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Schatten

Diese Schlagwort ist 46 Beiträgen zugeordnet

Ein Leben auf dem Wasser

vorsichtige_-annaeherung-jpgEigentlich wollte ich die Seerosen im Teich fotografieren. Aber dann wird meine Aufmerksamkeit auf ein veritables Geplänkel en miniature gelenkt. Zwei winzige Wasserläufer umschwänzeln einander wie im richtigen Leben. Meiner Einschätzung nach müsste es sich den Vorurteilen entsprechend bei dem kleineren Exemplar um das Weibchen handeln, denn es weicht immer mal wieder ein Stück zurück, wenn er zu aufdringlich wird, entfernt sich aber auch nicht zu weit und wartet offenbar, bis er wieder herankommt.  Inzwischen berühren sie sich bereits mit den Beinchen. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Juni 2017

Wie kommt es zu dem tiefen Abgrund im Pool?

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Erklärung des Ratselfotos des Monats April 2017
Frage: Was macht die Pflanze so stark?

Antwort: Geht man davon aus, dass Pflanzensamen in kleine Risse des Asphalts geraten und ein Minimum an Erde und Feuchtigkeit vorfinden, so beginnen sie zu wachsen. Ein wesentlicher Mechanismus, Feuchtigkeit aufzunehmen funktioniert durch Osmose. Die Pflanzenzellen haben selektive Wände, die zum Beispiel reines Wasser durchlassen, nicht aber Pflanzensäfte. Da der Drang, sich zu vermischen, also eine möglichst einheitliche Lösung herzustellen, sehr groß ist, kann das Ziel nur dadurch erreicht werden, dass das Wasser durch die Wände in die Pflanze eindringt, umgekehrt aber kein Saft herauskann. Als zwangsläufige Folge erhöht sich der Druck in den Pflanzenzellen. Weil die Pflanzen die Flüssigkeit über die Wurzeln aufnimmt, spricht man auch vom Wurzeldruck. Erst wenn dieser so groß ist wie der durch das Mischungsbestreben bewirkte osmotische Druck wird die Wasseraufnahme gestoppt. Der Druck bei dem das passiert, kann mit bis zu 13 bar erstaunlich hoch sein. Bedenkt man, dass ein Autoreifen einen Druck von etwa 2 bar hat, so kann man sich die Sprengkraft, die dadurch bewirkt wird, gut vorstellen.
Wenn nach einigen Regentagen reife Kirschen platzen, so ist auch dafür der osmotische Druck verantwortlich. Er entsteht in diesem Fall dadurch, dass Regenwasser durch die selektive Haut der Kirsche ins Innere gelangt, um dem natürlichen Mischungsbestreben nachzukommen.

Im Brennpunkt der Seife

In: H. Joachim Schlichting. Physik in unserer Zeit 48/2, (2017, S. 101

Manche Seifen haben nicht nur die Form einer Sammellinse, sie verhalten sich auch so, wenngleich ihre Form alles andere als optimal ist.

Als ich neulich unter der Dusche die neue Seife ausprobierte, war ich weniger durch deren Waschkraft und Duft beeindruckt als vielmehr durch einen Lichtfleck, der den Wamdschatten der Seife aufhellte. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats April 2017

Zu gestern: April, April!

Und hier kommt das echte Rätselfoto des Monats:

Frage: Wie kommt es zu der Abbildung an der Wand?

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Krumme Spuren eines geraden Fluges

kondensstreifen_dscf2757aEin Flugzeug durchquert das rechte obere Fensterquadrat und merkt nicht, daß seine Flugbahn und die Spur, die es am Himmel hinterläßt, von dem unregelmäßigen alten Glas zu einer wackligen Schlangenlinie verzogen werden.
Aus: Anne Weber. Besuch bei Zerberus  2004. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Januar 2017

eislawine_rv

Wie kommt es zu diesem zungenartigen Gebilde?

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Blauer Schatten bei Sonnenuntergang

BlauerSchattenEine weiße Wand zeichnet sich dadurch aus, dass sie unabhängig von der Wellenlänge das auftreffende Licht nahezu  unverändert wieder ausstrahlt. An einem strahlenden Sonnentag ist der Schatten auf einer solchen Wand blau. Weiterlesen

Die hellen Schatten der Dunkelheit

weisserschatten031barvDie Überschrift klingt etwas poetisch ist aber durchaus physikalisch gemeint und zwar in der folgenden Hinsicht:
Die deutlichsten Schatten werden von den kleinsten Lichtquellen hervorgerufen. Eine kleine Glühlampe entwirft einen wesentlich schärferen Schatten als beispielsweise eine größere Kugelleuchte. Und im Lichte einer Leuchtstoffröhre findet man nur noch schemenhafte Andeutungen eines Schattens. Weiterlesen

Gläserne Herzen

Herzliches_Raetselraten KopieWas ergibt ein aufgeschlagenes Buch, in das man – weil gerade nichts Besseres zur Hand ist – eine Kugel legt, damit die Seite nicht gleich wieder verschlagen wird: Herzen. Weiterlesen

Im Schatten eines Schattens

schatten_eines_schattensSchlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 5 (2016) S. 252 – 53

Wenn man bei niedrig stehender Sonne in den Schatten eines hinter einem stehenden Baumes tritt, kann man eine interessante Beobachtung machen: Unser Kopfschatten wird schmaler. Ursache ist ein verblüffendes Zusammenspiel von Kern- und Übergangsschatten. Weiterlesen

Räumlicher Schatten im Nebel

Schatten-im-NebelaAls ich am frühen Morgen im mäßigen Nebel bei tiefstehender Sonne die auf dem Foto abgebildete Brücke mit dem Fahrrad überqueren wollte, irritierte mich ein dunkler Balken, der quer über die Brücke zu gehen schien. Ich bremste ab und stellte fest, dass der vermeintliche massive Balken nichts als ein Lichtphänomen war.
Der Nebel wird dadurch als solcher sichtbar, dass das Licht an den winzigen Wassertröpfchen diffus reflektiert wird und ihm eine Art helle Substanz verleiht. Weiterlesen

Stets aufs neu geteilte Gänge

BlattadernDas zierlich eingekerbt-, und nett-gezackte Laub,
Wodurch die Adern sich bis an die Ecken,
Voll klares Safts, wie Blut, erstrecken,
Ist recht verwunderlich geweb´t. Solch eine Menge
Stets wiederum aufs neu geteilter zarter Gänge
Durchflicht das ganz Blat, wodurch es sich vereint,
Und, wie ein grünes Fleisch, voll grüner Adern scheint.
Ein Blat beschattet oft das ander´, und vermehret,
Durch seine dunk´le Zierlichkeit
Der Schatten, Bildungen und Farben Unterscheid.

Brockes, Barthold, Hinrich (1680 – 1747) Weiterlesen

Das kleinste Haar wirft einen Schatten

Filigrane_SchattenMit dieser Feststellung Johann Wolfgang von Goethes im Rücken, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass Schatten oft unterschätzt werden. Vor allem dann, wenn man sie auf  negative Projektionen von Gegenständen reduziert, die das Licht, in dem sie stehen, ihrer Silhouette entsprechend ausblenden. Schatten sind mehr als das und zwar im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn.
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El misterio de la sombra azul

sts98plume_nasa_1111a KopieSchlichting, H. Joachim. Investigación y Ciencia 5 (2016)

Entre el sol poniente y la luna naciente, la estela de un cohete proyecta un enigmático «rayo de sombra». ¿A qué se debe?

En febrero de 2001, durante el despegue del transbordador espacial Atlantis a bordo de un cohete hacia la Estación Espacial Internacional, pudo verse en el cielo un espectáculo fascinante. Entre la luna naciente —que a primera vista podríamos haber confundido con el sol poniente— y la estela del cohete, se dibujó una enigmática línea azul (ilustración). Para explicar por qué, habremos de recurrir a todo tipo de consideraciones físicas. Y ese no es el único misterio que hay en esta imagen. Weiterlesen

Ein Blumenstrauß und sein Schatten

SchattentalerBlumen sind die Liebesgedanken der Natur
Bettina von Arnim

Der Blumenstrauß wird von einer kugelförmigen Mattglaslampe angestrahlt. Das bringt der Schatten an den Tag. Denn die Form des Schattens hängt nicht nur von der Form des Schattengebers, also des Blumenstraußes ab, sondern auch von der Lichtquelle. Der Schatten ist eine hybride Abbildung von Lichtquelle und Schattengeber. Man kann ganz grob folgende Regel aufstellen: Befindet sich der Schattengeber dicht an der Projektionswand, dann dominiert die Form des Schattengebers vor der der Lichtquelle. Weiterlesen

Frühlingserwachen im Verborgenen

Kleeblatt_mit_TropfenBei einem Vorfrühlingsspaziergang durch den noch winterlich kahlen aber dafür sonnendurchfluteten Buchenwald im Hüggel erblicke ich eher zufällig die ersten Sauerkleeblätter, die sich durch die Schicht der im vorangegangenen Herbst abgefallenen Buchenblätter ans Licht vorgearbeitet haben. So zerbrechlich sie auch erscheinen mögen, sie haben immerhin die Kraft aufgebracht, die relativ dicke Schicht der verfaulenden Buchenblätter anzuheben und durch einen infolgedessen aufbrechenden Spalt hindurchzudringen. Weiterlesen

Raureif überlebt im Schatten der Bäume

Raureif-im-NebelRaureif gedeiht vor allem an Stellen, die dem unbedeckten Himmel ausgesetzt sind. Denn angesichts dieses extrem kalten Gegenübers strahlen die Gegenstände wesentlich mehr Energie ab, als sie aus der Umgebung erhalten. In abgeschatteten Bereichen ist der Energieverlust wesentlich geringer, sodass es dort unter ansonsten gleichen Bedingungen meist nicht zur Eiskristallbildung kommt.
Während hier also der Schatten die Raureifbildung behindert, bewahrt er an sonnigen Tagen den Raureif vor einem allzu schnellen Verschwinden. Weiterlesen

Physik und Kunst – Perspektiven und Wechselbeziehungen

Farbfraktal011Vortrag auf Lehrerfortbildungstagung Physik – Jenseits des Tellerrands – Physik im fächerverbindenden Kontext  am 6.11.2015 in Leinsweiler

Kurzfassung:
Obwohl Physik und Kunst normalerweise als stark unterschiedliche Ausprägungen unserer Kultur angesehen werden, weisen sie zahlreiche Beziehungen auf. Sie äußern sich u. a. in gemeinsamen Ideen, verblüffenden Überschneidungen, überraschenden Wechselwirkungen. Einige Aspekte dieser Wechselbeziehungen werden im Hinblick auf eine mögliche Einbeziehung in den Physikunterricht beispielhaft dargestellt und diskutiert.

Das Auge sieht, was es sucht
Max Slevogt

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder,
sondern macht sichtbar
Paul Klee

Magische Momente – der Sprung ins neue Lebensjahr

Lano-zum-3-LebensjahrDie Geschichte von Peter Schlemihl lehrt uns, dass der Verlust des eigenen Schattens ein ernsthaftes Problem werden kann. Schon der Verlust des Kontakts zwischen Urbild und Schattenbild hat etwas Magisches. Zwar wird es meist nicht bemerkt und in vielen Alltagssituationen ist die Trennung auch nur temporär, aber es heißt: dass der Moment der Loslösung vom Schatten genutzt werden kann, sich etwas zu wünschen. Im vorliegenden Fall ist es nur der Ball, der diesen Moment erlebt. Er ist sogar daran gewöhnt, denn seine Bestimmung ist es, in der Luft zu sein und das ist für einen Ball schon Magie genug. Aber wie ist es mit einem springenden Menschen? Lano, du springt heute vom 2. ins 3. Lebensjahr. Dazu gratulieren wir dir sehr herzlich. An solchen Tagen gehen Wünsche gewöhnlich auch ohne solaren Schatten in Erfüllung.

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Der Schatten – das wunderliche Tier neben mir

Schattentier2Der Schatten

Da ich heut morgen im Garten saß
Die Bäume standen in blauer Blüh,
Voll Drosselruf und Tirili
Sah ich meinen Schatten im Gras,

Gewaltig verzerrt, ein wunderlich Tier,
Das lag wie ein böser Traum vor mir.

Und ich ging und zitterte sehr,
Indes ein Brunnen ins Blaue sang
Und purpurn eine Knospe sprang,
Und das Tier ging nebenher.

Trakl, Georg: Der Schatten

Schatten, die keine sind

SchattenreflexeAuf den ersten Blick würde man sagen, dass wir hier auf die Schatten von Blättern auf der Wasseroberfläche eines Gewässers blicken. Doch bei näherem Hinsehen könnten auch Spiegelungen in Frage kommen, denn die andeutungsweise grüne Färbung der Abbildungen weist genau in diese Richtung. Dagegen spricht jedoch, dass bei einer Spiegelung der nur wenig Licht aussendenden Unterseite der Blätter die grüne Farbe kaum mehr zu erkennen sein dürfte. Der grüne Schimmer könnte vielleicht vom Boden stammen, da die Abbilder der Blätter das Wasser „durchsichtiger“ machen, als es an anderen Stellen ist und die Bodenstruktur besser erkennen lassen. Weiterlesen

Wasserläufer und Leonardokreuz

Leonardokreuz am Rande eines schwimmenden HolzstücksAuf diesem Foto sieht man unter anderem den Schatten eines Wasserläufers. Dieses Abbild ist auffälliger als das Urbild. Merkwürdig ist, dass dort, wo man die feinen Schatten der filigranen Füße erwartet, verhältnismäßig große Schattenovale auftauchen. Es sind auch gar nicht die Schatten der Füße, vielmehr rühren sie von den schüsselartigen Vertiefungen her, die der Wasserläufer mit seinen hydrophoben Füßen auf der Wasseroberfläche hervorruft. Die Oberflächenspannung des Wassers verhält sich bei nichtbenetzbaren (hydrophoben) Gegenständen wie eine elastische Haut. An der konkaven Wölbung dieser Vertiefungen im Wasser wird das einfallende Licht gebrochen und daher zu den Seiten abgelenkt. Dadurch gelangt an diesen Stellen weniger Licht auf den Boden des Gewässers und lässt den Bereich als Schatten erscheinen. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats Mai

112_Tropfen-auf-BlattAuf diesem sind einige interessante physikalische Phänomene zu sehen. Welche?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Halo und Kondensstreifen

Rätselfoto des Monats April 2015

111_Halo_kondensstreifen_scWelche physikalisch interessanten Phänomene sind zu sehen?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Stall-in-Flammen

Wasserheiligenschein

Wasserheiligenschein

Heiligenscheine auf dem Wasser gelten als seltenes Naturphänomen. Zumindest muss man diesen Eindruck bekommen, wenn man ihren Bekanntheitsgrad bedenkt. Dabei sind sie meiner Erfahrung nach häufiger zu sehen, als Heiligenscheine auf der feuchten Wiese. Zumindest wenn man ein wenig nachhilft. Im Grunde eignen sich viele Teiche, künstlich angelegte Gartenteiche eingeschlossen. Was meistens fehlt ist eine gewisse Welligkeit des Wassers, die neben der fast immer vorhandenen leichten Trübung des Wassers unabdingbar ist für das Auftreten des Phänomens. Die Welligkeit kann man aber leicht selbst erzeugen, wenn man beispielsweise mit einem Stock im Bereich des eigenen Schattens im Wasser etwas herumrührt. Während der Zeit, in der sich das Wasser wieder beruhigt, sieht man deutlich die Strahlen, die den eigenen Kopfschatten zu umgeben scheinen. So ist auch dieses Foto entstanden.

Walt Whitman muss so etwas gesehen haben, wenn er schreibt:

Sah den Widerschein des Sommerhimmels  im Wasser,
Fühlte meine Augen geblendet von der schimmernden Strahlenspur,
Schaute hinab auf die feinen, strahlenden Lichtspeichen  um die Form meines Kopfes im sonnigen Wasser, …

Nimm in dich den Sommerhimmel, du Wasser, und halte ihn treulich, bis alle herniederschauenden Augen ihn wieder trinken können aus dir!
Strahlt, feine Lichtspeichen, um das Spiegelbild meines / Kopfes, oder des Kopfes irgendeines anderenen, in dem sonnigen Wasser…

Walt Whitman: Auf der Brooklyn- Fähre. Grashalme. Zürich: Diogenes 1995

Der Schatten da, mein Ebenbild…

SchattenverfolgungDer Schatten da, mein Ebenbild, der hin und her läuft und seinem Broterwerb nachgeht und verhandelt und schwatzt,

Wie oft ertappe ich mich dabei, daß ich stehe und ihm zuschaue, wie er herumflitzt,

Wie oft frage und zweifle ich, ob ich das wirklich bin;

Aber wenn ich mit denen bin, die mich lieben, und diese Lieder singe,

O dann zweifle ich nie, ob ich das wirklich bin.

Whitman, Walt: Grashalme. Zürich: Diogenes 1955

Eine Kerzenflamme und ihr Schatten zum 2. Advent

2_AdventHier sieht man eine brennende Kerze vor einer vom Sonnenlicht erhellten Fensterleibung. Nicht nur die Kerze, auch die Flamme ruft einen wenn auch mickrigen Schatten hervor. Aus der Erzählung: Peter Schlemihls wundersame Geschichte von Adelbert Chamisso (1781 – 1831) wissen wir, wie lebenswichtig und bedeutend der Schatten sein kann. Daher werden die Kerzenflamme und ihr Schatten  dem 2. Advent durchaus gerecht.

Bleibt die Frage, wie eine Lichtquelle, die ja selbst in der Lage ist Schatten hervorzurufen, einen eigenen Schatten haben kann. Wie man an der schlanken Form des Flammenschattens sieht, ist er nicht ganz vollständig. Der äußere fast farblose Saum der Flamme ist nämlich lichtdurchlässig und wirft daher keinen Schatten. Der innere Kern der Flamme, dem wir die Leuchtkraft der Kerze verdanken, ist paradoxerweise zumindest teilweise lichtundurchlässig. Das liegt daran, dass dieser Bereich von Kohlenstoffteilchen (Ruß) erfüllt ist, die kein Licht durchlassen und daher als Schattengeber wirken. Die Kohlenstoffteilchen glühen und strahlen daher das typisch gelbliche Licht der Kerze aus.

Vorspiegelungen beim Blick durch eine gläserne Balkontür

IMG_8892baDas Foto sieht manipuliert aus, ist es aber nicht. Der Fotograf steht vor einem Balkonfenster und fotografiert die Szenerie, die sich in dem Fensterglas spiegelt. So weit so gut, wäre da nicht ein zweites Bild des Fotografen just an der Stelle, an der er den Fotoapparat hält. Es sieht fast so aus, als würde man hier das überdimensionale Display des Apparats vor Augen haben und einen Teil des Fotos sehen.
Des Rätsels Lösung: Damit die Spiegelung an einer Fensterscheibe, die (bei senkrechtem Einfall) ja nur knapp 8% des Lichts reflektiert, so gut ausfällt wie in diesem Foto, darf kaum Licht aus dem Raum zurückgestreut werden. Das setzt entweder dunkle Wände und Möbel voraus und/oder wie im vorliegenden Fall, dass die in der Scheibe gespiegelten Gegenstände sehr hell sind. Auf diese Weise überstrahlen sie das aus dem Zimmer zurückkommende Licht weitgehend. Weiterlesen

Das Geheimnis des blauen Schattens

sts98plume_nasa_1111a KopieSchlichting, H. Joachim. Spektrum der Wissenschaft 10 (2014), 52 – 53

Zwischen untergehender Sonne und aufgehendem Mond lässt der Abgasschweif einer Rakete einen rätselhaften Schattenstrahl entstehen.

Was der Mensch sieht, hängt sowohl davon ab,
worauf er blickt, wie davon, worauf zu sehen
ihn seine visuell-begriffliche Erfahrung gelehrt hat.

Thomas S. Kuhn (1922 – 1996)

PDF: Das Geheimnis des blauen Schattens

Eratosthenes meets Arno Schmidt

Eratosthenes-Wüste2Wenn man über die astronomischen Errungenschaften der Antike liest, werden oft Dinge als selbstverständlich angenommen, die es in der damaligen Zeit nicht waren. So hat Eratosthenes den Erdumfang dadurch bestimmt, dass er in Alexandria zu dem Zeitpunkt, da die Sonne in Syene, dem heutigen Assuan, in einem Brunnen zu sehen war, also im Zenit stand, den Schatten eines Schattenstabs mit 7,2° bestimmte. Das ist der 50. Teil des Erdumfangs. Unter der Voraussetzung, dass beide Städte auf demselben Längengrad liegen – was nicht ganz zutrifft (3° Unterschied) – lässt sich daraus der Erdumfang bestimmen, wenn man nur den Abstand zwischen Alexandria und Syene hätte. Eratosthenes soll die Entfernung von Schrittzählern bestimmt haben lassen, so liest man oft ganz lapidar. Was das aber im Einzelnen bedeutet, darüber hat sich Arno Schmidt in seiner Erzählung „Enthymesis oder W.I.E.H.“ hineinzudenken versucht: Weiterlesen

Rhapsodie in grün

DSCF1313daEin grünes Blatt ist grün ist grün ist grün… Und dennoch ist es kaum zu glauben, dass wir hier dasselbe Blatt sehen, einmal im prallen Sonnenlicht und einmal im Schatten. Aber was heißt schon Schatten. Es heißt nicht, Abwesenheit von Licht, sondern in diesem Fall Abwesenheit von direktem Sonnenlicht. Weiterlesen

Welt der Schatten

Sofi31_05_03_010brvSchlichting, H. Joachim. In: Spektrum der Wissenschaft 7 (2014), S. 60 – 62

Frühe Naturforscher trugen maßgeblich zu unserem naturwissenschaftlichen Weltbild bei, indem sie die von astronomischen Körpern geworfenen Schatten vermaßen.

»Nichts ist begreiflich
ohne Licht und Schatten«
Leonardo da Vinci (1452 – 1519)

PDF: Welt der Schatten

 

 

Eines der eindrucksvollsten Schattenphänomene, die Sonnenfinsternis

Rätselfoto des Monats Februar 2014

097_Abbildung im SchneeWie kommt es zu dieser Abbildung im Schnee?

Erklärung des Rätselfotos vom Vormonat: Blatt als Wärmeabsorber

Paradoxe Schatten

paradoxe SchattenUcke, Christian; Schlichting, H. Joachim. In: Physik in unserer Zeit 44/6 (2013), S. 272-273

Das Licht der Sonne erzeugt von einem in Wasser schwimmenden Ball unter gewissen Bedingungen mehrere Schatten. Dieser scheinbar paradoxe Effekt lässt sich ganz klassisch mit dem Brechungsgesetz erklären.
Lebte man auf einem Planeten, der um ein Doppelsternsystem kreist, würde man sich nicht wundern, wenn man hinter einem Gegenstand zwei Schatten sieht. Es gibt tatsächlich derartige, in Wirklichkeit ziemlich unwirtliche Planeten, beispielsweise Kepler-16b und Kepler-34b. In der Science-Fiction-Saga Star Wars mit Luke Skywalker wurde ein entsprechender, allerdings lebensfreundlicher Planet namens Tatooine vorweggenommen. Sieht man jedoch auf der Erde in einem flachen Kinderswimmingpool bei einem schwimmenden, steil von einer Sonne beleuchteten Ball sogar drei Schatten, so erzeugt das Irritationen und Neugierde zugleich.

PDF: kann beim Autor angefordert werden (Schlichting@uni-muenster.de)

Lektüre, die das Herz erfreut

Linsenherz_rvDie Überraschung, die man erleben kann, wenn man seine Leselupe bei der Lektüre kurz auf dem Buch ablegt, bringt ein unerwartetes Phänomen hervor: Das Bild eines stilisierten Herzens scheint auf dem ersten Blick die Solidität der Lupe Lügen zu strafen, scheint es doch sehr weit von dem entfernt, auf was man realiter gefasst ist. Wenn man dann auch noch aus der persönlichen Befindlichkeit heraus oder durch die Wirkung des gerade gelesenen Inhalts des Buchs darin eine zeichenhafte Repräsentation zu sehen geneigt ist, kann der nüchterne physikalische Hintergrund leicht in Vergessenheit geraten: ein Schatten, der auf eine unebene Fläche, eine von zwei Seiten spitz zulaufende Vertiefung, fällt. Die Kreisform des Originals wird daher so deformiert, dass eine Herzform entsteht. Trotz dieser einfachen Erklärung bleibt natürlich der ästhetische Reiz und für diejenigen, die sich eine gewisse wohltuende Naivität bewahrt haben, das Erstaunen über ein sinnstiftendes Zusammentreffen zufälliger Gegebenheiten auf unterschiedlichen Bedeutungsebenen.