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Marginalia

Unbekannter Vogel

Vor einigen Tagen entdeckte ich eine Blume auf dem Rasen, deren Namen mir bis dahin unbekannt war. In gleich zwei Kommentaren wurde die schöne Blume identifiziert. Um diesen Erfolg möglicherweise zu wiederholen, zeige ich hier einen Vogel, der uns „zugelaufen“ ist. Jedenfalls tänzelt er ohne große Scheu tagein tagaus im Garten und auf dem Rasen herum, um nach Nahrung zu suchen, aber auch – so denke ich manchmal – um mir ein neues Rätsel aufzugeben: Der Vogel sieht wie eine Amsel aus und verhält sich auch so.  Statt aber wie jede normale Amsel in einem schlicht schwarzen Federkleid aufzutreten, trägt sie/er die Flügelspitzen auffällig weiß.
Da ich bei meiner Recherche bisher keinen vergleichbaren Vogel auffinden konnte, frage ich mich und euch, ob es nicht vielleicht sogar eine Amsel sein könnte, die aufgrund eines Gendefekts die Flügel weiß auslaufen lässt. Oder ist diese Annahme allzu kühn?

Diskussionen

24 Gedanken zu “Unbekannter Vogel

  1. Eine interessante Kreuzung zwischen Amsel und evtl Elster würde ich darin sehen.
    Liebe Grüße von Hanne

    Verfasst von hanneweb | 28. April 2019, 00:04
  2. vielleicht ist es kein Defekt, sondern eine bewusste Entscheidung der Amsel, eine neue Mode einzuführen?

    Verfasst von gkazakou | 28. April 2019, 00:09
  3. Hier lebt seit ein paar Jahren eine Amsel mit kleiner weißer Feder an der Seite zusammen mit anderen Amseln. Ich freue mich immer, das Männchen zu sehen, weil ich es dadurch erkenne.
    Vermutlich ist es ein Amselmännchen bei euch. 🙂
    Ich lasse mich aber auch gerne von Fachkundigen belehren, falls meine Vermutung nicht stimmt.
    Liebe Grüße Ariana

    Verfasst von Ariana | 28. April 2019, 07:42
  4. Dieses Phänomen nennt sich Leuzismus. Dabei handelt es sich um einen Gendefekt, den man gerade bei Amseln öfter beobachten kann.
    Die Verhaltensauffälligkeiten könnten daher stammen, dass Tiere, die sich im Aussehen von Artgenossen unterscheiden, von diesen oft ausgegrenzt werden.

    Liebe Grüße
    Orla

    Verfasst von orlaonline | 28. April 2019, 09:54
    • Vielen Dank, liebe Orla, für die schlüssige Erklärung. Einen Gendefekt hatte ich ja auch schon vermutet. Dass es aber sogar schon einen Terminus technicus dafür gibt zeigt einmal mehr meine Defizite im Bereich der Biologie. Auch deine Feststellung, dass diese farbigen Amseln von Artgenossen ausgegrenzt werden, beobachte ich. Unsere schwarzweiße Amsel ist stets allein und scheint mit einem gewissen Sicherheitsabstand unsere Nähe zu suchen. Amseln sind eben auch nur Menschen.
      Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. April 2019, 10:57
  5. Für mich sieht es wie ein kräftiger Lichtstrahl aus, der das Gefieder des Amselmannes trifft und und so vorgaukelt, er hätte weiße Federn. Schöne Grüße, Birgit

    Verfasst von tontoeppe | 28. April 2019, 10:14
    • Beim ersten Anblick hatte ich einen ähnlichen Eindruck. Manchmal reflektiert das glatte Gefieder von Vögeln das Licht so, als hätte es weiße Flecken. Da sich der Vogel aber fast tagtäglich zeigt, ist völlig klar, dass er Federn mit weißen Spitzen hat.
      Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. April 2019, 11:01
  6. Ich habe eine Amsel hier, die am Hals ein paar weiße Federn hat. Sieht einem Halsband ähnlich, ist aber eindeutig (für mich) eine Amsel. Eine Erklärung habe ich dafür aber keine, interessant, was du da über deine Amsel berichtest.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Verfasst von Christiane | 28. April 2019, 10:26
    • Liebe Christiane, inzwischen ist das Phänomen erklärt (siehe Kommentar von Orla). Es ist tatsächlich ein genetischer Effekt, der wohl vorwiegend bei Amseln auftritt. Ist deine Amsel auch ein Einzelgänger?
      Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. April 2019, 11:04
      • Leuzismus, das ist ja spannend! Ich kann leider nicht mit Bestimmtheit sagen, ob meine Amsel ein Einzelgänger ist oder sich „komisch“ verhält, wahr ist jedoch, dass ich sie nur sehr selten sehe.
        Danke für den Hinweis auf die Lösung!
        Liebe Grüße
        Christiane

        Verfasst von Christiane | 28. April 2019, 11:26
  7. Farbvarianten bei Vögeln sind ja nichts ungewöhnliches (man denke nur an die weißen Morphen bei Mäusebussarden). Hier ein schöner Text mit dem noch schöneren Titel „Not every white bird is an albino: sense and nonsense about colour aberrations in birds“: http://www.vogelringschier.nl/DB28(2)79-89_2006.pdf
    Liebe Grüße

    Verfasst von simonsegur | 28. April 2019, 10:42
    • Zum Glück bin ich nicht allein mit meiner Unwissenheit. Immerhin hatte ich eine Vermutung in die richtige Richtung. Für den Hinweis auf den Text, der dieses Phänomen ausführlich auch bei anderen Vögeln beschreibt bin ich dir dankbar.
      Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. April 2019, 11:09
  8. Ich tendiere zu deinem kühnen Gedanken, da einst eine Freundin in Berlin einen Amselrich auf dem Balkon hatte, der ebenfalls eine weiße Feder hatte, nun kommt er sie nicht mehr besuchen …
    liebe Grüße
    Ulli

    Verfasst von Ulli | 28. April 2019, 10:51
  9. Ich denke auch, dass es eine Amsel ist. Da kommen solche Launen der Natur ab und zu mal vor. Wir hatten mal eine Albino-Amsel auf dem Berg, die war komplett weiß. Ich glaube, das nennt sich Leuzistische Amsel.

    Verfasst von ch | 1. Mai 2019, 19:02
  10. Wir wohnen direkt an einem Park und haben hier einige leuzistische Vögel, neben Amseln auch Krähen, die leider allesamt ausgegrenzt und vom Futter vertrieben werden. Eine Freundin berichtete, dass leuzistische Vogeljunge auch gerne aus dem Nest geworfen werden aufgrund ihrer Andersartigkeit, was ich ganz schrecklich finde, aber wohl der Gang der Natur ist.

    Verfasst von Anja Hörberg | 15. Januar 2021, 14:51
    • Die Ablehnung der Andersartigkeit in der Natur erscheint mir ausgesprochen merkwürdig. Ich beobachte zurzeit an einem Meisenknödel vor dem Fenster wie Spatzen und Meisen anfangs einander zu vertreiben versuchten (meistens sind die Spatzen dominierend). Nach ein paar Wochen haben sie sich jedoch so aneinander gewöhnt, dass sie manchmal zu viert, nicht selten einander berührend den Knödel abgrasen. Danach zu urteilen sind (diese) Vögel in der Lage, noch größere Andersartigkeiten als Farbunterschiede bei der selben Art zu akzeptieren. Da die Andersartigkeit beim Leuzismus meist wesentlich unauffälliger ist, müssen hier wohl tiefliegende Gründe für die Ablehnung vorhanden sein. Unsere ja nur mit leichten Verfärbungen versehene Amsel wurde derartig gemoppt, dass sie vermutlich daran zugrunde gegangen ist. Jedenfalls war sie nur etwa ein Jahr lang bei uns.
      Wenn ich an die Menschen denke, so kann man diese Ablehnung des Andersartigen ja auch bei ihnen beobachten. Allerdings besteht hier die Hoffnung, dass sie durch Erziehung und andere Maßnahmen aus der Welt geschaffen werden kann.
      Da ich mich auf diesem Gebiet nicht auskenne, sind diese Aussagen natürlich auf eigene Beobachtungen beruhende Spekulationen 😉

      Verfasst von Joachim Schlichting | 15. Januar 2021, 16:55

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