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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Natürliche Armleuchter

Kandelaber klingt besser als Armleuchter, weil man wegen der Seltenheit realer Armleuchter meist an die herabwürdigende Bezeichnung für Menschen denkt, deren Licht nicht sehr weit leuchtet. Jedenfalls ist ein Kandelaber ein aus mehreren Armen bestehender Kerzenleuchter, der in früheren Zeiten, die Helligkeit einer einzelnen Kerze entsprechend vervielfältigen sollte.
Wem die symmetrische Anordnung der Arme der Leuchter nicht so wichtig ist und eine gewisse Flexibilität des Materials in Kauf nimmt, kann Kandelaber auch in freier Natur – zumindest im Mittelmeerraum – entdecken. Besonders eindrucksvoll sind diese, wenn ihre aufwärtsgerichteten Blätter von der Sonne getroffen wie aus eigener Kraft in einem zarten Grün leuchtende Kerzen aussehen.
In Wirklichkeit passiert dort aber gewissermaßen das Gegenteil von Brennen im Sinne von Zerfall einer organischen Substanz in Kohlenstoffdioxid und Wasser unter Abgabe von Licht. Denn die grünen Blätter bringen organische Substanz u.a. durch eine Verbindung von Kohlenstoffdioxid und Wasser unter Aufnahme von Licht hervor

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Diskussionen

9 Gedanken zu “Natürliche Armleuchter

  1. Das kannte ich noch nicht. Ist da wirklich eine „Umkehrung“ der Photosynthese im Gange?

    Licht erzeugen ja andererseits so manche Tiere und Pflanzen – eigentlich eine kostspielige Angelegenheit, könnte man meinen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 5. Oktober 2018, 01:05
    • Das Leuchten einer Kerze kann man in der Tat als Umkehrung der Fotosynthese auffassen, weil dabei nicht das auf die grünen Blätter fallende Licht Kohlenstoffdioxid und Wasser in Sauerstoff und eine organische Substanz verwandelt, sondern umgekehrt organische Substanz (z.B. Kerzenwachs) unter Abgabe von Licht in Kohlenstoffdioxid und Wasser zerlegt wird.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 5. Oktober 2018, 09:58
  2. Ich bin bezaubertvon Text und Bild, und auch von der physikalisch erklärten „Umkehrung“ des Verbrennungsprozesses. Ich habe das Hervorbringen von „Biomasse“ (Unwort) noch nie als umgekehrten Verbrennungsprozess gesehen. Dabei liegt es eigentlich auf der Hand: was brennbar ist, muss zuvor durch entgegengesetzte Prozesse aufgebaut worden sein. Richtig?

    Verfasst von gkazakou | 5. Oktober 2018, 09:13
    • Vielen Dank für deine Einschätzung. Ja, Richtig! Deswegen sind ja auch möglichst viele Wälder und andere Pflanzen die besten Maßnahmen gegen die Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre mit ihren heute schon spürbaren katastrophalen Folgen, neben der Vermeidung von Verbrennung natürlich. Der Ausweg aus der Klimakatastrope kann m.E. nur heißen: Nutzung von Sonnenenergie, Windenergie (auch indirekte Sonnenenergie). Und die Armleuchter sind diejenigen, die das noch nicht kapiert haben oder nicht kapieren wollen.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 5. Oktober 2018, 10:10
      • Auch dafür danke ich dir sehr, denn ich gehöre zu den Armleuchtern, die immer an offiziell akzeptierten Theorien zweifeln, bis sie sie selbst begriffen haben. Die kolportierten statistischen „Beweise“ für oder gegen die Erderwärmung leuchten mir nicht ein, weil statistische Korrelationen eben nichts beweisen und ihnen sehr häufig ideologische Vorannahmen zugrundeliegen (bekanntestes Beispiel: das Bett ist der gefährlichste Ort, weil die meisten darin sterben). Ich bin erst überzeugt, wenn ich den Wirkungszusammenhang begreife. Wenn ich ihn nicht begreife, bin ich störrisch.

        Verfasst von gkazakou | 5. Oktober 2018, 16:10
      • Eine gesunde Skepsis gegenüber der Statistik ist schon angebracht. Und es wird wohl kaum so viel Unfug getrieben wie mit Statistiken. Was die Erderwärmung betrifft, muss man inzwischen allerdings nicht mehr auf Statistiken zurückgreifen. Die Auswirkungen (Abschmelzen der Polkappen, Anstieg des Meeresspiegels) kann man inzwischen auch als Laie nachvollziehen. In diesem Fall ist der Wirkungszusammenhang gar nicht so kompliziert. Ich erinnere mich an einen Geographielehrer – lange ist es her – der damals als von Erderwärmung noch nicht die Rede war – etwa Folgendes ausführte: Die Erde wurde zu einem wirtlichen Ort auch für höheres Leben als ein großer Teil des Kohlenstoffs in Form von tierischen und pflanzlicher Materie unter die Erde gelangte. Und wir Idioten haben nichts Besseres zu tun, als dies wieder auszubuddeln und der Atmosphäre zuzuführen. Daran muss ich immer denken, wenn wieder Hiobsbotschaften zu verkraften sind.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 5. Oktober 2018, 18:35
  3. Nicht zu vergessen ist die Energiegewinnung durch Erdwärme und Wasser-strömung.

    Auch das Fahrrad könnte doch für Energiegewinnung nutzbar gemacht werden.
    Ein Volk von RadlerInnen leuchten den fossilen Armleuchter=Irrlichter den Aus-Weg.!!!!
    https://hjschlichting.wordpress.com/2017/04/03/konkurrenzlos-sparsam/

    Verfasst von Mala | 5. Oktober 2018, 18:51
    • Vielen Dank für die Ergänzungen. Erdwärme ist in der Tat einer der wenigen Energiequellen, die nicht von der Sonne stammen. Wasserströmung ist letztlich auch Sonnenenergie.
      Radeln ist und bleibt auch für mich eine der wichtigsten Optionen gegen den Verkehrskollaps…

      Verfasst von Joachim Schlichting | 6. Oktober 2018, 10:07
  4. Lieber Joachim, damit du auch die Armleuchter verstehst und vielleicht gnädiger mit ihnen verfährst, sie vielleicht sogar gründlich putzt, damit sie nicht so erbärmlich funzeln, gestatte mir noch diesen Einwand: Das Abschmelzen der Polkappen etc sagt ja nichts über den Wirkungszusammenhang, sondern beweist nur, DASS die Erde sich erwärmt. Das bezweifelt wohl niemand. Gegen die CO2-Theorie wird ja vor allem eingewendet, dass es auch früher Phasen der Erderwärmung und Erdabkühlung gab, dass Schwankungen der Temperatur also durchaus auch zu Zeiten vorkamen, als die CO2-Reserven noch brav unter der Erdoberfläche ruhten. – Ferner wird von manchen gesagt, dass die (weitgehend natürliche) Erderwärmung kein solches Chaos hervorrufen wird, wie von vielen behauptet, vielmehr könnte sie zu einer höheren Fruchtbarkeit in Erdzonen führen, die heute nichts hervorbringen (nördliches Sibirien), und dort (wie in Zentraleuropa im hohen Mittelalter) zu einer neuen kulturellen Blüte beitragen. Sicher werden andere Zonen zu leiden haben – auch das bestreitet wohl niemand – und Völkerwanderungen zur Folge haben.
    Damit ist übrigens nichts gegen die Notwendigkeit einer radikalen Drosselung von CO2 – Ausstoß in die Luft gesagt. Wobei es dann weniger um das CO2 als solches, als vielmehr um die Chemikalien ginge, die bei industriellen Prozessen und durch den Verkehr in die Luft geblasen werden.

    Ich hoffe, du nimmst die Fragen (denn um solche handelt es sich, ich bin ja keine Expertin) einer unbelehrten Zweiflerin nicht übel, sondern belehrst mich.

    Verfasst von gkazakou | 5. Oktober 2018, 19:00

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