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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur

Ein alter Baum

Auf einer Wanderung in der Nähe des Zwischenahner Meeres trafen wir auf eine alte Buche, die bereits ihre Krone und zahlreiche Äste verloren hat (linkes Foto). Außerdem ist sie von Fäulnis befallen und mit Zunderschwämmen übersät (mittleres Foto). Letzteres ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Baum geschwächt ist. Die verbliebenen Äste scheinen dem Zustand durch üppig grüne Blätter zu trotzen.
Obwohl der Baum als Solitär an einem unauffälligen Waldweg steht, ist er mit zahlreichen eingeritzten Botschaften versehen. Da die Wundheilung die Ritzung der ursprünglichen Form nach überwulstet, bleibt die Information diese Art Tattoos auch lange Zeit nach ihrer Entstehung erhalten. Die älteste noch zu entziffernde Ritzung an diesem Baum stammt aus dem Jahre 1937 (rechtes Foto Mitte).
Was den einen oder anderen erstaunen mag ist die Tatsache, dass sich diese Ritzung noch immer auf derselben Höhe befindet, wie bei ihrer Entstehung. Das liegt an der Art und Weise, wie ein Baum wächst.

Diskussionen

4 Gedanken zu “Ein alter Baum

  1. Welche Geschichten verbergen sich hinter diesen Schnitzereien… Sehnsüchte, Träume, Verzweiflung, Freude?? Wir werden es nicht erfahren…. der Baum rückt keine weiteren Informationen raus…. vielleicht gut so. Liebe Grüße Marie

    Verfasst von mmandarin | 4. August 2021, 07:00
    • So gesehen müssen wir dem Baum fast eine psychotherapeutische Funktion zuschreiben. Das passt zu dem inzwischen auch bei uns angekommenen Trend des Waldbadens, wo Menschen z.B. Bäume umarmen und sich davon positive Wirkungen versprechen. Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 4. August 2021, 09:07
  2. Der nutzlose Baum

    Hui Dsï redete zu Dschuang Dsï und sprach: »Ich habe einen großen Baum. Die Leute nennen ihn Götterbaum. Der hat einen Stamm so knorrig und verwachsen, daß man ihn nicht nach der Richtschnur zersägen kann. Seine Zweige sind so krumm und gewunden, daß man sie nicht nach Zirkel und Winkelmaß verarbeiten kann. Da steht er am Weg, aber kein Zimmermann sieht ihn an. So sind Eure Worte, o Herr, groß und unbrauchbar, und alle wenden sich einmütig von ihnen ab.«

    Dschuang Dsï sprach: »Habt Ihr noch nie einen Marder gesehen, der geduckten Leibes lauert und wartet, ob etwas vorüber kommt? Hin und her springt er über die Balken und scheut sich nicht vor hohem Sprunge, bis er einmal in eine Falle gerät oder in einer Schlinge zugrunde geht. Nun gibt es aber auch den Grunzochsen. Der ist groß wie eine Gewitterwolke; mächtig steht er da. Aber Mäuse fangen kann er freilich nicht. Nun habt Ihr so einen großen Baum und bedauert, daß er zu nichts nütze ist. Warum pflanzt Ihr ihn nicht auf eine öde Heide oder auf ein weites leeres Feld? Da könntet Ihr untätig in seiner Nähe umherstreifen und in Muße unter seinen Zweigen schlafen. Nicht Beil noch Axt bereitet ihm ein vorzeitiges Ende, und niemand kann ihm schaden. Daß etwas keinen Nutzen hat: was braucht man sich darüber zu bekümmern!«

    Verfasst von paulpeterheinz | 4. August 2021, 07:55

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