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Monatsrätsel, Physik im Alltag und Naturphänomene

Rätselfoto des Monats Juni 2017

Wie kommt es zu dem tiefen Abgrund im Pool?

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Erklärung des Ratselfotos des Monats April 2017
Frage: Was macht die Pflanze so stark?

Antwort: Geht man davon aus, dass Pflanzensamen in kleine Risse des Asphalts geraten und ein Minimum an Erde und Feuchtigkeit vorfinden, so beginnen sie zu wachsen. Ein wesentlicher Mechanismus, Feuchtigkeit aufzunehmen funktioniert durch Osmose. Die Pflanzenzellen haben selektive Wände, die zum Beispiel reines Wasser durchlassen, nicht aber Pflanzensäfte. Da der Drang, sich zu vermischen, also eine möglichst einheitliche Lösung herzustellen, sehr groß ist, kann das Ziel nur dadurch erreicht werden, dass das Wasser durch die Wände in die Pflanze eindringt, umgekehrt aber kein Saft herauskann. Als zwangsläufige Folge erhöht sich der Druck in den Pflanzenzellen. Weil die Pflanzen die Flüssigkeit über die Wurzeln aufnimmt, spricht man auch vom Wurzeldruck. Erst wenn dieser so groß ist wie der durch das Mischungsbestreben bewirkte osmotische Druck wird die Wasseraufnahme gestoppt. Der Druck bei dem das passiert, kann mit bis zu 13 bar erstaunlich hoch sein. Bedenkt man, dass ein Autoreifen einen Druck von etwa 2 bar hat, so kann man sich die Sprengkraft, die dadurch bewirkt wird, gut vorstellen.
Wenn nach einigen Regentagen reife Kirschen platzen, so ist auch dafür der osmotische Druck verantwortlich. Er entsteht in diesem Fall dadurch, dass Regenwasser durch die selektive Haut der Kirsche ins Innere gelangt, um dem natürlichen Mischungsbestreben nachzukommen.

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Diskussionen

6 Gedanken zu “Rätselfoto des Monats Juni 2017

  1. Meine Vermutung: Der Pool befindet sich unter einem gekrümmten Glas? Dach und seine gescwungene Form wird im Wasser-Pool wieder gespiegelt, So er-scheint der Boden des Pools gekrümmt?

    Verfasst von Malabar | 1. Juni 2017, 11:07
    • Danke für den Kommentar. Das ist ein überlegenswerter Gedanke. Man müsste das mal ungersuchen, was dabei – gute Reflexionsbedingungen vorausgesetzt – herauskäme. Aber in diesem Fall war definitiv kein Dach vorhanden.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 3. Juni 2017, 20:28
      • Es ist wie bei so vielen Alltagsphänomenen, manche werden erst aus einem besonderen Blickwinkel sichtbar. Im vorliegenden Fall braucht man ein (möglichst) leeres Schwimmbecken, das (möglichst) mit Fliesen ausgelegt ist. Sie stellen sozusagen das Millimeterpapier da, an deren Verzerrung das Phänomen indirekt zu erkennen ist. Außerdem habe ich das Foto auf dem Bauch liegend gemacht. Aber das ist eine andere Geschichte. Vielleicht erzähle ich die auch einmal. Vielen Dank für dein fortwährendes Interesse an meinen Alltagsrätseln.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 8. Juni 2017, 16:48
  2. Na, da freu ich mich, dass ich mit meinem Osmose-Tipp endlich mal richtig lag 🙂
    Was das neue Foto angeht, habe ich nicht den leisesten Schimmer, aber eine große Bewunderung für Deine Beobachtung! Ein großartiges Foto, weil es ein Phänomen zeigt, von dem ich mir gar nicht sicher bin, ob ich das bewusst schon einmal wahrnahm oder nicht – und genau das gefällt mir sehr! Herzlichen Dank dafür!

    Verfasst von simonsegur | 8. Juni 2017, 16:06
  3. Schaut man „zu tief ins Glas“ dann „tauchen“ ähnliche schummrige Wahrnehmungsphänomene, aus den tiefen des Wein-Glases 😉

    Verfasst von Malabar | 4. Juli 2017, 22:53

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