar gespensterhaft auf dem Treibsand zu sehen ist. Weiterlesen

Fließender Schatten

Obwohl Schatten nur Löcher im Licht sind, gibt es Situationen, in denen er uns wie eine dunkle Flüssigkeit vorkommt (siehe Foto). Diese Flüssigkeit scheint sogar die Fähigkeit zu haben, der Schwerkraft trotzend auf der einen Seite der Düne bergauf zu fließen, um sich dann in den durch die Sandrippel geformten Rinnen auf der anderen Seite wieder hinabzuschlängeln :-).

 

Das Hässliche neben dem Schönen

Indem ich über die Dünen dem Meer zustrebe, sehe ich schon von weitem etwas in der Sonne blendend hell aufleuchten. Bei näherer Betrachtung weicht die positive Überraschung der Enttäuschung, nun auch schon hier in der zumindest äußerlich sauberen, jeden Tag vom Wind gefegten Dünenlandschaft Plastikmüll vorzufinden. Weiterlesen

Das Land mit den blauen Schatten

So sieht der Blick gemalt aus, den ich einige Tage* vor Augen haben werde, wenn ich nicht gerade am Strand bin, um mich u.a. an den unterirdischen Vorgängen von Ebbe und Flut zu erfreuen, die sich äußerst subtil akustisch wie visuell für diejenigen offenbaren, die nicht nur mit verstöpselten Ohren am Ufer entlang joggen. Weiterlesen

Doppelschatten einmal anders

Dass der Mensch nicht nur seinen Schatten verlieren (man denke an den armen Schlemihl), sondern in bestimmten Situationen einen zweiten oder noch mehr Schatten erwerben kann, haben wir schon früher  gezeigt. Einen Doppelschatten der besonderen Art sieht man auf dem nebenstehenden Foto. Einen dunklen „Kernschatten“, der von einem ephemeren, transparenten und wesentlich größeren Schatten überlagert wird. (Die Ansicht gegebenenfalls durch Klicken auf das Bild vergrößern).
Weiterlesen

Natürliche Linien

Dieses Foto lebt von seinen Linien. Sie sind von ganz unterschiedlicher Art. Sehr auffallend sind die Schattenlinien, die das Sonnenlicht von den Gräsern in den Sand zeichnet. Man kann sie von den Urbildern kaum unterscheiden mit denen sie ein einheitliches Ensemble bilden. Einige Tiere haben linienartige Spuren im Sand hinterlassen. Sie befinden sich am Ende dieser Spuren, wo immer es sein mag. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Oktober 2018

Wie kommt es zu diesen Strukturen auf einem Waldweg?


Erklärung des Rätselfotos des Monats September 2018

Frage: Was ist zu sehen und wie kommt es zustande?

Antwort: „Das kleinste Haar wirft seinen Schatten“, sagt Goethe. Ich zeige hier, dass dies nicht nur für kleinste Haare gilt, sondern auch für kleinste Sandkörnchen. In der im Foto festgehaltenen Situation stand ich kurz unterhalb des spitzen Kamms einer hohen Sanddüne, über die ein mittelstarker Sandsturm hinwegfegte Man blickt auf den Sandteppich, der über die Dünenspitze hinweg geblasen wird. „Teppich“ ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, Seidentuch wäre angemessener. Denn das Sanddtuch ist semitransparent. Man schaut durch die „Maschen“ hindurch auf weitere im Schatten liegende Dünen, die allerdings nur schemenhaft zu erkennen sind (Zur Vergrößerung auf Bild klicken). Das granulare Seidentuch ist aber andererseits so massiv, dass es meinen Schatten auffangen kann, wie man an der direkten Fortsetzung der Beinschatten erkennt. Ohne dies wären der kurze Schatten der Beine auf dem beleuchteten Teil der Düne und der Schatten des Kopfes, der in den beleuchteten Teil der Flanke einer der folgenden Dünen hineinreicht, ohne sichtbare Verbindung und man sähe nur einen durchgehenden dunklen Schattenbereich.
Es ist früh am Morgen. Die Sonne ist gerade erst aufgegangen und die Schatten sind noch lang. Sie sind so lang, dass sich die perspektivische Verkürzung deutlich bemerkbar macht und bereits andeutet, dass noch längere Schatten (wie die von Bergen) schließlich unabhängig von der tatsächlichen Form des Schattengebers dreieckig werden.
Ein ganz ähnliches Foto ist in einem früheren Beitrag zu sehen. Die Situation war aber eine ganz andere.

 

Inverse Lichtsäule in der Abenddämmerung

Dort wo die Sonne im Begriff ist unterzugehen erhebt sich eine mächtige dunkle Säule. Sie erinnert an eine Lichtsäule, die manchmal oberhalb der Sonne erscheint. Vielleicht ist es ja eine von einer dunklen Hülle umgebene Lichtsäule. Schaut man sich das obere Ende an, so scheint das Sonnenlicht dort herauszustrahlen ;). Weiterlesen

Rätselfoto des Monats September 2018

sandsturmschatten_rvWas ist zu sehen, und wie kommt es zustande?

 


Weiterlesen

Organisch und streng geometrisch

Dünen beindrucken meist durch ihre organischen Formen. Neben der figuralen Ästhetik trägt dazu wohl auch unterschwellig der Gegensatz zu den anorganischen Sandkörnern bei, aus denen die Sandgestalten hervorgehen. Wenn dann wie im vorliegenden Fall auch noch das streng Geometrische in Form von geraden Linien, Dreiecken u.ä. ins Spiel kommt, wird ein weiterer scheinbarer Gegensatz zur Wirkung gebracht. Weiterlesen

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten

Wenn ich an wolkenbedeckten Tagen unter dem Blätterdach von Bäumen spaziere, werde ich manchmal durch meinen eigenen Schatten überrascht. Es ist zugegebenermaßen ein schattenhafter Schatten, aber er ist reproduzierbar. Er kommt dadurch zustande, dass der helle Himmel ein durch eine Öffnung im Blätterdach ausgeschnittenes Lichtbündel auf den Waldweg schickt, das den Schatten meines Körpers durch eine Verdunklung sichtbar werden lässt, wenn ich durch dieses Lichtbündel hindurchgehe. Weiterlesen

Bodenhaftung vermittels des eigenen Schattens

Schaut man sich diese abendliche Alltagszene etwas genauer an, so entdeckt man, dass eine der Personen beim Überqueren der Straße in einer Grünphase einen Sprung zu machen  bzw. nicht geerdet zu sein scheint. Was ihr fehlt, ist indessen nichts anderes als ihr Schatten. Damit schließt sich diese Szene direkt, an die Geschichte Adalbert Chamissos (1781 – 1838) über Peter Schlemihl* an. So wie der Mann in Grau Peters Schatten im Tausch mit dem Fortunati Glückssäckel übernimmt, so nimmt er ihm damit seine Bodenhaftung, was der Ärmste aber erst merkt, als es zu spät ist. Weiterlesen

Ein Lichtblick am Morgen

Es ist früh am Morgen. Die Straßen liegen noch weitgehend im Schatten. Nur die oberen Bereiche einiger Häuserwände und der blaue Himmel werden bereits von der aufsteigenden Sonne erhellt. Das von einer Häuserwand diffus reflektierte Licht trifft eine ebenfalls noch im Halbdunkel liegende glatte Bank, die es dem Gesetz der spiegelnden Reflexion gemäß in eine bestimmte Richtung weiter schickt und dem, der in dieses Lichtbündel gerät, eine Einladung zum Verweilen ausspricht. Außerhalb des Lichtbündels liegt die Bank genauso dunkel da wie alles andere. Weiterlesen

Der Schatten bringt es an den Tag

Wenn man an einem hellen Tag vor einem Schaufenster steht, sieht man oft vor allem die hinter einem befindliche Außenwelt darin gespiegelt und nicht die Innenwelt hinter der Scheibe. Schuld daran ist die Überlagerung des von den innen befindlichen Gegenständen ausgehenden, vergleichsweise spärlichen Lichts mit dem an der Scheibe reflektierten Licht der äußeren Umgebung. Weiterlesen

Bizarre Unterwasserschatten

Schlichting, H. Joachim. Spektrum der Wissenschaft 5 (2018), S. 68 – 69

Objekte, die auf flachen Gewässern driften, werfen oft völlig andere Schatten, als ihre tatsächlichen Umrisse vermuten lassen. Das verblüffende Phänomen erklärt sich durch unscheinbare Dellen in der Wasseroberfläche.

Wenn du alle Formen der Gewässer
gut unterscheiden willst,
dann betrachte klares Wasser von geringer Tiefe
unter den Sonnenstrahlen
Leonardo da Vinci (1452–1519)

Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Mai 2018

Wie kommt  es zu den Farben?


Erklärung des Rätselfotos des Monats April 2018

Frage:Was spielt sich hier ab?

Antwort: Das Foto zeigt den Moment, in dem eine auf einem flachen Teich (mit einem aus dunklem und hellem Sand bestehenden Boden) driftende Luftblase platzt. Die Haut der Blase zieht sich gerade zu den Seiten hin zusammen. An dem sichelmondförmigen blauen Reflex des Himmelslichts ist noch ein Teil der Blasenhaut zu erkennen.
Da eine Blase auf dem Wasser einen kleinen Überdruck im Vergleich zum äußeren Luftdruck aufweist und infolgedessen das Wasser ein wenig eindellt, bewegt sich mit dem Platzen und dem damit einhergehenden Druckausgleich die Wasseroberfläche im Bereich der Blase nach oben und löst infolgedessen eine Wellenbewegung aus, die auf dem Foto gleich doppelt visualisiert wird.
Zum einen sieht man die konzentrischen Ringwellen um die platzende Blase herum, weil das vom Untergrund ausgehende Licht an der wellenförmig gekrümmten Wasseroberfläche gebrochen wird. Der Untergrund erscheint daher entsprechend verzerrt. Dazu trägt vor allem die Bewegungsunschärfe aufgrund der endlichen Belichtungszeit der Kamera bei. Deshalb erscheint der durch die bewegte Welle hindurch zu sehende Boden längs der Wellen deutlich erkennbar in die Länge gezogen.
Zum anderen sieht man das an den konzentrischen Wellen gebrochene Sonnenlicht durch Fokussierung und Defokussierung in Form von hellen und dunklen Ringen auf den Teichboden projiziert. Da diese Kaustik teilweise durch die Wellen hindurch gesehen wird, tritt eine entsprechende Verzerrung an ihrer oberen Front auf.
Es ist außerdem zu erkennen, dass die kurzen Wellen den längeren vorauseilen. Wir haben es also mit Kapillarwellen zu tun, bei deren Entstehung die Oberflächenspannung von größerem Einfluss ist als die Schwerkraft. Einige weitere Blasen warten noch auf ihren Einsatz.

 

Schatten in der Spiegelwelt – gespiegelte Schatten

Das Foto bezieht sich auf den gestrigen Beitrag unter der Frage, ob Spiegelbilder einen Schatten haben können. Nach einem Kommentar von Gerda Kazakou, habe ich den Vorschlag gemacht, eine brennende Kerze vor einem Spiegel aufzustellen und die Schatten eines ebenfalls vor den Spiegel gestellten Gegenstands zu betrachten. Um keine Verwirrung zu stiften, habe ich das kleine Experiment selbst durchgeführt und das beiliegende Foto geschossen. Weiterlesen

Können Spiegelbilder einen Schatten haben?

Man wird oftmals sehen,
wie aus einem Menschen drei werden,
und alle ihm folgen:
und häufig verläßt sie gerade dieser eine,
der ähnlichste

Leonardo da Vinci (1452 – 1519)

 

Die interessantesten Schatten kann man bei tiefstehender Sonne in Städten beobachten, wenn die Fensterfronten zu sekundären Lichtquellen werden und dem kräftigen Sonnenschatten eine etwas herabgemilderte Variante entgegen halten. Weiterlesen

Der März

Sonne lag krank im Bett.
 Sitzt nun am Ofen.
 Liest, was gewesen ist.
 Liest Katastrophen. 

Springflut und Havarie,
 Sturm und Lawinen, -
 gibt es denn niemals Ruh
 drunten bei ihnen.  Weiterlesen 

Big Red Blue Moon

Gestern habe ich den „blauen“ Supermond zeigen können. Der kupferrote Mond (manchmal auch Blutmond genannt), den man bei einer Mondfinsternis schemenhaft im Erdschatten sehen kann, wenn es denn dunkel genug ist, blieb uns in unseren Breiten ja leider verwehrt. Nun bekam ich gerade eine Mail aus Kalifornien von Lisa Stinken Rösner, die Gelegenheit hatte, die Mondfinsternis vom Dach ihres Hauses zu erleben. Weiterlesen

Flüchtige Schatten

fluechtige-schatten_rvDer Fotograf steht auf einer Sanddüne kurz vor der scharfen Spitze. Der Schatten der Beine fällt im Vordergrund auf die aufsteigende Böschung. Im Hintergrund steigt die Wand der nächsten Düne auf. Dazwischen liegt die abfallende Wand der Düne. Weiterlesen

Farbe ins Grau

Wie um Farbe ins dunkle Grau zu bringen und dem bedrohlich anrückenden Gewitter gleich einen Hoffnungsschimmer mitzugeben, erscheint hier ein Fragment eines Regenbogens, das man sich mühelos zu einem Halbbogen komplettiert denken kann. Irgendwo zwischen dem noch relativ hellen Hintergrund und dem Fotografen sinken Regentropfen zu Boden; zu klein, um selbst sichtbar zu werden, aber mit Hilfe der Sonne imstande, in lebhaften Farben ein deutliches Zeichen ihrer Existenz zu geben. Weiterlesen

Die Sonnenfinsternis aus der Sicht eines Dichters

Die Medien sind heute voll von der gestrigen Sonnenfinsternis in den USA. Kann man dem noch etwas hinzufügen? Meines Erachtens ist die Beschreibung der Sonnenfinsternis vom 8. Juli 1842 von Adalbert Stifter (1805 – 1868) es wert, in Erinnerung gerufen zu werden. Stifter vermag es in seinem Bericht Dinge anzusprechen und zur Wirkung zu bringen, die in den heutigen Darstellungen eines solchen kosmischen Ereignissen kaum vorkommen. (Das Foto zeigt den Beginn einer Sonnenfinsternis, die ich vor vielen Jahren beobachtete):

Es gibt Dinge, die man fünfzig Jahre weiß, und im einundfünfzigsten erstaunt man über die Schwere und Furchtbarkeit ihres Inhaltes. So ist es mir mit der totalen Sonnenfinsternis ergangen, welche wir in Wien am 8. Juli 1842 in den frühesten Morgenstunden bei dem günstigsten Himmel erlebten. Weiterlesen

Ungewöhnliche Schriftverdopplung durch Schattenwurf

Der Schatten scheint die Schrift zu wiederholen, ohne dass dabei die gewohnte Vertauschung der Orientierung der Buchstaben erfolgt. Das fällt uns auf, weil wir daran nicht gewöhnt sind. In südlichen Ländern zumal im Hochsommer kann aber die Sonne so steil von oben scheinen, dass die Projektion der erhabenen Buchstaben von oben auf die Wand darunter zu einer Art (unvollkommener) Verdopplung des Schriftbildes führt. Lisa Stinken, die mir dieses Foto schickte (danke, liebe Lisa!), berichtet, dass dieser Anblick auch nur um die Mittagszeit herum zu sehen war. Es zeigt sich, dass diese ungewohnte Art der Projektion für manche Buchstaben besser und für andere schlechter gelingt.

Photoarchiv

Werbeanzeigen