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Farbe

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Ein Hauch wie Klatschmohn

Die Blumen im „hohen Gras, die kaum berührt, schon ihre Blüte verlieren, nachgebend dem leisesten Hauch: wie der Klatschmohn auf langen Stengeln, Gipfel der Zerbrechlichkeit, kleine Pavillons, kurzlebig, vergänglich, für ein Volksfest, einen Dorfschmuck. Doch es ist jedenfalls immer ein Fest, eine Feier, eine Art Zustimmung: niemals Verweigerung, niemals Weinen“*.

Die Kurzlebigkeit und Vergänglichkeit der Blüten des Klatschmohns wird durch die Unermüdlichkeit der Pflanze aufgehoben immer wieder neue Blüten nachzuliefern bis spät in den Herbst. Beeindruckend ist nicht nur das charakteristische Rot der Blütenblätter, sondern auch der Eindruck, dass sie aus sich heraus leuchten würden. Die Ursache dafür ist in der Eigenschaft der dünnen Blätter zu sehen, das aus dem Spektrum des Sonnenlichts „gefilterte“ rote Licht nicht nur  auf der der Sonne zugewandten Seite auszusenden, sondern es auch passieren zu lassen.
Die erstaunliche Stabilität der hauchfeinen Blütenblätter verdankt sich hauptsächlich dem Druck in den feinen Zellen, der durch die physiologischen Vorgänge in der Pflanze aufrechterhalten wird. Viel Materie ist nicht dran an einem solchen Blütenblatt. Zerdrückt man es zwischen den Fingern, so bleiben ein wenig rote Flüssigkeit und ein wenig Biomasse. Die entfalteten Blätter sind also viel mehr als die Summe ihrer materiellen Bestandteile, sie sind nur Mittel zum Zweck. Und was ist der Zweck?
Zu weiteren Aspekten dieser beeindruckenden Blume habe ich mich schon früher geäußert, zum Beispiel: hier und hier und hier und hier und hier und hier.

Ab heute bin ich eine gute Woche offline und kann daher auf evtl. Kommentare erst später antworten und auch mir liebgewonnene Seiten erst danach besuchen. Für einige Beiträge habe ich aber trotzdem vorgesorgt.


*aus: Philippe Jaccottet Sonnenflecken Schattenflecken. Gerettete Aufzeichnungen 1952-2005

 

 

 

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Abendrot

Glühendes Rot schenkt dem Tag eine Stunde
ehe die Nacht alles Helle verschlingt.
Schon dreht das Mausohr im Fahllicht die Runde,
während die Amsel ihr Schlafliedchen singt.

Farben der Glut scheint der Himmel zu malen,
Feuer greift tief in das dunkelnde Blau.
Fort ist die Sonne, die pinselnden Strahlen
klimmen den Sehkreis zur Spätabendschau.

Waldkäuze rüsten ihr weiches Gefieder,
Kirchtürme schwärzen zum Scherenschnitt ein.
Dieser Moment, ein Libretto für Lieder,
könnte nicht schöner, nicht mystischer sein
*


*Ingo Baumgartner (1944 -2015)

Das rote Blatt in der Familie

Schwarze Schafe findet man offenbar auch im Bereich der Pflanzen, hier insbesondere bei den normalerweise grünen Blättern der Mahonien in Form eines roten Blatts. Mahonien zeichnen sich überhaupt durch kräftige Farben aus. Im Frühjahr blühen sie in einem intensiven Gelb und bringen im Herbst blaue Früchte hervor. Die gefiederten Blätter sind indessen von einem kräftigen, Grün. Ihre Oberfläche ist glänzend glatt, was dazu führt, dass sie das Sonnenlicht spiegelnd reflektieren und beim passenden Blickwinkel (Einfallswinkel = Reflexionswinkel) blendend weiß erscheinen. (Das ist auch hier an einigen Stellen zu sehen).
Sollte sich das rote Blatt in der Jahreszeit geirrt haben und das Blattgrün vorzeitig zur winterlichen Aufbewahrung abgegeben haben? Eher dürfte es sich um die Auswirkung einer Rostkrankheit handeln.
Irgendwie erinnert das Blatt an die mit weißen Flecken versehene Amsel, die sich ihrerseits wie ein weißes Schaf in der Familie der schwarzen Artgenossen vorkommen muss.

Gestörte Kreise mit ästhetischer Wirkung

In einem früheren Beitrag habe ich über farbige Sonnentaler berichtet, die zufällig dadurch entstehen, dass ein prismatisch berandetes gläsernes Windspiel Sonnenlicht bricht, das auf einer weißen Wand aufgefangen wird.
So ein Windspiel hängt auch in meinem Arbeitszimmfenster und wirft unter günstigen Bedingungen auch einen farbigen Sonnentaler auf meinen Schreibtisch. Das gibt ebenfalls schöne Farben. Ein weißes Blatt Papier lässt die Farben noch brillanter erscheinen. Und um den Kreisen weitere Kreise hinzuzufügen, lege ich rein spielerisch einige Glasmurmeln in den Sonnentaler. Das Ergebnis ist im Foto zu sehen. Die Kugeln schneiden kreisförmige Lichtbündel aus, und da das Licht schräg einfällt, werden daraus elliptische Projektionen. Die gläsernen Kugeln sind optisch nicht ganz perfekt, u.a. weil sie winzige Lufteinschlüsse und auf den Herstellungsprozess zurückgehende Inhomogenitäten aufweisen. Dadurch erzeugen sie aber entsprechende Muster auf der waagerechten Projektionsfläche.

Die vorerst namenlose gelbe Blume

Die blaue Blume ist ein wesentliches Symbol der Romantik und symbolisiert die Sehnsucht, Liebe und noch einiges mehr. Die Komplementärfarbe von blau ist gelb. Vielleicht bin ich deshalb von manchen gelben Blumen nicht weniger beeindruckt.
Daher finde ich es einigermaßen erstaunlich, dass ich vor ein paar Tagen auf einige gelbe Blumen stieß, die sich – wie auch immer – auf unserm Naturrasen eingenistet haben. Dieser besteht weitgehend aus wilden Pflanzen und wird nur wenige Male im Jahr gemäht. Dabei bleiben oft kleine Inseln von „Blumen“, zurück, die ich nicht wage niederzumähen. Zurzeit zeigen sich umgeben von grünen Wildpflanzen einige Blumen, die mir als Wildblumen bislang noch nicht begegnet sind. Vielleicht sind es ja auch keine Wildblumen, was natürlich die Frage aufwirft, wie sie dort hingelangt sind. Wie das Foto zeigt, haben sie eine beeindruckende Färbung: Die sechs kräftig gelben Blütenblätter laufen in weißen Spitzen aus, was sich in der grünen Umgebung ästhetisch wirkungsvoll ausnimmt.
Kann mir jemand sagen, wie die Blume heißt?

Farben – real oder eingebildet?

Zunächst die Feststellung, dass ich meiner Erinnerung nach die Farben so gesehen habe, wie sie in diesem unbearbeiteten Bild erscheinen. Ich würde also sagen, wenn der Weißabgleich das Ziel verfolgt, die Sinneseindrücke des Auges möglichst getreu wiederzugeben, dann ist es hier gelungen.
Jemand anders, der das Gebäude ebenfalls gesehen hatte, glaubte sich jedoch zu erinnern, dass es makellos weiß gewesen sei und das Foto die Farben nicht korrekt wiedergebe. Weiterlesen

Winterlichtblick

Ein schon totgeglaubte, dem Verfall anheingegebene Pflanze, erstrahlt im flachen Winterlicht zu neuem Glanz. Feine Reifkristalle unterstreichen diesen Effekt, indem sie das Licht der Sonne in verschiedene Richtungen ablenken.
Während das vor allem an den Reifkristallen reflektierte Licht die Zusammensetzung des Lichts unverändert lässt, findet infolge der Brechung des durch die Kristalle hindurchgehenden Lichts eine Farbzerlegung statt, die allerdings aufgrund einer gewissen künstlerischen Unschärfe nur andeutungsweise zu erkennen ist.
Das rötliche Licht der tiefstehenden Sonne verheißt Wärme. Wärme, die bereits auf den Frühling verweist? Oder Wärme der geheizten Stube angesichts des erst bevorstehenden kalten Winters? Lassen wir uns überraschen und freuen uns ein wenig über den schönen Anblick!

 

 

Rätselfoto des Monats Januar 2019

Wie kommt es zu den blauen Augen?


Erklärung des Rätselfotos des Monats Dezember 2018
Frage: Wie kommt es zu diesen Lichtschweifen?

Antwort: Des Rätsels Lösung besteht darin, dass die Situation durch einen doppelt verglasten Raumteiler hindurch gesehen wird. Da eine Glasscheibe nicht nur Licht durchlässt, sondern auch Licht spiegelnd reflektiert, blicken wir hier auf die leuchtenden Kerzen, die an beiden Glasscheiben reflektiert werden. Genau genommen finden auch noch Reflexionen an den beiden Grenzschichten jeder Scheibe statt. Da diese sehr dicht beieinander liegen, werden sie nicht mehr getrennt sichtbar. Aber es bleibt nicht bei der einen Spiegelung. Da sich die beiden Scheiben gegenüber stehen, werden die Spiegelbilder und auch noch die Spiegelbilder der Spiegelbilder reflektiert und so weiter, bis die Intensität des Restlichts so schwach ist, dass man es schließlich nichts mehr sieht. Denn wir sehen die Spiegelungen der Spiegelungen überhaupt erst dadurch, dass bei jeder Reflexion auch ein Teil des Lichtes durch die Scheibe hindurch geht und in unser Auge gelangt. Was wir hier spiegelnd reflektiert sehen, sind Spiegelbilder. Für sie gilt aber dasselbe wie für reale Objekte. Sie sind so weit hinter dem Spiegel zu sehen, wie der Gegenstand davor. Deshalb erscheint mit jeder Generation einer Spiegelung das Spiegelbild um den Abstand der beiden spiegelnd reflektierenden Grenzflächen weiter entfernt.
Im Prinzip haben wir es mit einer Art Unendlichkeitsspiegel zu tun. Einer zweier parallel gegenüberstehender Spiegel ist mit einem Guckloch versehen. Blickt man hindurch sieht man eine – im Prinzip unendlich lange – Schlange von Gucklöchern und Lampen(bildern). Aber auch manche Designobjekte, z.B. in Form eines Kerzenhalters führen nach diesem Prinzip zu Lichtschweifen.
Bleibt noch die Frage, warum die Schweife von Spiegelbildern auf einen Fluchtpunkt zuzulaufen scheinen. Dies ist ein Perspektiveneffekt der sich vom Beobachter entfernenden Spiegelbilder. Irgendwo am virtuellen Fluchtpunkt der Schweife ist die Linse der gespiegelten Kamera, die hier jedoch nicht zu sehen ist, weil sie durch das Licht der realen Kerzen überstrahlt wird.

Wenn herbstliche Farben vom Himmel fallen

Der Herbst macht alles bunt. Nun hat zwar zumindest meteorologisch gesehen bereits der Winter begonnen, aber so streng richten sich die Jahreszeiten, so wie wir sie uns denken, nicht nach dem Kalender. Als die Sonne überraschenderweise durch die Wolken bricht, setze ich mich für einen Moment in Erinnerung an die vielen schönen Tage, die ich in diesem Jahr hier verbracht habe, an den inzwischen sehr trostlos dreinschauenden Teich. Weiterlesen

Sonnenuntergänge – zwischen Naturphänomen und Poesie

Die Sonne war prachtvoll untergegangen, und das schönste Abendrot zog lieblich hintennach. »Wenn ich ein Landschaftsmaler wäre,« rief Demetri, »ich malte ein ganzes Jahr weiter nichts als Lüfte, und besonders Sonnenuntergänge. Welch ein Zauber, welche unendliche Melodien von Licht und Dunkel, und Wolkenformen und heiterm Blau! Es ist die Poesie der Natur. Gebirge, Schlösser, Paläste, Lusthaine, immer neue Feuerwerke von Lichtstrahlen, Riesen, Krieg und Streit, flammende Schweife wechseln mit neuen Reizen ab, wenn das Gestirn des Tages in Brand und Gluten untersinkt. Aber leider mit eurem Licht in der Malerei sieht es übel aus!«
»Und was man davon malen kann,« fuhr ich fort, »dauert nur wenig Momente; die glücklichste Phantasie und Empfindung gehört dazu, es aufzubewahren,
nach Hause zu tragen, und wunderbare Kunst, es täuschend langsam hinzupinseln.«

Heinse: Ardinghello und die glückseligen Inseln. Stuttgart 1986

Goldene Weinblätter

Nein, diese goldenen Weinblätter haben ihre Farbe nicht durch Phytomining* erworben, sondern lediglich durch eine herbstliche Verfärbung, die sie golden erscheinen lässt. Um diesen Eindruck zu erzeugen genügt es, dass das durch Carotin erzeugte Gelb mit einer glatten Oberfläche kombiniert wird, die das Licht sowohl diffus wie spiegelnd reflektiert. Weiterlesen

Schönheit aus dem Geiste der Korrosion

Als der Dachdecker das für Reparaturzwecke am Dach vorgesehene Walzblei ausrollte, staunte ich nicht schlecht. Der  Vorgang des Ausrollens lief wie die Präsentation einer Serie von Bildern abstrakter Kunst ab (siehe Fotos).
Normalerweise hat Walzblei ein einheitliches, leicht zwischen mattem Silber und Blaugrau changierendes Aussehen. Weiterlesen

Solare Wäschetrocknung und reflexive Bleichung

Dieser aus meiner Kindheit noch vertraute Anblick ist heute selten und damit zu einem Fotomotiv geworden. Obwohl wir ins Zeitalter der regenerativen Energiequellen einsteigen (müssen) ist uns der solare Wäschetrockner offenbar nicht mehr gut genug.
Die Szenerie zeigt darüber hinaus noch ein schönes Phänomen. Während die direkte Sonneneinstrahlung die bunten Farben der Wäschestücke gewissermaßen wegbleicht, werden diese durch die Reflexion im Wasser wieder zurückgeholt. Weiterlesen

Rätselfoto des Monats August 2018

Wie kommt es zu dieser Struktur? Weiterlesen

Seerosen erblühen

Aus der Tiefe hin zum Licht
Strebt die Knospe, reckt sich kühn,
Drängt sich durch die Schwimmblattschicht,
Unscheinbar im weiten Grün.

Bald schon springt das Hüllenkleid,
Öffnet, breitet sich zum Nest
Reinster Blütenherrlichkeit.
Zeit für Froschens Sommerfest.

Ingo Baumgartner (1944 – 2015)

Nachtrag:
Nachdem ich in einem früheren Beitrage den Seerosenblättern einige Aufmerksamkeit geschenkt habe, möchte ich die schönen Blüten nicht unerwähnt lassen. Sie sind wahre Hingucker, gehen früh schlafen und stehen spät auf – wenn man einmal die Öffnung ihrer Blüten als Maß für das Wachsein nimmt.

Reflexionen im und über grasgrünen Tee

Grüner Tee wird oft so dünn getrunken, dass  er fast so transparent ist wie Wasser. Oft merkt man erst, dass es sich um Tee handelt, wenn die Tasse ziemlich gefüllt ist. Im vorliegenden Fall handelt es sich – wie man sieht auch um grünen Tee. Allerdings taucht nur an einigen Stellen in einem ansonsten trüben Grau mit einem leichten Blaustich auf. Das ist ein Zugeständnis an die Gesetze der Optik. Denn es handelt sich nur um ein geliehenes Grün. An den Stellen, an denen das vom grünen Rasen ausgehende Licht an den unebenen Grenzflächen des Teestrahls mit der Luft so reflektiert und/oder gebrochen wird, dass es unsere Augen erreicht, erscheint es grün. Dominierend ist die Farbe des Himmels, wie man durch direkten Vergleich erkennen kann.
Geschmeckt hat er uns trotzdem.

Vorsicht, ich bin eine Wespe!

Diese vereint wie radial ausschwärmende Rasenmäher das Huflattichblatt abgrasenden Raupen des Jakobskrautbärs (der im Übrigen ganz anders aussieht: ein eleganter rot-schwarzer Schmetterling und kein Bär!), räumen gründlich ab. Obwohl sie sich eigentlich auf dem giftigen Jakobskraut zu Hause fühlen, nehmen sie hier – offenbar in Ermangerlung desselben – mit der zweitbesten Nahrungsquelle vorlieb. In der Umgebung steht so mancher seines Grüns beraubter Huflattich im monochromen Grau.
Da Raupen vom Jakobskraut auch die Giftigkeit übernehmen, warnen sie immerhin potenzielle Fressfeinde durch ihr Outfit einer schwarz-gelb gemusterten Wespe. Wohl weniger aus Rücksicht auf die Räuber, als vielmehr aus purem Selbstschutz. Was nützt ihnen auch im Magen eines Räubers, dass dieser anschließend auch zugrunde geht? Wespen sind offenbar nicht nur bei Menschen gefürchtet. Die Biologen nennen eine solche Täuschung durch Übernahme fremder Merkmale Mimikry.
Ich finde diese Komposition aus Strukturen und Farben ganz unterschiedlicher Art auf eine bestimmte Weise naturschön. Aber es bleibt ein vager, gefühlter Vorbehalt – aufgrund der dahinter stehenden Schicksale. Bei den schönen Algenmustern ging es mir ähnlich.

Rätselfoto des Monats Mai 2018

Wie kommt  es zu den Farben?


Erklärung des Rätselfotos des Monats April 2018

Frage:Was spielt sich hier ab?

Antwort: Das Foto zeigt den Moment, in dem eine auf einem flachen Teich (mit einem aus dunklem und hellem Sand bestehenden Boden) driftende Luftblase platzt. Die Haut der Blase zieht sich gerade zu den Seiten hin zusammen. An dem sichelmondförmigen blauen Reflex des Himmelslichts ist noch ein Teil der Blasenhaut zu erkennen.
Da eine Blase auf dem Wasser einen kleinen Überdruck im Vergleich zum äußeren Luftdruck aufweist und infolgedessen das Wasser ein wenig eindellt, bewegt sich mit dem Platzen und dem damit einhergehenden Druckausgleich die Wasseroberfläche im Bereich der Blase nach oben und löst infolgedessen eine Wellenbewegung aus, die auf dem Foto gleich doppelt visualisiert wird.
Zum einen sieht man die konzentrischen Ringwellen um die platzende Blase herum, weil das vom Untergrund ausgehende Licht an der wellenförmig gekrümmten Wasseroberfläche gebrochen wird. Der Untergrund erscheint daher entsprechend verzerrt. Dazu trägt vor allem die Bewegungsunschärfe aufgrund der endlichen Belichtungszeit der Kamera bei. Deshalb erscheint der durch die bewegte Welle hindurch zu sehende Boden längs der Wellen deutlich erkennbar in die Länge gezogen.
Zum anderen sieht man das an den konzentrischen Wellen gebrochene Sonnenlicht durch Fokussierung und Defokussierung in Form von hellen und dunklen Ringen auf den Teichboden projiziert. Da diese Kaustik teilweise durch die Wellen hindurch gesehen wird, tritt eine entsprechende Verzerrung an ihrer oberen Front auf.
Es ist außerdem zu erkennen, dass die kurzen Wellen den längeren vorauseilen. Wir haben es also mit Kapillarwellen zu tun, bei deren Entstehung die Oberflächenspannung von größerem Einfluss ist als die Schwerkraft. Einige weitere Blasen warten noch auf ihren Einsatz.

 

Die Farben des Wassers

Vor ein paar Tagen haben wir eine Wanderung zum Canyon zwischen Lengerich und Tecklenburg unternommen, einem in einer Schlucht gelegenen türkisfarbenen See, der in einem stillgelegten Kalksteinbruch entstanden ist. Die Farbe steht in einem eindrucksvollen Kontrast zu den steil aufragenden Kalksteinwänden, die teilweise bereits von verschieden Pflanzen besiedelt wurden.
Der helle Kalkuntergrund des Sees sorgt dafür, dass alle Lichtfrequenzen des bis dorthin durchdringenden Lichts weitgehend reflektiert werden, so dass lediglich die im Wasser schwebenden und gelösten Stoffe, vor allem Kalk, die volle Eigenfarbe des Wassers vom reinen Blau zum Grün hin „verschieben“, ansonsten aber eine intensive Färbung hervorbringen.
(Nebenbei gesagt erscheint auch unser Leitungswasser grün, wenn man durch eine genügend große Schicht blickt.)
Da der Wasserspiegel des Sees sehr tief liegt und von hohen Wänden umgeben ist, kommen außerdem verschiedene andere Phänomene ins Spiel, die ein ganzes Spektrum des Türkis hervorrufen. Ein sehr dunkler Farbton entsteht im schmalen Schattenbereich der Steilwand. Darüber hinaus spiegelt sich die Silhouette der Wand mit ihren Bäumen bis weit über die Mitte hinaus und lässt das Wasser in helleren Farbtönen erstrahlen, die schon fast ans reine Grün heranreichen. Die Felswand blendet die tieferen Bereiche des Himmels ab, sodass – wegen Einfallswinkel gleich Reflexionswinkel – in diesem Bereich kein Himmelsblau ins Auge des Betrachters reflektiert wird. Erst im Vordergrund ist dies der Fall; die bläulichen Reflexe sind deutlich zu erkennen. Einige kleinere dunklere Farbflecken sind auf entsprechende dunkle Bereiche im Untergrund zurückzuführen, die das meiste eingestrahlte Licht absorbieren.
Blickt man auf die Wasseroberfläche im oberen rechten Bereich des oberen Fotos (zur Vergrößerung aufs Bild klicken), so erkennt man dort eine deutliche Blaufärbung. Sie ist darauf zurückzuführen, dass die Wasseroberfläche in dem Bereich vom Wind aufgeraut wird, sodass durch die Reflexion von Himmelslicht an den steileren Wellenflanken den überwiegenden Grüntönen Himmelblau beigemischt wird.
Schaut man sich die Wasseroberfläche von Nahem an, so erkennt man, dass sie auch in den scheinbar ruhigen Bereichen nicht völlig glatt, sondern von kleinen Wellen bedeckt ist (mittleres Foto).
Im Übrigen sollte man auch die in diesen Tagen erwachende Pflanzenwelt nicht übersehen, die hier in Gestalt blühender Weiden zur frühlinghaften, farbenfrohen Stimmung an diesem warmen Frühlingstag an einem einzigartigen Gewässer beitragen.

Optik, Sehen und Kunst

sonnenaufgang_dscf6280rvIm Anschluss an die Verbreitung der Newtonschen Optik, nehmen sich nicht nur Wissenschaftler, sondern auch Dichter und Denker der Aufklärung der neuen Erkenntnisse an und richten ihr Augenmerk vor allem auf die überragende Bedeutung des Sehens.  Insbesondere John Locke und George Berkeley preisen den Gesichtssinn als den edelsten, angenehmsten und umfassendsten aller Sinne. Weiterlesen

Spiegelnde Fenster und die Farbe des Himmels

Wie man am geöffneten Fenster im oberen Bild rechts unten sieht, kommt so gut wie kein Licht aus dem Zimmer. Das ist eine gute Voraussetzung für perfektes Spiegeln. Denn auf diese Weise wird das Auge fast nur von dem reflektierten Licht der Scheibe getroffen. Auch wenn dies in der Intensität stark herabgesetzt ist, merkt man von der Transparenz des Fensters so gut wie nichts.
Es handelt sich um Doppelglasscheiben. Das ist an den Verzerrungen der gespiegelten Gegenstände in der Nähe der Scheibenränder zu sehen. Weiterhin verraten die Reflexe, dass die vordere Scheibe stärker reflektiert als die hintere, weil ansonsten gegeneinander verschobene Überlagerungen der etwa gleich starken Reflexe der beiden Scheiben zu sehen wären, wie es in der unteren Abbildung links an einem anderen Fenster mit starken Verzerrungen zu sehen ist. Weiterlesen

Bunte Schlieren im Fenster

Schlichting, H. Joachim. Spektrum der Wissenschaft 3 (2018), S. 68 – 70

Licht wird auf seinem Weg durch eine Doppelglasscheibe an verschiedenen Grenzflächen reflektiert. Unter günstigen Umständen führt das zu eindrucksvollen Interferenz- erscheinungen.

Das Verhältnis des Lichts zur durchsichtigen Farbe ist,
wenn man sich darein vertieft,
unendlich reizend
Philipp Otto Runge (1777–1810) Weiterlesen

Morgendämmerung – die Erden-Sonne tritt zwischen ihre Goldberge

Gestern zeigte sich wieder einmal eine farbenprächtige Dämmerung hinter dem unregelmäßigen Gitter der noch winterlich nackten Pappeln. Außer grün sind fast alle Farben des Spektrums vorhanden. Da stört es dann kaum, wenn sie nicht nach Wellenlängen geordnet auftreten sondern sich aus den Rottönen und dem Himmelsblau mischen. Weiterlesen

Gelb – das Gold des Winters

Eine farbliche und – wenn man in diesen Zeiten eine freie Nase hat – duftige Stimulation in der allgemeinen winterlichen Tristesse dieser Tage ist für mich die Zaubernuss im Garten, die mit einem erfrischenden Gelb ganz unprätentiös helle Farbtöne in das graue Einerlei bringt. Diese Pflanze, mit botanischem Namen Hamamelis genannt, hat also die lobenswerte Besonderheit, im Winter zu blühen und das auch noch vor dem Blattaustrieb. Sie hat vor etwa zwei Wochen mit dem Blühen begonnen und steht jetzt in voller Blüte. Erfahrungsgemäß wird sie diesen für die meisten Pflanzen atypischen Zustand noch einige Wochen aufrechterhalten. Ich freue mich jeden Tag darüber und genieße es, wenn sich das saubere Gelb über meinen Sehnerv ausbreitet.

Auch wenn das Gelb der Verheißung des Frühlings noch durch das Weiß des Schnee gerahmt erscheint, habe ich das Gefühl, dass der Anfang gemacht ist und vertraue auf die Zeilen aus den Stufen von Hermann Hesse:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Irisierende Farben auf dem Eis

eis_verunreinigung_dsc07032Der Winter malt nicht nur schwarzweiß. Wer genauer hinschaut, findet reichlich Farben. In früheren Beiträgen haben wir bereits auf einige Farbphänomene aufmerksam gemacht (zum Beispiel hier und hier). Hier ist ein weiteres. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Eisschicht einer zugefrorenen Regentonne. Die irisierenden Farben weisen auf Interferenz an dünnen Schichten hin. Weiterlesen

Reflexionen über Reflexionen in einer gewöhnlichen Wasserpfütze

himmel_in_pfuetze_3_rvhimmel_in_pfuetze_2_rv

Wasserflächen von weitem gesehen, nehmen die Farbe des Himmels an, weil das Himmelslicht in ihnen spiegelnd reflektiert wird. Ein (flacher) See ist deshalb blau, weil der Himmel blau ist. Und wenn der Himmel bedeckt und grau ist, kann der See nicht anders, als es ihm gleichzutun.  Auch die im linken Foto abgebildete Wasserpfütze gibt das Blau des Himmels und das Weiß der Wolken wieder. Nähert man sich jedoch der Pfütze, so verblasst die Farbe zunehmend. Steht man direkt davor (rechtes Foto oben), so wird die Pfütze unversehens transparent. Man sieht den darunter befindlichen Asphalt teilweise in noch kräftigeren Farben als ohne die Wasserschicht darüber. Die Ursache für diesen Wechsel ist darin zu sehen, dass der Anteil des reflektierten Lichts umso größer ist, je flacher man auf die Wasseroberfläche blickt (Einfalls- und Reflexionswinkel bezogen auf das Lot zur Wasseroberfläche sind groß) und minimal wird, wenn man senkrecht hineinschaut (Einfalls- und Reflexionswinkel sind Null).
himmel_in_pfuetze_1_rvDiese Eigenschaft beobachtet man nicht nur bei Wasser, sondern auch bei anderen reflektierenden Flächen, z.B. bei Fensterscheiben. Bei senkrechtem Lichteinfall reflektiert die Grenzfläche zwischen Glas und Luft nur 4%. Dieses hier nur qualitativ angesprochene Phänomen wird quantitativ beschreiben durch die sogenannten Fresnelschen Formeln.

Das Foto unten rechts wurde ebenfalls aus größerer Entfernung aufgenommen. Auch hier sehen wir das Himmelsblau und einige Wolken reflektiert. Allerdings unterscheidet es sich mit seinem blendend hellen Rand vom dunklen Rand im linken Foto. Weil ich mich beim unteren Foto so hingestellt hatte, dass das Sonnenlicht nahezu ins Objektiv der Kamera reflektiert wurde, genügten geringfügig abweichende Reflexionswinkel, wie sie die befeuchteten Splitteilchen darboten, dass das Sonnenlicht über diese kleinen geneigten Spiegel in die Kamera gelangten.
Es besteht somit eine enge Beziehung zum Phänomen des Schwerts der Sonne. Im linken Foto hingegen hatte ich die Sonne im Rücken, sodass die Winkelabweichungen von der Ebene nicht ausreichten, Sonnenlicht ins Objektiv zu reflektieren. Die diffuse Reflexion des Sonnenlicht ist dort in dem feuchten Randbereich geringer als in der trockenen Nachbarschaft, weil das einfallende Licht in der dünnen Wasserschicht einige Male hin-und herreflektiert und dabei stärker absorbiert wird als im trockenen Bereich. Dieses Phänomen kennt man von den kräftigen Farben und dem Glanz feuchter Steine.

Rote Sonne am helllichten Tage

Ich denke, dass ich nicht der Einzige bin, der sich über den trüben gestrigen Tag und einer roten Sonne gewundert hat. In ähnlicher orangeroter Färbung wie beim Sonnenuntergang, glühte sie am helllichten, späten Vormittag vom grau bedeckten Himmel herab. Man konnte ohne Probleme in sie hineinschauen und ohne Gefahr einer Augenverletzung versuchen, ob sich das Problem durch intensives Anschauen lösen lässt. Weiterlesen

Licht, Kunst und Naturphänomene – den Augen ist manchmal nicht zu trauen

Wenn man in die Museumsräume des Zentrums für internationale Lichtkunst über einen Treppengang eintritt, wird man bereits von einem ersten Lichtphänomen eingenommen, das als solches gar nicht als Kunstwerk ausgewiesen ist (siehe oberes Foto). Gewöhnt man sich nämlich einige Minuten an das von blauen Leuchtstoffröhren beleuchtete Gewölbe und blickt dann zurück auf die weißgetünchten Wände des Eingangs, die noch vom Tageslicht beleuchtet werden, so erstrahlen diese in einem rötlichen Schimmer, in der Komplementärfarbe des Blaus. Man sieht also eine Farbe, die objektiv gar nicht vorhanden ist und einen rein wahrnehmungsphysiologischen Effekt darstellt, auf den ich in diesem Blog bereits in einigen anderen Kontexten eingegangen bin (z.B. hier und hier und hier). Es handelt sich um einen Effekt der chromatischen Adaptation oft auch mit einer etwas anderen Schwerpunktsetzung als Simultankontrast bezeichnet. Weiterlesen

Licht, Kunst und Naturphänomene – ein einzigartiges Museum

Wer sich für Lichtphänomene interessiert, der sollte es nicht versäumen, das Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna zu besuchen. Es lohnt sich. Es lohnt sich sogar extra hinzufahren, wie wir es getan haben. Ich fand die Lichtinstallationen so eindrucksvoll, dass ich von einigen mit eigenen Fotos in den nächsten Tagen berichten werde.
Man durfte nämlich in diesem Museum fotografieren; das machte es von vornherein im Unterschied zu anderen ähnlichen Kunstmuseen äußerst sympathisch. Die weitgehend im ursprünglichen Zustand belassenen Räumlichkeiten einer alten Brauerei, in der das Museum untergebracht ist, stellten zudem einen durchweg passenden Kontext für die verschiedenen Lichtgestalten dar und schufen eine einzigartige Atmosphäre, die man so wohl kaum wiederfindet. Weiterlesen

Zur Gestaltungskraft eines Sonnenuntergangs

abensdsonne_rvAbendsonne

Spitz der Winkel, schräg der Strahl,
Dennoch voll Gestaltungskraft
Malt die Sonne Berg und Tal
Mit verträumter Leidenschaft.

Dunkler wird, was dunkel war,
Heller leuchtet sattes Blau.
Wolkenweiß vergilbt sogar,
Kälte neigt zu mildem Lau.

Kurz nur zeigt sich dieses Spiel,
Kohlefarben wird das Grau.
Dann verschwimmt das Augenziel.
Ende einer großen Schau.

Ingo Baumgartner (1944 – 2015)

Farbe ins Grau

Wie um Farbe ins dunkle Grau zu bringen und dem bedrohlich anrückenden Gewitter gleich einen Hoffnungsschimmer mitzugeben, erscheint hier ein Fragment eines Regenbogens, das man sich mühelos zu einem Halbbogen komplettiert denken kann. Irgendwo zwischen dem noch relativ hellen Hintergrund und dem Fotografen sinken Regentropfen zu Boden; zu klein, um selbst sichtbar zu werden, aber mit Hilfe der Sonne imstande, in lebhaften Farben ein deutliches Zeichen ihrer Existenz zu geben. Weiterlesen

Klatschmohn – Vom grünen zum gelben Hintergrund

Weil es die Aehre verschmäht, sich mit der Farbe zu zieren,
Hat die Natur ihr den Mohn dicht an die Seite gestellt;
Jener hat sie die Kraft vertraut, den Menschen zu nähren,
Diesem verlieh sie den Reiz, welcher sein Auge erfreut.
Jene frage drum nicht: wo sprießen dir nützliche Körner?
Oder dieser: wo trägst du den erquicklichen Schmuck?
Wenn die Eine uns fehlte, so könnten wir freilich nicht leben,
Aber wir mögten es nicht, wäre der And’re nicht da!

Friedrich Hebbel (1813 – 1863) Weiterlesen

Lavendel im Regen

Sie sind kaum wiederzuerkennen, die Lavendelblüten. Sie wirken etwas unnatürlich großzügig gerundet, aber auch ungewöhnlich kräftig in der Farbe. Regentropfen haben die feinen Zwischenräume überbrückt und leuchten nun ihrerseits wie kleine Lampen im typischen Blau-violett des Lavendel. Die Farbe wirkt kräftiger und gesättigter als im Normalfall. Weiterlesen

„Unkraut“ des Jahres 2017

Ich erwähnte es bereits, dass der Klatschmohn, Blume des Jahres 2017 ist, obwohl (oder weil?) sie zu den Unkräutern zählt. Wäre da nicht die Vorsilbe „Un“, die den Ruf dieser Blume bei vielen Menschen allein schon dadurch ruiniert und auf diese Weise den Geist des Kleingärtners ins allgemeine Bewusstsein eindringen lässt, so ginge es dieser selten gewordenen Spezies wesentlich besser. Weiterlesen

Klatschmohn, Kornblume und Kamille – Unkräuter der Lebensfreude

Was berührt uns, wenn wir diese Komposition aus Wildblumen und Getreide wahrnehmen? Man weiß, dass Farben in bestimmter Zusammensetzung und Anordnung nicht ohne Wirkung auf unser Gemüt sind. Besonders die Kombination der Farben rot, weiß und blau fällt dabei immer wieder auf. In dieser Zusammensetzung trifft man besonders oft die weiße Kamille, die blaue Kornblume und den roten Klatschmohn, der Blume des Jahres 2017, meist vor dem Hintergrund eines grünen oder bereits gelben Kornfeldes. In einer wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel „Blau & rot & weiß blühende Unkrautarten: Symbolik für Natürlichkeit und Kraft der Natur in Kunst und Kultur, Alltag und Werbung“ von Thomas Eggers findet man einige  Antworten auf diese Frage. In der Zusammenfassung heißt es dort:

In Blau, der Farbe der Ruhe und Zufriedenheit, zusammen mit dem kraftvollen Rot der Lebensfreude und Weiß als Farbe der Unschuld und Sauberkeit muss ein reizvoller Beweggrund, eine hohe Attraktivität liegen, so dass diese Farbenkombination in vielen Lebensbereichen gewählt wird, Harmonie und Verlässlichkeit ausstrahlend. Der starke Dualismus Rot gegen Weiß wird durch das Blau gemildert.
Mit der Farbenkombination der blauen Blüten von Centaurea cyanus, der roten Blüten von Papaver rhoeas oder P. dubium und der weißen Blüten von Matricaria recutita bzw. Tripleuro spermum inodorum wird dieses 3-Klang-Thema vielfältig aufgegriffen, in Büchern, nicht nur naturkundlichen, auf Gemälden, im Kunstgewerbe, auch auf Gebrauchsgegenständen und in der Werbung auf Verpackungen von Lebensmitteln, hier vermutlich oft unterschwellig zum Kauf anreizend wirksam.

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