//
Marginalia

Das Dual in Form des Ginkgo-Blattes

Ginkgo-GoetheGingo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt.

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht in meinen Liedern,
Dass ich Eins und doppelt bin.

von Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Vor genau 200 Jahren hat Goethe dieses Gedicht verfasst. Es war seiner späten Liebe, Marianne von Willermer, gewidmet. In dem Gedicht spielt Goethe beziehungsreich mit der Frage, ob das Blatt eines oder zwei sei und spricht damit das Dual-Problem an, das weit über den Kontext des Gedichts hinausgeht und in der auch ästhetisch ansprechenden Blattform einen bemerkenswerten Ausdruck findet.

Advertisements

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: