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Marginalia

Im Jahr des Lichts (11) – Sommersonnenwende

SommersolstizeEs ist schon frustrierend, wenn man an einem so wichtigen Tag wie dem gestrigen die Sonne kaum zu Gesicht bekommt, jedenfalls dort wo ich wohne. Schließlich trat sie dann doch noch für kurze Zeit in Erscheinung (Foto). Gestern hat nämlich astronomisch gesehen der Sommer begonnen, was wie diese Tage zeigen vom unmittelbaren Erlebnis her nicht viel zu besagen hat. Außerdem spricht man – meteorologisch gesehen –  schon seit Anfang des Monats vom Sommer, auch wenn die Fakten in diesem Jahr dagegen zu sprechen scheinen. Jedenfalls wird dieser Mittsommertag (auch Sommersolstize genannt) in vielen Ländern gefeiert, besonders in nördlicheren Regionen, wo in diesen Tagen die Sonne besonders lange über dem Horizont weilt. Nördlich des Polarkreises geht die Sonne zurzeit überhaupt nicht unter, was seit Menschengedenken ein Grund zum ausgelassenen Feiern ist. Die Kehrseite der Medaille findet man dort in einem halben Jahr vor, wenn die Sonne überhaupt nicht aufgeht und sich der Winter von der dunkelsten Seite zeigt. Genau das erleben die Menschen jetzt auf der Südhalbkugel.
Die astronomische Ursache für die Solstize ist darin zu sehen, dass die gedachte Achse, um die sich die Erde dreht, bei ihrer jährlichen Rundreise um die Sonne dieselbe Schiefstellung bezüglich der Ebene beibehält, in der sie sich bewegt. Man kann auch sagen, dass die Achse immer auf dieselbe Stelle des Sternenhimmels zeigt, in unserem Zeitalter ziemlich genau zum Polarstern. Das bedeutet, dass die Nordhalbkugel am Mittsommertag der Sonne maximal zugeneigt ist – im doppelten Wortsinn – und – wenn die Wolken es zulassen – durch das Sonnenlicht verwöhnt wird. Sie erreicht die größte Mittagshöhe des Jahres und bleibt am längsten über dem Horizont. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer und die Mittagssonne verliert allmählich wieder an Höhe.
Da die Licht und Wärme spendende Sonne in früheren Zeiten von besonderer Bedeutung war, sind die Sonnenwendtage ein Grund zum Feiern gewesen. Man kann davon ausgehen, dass die ältesten Feiertage mit der Sonnenwende in Beziehung stehen. Dies gilt insbesondere für die Wintersonnenwende, wenn die Tage wieder länger werden und man der warmen Zeit entgegensieht. So steht der Temin des Weihnachtsfestes letztlich auch mit der Wintersonnenwende in Beziehung. Zahlreiche astronomische Funde verweisen darauf, dass die Menschen schon in der Jungsteinzeit die Sonnenwenden als besondere Ereignisse angesehen haben.

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