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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Farbenspiele bei der Sonnenwende

Farbspiele_der_Sonne_rvSonnenwende

Nun die Sonne soll voll enden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur
Und mir dünkt, bedeutsam schweige
Rings die abendliche Flur.

Nur die Wachtel, die sonst immer
Frühe schmälend weckt den Tag,
Schlägt dem überwachten Schimmer
Jetzt noch einen Weckeschlag;
Und die Lerche steigt im Singen
Hochauf aus dem duft’gen Tal,
Einen Blick noch zu erschwingen
In den schon versunknen Strahl.

Ludwig Uhland (1787 – 1862)

Wenn ich von meinem (Schreibtisch-) Fenster aus die Sonne hinter diesem Busch untergehen sehe, dann hat sie ihren äußersten Punkt im Nordwesten erreicht. Weiter kommt sie nicht. Sie kehrt um,  bis sie am 21. Dezember im Südwesten am zweiten Umkehrpunkt ankommt. Die Umkehr nennt man Sonnenwende. Heute ist es die Sommersonnenwende. Die dazwischen liegenden Untergangspunkte erreicht sie jeweils zweimal im Jahr, einmal von links, einmal von rechts kommend.
Vom meinem Fenster aus gesehen verschwindet sie allerdings vorher hinter einem Hügel und tut ihren Untergang nur durch eine Verfärbung der Wolken kund, wenn diese den Vorhang nicht völlig zuziehen.

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